Vorbericht: Nächstes Südwestduell steigt beim Waldhof

Nach drei Unentschieden in der englischen Woche grüßt der FCS auch Anfang Dezember noch von der Tabellenspitze der 3.Liga und hatte unter der Woche kein Spiel zu bestreiten. Vier Spiele warten noch im Jahr 2020 auf den FCS, am Ende ist auch noch eine englische Woche geplant. In den 14.Spieltag der Saison 2020/21 greift man nun am Samstag ein. Nachdem zuletzt das große Derby gegen den FCK auf dem Programm stand, hat man nun gleich das zweite interessante Südwestduell in Folge vor der Brust und in den letzten Jahren gab es immer heiße Spiele gegen diesen Gegner. Am Wochenende ist man zu Gast beim SV Waldhof Mannheim. Anstoß ist um 14:00 Uhr.









TV-Übertragung/Livestream

Das Südwestduell wird am Samstag sowohl von Magenta Sport (Einzelspiel + Konferenz) als auch vom SR/SWR übertragen. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Die Begegnung findet im Mannheimer Carl-Benz-Stadion statt. Der FCS kennt dieses Stadion aus den Jahren in der Regionalliga bestens. Statt der gewohnt hitzigen und stimmungsvollen Atmosphäre bei Spielen zwischen den beiden Clubs wird man am Samstag dagegen erneut den zweifelhaften Flair eines Geisterspieles erleben dürfen. Wir haben trotzdem einige Informationen rund um das Carl-Benz-Stadion zusammengefasst.



Bilanz

Die Bilanz zwischen den beiden Teams umfasst 39 Begegnung und ist aus FCS-Sicht positiv. Man konnte 18 Siege bei zehn Unentschieden und elf Niederlagen einfahren. Auch in Mannheim ist die Bilanz leicht positiv für den FC. Von den 19 Spielen entschieden die Moldschder acht Vergleiche für sich, bei vier Unentschieden gingen sieben Spiele an den heimischen SV Waldhof. Von den neun Duellen im Carl-Benz-Stadion konnte der FC fünf Spiele gewinnen. Drei Duelle gingen an den SVW und das erste Spiel in der Saison 1994/95 endete mit einem 2:2-Unentschieden. In der Saison 2009/10 gelang dem FCS durch zwei späte Treffer ein 2:0-Sieg in Mannheim. 2014/15, 2016/17 und 2017/18 gab es ebenfalls Siege. 2014/15 war Dennis Wegner der Torschütze zum 1:0-Siegtreffer, in der Saison 2016/17 besorgten Mendy und Schmidt an Ostermontag einen 2:0-Sieg und 2017/18 behielt der FCS durch einen Treffer von Patrick Schmidt kurz nach der Pause die Oberhand im Spitzenduell. Bisher ist es der letzte Sieg über den Waldhof. 2015/16 setzte es dagegen im Spitzenspiel eine Niederlage. Vor knapp 10.000 Zuschauer ging der FC zwar durch Okoronkwo in Front, im zweiten Abschnitt drehte Mannheim das Spiel jedoch zu einem 3:1-Erfolg. Auch in der Saison 2018/19 verlor man beim letzten Gastspiel in Mannheim. Über 14.000 Zuschauer waren zum vorentscheidenden Spiel gekommen, trotz Führung unterlag der FCS mit 2:3 und ebnete Mannheim den Aufstieg in die 3.Liga. Allgemein war dies die dritte Niederlage gegen Mannheim in Serie.



Der Gegner: SV Waldhof Mannheim

Keine andere Mannschaft in der 3.Liga kennt der FCS so gut wie der SV Waldhof Mannheim. Von 2014 bis 2019 spielte man gemeinsam in der Reginalliga Südwest und war regelmäßiger Gegner im Kampf um den Drittligaaufsteiger. Gegründet wurde der SV Waldhof am 11.April 1907. Die Vereinsfarben sind Blau-Schwarz und der Club bestand im Juli 2019 aus rund 2.500 Mitgliedern. Die Profiabteilung des Clubs ist jedoch seit 2017 in eine GmbH ausgegliedert. Man genießt den Ruf eines Traditionsvereines. In der Nachkriegszeit war man bis 1997 meist zweitklassig, machte seinem Namen aber auch in der Bundesliga alle Ehre. Von 1983 bis 1990 war man Teil der 1.Bundesliga, die beste Platzierung erreichte man 1985 mit dem sechsten Platz. Nach dem Abstieg 1990 setzte man sich auf Jahre im vorderen Mittelfeld der 2.Liga fest ohne jedoch den Wiederaufstieg zu vollziehen. Finanzielle Probleme plagten den Club, 1997 ging es in die Regionalliga. Man kehrte nach zwei Jahren zurück, wollte möglichst schnell in die Bundesliga und hätte dies 2001 auch fast geschafft. Am letzten Spieltag verpasste man dramatisch den Aufstieg. 2003 dann der erneute Abstieg und die nicht erhaltene Lizenz für die Regionalliga: Der Waldhof war in der Oberliga angekommen. Erst nach fünf Jahren gelang die Rückkehr in die Regionalliga, doch 2010 wurde dem SVW erneut die Lizenz entzogen. Es gelang der direkte Wiederaufstieg und die Etablierung als TOP-Team der Regionalliga. Drei Mal in Serie scheiterte man in Relegationsspielen, 2019 folgte als Meister der lang ersehnte (und in der Saison absolut verdiente) Aufstieg in die 3.Liga. Dort spielte Mannheim eine starke Saison und lag zur Corona-Unterbrechung auf Platz 2. Danach lief nicht mehr so viel und man rutschte noch auf den neunten Platz ab. Im Sommer verlängerte Bernhard Trares seinen Vertrag als Trainer in Mannheim nicht, der Club nahm anschließend Patrick Glöckner unter Vertrag. Der 44-Jährige war zuvor Trainer beim Chemnitzer FC (wo er während der Saison kam und den Abstieg nicht mehr verhindern konnte) und Viktoria Köln. Mit Gillian Jurcher (2018 - 2020) steht ein ehemaliger FCS-Spiler im Aufgebot.



Transferaktivitäten

Auf der Trainerbank, aber auch in der Mannschaft gab es im Sommer Veränderungen. 14 Spieler haben den Club verlassen. Nicht alle Abgänge waren gewollt. Gehen ließ man in Kevin Conrad den bisherigen Kapitän & Stammspieler der Mannschaft. Er wechselte wie Angreifer Koffi (37 Einsätze, meist jedoch Joker) zur SV Elversberg. Flügelspieler Gianluca Korte war über Jahre ein Gesicht der Mannheimer, er wechselte zu Wiesbaden. Maurice Deville ging bekanntlich zum FCS, er war auch meist Stammspieler. Innenverteidiger Michael Schultz (35 Einsätze) ging zu Zweitligaaufsteiger Braunschweig, Angreifer Sulejmani zog es zu Hannover 96. Florian Flick (20) hatte sich nach der Corona-Pause fest in die Mannschaft gespielt, der Sechser wechselte dann zu Schalke II. Offensivspieler Mounir Bouziane (mittlerweile bei Türkgücü) war selten erste Wahl. Aus der zweiten Reihe gingen Silas Schwarz (RM/Schott Mainz), Mete Celik (LV/Türkei), Miro Varvodic (TW/Bosnien) und Jonas Weik (LM/Walldorf). Angreifer Jesse Weißenfels (Velbert) spielte wie Raffael Korte (Karrierende) aus verletzungsbedingten Gründen keine Rolle. Raffael Korte gehörte auch den Eckpfeilern der vergangenen Jahre.


Neu holte man zwölf externe Zugänge. Im Tor kam Jan Bartels (21) vom 1.FC Köln (allerdings vorher ausgeliehen an Wiesbaden) als weitere Option. In der Innenverteidigung gelang mit der Verpflichtung von Jesper Verlaat (Sandhausen) ein Coup. Für die Außenbahnen kamen zudem Anton Donkor von Carl Zeiss Jena (29 Einsätze), Marcel Costly (22 Einsätze) und Manfred Kwadwo (25 Einsätze). Costly und Kwadwo spielten zuletzt in Magdeburg. Zentral im Mittelfeld sind Hamza Saghiri (Viktoria Köln) und Onur Ünlücifci (Großaspach) neu. Ünücifci war nur teilweise Stammspieler, Saghiri fast über die komplette Saison. Offensiver sind Joseph Boyamba, Rafael Garcia, Gillian Jurcher, Anthony Roczen und Dominik Martinovic zu sehen. Boyamba (24) kam von Dortmund II und hatte dort eine starke Saison. Garcia (27) war Stammspieler in Chemnitz und folgte seinem Trainer. Anthony ist Angreifer und kam aus Magdeburg während Martinovic zuletzt in Großaspach spielte und dort nur zeitweise Stammspieler war. Die schwierige letzte Saison von Jurcher beim FCS ist bekannt.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Zum Saisonstart machte sich Mannheim einen Namen als Unentschiedenkönige. Man zeigte gute Leistungen, konnte die Spiele jedoch nicht zu Ende spielen. Dies gilt für den Saisonauftakt gegen Viktoria Köln (2:2), hier führte man zwischenzeitlich mit 2:0. Auch in Dresden führte man lange, kassierte jedoch den späten Ausgleich. Ähnlich lief in Kaiserslautern (1:1), dazwischen bewies man beim 4:4 gegen Türkgücü am 3.Spieltag viel Moral und holte ein 2:4 auf. Der erste Saisonsieg sprang am fünften Spieltag in Wiesbaden heraus. Boyamba brachte Mannheim früh in Front, das Ergebnis hielt bis zum Ende. Es folgte eine Heimniederlage gegen Hansa Rostock, Angreifer Martinovic glich zwischenzeitlich für den Waldhof aus. Auch am siebten Spieltag bei Bayern II gab es nichts zu holen, man verlor mit 0:2 und hatte damit maximal einen mäßigen Start. Zuletzt zeigte die Ergebniskurve nach oben. Zunächst gewann man das Heimspiel gegen Magdeburg mit 5:2. Lange stand es nach Toren von Verlaat und Martinovic 2:2. Boyamba, Jurcher und Hofrath sorgten ab der 72.Minute für das Ergebnis und den Sieg. Zwei Wochen später (Spielpause wegen Corona-Fällen beim Gegner) zerlegte der Waldhof schließlich auch den FC Ingolstadt im heimischen Stadion mit 4:1. Garcia, Costly und Boyamba (2) steuerten die Tore bei. Etwas Glück brauchte es dagegen im Auswärtsspiel beim FSV Zwickau. Es fielen auch dank dem eigenen Torwart keine Tore. Zuletzt spielte man 2:2-Unentschieden gegen Duisburg. Ferati brachte seine Mannschaft früh in Front und glich im zweiten Abschnitt auch den Rückstand aus. Am letzten Wochenende war man spielfrei, da Lübeck in Quarantäne musste.


Vor den Nachholspielen am Mittwoch liegt Mannheim damit auf Platz 11 und kann am Abend noch auf Platz 12 abrutschen. Der Waldhof selbst hat aber noch zwei Nachholspiele vor der Brust und könnte mit zwei Siegen sogar auf den vierten oder fünften Platz vorrücken und sich im oberen Tabellendrittel etablieren. Der Tabellenplatz darf in der verzerrten Tabelle nicht zu ernst genommen werden. Der Abstand zum ersten Abstiegsplatz beträgt momentan drei Punkte, auf den Relegationsplatz sind es acht Punkte und auf die beiden Aufstiegsplätze zehn Zähler. Man hat 21 Tore in elf Spielen erzielt und gehört mit dieser Ausbeute zu den besten Teams in der Liga. Bester Torschütze ist Joseph Boyamba mit sechs Treffern, es folgte Dominik Martinovic mit vier Toren. Arianit Ferati hat schon drei Mal getroffen und allgemein hat Mannheim viele Spieler die Tore erzielen können im Kader. Ferati ist mit fünf Vorlagen bester Scorer. Im Gegenzug hat Mannheim auch schon 17 Tore kassiert und konnte allgemein erst zwei Spiele zu Null spielen. In der Heimtabelle ist Mannheim Siebter. Man hat zwei seiner sechs Heimspiele gewonnen, dazu kommen drei Unentschieden. Die Niederlage gab es gegen Hansa Rostock.



Aufstellung gegen den VfB Lübeck


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