Vorbericht: Jahresabschluss gegen die Schanzer

Nach dem am Dienstag abgesetzten Auswärtsspiel des Jahres beim 1.FC Magdeburg geht es für den FCS am Samstag mit dem letzten Spiel des Jahres weiter. In Magdeburg bekam man nicht die Chance die Phase von fünf Spielen ohne Sieg und zwei Niederlagen in Folge zu beenden, am Samstag bleibt nun noch eine Möglichkeit vor Weihnachten. Mit dem 1.FC Ingolstadt kommt dabei - neben Dynamo Dresden - der zweite große Aufstiegsfavorit dieser Saison in den Ludwigspark. Anstoß ist am Samstag um 14:00 Uhr.







TV-Übertragung/Livestream

Das Abschlussspiel des Jahres 2020 wird neben der Übertragung von Magenta Sport (Einzelspiel und Konferenz) auch über die ARD-Programme gezeigt. SR, SWR und BR gehen um 14:00 Uhr auf Sendung. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Das Heimspiel gegen Ingolstadt stellt das neunte Heimspiel des FCS nach der Rückkehr in den Ludwigspark dar, zuletzt hatte man einige negative Ergebnisse zu verzeichnen. Auch das letzte Heimspiel des Jahres wird als Geisterspiel ausgetragen. Es ist das siebte Geisterheimspiel in Serie und ein Ende ist nicht in Sicht. Wie gewohnt haben wir trotzdem einige Dinge rund um den neuen Ludwigspark zusammengefasst.



Bilanz

Gegen den 1.FC Ingolstadt hat der FCS bisher nur drei Spiele absolviert, alle drei Spiele konnten gewonnen werden (ein Mal wurde ein Elfmeterschießen benötigt). In der Saison 2006/07 der Regionalliga Süd gewann man zunächst in Ingolstadt mit 3:0. Die Tore erzielten Jonathan Jäger, Arif Karaoglan und Thorsten Nehrbauer. Das Rückspiel fand im November 2006 im Park statt. Vor 2.400 Zuschauern setzte der FCS eines der wenigen Highlights jener Saison: Nach einem Hattrick von Jäger und einem Treffer von Victor Samb stand es zur Pause schon 4:0, ein Doppelpack von Saglik stellte im zweiten Abschnitt den Endstand her. Es waren die letzten beiden Spiele zwischen den beiden Teams. Im Jahr zuvor war der FCS noch im DFB-Pokal zu Gast gewesen und konnte sich im Elfmeterschießen knapp durchsetzen. In der Statistik stehen zudem noch acht Vergleiche mit Vorgängervereinen der Ingolstädter. Nimmt man diese Spiele dazu hat der FCS sieben der elf Begegnungen gewonnen, je zwei Mal gab es ein Unentschieden/eine Niederlage. Alle fünf Heimspiele gegen Ingolstädter Teams wurden (mit einem Torverhältnis von 26:2) gewonnen.



Der Gegner: 1.FC Ingolstadt

Der FC Ingolstadt (offiziell: Fußballclub Ingolstadt 04 e. V.) ist ein Fußballverein aus Oberbayern. Der Club ist auch als "Schanzer" bekannt. Der Verein entstand 2004 als Fusion des MTV Ingolstadt und des ESV Ingolstadt und bündelte die Kräfte der Stadt Ingolstadt. Die Wurzeln der Fusionsvereine geht bis ins Jahr 1905 zurück. Beide Teams hatten kurze Phasen in der 2.Bundesliga, traten ansonsten aber im Profifußball nicht wirklich in Erscheinung. Der Verein begann 2004 in der viertklassigen Bayernliga und steig 2006 in die Regionalliga Süd auf. 2008 gab es dann gar den Sprung in die 2.Bundesliga. Nach einem Jahr in Liga 3 etablierte man sich in der Folge bis 2015 im deutschen Unterhaus ehe man als Meister in die Bundesliga aufstieg. 2015/16 schaffte man den Klassenerhalt, im Sommer 2017 gab es jedoch den Abstieg und nach zwei weiteren Jahren in der 2.Bundesliga ging es 2019 zurück in die 3.Liga. Die Saison 2019/20 war für Ingolstadt ein auf und ab mit einem dramatischen Ende. Lange Zeit hatte man eine gute Ausgangslage, kurz vor und nach der Corona-Pause hat man an Boden verloren und fiel teilweise bis auf Platz 9 zurück. Ein guter Endspurt brachte Ingolstadt wieder in Stellung, am vorletzten Spieltag verlor man jedoch zuhause gegen Abstiegskandidat Magdeburg und verspielte damit eine mögliche perfekte Ausgangslage. Trotzdem gewann man am letzten Spieltag bei 1860 München und schien dem Direktaufstieg nahe, bis Würzburg mit einem Treffer in der Nachspielzeit doch wieder vorbei zog. In der Relegation gegen Nürnberg sah man drei Halbzeiten wie der sichere Verlierer aus und drehte die Begegnung dann innerhalb weniger Minuten. Ein Gegentor in letzter Sekunde riss Ingolstadt aus allen Träumen und man muss nun einen neuen Anlauf in Richtung 2.Bundesliga unternehmen. Der Aufstieg in die 2.Liga ist auch das Ziel des Vereins für diese Saison. Zuständig für den sportlichen Bereich ist Tomas Oral Der 47-Jährige übernahm den Verein im Sommer 2020. Oral hatte zuvor für den Karlsruher SC, den FSV Frankfurt oder RB Leipzig als Trainer gearbeitet. Von November 2011 bis Juni 2013 stand er zudem schon einmal in Ingolstadt als Trainer unter Vertrag. Ein Spieler mit FCS-Vergangenheit steht nicht im Kader, dafür war Co-Trainer Michael Henke mal beim FCS aktiv.



Transferaktivitäten

Sieben Abgänge hatte der FCI im Sommer zu verzeichnen, zwei Akteure taten den Ingolstädtern weh. Einmal ist das Frederic Ananou. Der Rechtsverteidiger war eigentlich schon zu Zweitligazeiten Stammspieler, fehlte jedoch lange wegen Verletzungen und kam letzte Saison nur auf zwölf Einsätze. Sofern fit war er jedoch Stammkraft. Er wechselte zu Paderborn. Ebenfalls nach Paderborn wechselte Sechser Maximilian Thalhammer. Er war absolute Stammkraft in Ingolstadt. Dazu ging in Marco Knaller die Nummer 2 im Tor zu Wacker Innsbruck, Außenverteidiger Gabriel Weiß (FC Gießen) kam ausschließlich in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Georgios Pintidis (drei Einsätze, Großaspach) spielte auch quasi keine Rolle und Agyemang Diawusie (22/Flügelspieler) konnte sich nie recht durchsetzen und kam am Ende auf zehn Einsätze. Er wechselte zu Dynamo Dresden. Mittelfeldspieler Maximilian Wolfram wurde an den FSV Zwickau verliehen.


Dafür sicherte man sich die Dienste von acht neuen Spielern. Robert Jendrusch (24) kam als Alternative im Tor von Zweitligist Aue, dort war er die Nummer 2. Flügelspieler Jalen Hawkins rückte genau wie Angreifer Justin Butler aus der eigenen U19 auf. In der Abwehr kam der Dominik Franke von Wolfsburg II. Der 22-Jährige spielt am liebsten als linker Verteidiger und hat bereits zweite Liga gespielt. Im zentralen Mittelfeld kam Rico Preißinger vom 1.FC Magdeburg. Der 24-Jährige war Stammkraft beim Ligakonkurrenten und ist eher defensiv beheimatet. Offensiver spielt der Königstransfer der Ingolstädter, Marc Stendera. Der 24-Jährige kam von Hannover 96, hatte dort jedoch eine schwierige Saison. Für Eintracht Frankfurt spielte er schon rund 80 Mal in der Bundesliga. Für die Außenbahn kehrte Thorsten Röcher nach seiner Leihe zu Sturm Graz zurück. Ilmari Niskanen kam zudem aus seiner finnischen Heimat. Der 23-Jährige ist dort Nationalspieler.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Ingolstadt ist als einer der Top-Favoriten auf den Aufstieg in die Saison gestartet und konnte diesen Anspruch in den ersten beiden Spielen untermauern. Zum Auftakt siegte man nach Toren von Beister und Elva mit 2:1, Gaus und Kutschke sorgten eine Woche später für einen 2:0-Auswärtssieg beim Halleschen FC. Sowohl im Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching als auch im Auswärtsspiel bei Viktoria Köln verlor man in der Folge zu Null. Den insgesamt mittelmäßigen Start konnte man danach mit einer Serie von fünf Spielen ohne Niederlage aufbessern. Man gewann drei Heimspiele in Serie. Zunächst wurde der SC Verl mit 2:1 besiegt, gegen Dynamo Dresden spielte man fast das komplette Spiel in Überzahl. Kutschkes Elfmeter nach fünf Minuten reichte für einen knappen Sieg. Gegen Wiesbaden ließ man die eigene Klasse aufblitzen und siegte ohne Mühe mit 4:1. Nach schneller 2:0-Führung (Kutschke und Gaus) kam Wiesbaden mit einem Elfmeter wieder ran, noch vor der Pause erhöhte Stendera auf 3:1. 15 Minuten vor Schluss entschied Abwehrspieler Paulsen die Begegnung endgültig. Ingolstadt war mit diesem Sieg auf den dritten Platz vorgerückt. Am 10.Spieltag gab es bei Waldhof Mannheim eine deftige 1:4-Niederlage. Ingolstadt kam schwer ins Spiel, lag zur Pause auch verdient mit 0:2 hinten. Im zweiten Abschnitt verpasste man den Anschluss und kassierte das 0:3 (62.). Kutschke traf noch zum 1:3 (77.), die Möglichkeiten zum Anschlusstreffer wurden jedoch ausgelassen und die Gastgeber machten kurz vor Schluss den Deckel auf die Begegnung. Im folgenden Heimspiel gegen Magdeburg tat man sich in den ersten 25 Minuten schwer, nach einer roten Karte gegen die Gäste übernahm man das Spiel und drückte den FCM tief in die eigene Hälfte. Ein Tor wollte jedoch bis in die Schlussphase nicht gelingen, ein Eigentor von Burger rettete Ingolstadt den späten Sieg. Bei Bayern II lag man schon nach drei Minuten hinten, fand jedoch nach und nach besser ins Spiel und glich nach einer halben Stunde verdient durch Elva aus. Im zweiten Abschnitt sorgte der eingewechselte Ayensa für die Führung, in der Nachspielzeit traf noch Beister. Ingolstadt blieb Tabellenzweiter. Ende November spielte man an einem Montag Abend in Meppen. Ingolstadt begann klar Feldüberlegen, geriet allerdings schon nach vier Minuten in Rückstand. Gegen tiefstehende Meppener fiel ihnen in der Folge zu wenig aus, die Gastgeber trafen schnell ein zweites Mal. Ingolstadt bestimmte auch danach über weite Strecken das Spiel, ein Anschlusstreffer gelang jedoch nicht und man handelte sich nicht unverdient die vierte Saisonniederlage ein. Auch im Heimspiel gegen den VfB Lübeck war man die bessere und dominante Mannschaft. Man brauchte jedoch 72 Minuten ehe Kutschke nach Flanke von Heinloth zur Führung einköpfen konnte. Die Gäste schlugen jedoch weniger Minuten später zurück und verhinderten den Sieg der Hausherren. Das Auswärtsspiel letzten Sonntag beim FSV Zwickau wurde abgesagt, am Mittwoch hatte man Hansa Rostock zu Gast. In einem knappen Spiel siegte man durch ein Tor von Röhl mit 1:0.


Mit dem Sieg ist der FCI unter anderem am FCS vorbei gezogen und geht als Tabellenzweiter in den letzten Spieltag des Jahres. Mit 27 Punkten aus 15 Spielen hat man eine gute Bilanz und liegt aktuell fünf Zähler hinter Spitzenreiter Dresden. Mit einem Sieg im Nachholspiel kann man auf zwei Punkte ran kommen und könnte dann auch noch Wintermeister in einer bereinigten Tabelle werden. Es gab bisher acht Siege, drei Unentschieden und vier Niederlagen. Wie alle Favoriten in der Liga hat man seine Schwierigkeiten und muss jedes Spiel um den Sieg kämpfen. Doch insgesamt werden sie wie Dresden ihrer Favoritenstellung gerecht und unabhängig vom Ergebnis am Samstag und den Nachholspielen wird man in der Spitzengruppe überwintern. Sie haben in dieser Saison bisher 20 Treffer erzielt, kein Team aus den TOP8 hat weniger. Bester Torschütze ist Angreifer Stefan Kutschke mit fünf Treffern, ihm folgt Marcel Gaus mit drei Saisontoren. Kutschke ist mit sieben Scorerpunkten auch TOP-Scorer vor Gaus (6). Dafür hat man erst 16 Gegentore kassiert, einer der besten Werte in der Liga. Vier Mal in dieser Saison spielte man zu Null, nur in drei Spielen (Köln, Mannheim, Meppen) gab es mehr als einen Gegentreffer. Überragend ist Ingolstadt im eigenen Stadion unterwegs (6 Spiele in 8 Spielen, bestes Heimteam der Liga), in den Auswärtsspielen hat man mehr liegen gelassen und "nur" zwei von sieben Auswärtsspielen gewinnen können. Die Siege gab es in Halle und bei Bayern II. Dazu kommen zwei Unentschieden und drei Niederlagen. Zuletzt gab es die Niederlage in Meppen.



Aufstellung gegen den VfB Lübeck


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