Vorbericht: FCS empfängt Bayerns Zweite

Beim SV Waldhof Mannheim gab es für den FCS am vergangenen Samstag die dritte Saisonniederlage und die zweite Halbzeit war ein echter Dämpfer. Niederlagen und schlechtere Auftritte gehören dazu. Vor den letzten drei Spielen des Jahres 2020 galt es sich nun noch mal zu schütteln und neben den Lehren aus Mannheim hat man den Fokus auf die anstehende englische Woche gelegt. Das Ziel ist klar: Noch so viele Punkte wie möglich einfahren um mit der bestmöglichen Ausgangslage in die kurze Winterpause zu gehen. Es ist für den FCS auch eine kurze englische Woche. Am Sonntag geht es los mit dem Heimspiel gegen den FC Bayern München II. Anstoß gegen die Reservemannschaft ist um 13:00 Uhr.









TV-Übertragung/Livestream

Das Sonntags ist ausschließlich über die Kanäle von Magenta Sport zu empfangen. Das Spiel wird als Einzelspiel übertragen. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Das Heimspiel gegen den FCB ist das acht Heimspiel nach der Rückkehr in den Ludwigspark. Auch das vorletzte Heimspiel des Jahres muss ohne Zuschauer auskommen. Ein Ende der Geisterspielserie (sechstes Geisterheimspiel in Folge) ist nicht in Sicht. Wie gewohnt haben wir trotzdem einige Dinge rund um den neuen Ludwigspark zusammengefasst.



Bilanz

Vier Spielzeiten haben der 1.FCS und die kleinen Bayern bisher in einer gemeinsamen Liga verbracht und aus diesen acht Begegnungen nimmt der FCS eine positive Bilanz mit. Es gab vier Unentschieden und vier Siege aus Sicht des FCS, eine Niederlage kassierte man noch nicht. In der Heimstatistik hat man drei von vier Spielen gewinnen können. Das erste Heimspiel im Juni 2003 ging am letzten Spieltag um die goldene Ananas, der FCS siegte mit 3:1. Ein Jahr später war es ein Spitzenspiel in der Regionalliga Süd, der FCS sicherte sich vor 7.500 Zuschauern ein Remis. Rosgonyi traf nach Rückstand zum Ausgleich. Bayern II wurde Meister, der FCS stieg in die 2.Bundesliga auf. Zwei Jahr später war der FCS wieder in der Regionalliga und gewann früh in der Saison 1:0 gegen die Bayern. 6.500 Zuschauer träumten damals noch von der direkten Rückkehr in die 2.Liga, am Ende stand der Abstieg in die Oberliga zu Buche. Die letzten Duelle fanden in der Saison 2010/11 in der 3.Liga statt. In München holte der FCS ein torloses Remis vor rund 1.000 Besuchern. Im Rückspiel holte sich der FCS einen wichtigen Sieg auf dem Weg zum Klassenerhalt. Stiefler brachte den FCS in Halbzeit 1 in Front, ein Doppelpack von Pisano entschied das Spiel in der zweiten Hälfte. Ufuk Özbek gelang vor 5.100 Zuschauern noch das 4:0, ehe die Bayern per Elfmeter noch den Ehrentreffer erzielen konnten. Sie stiegen am Ende der Saison ab.



Der Gegner: FC Bayern München II

Der FC Bayern München II ist die einzige Reservemannschaft die in der Saison 2020/21 in der 3.Liga aktiv ist. Als U23-Mannschaft des erfolgreichsten Vereins des Landes nimmt auch sie in ihrer Kategorie eine absolute Sonderrolle ein. Der Hauptverein wurde im Jahr 1900 gegründet und ist ein absoluter Weltklub. Als Serienmeister dominiert man die Bundesliga seit Jahren und befindet sich in einer komplett andere Dimension wie jeder Klub in der 3.Liga. Entsprechend kennt man auch aus finanzieller Sicht keine Sorgen und kann auch die zweite Mannschaft entsprechend ausstatten. Die zweite Garnitur spielt auch seit vielen Jahren in den verschiedenen Ligen mit, 1983 und 1987 stand man jeweils im Endspiel um die deutsche Amateurmeisterschaft, standen zudem auch zwei Mal im Viertelfinale des DFB-Pokals. Über viele Jahre spielte Bayern II in der drittklassigen Regionalliga Süd, wurden 2004 auch Meister der Klasse (dadurch konnte der FCS als Dritter in die 2.Bundesliga aufsteigen) und waren 2008 eines der 20 Gründungsmitglieder der 3.Liga. 2011 stieg man ab und im Verein vernachlässigte man in dieser Phase die Mannschaft etwas. Acht Jahre brauchte es für die Rückkehr in die 3.Liga. Dann schaltete man als Meister der Regionalliga Bayern den VfL Wolfsburg II aus und konnte aufsteigen. Die Möglichkeiten präsentierte der FCB dann in der Saison 2019/20. Man spielte eine fantastische Saison und wurde am Ende mit 65 Punkten sogar Meister der 3.Liga. Dies hatte zuvor keine andere Reserve in der eingleisigen 3.Liga geschafft. Aufstiegsberechtigt ist die Mannschaft aber natürlich nicht gewesen. Neben dem üblichen sportlichen Aderlass gab es im Sommer auch Veränderungen beim Trainer. Erfolgscouch Sebastian Hoeneß wechselte zur TSG Hoffenheim, dafür übernahm Holger Seitz die zweite Mannschaft der Münchner. Der 46-Jährige trainierte schon 2018/19 die Bayern und hat auch schon andere Jugendmannschaften der Bayern trainiert. Das offizielle Saisonziel lautet für die Tabelle der Klassenerhalt, dazu steht die Entwicklung der eigenen Spieler im Vordergrund.



Transferaktivitäten

Vom Umfang her hatte man im Sommer einen normalen Umbruch für eine U23-Mannschaft. Es gingen zwölf Spieler, dafür gehören 13 Spieler neu dem Kader an. Allerdings hat man zahlreiche Leistungsträger abgegeben. Oliver Meier (OM) kam schon als U19-Spieler auf 18 Einsätze (14x Startelf) und wurde im Sommer nach Heerenveen verliehen. Sarpreet Singh (22 Einsätze, meist Stammspieler, teils bei den Profis und mit 14 Scorerpunkten) wurde nach Nürnberg verliehen. Christian Früchtl (Leihe zu Nürnberg) war Stammtorwart gewesen, Lukas Mai (Leihe zu Darmstadt) war ein zentraler Part in der Innenverteidigung. Paul Will (DM, nun bei Dynamo Dresden) kam zu 22 Einsätzen, war aber kein Stammspieler. Er spielte 14x von Beginn an. Derrick Köhn (Willem II) war der gesetzte Mann auf der linken Abwehrseite, auch Angreifer Kwasi Wriedt (24 Saisontore) ging zu Willem II. Mert Yilmaz (21) war in der Rückserie Stammspieler als rechter Verteidiger. Auch Woo-yeoung Jeong war in der Rückserie Stammspieler auf der Außenbahn, kehrte nun aber nach Freiburg zurück. Michael Netolitzky (26/TW), Marcel Zylla (20/OM) und Alexander Nollenberger (23/LM) spielten indes keine Rolle.


Als Neuzugänge kamen sechs Spieler aus der eigenen U19: Lukas Schneller (TW), Ivan Mihaljevic (IV), Bright Arrey-Mbi (IV), Dennis Waidner (RV), Taylor Booth (ZM) und Malik Tillman (ST). Teilweise dürfen sie noch weiter U19 spielen. Außerdem: Die U19 spielt momentan nicht, immer wieder werden weitere Spieler nach oben gezogen. Dazu kommen sieben externe Neuzugänge: Lenny Borge (19/RV) wurde vom AC Mailand ausgeliehen. Auf der linken Abwehrseite wurde Alexander Lungwitz von der SpVgg Greuther Fürth ausgeliehen. Ebenfalls linker Verteidiger ist Remy Vita. Der 19-Jährige kam aus Troyes aus Frankreich und wurde für eine siebenstellige Summe gekauft. Tiago Dantas ist im zentralen Mittelfeld zuhause. Er kam auf Leihbasis von Benfica Lissabon. Seine Kaufoption liegt bei acht Millionen Euro. Außerdem kehrte Daniels Ontuzans von seiner Leihe aus St. Gallen zurück, Can Karatas (RM) war zuvor an den FC Memmingen verliehen. Für den Angriff verpflichtete man Lenn Jastremski aus der U19 des VfL Wolfsburg.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Gleich zum Saisonauftakt gab es ein interessantes 2:2-Unentschieden gegen Türkgücü München. Fein und Kern trafen für den FCB. Eine Woche später gab es eine deutliche 0:3-Niederlage beim SC Verl. Nach diesem kleinen Fehlstart sorgte man am dritten Spieltag für ein Ausrufezeichen. Dynamo Dresden wurde mit 3:0 geschlagen. Es folgte ein unnötiges Remis beim KFC Uerdingen, Dajaku brachte die überlegenen Münchner in Front, man kassierte jedoch schnell den Ausgleich. Auch im Heimspiel gegen Kaiserslautern war man lange Zeit hoch überlegen, brachte die Kugel jedoch nicht ins Tor. Am Ende hatte man sogar Glück nicht noch zu verlieren. Am sechsten Spieltag ging es zu Viktoria Köln und am Anfang wurde man förmlich überrannt. Schon in der ersten Minute gab es den ersten Gegentreffer, nach 14 Minuten lag man mit 0:2 hinten und nach nicht einmal 30 Minuten mit 0:3. In Überzahl kam man durch Treffer von Kühn und Arp noch mal ran, konnte jedoch keine Punkte holen. Am siebten Spieltag gab es gegen Mannheim den zweiten Saisonsieg: Kühn brachte den FCB kurz vor der Pause in Front, Vita besorgte im zweiten Abschnitt den Endstand. Man konnte gleich in Wiesbaden nachlegen: Dort siegte man dort zweimaligen Rückstand mit 4:2. Einen Doppelpack gab es von Kern, dazu trafen Flügelspieler Dajaku und Vita. Es war ein Ausrufezeichen und Bayern schien auf einem guten Weg. Es folgte jedoch eine verdiente 1:2-Niederlage beim FC Magdeburg. Nach einem spielfreien Wochenende (wegen Corona-Fall bei Gegner Meppen) ging es weiter beim VfB Lübeck. Dort tat man sich von Beginn an schwer, geriet zudem nach einer halben Stunde unnötig in Unterzahl. Mit zehn Mann kam man an sich besser rein, kassierte jedoch direkt nach der Pause den Gegentreffer. In Folge erhöhte Lübeck noch auf 3:0. Auch im letzten Heimspiel gegen den FC Ingolstadt gab es keine Punkte: Man ging zwar schon nach drei Minuten durch Kern in Führung, im Spielverlauf drehten die Gäste die Begegnung jedoch und gewannen am Ende verdient mit 3:1. Vor zwei Wochen verlor man mit einer umgekrempelten Mannschaft auch bei Hansa Rostock mit 0:2. Das geplante Heimspiel gegen den FSV Zwickau vom vergangenen Montag musste aufgrund der Quarantäne von Zwickau abgesagt werden.


Dadurch kommt der FCB mit vier Niederlagen in Folge in den Park. Den letzten Sieg gab es am 1.November in Wiesbaden. Dazu wurde ihr Rhythmus jetzt zwei Mal durch Spielabsagen unterbrochen. Die Tabellensituation schaut ebenfalls nicht rosig aus: Seit Dienstag ist man Vorletzter und konnte bisher lediglich zwölf Punkte aus zwölf Spielen holen. Der Kontakt - zumal mit den Nachholspielen - zu den Nichtabstiegsplätzen und zum unteren Mittelfeld ist indes weiter vorhanden. Man liegt einen Punkt hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz und auch Platz 13 ist nur drei Zähler entfernt. Bisher gab es drei Saisonsiege (Dresden, Wiesbaden, Mannheim) und drei Unentschieden. Mit 16 Toren stellen sie die beste Offensive im Tabellenkeller. Bester Torschütze ist Mittelfeldspieler Timo Kern mit fünf Saisontoren. Es folgen die Außenbahnspieler Kühn und Dajaku mit jeweils drei Treffern. Umgekehrt gab es bisher 21 Gegentore, nur drei andere Teams haben mehr Treffer kassiert. In den letzten fünf Spielen gab es immer mindestens einen Gegentreffer. Auch in der Auswärtstabelle sind die Münchner auf dem vorletzten Platz. Es gab den Auswärtssieg in Wiesbaden und ein Remis in Uerdingen. Ansonsten ging die Mannschaft bisher immer leer aus und hat vier Punkte auf dem Konto. Nur Unterhaching hat weniger Zähler. Die letzten drei Auswärtsspiele gingen allesamt verloren.




Aufstellung gegen Hansa Rostock


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