Die Lage des FCS vor Lautern

Seit fünf Spielen hat der FCS nicht mehr verloren, konnte die bisherigen beiden Spiele in der englischen Woche jedoch auch nicht gewinnen. Sowohl gegen Wiesbaden (3:3) als auch zuletzt bei Türkgücü München (1:1) zeigte der FCS durchaus ansprechende Leistungen, belohnte sich jedoch nicht für die Spiele. Mit 24 Punkten zu diesem Saisonzeitpunkt steht der FC immer noch überragend da und darf sich weiter Tabellenführer der 3.Liga nennen. Wichtiger als die Tabellenführung sind jedoch die erzielten Punkte und der aktuelle Vorsprung auf den Tabellenkeller. Dazu will man nun am Sonntag wieder gewinnen. Natürlich ist das Derby (selbst als Geisterspiel) auch für die Spieler ein besonderes Spiel, aber die Zielsetzung wäre auch in jedem anderen Spiel gleich. Man will drei Punkte und sich wieder für die eigenen Auftritt mit einem Sieg belohnen.


Dafür muss man den FCK am Sonntag knacken und das wird eine schwierige Aufgabe werden. Lautern läuft den eigenen Erwartungen hinterher, hat aber eine gute Qualität in der Mannschaft und sich in den letzten Wochen auch stabilisiert. Sie haben regelmäßig schlechtere Phasen noch in ihren Spielen, sind aber insgesamt gefestigter als noch vor Wochen. Sie spielen nicht Spektakulär, aber meistens einen typischen Drittligafußball mit viel Kampf, mit einer starken Defensive und durch die individuelle Qualität von Redondo, Ritter oder Pourie kommen sie in allen Spielen auch zu ihren Chancen. Dafür braucht es auch kein großes Pressing, sondern man beginnt meist zehn Meter vor der Mittellinie mit dem Anlaufen und kann dafür die Räume enger gestalten. Sie sind unbequem, nervig und schwer zu schlagen. Neben den Qualitäten der Mannschaften kommt dazu sicher auch der Derbyfaktor dazu.


Für den FC wird es ungemein wichtig sein das eigene Spiel weiter auf den Platz zu bringen. Gerne mit viel Mut, mit viel Ballbesitz und mit der nötigen Geduld. Genügend Selbstvertrauen um bei der eigenen Spielweise zu bleiben darf man nach der bisherigen Saison haben. Lautern ist eigentlich keine Mannschaft für einen offenen Schlagabtausch und man muss eine bessere Absicherung hinbekommen als gegen Wiesbaden oder München. Mit der Spielweise, mit der hochstehenden Abwehr bietet man Räume an für die Gegner und nimmt Risiko in Kauf. Die Tore in den letzten beiden Spielen sind jedoch zu einfach gefallen. Kräftemäßig sollte es für den FCS kein Thema werden. Man hat einen Tag mehr Pause als der FCK (angesichts der Zeitspanne und der Anreiselänge sollte aber auch das kaum ein Thema sein) und hat vier spielfreie Tage. Die Zeit muss reichen um die Akkus zu laden und sich auf den Gegner einzustellen.


Personelle Situation

Rasim Bulic und Sebastian Bösel werden dem FCS sicher auch am Sonntag fehlen. Bulic fehlt mit einem Muskelfaserriss. Bei Sebastian Bösel und seinen muskulären Problemen hatte man einen Einsatz in der englischen Woche schon zuvor ausgeschlossen. Bei beiden Spielern hofft man darauf, sie innerhalb der nächsten beiden Wochen wieder ins Training integrieren zu können. Dann soll auch Minos Gouras wieder ein Thema werden. Der Mittelfeldspieler ist vor dem Spiel gegen Köln wieder ins individuelle Training eingestiegen und im Laufe dieser Woche konnte er auch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Das Spiel am Sonntag kommt aber definitiv noch zu früh für ihn. Der FCS hofft darauf, dass Gouras ab dem Spiel gegen Mannheim wieder eine Option für den Kader ist. Alle anderen Spieler stehen Lukas Kwasniok laut der Pressekonferenz am Freitag zur Verfügung. Wie zuletzt auch hätte der Trainer dann die Auswahl aus 24 Spielern. Das Abschlusstraining am Samstag sowie die obligatorische Corona-Testungen könnten diesen Zwischenstand noch mal beeinflussen.


Wie könnte der FCS beginnen?

Auch vor dem letzten Spiel der englischen Woche steht FCS-Trainer Lukas Kwasniok vor der Aufgabe die 18 Kaderspieler zu nominieren. Diese Aufgabe wird erneut durch den zusätzlich nötigen U23-Spieler im Kader erschwert, man wird sich bis zur Winterpause an diese Situation gewöhnen müssen. Zuletzt hatte man freiwillig auf Boné Uaferro und Timm Golley verzichtet. Auch am Sonntag muss es Härtefälle geben. Während die personelle Situation einige Überlegungen zulässt ist die taktische Besetzung klar: Der FCS wird einmal mehr sein 4-1-4-1-System bevorzugen, unabhängig davon ob der Gegner nun mit zwei Spitzen oder fünf Mittelfeldspielern beginnt. Auch auf der Position des Torhüters sind die Dinge klar: Daniel Batz steht im Tor, Ramon Castellucci sitzt auf der Bank.


In der Innenverteidigung nimmt einmal mehr Steven Zellner die zentrale Rolle ein. Sofern fit spielt er immer und bisher auch immer über 90 Minuten. Bei seiner Qualität verwundert dies nicht und seine Stärke im Aufbauspiel ist ein wichtiger Bestandteil für die Spielweise. Als Partner kommen Marin Sverko und Boné Uaferro in Frage. Sverko hat gegen Türkgücü gespielt und ist auf einer Position in der Abwehr gesetzt. Bleibt es die Innenverteidigung muss Uaferro wieder auf seine Chance warten, es droht dann auch wieder die Tribüne. Man hat ihn laut Kwasniok bewusst in München außen vor gelassen um ihn den ein oder anderen zusätzlichen Trainingstag zu verschaffen. Sverko in der Innenverteidigung wäre auch ein Zeichen die Umstellungen in der Kette wieder zu dezimieren. Barylla hat die letzten beiden Spiele auf der rechten Abwehrseite bestritten und dürfte hier wieder auflaufen. Er spielt regelmäßig sein Spiel, kann einen Spieler wie Redondo in den Griff bekommen und hat selten eine schwächere Begegnung dabei. Die Alternative dürfte wie in Köln Fanol Perdedaj sein. Die andere Seite ist normal ein Zweikampf von Mario Müller und Marin Sverko. Auch Müller hat beide Spiele absolviert, aber auch genügend Pause seit Dienstag gehabt und er ist gut in Form. Jayson Breitenbach kommt immer wieder als Einwechselspieler ins Spiel, eine Startelfnominierung wäre wie bei 1860 eine Überraschung.


Der Part im defensiven Mittelfeld wird wieder mal an Dauerbrenner Zeitz gehen. Der 30-Jährige hat seinen Status der Unantastbarkeit aus den letzten Jahren behalten, hat noch keine Minute in dieser Saison verpasst und auf seinen Kapitän will Kwasniok auch nicht verzichten. Wie immer ist die Verbindung zwischen Abwehr und Mittelfeld sein Part. Auf der Acht drängt Timm Golley wieder in die Mannschaft, er hatte in München eine Pause bekommen und ist frisch. Nach zuletzt guten Leistungen dürfte er von Beginn an spielen. Mendler könnte für ihn aus der Mannschaft rutschen. Die zweite Position wurde auch in München von Tobias Jänicke begleitet. Er hatte in dem Spiel Probleme und wurde auch nach 68 Minuten ausgewechselt. Möglicherweise wird er mal eine Pause erhalten, auch wenn man ungern auf seine Qualitäten verzichtet. Er könnte aber auch wieder mit Golley zusammen spielen. Ansonsten sind Fanol Perdedaj und Kianz Froese die Optionen. Beide Akteure wurden in München eingewechselt. Im Fall der Fälle dürfte Perdedaj den Vorzug erhalten, er wurde in den letzten Wochen immer wichtiger. Froese dagegen hat oft von der Bank Impulse gebracht und ist nach seiner Erkrankung womöglich auch noch nicht wieder am Limit.


Die rechte Außenbahn ist die Position von Nicklas Shipnoski. Seine Werte sind überragend, auch in München war er (obwohl das Spiel viel an ihm vorbei lief) wieder der Vorbereiter des Tor und er kann jeder Defensive Probleme bereiten und Respekt verschaffen. Ihn muss man erst mal durchgängig stoppen. Seine Qualität wird auch wichtig sein um den Offensivdrang von Hlousek sowie Redondo zu bremsen. Die linke Seite ist wie die ganze Saison offener, zuletzt hat man mit Deville gespielt. Er hat es ordentlich gemacht und könnte wieder seine Stärken einbringen. Alternativ kann man Mendler, Vunguidica oder Golley (wie gegen Wiesbaden) wieder auf die Außenbahn ziehen. Auch die Möglichkeit Mario Müller im linken Mittelfeld einzusetzen bleibt und wurde schon einige Male in der Saison gespielt. Man hat keinen festen Stammspieler, aber die Wahl zwischen körperlicher Robustheit und spielerischer Stärke. In der Sturmspitze bleibt es ohne Frage bei Sebastian Jacob. Wie Batz, Zeitz oder Zellner gehört er zur elementaren Achse der Mannschaft und spielt immer. Bei seiner Qualität ist dies eine logische Folge.


Mögliche Aufstellung


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Ersatzbank


Ramon Castellucci (ETW)Jayson Breitenbach
Lukas SchleimerJonas Singer
Maurice DevilleKianz Froese
Markus Mendler



Die Zusammensetzung des Kaders bleibt wie angesprochen schwierig, denn neben Shipnoski müssen noch drei U23-Spieler auf der Bank Platz nehmen. Jayson Breitenbach und Lukas Schleimer sind klar, die letzte Position ging zuletzt an Marius Köhl. Er oder Jonas Singer könnten wieder im Kader dabei sein. Für den Rest bleiben noch drei Plätze. Kianz Froese sollte einen Platz haben, auch Maurice Deville und Markus Mendler haben gute Karten. Sie spielen aber alle ähnliche Positionen. Uaferro und Vunguidica wären die realistischen Alternativen während Schorch, Fejzullahu, Herr und der Verlierer von Köhl/Singer keine wirklichen Chancen haben werden.




Nicht im Kader


Minos GourasTrainingsrückstand
Rasim BulicMuskelfaserriss
Sebastian Böselmuskuläre Probleme
Boné UaferroNicht berücksichtigt
Christopher SchorchNicht berücksichtigt
Mergim FejzullahuNicht berücksichtigt
Teo HerrNicht berücksichtigt
Marius KöhlNicht berücksichtigt
José VunguidicaNicht berücksichtigt

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