Der große Jahresrückblick (Teil II) - Warten, Erlösung, Geisterhalbfinale

Im April herrschte beim FCS weiter an allen Enden eine große Ungewissheit. Nach der Saisonunterbrechung im März durfte man nicht trainieren, ein regulärer Spielbetrieb oder überhaupt eine Wiederaufnahme des Spielbetriebes war außer Sicht. Das Halbfinale als größtes FCS-Einzelspiel in diesem Jahrtausend schien nicht sicher und der lang ersehnte Aufstieg in die 3.Liga hing am seidenen Faden. Würde die 3.Liga bei Abbruch aufgestockt? Oder würde die Saison komplett annulliert werden? Erst Ende April wurde in der 3.Liga der Weg für eine Fortsetzung der Saison frei gemacht, außerdem wurde das Pokalspiel gegen Leverkusen für den Juni angesetzt. Während der Bundesligist sich im Mannschaftstraining schon wieder auf die Fortsetzung der Bundesliga vorbereitete kämpfte man beim FCS um eine Trainingserlaubnis. Am 22.April startete man ins individuelle Training, erst ab Mitte Mai durfte man Schritte in Richtung reguläres Mannschaftstraining gehen. Testspiele gegen andere Teams waren nicht möglich, so versuchte man sich durch interne Testspiele die gewünschte Wettkampfhärte zu verschaffen und sich bestmöglich auf das Spiel vorzubereiten.


In den Regionalligen wurde indes im Mai eine Beendigung der Saison bis Ende Juni immer unwahrscheinlicher, zumal Geisterspiele als unmöglich galten. In den unterschiedlichen Staffeln entbrannten große Diskussionen und unterschiedliche Modelle. Die Vereine der Regionalliga Südwest forderten auch über die Medien immer wieder einen Abbruch, der saarländischer Fußballverband machte sich ohne Rücksprache mit dem FCS für eine zweigleisige 3.Liga stark. Mitte Mai votierten die Teilnehmer der Regionalliga Südwest dann auch für einen Abbruch der Saison inklusive einem Aufsteiger nach Quotientenregelung. Am 25.Mai machte der DFB-Bundestag den Weg für eine Fortsetzung der 3.Liga und für Aufsteiger aus abgebrochenen Ligen endgültig frei, am 26.Mai bestätigte der Regionalverband Südwest die Meldung des FCS als Aufsteigers in die 3.Liga. Die langersehnte Rückkehr in die Spielklasse war unter außergewöhnlichen Umständen perfekt. Nach all den Jahren war es ein verdienter Aufstieg, doch trotzdem ein Aufstieg am grünen Tisch und die großen Emotionen konnten - trotz eines spontanen Autokorsos in Saarbrücken - nicht ausgelebt werden.


Mit dem Aufstieg im Rücken ging die Vorbereitung auf das Pokalspiel gegen Leverkusen in die finale Phase. Am 9.Juni wurde das Spiel schließlich ausgetragen. Statt einem großen Fest, einem ausverkauften Völklinger Stadion und dem Erleben des mutmaßlich einzigen Halbfinales in den nächsten Jahren waren die Zuschauer bei diesem Spiel jedoch ausgesperrt und mussten sich das vermeintliche Highlight vor Bildschirmen anschauen. Das erste Geisterspiel in der FCS-Geschichte tat besonders weh. Aus sportlicher Sicht war es ein absoluter Kaltstart für den FCS gegen einen Bundesligisten im Spielbetrieb. FCS-Trainer Lukas Kwasniok versuchte mit einer Maurertaktik die erste Spielphase zu überstehen, doch schnell lag der FCS mit 0:2 hinten und verlor am Ende auch mit 0:3. Im unfairsten - von den Voraussetzungen her gesehen - Halbfinale in der Geschichte des DFB-Pokals war der FCS am Ende chancenlos und das große Pokalmärchen endete trostlos ohne die gebührende Verabschiedung der Mannschaft. Der FCS ging nach diesem Spiel in die Sommerpause.


Der dritte & vorletzte Teil des Jahresrückblick dreht sich am Freitag um den Zeitraum von Juli bis September. Im Mittelpunkt stehen die Vorbereitung (inklusive dem Desaster im Saarlandpokal), die ersten Schritte zurück in der 3.Liga und die Rückkehr in den Ludwigspark.

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