Die Lage des FCS vor Ingolstadt

Nachdem die Mannschaft von Lukas Kwasniok an den ersten zehn Spielen phasenweise brillierte und große Siege einfahren konnte hatte man zuletzt deutlich mehr Probleme. Das Momentum ging verloren, die Formkurve einiger Leistungsträger flachte ab und man muss mittlerweile seit fünf Spielen auf einen Dreier warten. Gegen die Reserve der Bayern gab es am Sonntag die zweite Niederlage in Folge. Gerade im ersten Abschnitt hatte der FCS große Probleme und offenbarte in der Defensive zu viele Lücken. Im zweiten Abschnitt agierte man verbessert, kam jedoch zu selten zu Torchancen und verlor daher nicht unverdient. Die vergebenen Siegchancen in der letzten englischen Woche des Novembers rächen sich dieser Tage. Es ist die zweite schwierigere Phase der Saison. Die beiden Niederlagen gegen Verl und Uerdingen konnte man beeindruckend abschütteln und es gilt nun im letzten Spiel des Jahres noch mal für ein Erfolgserlebnis zu sorgen. Die abgesagte Begegnung gegen Magdeburg war dabei nicht im Sinne des FCS. Trotz des offensichtlichen Vorteils keine englische Woche in den Beinen zu haben hätte man doch lieber in Magdeburg gespielt und versucht dort wieder einen Sieg zu holen. So konnte der FCS von Mittwoch an noch mal drei Tage ein normales Trainingsprogramm durchziehen.


Auch im Spiel gegen Ingolstadt wird der FCS an seine Leistungsgrenze gehen müssen. Sie sind mit Sicherheit gemeinsam mit Dynamo Dresden die Mannschaft mit der höchsten individuellen Qualität im Kader und stehen nicht unerwartet auf dem zweiten Tabellenplatz. Sie verfügen ausgehend von Torwart Buntic über eine gute Defensive. Beide Außenverteidiger sind gerne auf dem Weg nach vorne, Zentral hat man Verletzungsprobleme. Trotzdem funktioniert der Verbund und es wird eine Aufgabe werden diese Abwehr zu knacken. Dazu spielen sie nach vorne variabel. Sie haben immer die Option des langen Balles auf Kutschke und nutzen diese Befreiungsschläge auch. Dazu kommt fußballerische Qualität. Stendera in der Zentralen kann das Spiel lenken und Elva, Röhl oder Bilbija sollen und können auf Außen auch mal einen Gegner aufbrechen. Mit Ayensa kommt dann noch eine zweite starke Spitze und ein anderer Spielertyp als Kutschke dazu. Doch für den FCS gibt es keine einfachen Spiele in der 3.Liga und auch ein Heimspiel gegen Verl, Unterhaching oder Duisburg wäre nicht wesentlich einfacher. Zugleich ist das auch die Chance: Auch wenn ein Brocken der Liga vor der Tür steht hat man eine normale Chance dieses Spiel zu gewinnen. Man hat gegen 1860 gezeigt, man hat es gegen Dresden gezeigt und man muss sich nicht verstecken.


Notwendig ist jedoch eine verbesserte Defensivleistung. Man bekommt in der aktuellen Phase zu leichte Gegentore, man bekommt insgesamt zu viele Gegentore und man geriet aktuell zu oft in Rückstand. Die erste Halbzeit gegen die Bayern war ein Paradebeispiel. Obwohl die Innenverteidigung mit Zellner und Uaferro viel abräumen konnte, waren große Lücken dar. Sowohl bei den Außenverteidigern als auch vor allem im zentralen Mittelfeld. Zeitz alleine kann die Lücken nicht stopfen und braucht wieder mehr Hilfe der beiden Achter. Die Defensive wieder zu stabilisieren muss erste Priorität sein, auch im Offensivspiel lässt man momentan viel Luft nach oben. Ansonsten muss es beim FCS auch etwas weniger um den Gegner gehen und wieder mehr um das eigene Spiel, die eigene Idee und die eigene Qualität. Man geht nach den letzten Ergebnissen sicher mal wieder als Außenseiter ins Spiel, ob diese Rolle der Mannschaft hilft muss das Spiel zeigen.



Personelle Situation

Den Malstättern fehlen bei der Begegnung in Magdeburg die gleichen Spieler wie noch am Sonntag. Maurice Deville zog sich gegen Waldhof Mannheim einen Muskelfaserriss zu und wird mindestens bis weit in den Januar fehlen. Auch Rasim Bulic und Mergim Fejzullahu (beide Aufbautraining) stehen dem FC nicht zur Verfügung, sie würden aber auch im anderen Falle den Sprung in den Kader verpassen. Ohne kurzfristigen Ausfälle stehen dem FCS am Spieltag somit bis zu 25 Spieler (inkl. U19-Torwart Hoffmann) zur Verfügung. Die obligatorischen Corona-Testungen und Vorfälle im Abschlusstraining am Freitag könnten den Spielerpool vielleicht noch mal beeinflussen. Ein Update ist auf der Pressekonferenz zu erwarten.



Wie könnte der FCS beginnen?

Das Spiel in Magdeburg wollte Lukas Kwasniok mit dem gleichen Kader wie gegen Bayern II absolvieren, am Samstag könnte es wieder zu Veränderungen kommen und die Spieler hatten noch mal drei Trainingstage um sich zu empfehlen und den Trainer in Überlegungen zu bringen. Im Tor gibt es sicher keine Überlegung: Daniel Batz ist der gesetzte Mann und leistet sich kaum Fehler. Auf der Bank wird wieder U19-Torwart Hoffmann als "fünfter" U23-Spieler sitzen und der sportlichen Leitung damit mehr Freiräume bei der Kaderzusammenstellung für den Spieltag gewähren. Taktisch dürfte das gewohnte 4-1-4-1-System wieder die erste Wahl sein. Eine Umstellung auf ein 4-2-3-1-System (wie bei Waldhof Mannheim) oder ein anderes System würde eine klare Anpassung an die Probleme der letzten Spiele bedeuten und kann mit Sicherheit auf eine ernsthafte Überlegung sein.


In der Defensive gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen. Man hat zuletzt die Innenverteidigung (auch durch den Ausfall von Zellner) oft umgestellt, die Problemzone war sie gegen Bayern nicht. Steven Zellner und Boné Uaferro könnten erneut die Wahl werden und für Kontinuität sorgen. Uaferro hat ein gutes Spiel gemacht, war sehr präsent. Zellner sieht beim zweiten Gegentor mit Barylla unglücklich aus, ist aber der beste Innenverteidiger im Kader und weiter unverzichtbar. Bei Umstellungen hat man Barylla und Sverko als Optionen. Auf der rechten Abwehrseite hat zuletzt Anthony Barylla begonnen. Barylla war an vielen offensiven Aktionen beteiligt, hatte Defensiv dafür mehr Probleme. Die erste Option wird wie gegen Viktoria Köln Fanol Perdedaj sein. Mehr Defensivkraft verspricht dies jedoch kaum. Sebastian Bösel ist wieder fit, bekam nach seiner Verletzung aber noch keine Chance. Er könnte (ähnlich wie Gouras) direkt von Beginn an ins kalte Wasser geworfen werden, mit einem Platz auf der Bank dürfte es durch die Kaderzusammensetzung jedoch schwierig werden. Breitenbach bekam zuletzt trotz U23-Status keinen Platz im Kader. Über die linke Abwehrseite kam zuletzt Marin Sverko. Der Kroate geht nach zahlreichen Einsätzen beim FC und seiner Nationalmannschaft auf dem Zahnfleisch und wäre in Magdeburg ein Kandidat für die Rotation gewesen. Eventuell nimmt man ihn auch so mal vom Feld. Dafür würde Mario Müller wieder auf seine Position zurückkehren. Alternativ hat man Barylla als Alternative für die linke Seite (mit Bösel als rechten Verteidiger).


Auf der Sechs hat man weiter Manuel Zeitz. Er ist gesetzt, braucht aber wieder mehr Unterstützung von den beiden Achtern und auch den Außenspielern. Im letzten Spiel hat er mal wieder viele erste Bälle im Mittelfeld gewonnen, bei den zweiten Bällen war der Gegner aber meist präsenter. Eine der beiden Achterpositionen könnte am Tobias Jänicke gehen. Er war mit Abstand der auffälligste Offensivspieler des FCS im letzten Spiel und wäre dies auch ohne sein Tor gewesen. An den gefährlicheren Aktionen war er meist beteiligt. Gegen München kam er jedoch zunächst über die rechte Außenbahn. Zurück im Zentrum könnte er Zeitz wieder mehr unter die Arme greifen und Löcher im Mittelfeld stopfen. Für den zweiten Part hat man nominell viele Optionen (Perdedaj, Mendler, Golley, Froese, Schleimer, Müller), es drängt sich jedoch nicht wirklich ein Spieler auf. Perdedaj wäre die Option um mehr in Richtung 4-2-3-1 zu gehen. Froese überzeugt mehr als Joker, Schleimer spielte zuletzt keine große Rolle mehr, Mendler wurde mehr auf der Außenbahn eingesetzt und bei Golley gab es einen klaren Formabschwung. Trotz vieler Optionen ist die zweite Position schwieriger. Zuletzt spielten Müller und Perdedaj auf der Acht. Auch Mendler, Golley oder Froese sind Optionen. Froese hatte den schlechten Auftritt gegen den FCK und allgemein hat er bisher mehr als Joker überzeugt. Golley konnte bei den letzten Auftritten weniger Impulse setzen als noch zu Saisonbeginn. Perdedaj konnte Zeitz am Sonntag nicht ausreichend unterstützen und Mendler hat zuletzt mehr auf Außen gespielt.


Für die rechte Außenbahn ist eine Rückkehr von Shipnoski in die erste Elf zu erwarten. Kwasniok hatte ihn gegen München nach vielen Spielen raus genommen und als Joker gebracht. Nun könnte er wieder von Beginn an spielen und seine Qualitäten und sein Tempo ins Spiel bringen. Ansonsten würde Jänicke wieder diesen Part auf seine Art und Weise spielen. Auf der linken Seite könnte wieder Minos Gouras von Beginn an spielen. Er hat gegen München über eine Stunde gespielt und wäre nach der langen Verletzung kaum eine Startelfoption für Mittwoch gewesen. Für das Wochenende sieht es anders aus und ein erneuter Startelfeinsatz ist denkbar. Golley, Vunguidica und Mendler sind auf dieser Positionen Optionen. Auch eine Verschiebung von Müller auf die linke Außenbahn ist denkbar, diese Variante hat in dieser Saison schon funktioniert und gibt der linken Seite mit Sverko und Müller viele Möglichkeiten. Im Sturmzentrum bleibt es bei Sebastian Jacob. Es muss die Aufgabe der anderen Offensivspieler sein ihn wieder mehr in die Aktionen einzubinden. Weiterhin gilt es mit den Mittelfeldspielern Lösungen zu finden für Tage an denen Jacob abgemeldet ist oder vor dem Tor nicht die Tagesform mitbringt.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Lukas Hoffmann (ETW)Sebastian Bösel
Fanol PerdedajJayson Breitenbach
Timm GolleyMinos Gouras
José Vunguidica



Nicht im Kader

Ramon CastellucciNicht berücksichtigt
Rasim Bulicangeschlagen
Kianz FroeseNicht berücksichtigt
Jonas SingerNicht berücksichtigt
Christopher SchorchNicht berücksichtigt
Mergim Fejzullahuangeschlagen
Teo HerrNicht berücksichtigt
Marius KöhlNicht berücksichtigt
Lukas SchleimerNicht berücksichtigt
Maurice DevilleMuskelfaserriss

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