Die Lage des FCS vor dem Heimspiel gegen Bayern II

Nach sechs Spielen ohne Niederlage setzte es für den FCS am vergangenen Samstag eine 1:4-Niederlage bei Waldhof Mannheim. Nach einer sehr guten Anfangsphase und einer insgesamt ansprechenden ersten Halbzeit schlug sich der FCS mit seinen Fehlern fast selbst und verlor nach einer deutlich schwächeren zweiten Hälfte noch deutlich. Drei von vier Gegentoren schenkte man dabei leicht her. Die Wahrnehmung wechselte damit zu "vier Spiele ohne Sieg" und man verlor die Tabellenführung an Dynamo Dresden. Die Momentaufnahme des Spitzenreiters ist damit erst mal vorbei, es spielt jedoch auch keine wirkliche Rolle mit Blick auf die eigenen Ziele. Auch Rückschläge waren zu erwarten und in Mannheim gab es den entsprechenden Dämpfer. Man wird noch öfter in dieser Saison verlieren, man wird noch öfter mehr als ein Spiel in Folge nicht gewinnen können.


Mit drei Spielen in den letzten sechs Tagen wartet noch nun mal eine knackige englische Woche mit zwei Heimspielen auf die Malstätter. Das Ziel ist klar: So viele Punkte wie möglich holen um mit der bestmöglichen Ausgangslage in Sachen Klassenerhalt ins neue Jahr gehen zu können. Mit Bayern II und Magdeburg hat man zunächst zwei Gegner die in der Tabelle weit unten stehen und zum Abschluss kommt mit Ingolstadt noch einmal ein Team von oben in den Park. Alle drei Spiele werden durch die Ausrichtung der Gegner unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Nach dem Spiel in Mannheim hatte man beim FCS die englische Woche bereits im Blick und hat am Montag den wohl letzten freien Tag des Jahres eingestreut. Seit Dienstag bereitet man sich in mehreren Trainingseinheiten auf die letzten Spiele vor, in der englischen Woche selbst wird es nur Regeneration geben können.


Der Auftakt gegen Bayern II setzt den Schwerpunkt auf die Einzigartigkeit des Gegners. Sie sind die einzige U23-Mannschaft im Team und haben die entsprechenden Vor- und Nachteile. Es ist eine Mannschaft mit zahlreichen Talenten und vielen Spielern die in Zukunft in den höchsten Ligen unterwegs sein kann. In der Abwehr kann man da mit Arrey oder Lawrence beginnen, Tiago Dantes im Mittelfeld oder Spielern wir Zirkzee und Arp im Angriff. Alle Spieler sind taktisch und technisch hervorragend ausgebildet. Sie sind spielstark, sie sind unbekümmert und haben mit Nicolas Feldhahn und Timo Kern zwei erfahrene Spieler in ihren Reihen. Diese Mannschaft will Fußball spielen, presst gerne schon tief in der gegnerischen Hälfte und ist aktiv. Sie haben im Umkehrschluss ihre Probleme und stehen auch deswegen so weit unten in der Tabelle. Sie haben im Sommer viel Qualität verloren und auch körperliche Robustheit. Einige Spieler dürfen noch in der A-Jugend spielen und es gilt den richtigen Mix aus eigenen Aktionen, eigener Dominanz und dem Nutzen der körperlichen Überlegenheit zu finden. Beim FCS beginnt das in erster Linie mit weniger Fehlern in der eigenen Defensive.



Personelle Situation

Der 1.FCS geht mit einer ansprechenden personellen Ausgangslage in die englische Woche. Man wird allerdings auf Maurice Deville verzichten müssen. Der Offensivspieler zog sich in Mannheim einen Muskelfaserriss zu. Mit ihm fällt eine wichtige Option weg. Auch Rasim Bulic und Mergim Fejzullahu fehlen verletzungsbedingt, spielen sportlich aber keine so große Rolle. Im Gegenzug stehen andere Spieler wieder zur Verfügung. Sebastian Bösel befindet sich seit einigen Tagen wieder im Mannschaftstraining und könnte zum ersten Mal seit dem Heimspiel gegen den SC Verl wieder eine Option für den Kader sein. Auch Rasim Bulic ist nach seinem Muskelfaserriss zurück und ist eine zusätzliche Möglichkeit. Minos Gouras stand schon gegen Mannheim wieder zur Verfügung, dort verpasste er jedoch noch den Sprung in den Kader und man gab ihm nach seiner langen Verletzung noch mal eine Trainingswoche mehr. Zur Verfügung steht auch wieder Steven Zellner. Der Abwehrchef fehlte in Mannheim aufgrund einer Bauchmuskelzerrung, konnte jedoch am Dienstag wieder ins Training einsteigen. Seine Rückkehr wird ungemein wichtig für den FCS sein. Ohne kurzfristigen Ausfälle stehen dem FCS am Sonntag somit bis zu 25 Spieler (inkl. U19-Torwart Hoffmann) zur Verfügung. Die obligatorischen Corona-Testungen und Vorfälle im Abschlusstraining könnten den Spielerpool noch mal beeinflussen.



Wie könnte der FCS beginnen?

Drei Spiele, 270 Minuten und noch mal alle verbliebenen Körner auf den Platz bringen. Es waren anstrengende Monate seit September und bevor man kurz Luft holen kann gilt es noch drei Mal ans Limit zu gehen. Für das Trainerteam gilt es auch mit Blick auf die drei Spiele in kurzer Zeit die richtigen Aufstellungen zu finden, die Auswahl ist groß genug und wird auch am Sonntag einige Härtefälle produzieren. Sie wird zusätzlich weiterhin durch den nötigen "fünften" U23-Spieler erschwert. Wie in den letzten beiden Spielen könnte man diese Position durch Lukas Hoffmann aus der U19 als Ersatztorwart hinter Daniel Batz besetzen. Solange sich der Stammtorwart im Spiel nicht verletzt spielt es keine Rolle ob Hoffmann oder Castellucci auf der Bank sitzt. Aus taktischer Sicht ist Lukas Kwasniok im Spiel in Mannheim zum ersten Mal wirklich von seinem 4-1-4-1- bzw. 4-3-3-System abgewichen und hat mit zwei festen Sechsern agiert. Eine Rückkehr zum gewohnten System wäre erwartungsgemäß.


In der Abwehr ist dagegen die Rückkehr von Steven Zellner zu erwarten. Er hat in Mannheim sichtlich gefehlt und wenn Zellner fit ist und auch von Beginn an spielen kann wird er dies auch tun. Er ist Abwehrchef, er nimmt die zentrale Rolle in der Innenverteidigung ein und steht noch mal ein Stück über den anderen Innenverteidigern. Sein Partner könnte wie über den größten Teil der Saison Marin Sverko sein. Ihm merkt man die Belastung (mit Nationalmannschaft) an und er ist nicht mehr ganz in der Folge von Saisonbeginn. Er hat sich aber genügend Vertrauen verdient um weiter von Beginn an zu spielen. Boné Uaferro - zuletzt auf der Sechs - und Anthony Barylla (wie gegen Mannheim) sind die Optionen. Barylla könnte wieder auf seine angestammte Position des rechten Verteidigers rücken. Dort spielte zuletzt Fanol Perdedaj eine gute Begegnung gegen Mannheim. In Sebastian Bösel kommt eine weitere Option hinzu, allerdings wird er für einen Einsatz von Beginn an kaum in Frage kommen. Auf der linken Seite ist Mario Müller der Stammspieler. Es gibt zwei Alternativen: Man kann Marin Sverko aus der Innenverteidigung nach außen ziehen oder man kann (wie gegen Verl) mit Anthony Barylla auf dieser Seite beginnen.


Die zentrale Position vor der Abwehrkette ist das Gebiet von Manuel Zeitz. Der Kapitän ist ähnlich klar gesetzt wie Steven Zellner in der Innenverteidigung und gehört zur Achse der Mannschaft. Der 30-Jährige hat seinen Status der Unantastbarkeit aus den letzten Jahren verteidigt. Perdedaj ist die Alternative, auch Sebastian Bösel kommt nach seiner Rückkehr als Alternative in Frage. Zuletzt hatte Zeitz mit Uaferro einen zweiten Sechser neben sich. Am Sonntag könnte es eher wieder auf zwei Achter hinauslaufen. Tobias Jänicke hat diese Rolle in den letzten Wochen immer gespielt und sollte auch für Sonntag der erste Kandidat sein. Er scheint gesetzt. Einige Spieler kommen als Alternative in Frage. So könnte Fanol Perdedaj wieder auf seine angestammte Position rücken. Mit Golley, Froese oder Mendler hat man offensivere Varianten in der Hinterhand. Froese bleibt als Einwechselspieler effektiver.


Golley und Mendler sind zusätzlich Optionen für das linke Mittelfeld. Deville fehlt hier nun, Gouras ist nach seiner Verletzung kaum eine Option für die Startformation. Die ganze Saison sucht man hier schon nach der richtigen Lösung und hat auch schon Vunguidica oder Mario Müller auf dieser Position spielen lassen. Beide Akteure sind auch am Sonntag Optionen. Auf der rechten Seite ist Nicklas Shipnoski gesetzt. Gegen Mannheim hatte er nicht sein bestes Spiel, wurde auch zurecht vom Feld genommen. Es ändert aber nichts an seiner bisherigen Saison, an seiner Qualität und an seinem Wert und er wird am Sonntag wieder mehr Einfluss auf das Spiel nehmen. Mehr Einfluss nehmen muss auch wieder Sebastian Jacob. Er wird gegen Mannheim weitgehend abgemeldet und hat sich einmal mehr in den Dienst der Mannschaft gestellt. Gegen Bayern wird es wichtig sein wieder mehr von seinen fußballerischen Qualitäten profitieren zu können.



Mögliche Aufstellung


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Ersatzbank


Lukas Hoffmann (ETW)Jayson Breitenbach
Boné UaferroKianz Froese
Timm GolleyMinos Gouras
José Vunguidica



Nicht im Kader

Ramon CastellucciNicht berücksichtigt
Rasim Bulicangeschlagen
Sebastian BöselNicht berücksichtigt
Lukas SchleimerNicht berücksichtigt
Christopher SchorchNicht berücksichtigt
Mergim Fejzullahuangeschlagen
Teo HerrNicht berücksichtigt
Marius KöhlNicht berücksichtigt
Jonas SingerNicht berücksichtigt
Maurice DevilleMuskelfaserriss

Kommentare 2

  • Wenn man die Spiele heute gesehen hat wird einem klar das alle Diskussionen um Taktik und Co. für den Eimer sind. Du musst in dieser Liga einfach immer da sein das ist der Schlüssel.

  • Ich würde Barylla und Sverko tauschen damit dieser gegen Dajaku steht. Ich könnte mir vorstellen das Barylla da so seine liebe Mühe bekommt. Andererseits sind die Positionen recht egal wenn 4-5 Leistungsträger wie zuletzt nicht ihre Leistung abrufen können.