Der große Jahresrückblick (Teil I) - Normalität, Sensationen, Erschütterung

Das Jahr 2020 begann beim FCS in absoluter Normalität bereits am 1.Januar. An diesem Tag trat Lukas Kwasniok offiziell sein Traineramt beim FCS an. Zwei Tage später gab es den Start in die Wintervorbereitung. Auf dem Plan stand gleich eine doppelte Vorbereitung - erst in Richtung DFB-Pokal gegen Karlsruhe, dann in Richtung Auftakt in der Regionalliga und dem großen Ziel Aufstieg. Der FCS absolvierte einige Testspiele und reiste dann ins Trainingslager in die Türkei. Sorgen bereitete dem FCS Sebastian Jacob, nach einer Knieoperation war seine Genesung ein zentrales Thema.


Zurück aus der Türkei kam es am 5.Februar zum ersten Pflichtspiel des Jahr gegen den KSC, Pokalachtelfinale. Im ausverkauften Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen war es bitterkalt und Lukas Kwasniok hatte dem Außenseiter (ohne Jacob) eine strikte Defensivordnung verpasst. Der FCS spielte wieder mit einer Viererkette: Die größte Überraschung: Steven Zellner begann neben Fabian Eisele im Sturm. Die Malstätter lieferten einen großen Fight, Fußballerisch war die Begegnung Magerkost. Im Elfmeterschießen hielt Batz einen Elfmeter, Schorch verwandelte das entscheidende Ding - Viertelfinale und große Party! Danach setzte der FCS seine Vorbereitung fort, Ende Februar ging es in der Regionalliga weiter. Beim FSV Frankfurt tat man sich schwer mit der neuen Linie des Trainers, siegte aus einer stabilen Defensive heraus jedoch mit 1:0. Das Tor erzielte Mendler. Eine Woche später gewann unter Flutlicht gegen Balingen mit 4:0 und baute die Tabellenführung auf sechs Punkte aus. Mendler, Eisele, Golley und Barllya trafen.


Beim Verlassen des Stadions war niemanden die Tragweite bewusst: Es war das letzte FCS-Ligaheimspiel in Völklingen, das letzte Regionalligaheimspiel und mit diesem Sieg hatte der FCS im Grunde den Aufstieg in die 3.Liga vollziehen.


Vier Tage später war Völklingen wieder ausverkauft: Das nächste große Highlight stand an. Im Viertelfinale gegen Fortuna Düsseldorf. Von Beginn an sorgten die Zuschauer für einen (halben) Hexenkessel und der FCS bot dem nächsten Bundesligisten Paroli. Jänicke brachte die Mannschaft nach 31 Minuten in Front, der Traum vom Halbfinale war nahe. Düsseldorf drückt in Halbzeit 2 immer mehr, Batz hält kurz vor Schluss einen Elfmeter. Doch in der Nachspielzeit der Ausgleich. Der KO? In der Verlängerung trumpft der FCS wieder aus, ist (mittlerweile mit Jacob) näher am Sieg. Es geht ins Elfmeterschießen. Zahlreiche Schützen verschießen, mehrmals steht der FCS vor dem Aus. Daniel Batz mit vier gehaltenen Elfmetern zur Legende. Halbfinale, unter den Besten Vier in Deutschland. Der FCS schreibt Geschichte und lässt eine große Partie steigen. Im Regionalligaalltag sieht es anders aus. Wenige Tage später spielt man in Walldorf, es ist das letzte normale Spiel für lange Zeit. Trotz Pokalmüdigkeit spielt der FCS gut, hat zahlreiche Chancen und verliert am Ende doch mit 0:1. Die Konkurrenz patzt mit.


In der nächsten Woche des Märzes überschlagen sich in Deutschland die Ereignisse. Die Corona-Pandemie hat das Land richtig erreicht. Das Heimspiel gegen Mainz II soll lange Zeit ausgetragen werden. Erst normal, dann mit maximal 1.000 Zuschauer, schließlich als ein Geisterspiel. Am 13.März wurde der Spielbetrieb im Fußball - zum ersten Mal seit dem Ende des zweiten Weltkrieges - eingestellt. Eine nicht für möglich gehaltene Situation trat ein und bis Ende März ging es um eine Fortsetzung des Spielbetriebes, einen Trainingsbetrieb in Richtung DFB-Pokal und mögliche Szenarien für einen Saisonabbruch. Die Normalität ist vorbei.


Der zweite Teil des Jahresrückblick (erscheint am Mittwoch) umfasst den Zeitraum vom 1.April bis zum 30.Juni. Im Mittelpunkt stehen Ungewissheiten überall, der lang ersehnte Aufstieg am grünen Tisch und das unfairste Halbfinale in der Geschichte des DFB-Pokals.

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