Fazit: Derbytime

Derbytime


Nach 27 Jahren endlich wieder ein Spiel auf Augenhöhe gegen den Erzrivalen 1. FC Kaiserslautern. Eigentlich ein Traum für alle FC-Fans. Aber das war es dann eben doch nicht. Sportlich und sowieso…

Klar war es ja schon seit einigen Wochen: Die Fans mussten draußen bleiben. Ein Derby ohne Fans? Da fehlt das Salz in der Suppe, die gegenseitigen Schmähungen und das schale Bier, das so schön in den Haaren klebt.


Die Diskussion um diese traurige Tatsache nahm so richtig Fahrt auf als klar wurde, dass bei diesem Derby nicht nur Saarbrücken gegen Kaiserslautern spielen würde, sondern auch der Tabellenführer gegen den strauchelnden Aufstiegsfavoriten.

Verkehrte Welt! Jahrzehntelang mussten die Saarländer wenigstens zwei Ligen nach oben schauen, um die Roten Widersacher auszumachen. Die kamen jedoch immer näher, von sich aus, gefühlt ganz ohne Zutun der Gegner. War früher der FCS der Chaosclub im Südwesten, so hat der FCK die Rolle längst übernommen und treibt sie jedes Jahr erneut auf die Spitze. Auf die einsame Spitze, denn trotz Insolvenz leistete sich der Fritz-Walter-Club einen gigantischen Kader mit weit über 30 Vertragsspielern und legte eine Shoppingtour hin, die seinesgleichen sucht, was bekanntermaßen nicht nur FCS-Anhänger aufregte. Der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung stand im Raum.


Für viele Saarländer war auch enttäuschend, dass insbesondere saarländische Unternehmen aus dem Raum Homburg dazu beitrugen. Aber das ist ein anderes Thema…

Fakt ist, dass nach all den Jahrzehnten bereits vor dem großen Derby eines feststand: Der FCS hat den großen Nachbarn überholt. Es brauchte kein Ball gespielt werden, um dies festzustellen. Solide Finanzen, sportlich in den letzten Jahren immer oben mitspielend, auch wenn es eben eine Liga tiefer war, und mit einer Führung ausgestattet, die Ruhe und Zuversicht ausstrahlt und Stück für Stück die Zukunft aufbaut. Und der FCS besitzt Fans, deren Enthusiasmus, Emotionalität und Verrücktheit zuletzt ganz Deutschland beeindruckte.

Das alles fehlt dem ehemaligen Primus der Region.


Über das Spiel muss nicht viel gesagt werden. Der FCS hätte es gewinnen müssen. Nach 15 Minuten waren die Pfälzer schon mächtig angeschlagen. Leider hat das Team von Lukas Kwasniok „die letzte Überzeugung“ vermissen lassen, sonst wären die Roten Teufel ohne Punktgewinn nach Hause gefahren. Wäre, Wäre, Fahrradkette. Dafür muss jetzt Waldhof dran glauben. Denn es gibt nur einen Verein, den man als FC-ler eben noch weniger ausstehen kann als den FCK. Pech für Waldhof…

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