Nach vogelwilder Anfangsphase: FCS geht mit Remis in die Winterpause

Mit einem spektakulären 3:3-Unentschieden gegen den 1.FC Ingolstadt verabschiedete sich der FCS am Samstag Mittag in die kurze Winterpause. Die Malstätter bewiesen dabei Moral und verdienten sich trotz 0:1-Rückstand und zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand noch einen Zähler.


Lukas Kwasniok hatte seine Mannschaft im Vergleich zum Heimspiel gegen den FC Bayern II auf zwei Positionen verändert: Timm Golley und Nicklas Shipnoski rückten für Boné Uaferro (Bank) und Fanol Perdedaj (im Abschlusstraining verletzt) in die Mannschaft. Neben Perdedaj fehlte auch Deville verletzungsbedingt. Golley rückte wie gewohnt auf die Acht, Shipnoski spielte wieder im rechten Mittelfeld. Dafür ging Jänicke wieder ins Zentrum, Mario Müller rückte nach links hinten und Sverko in die Innenverteidigung. Sebastian Bösel stand zum ersten Mal nach seiner Verletzung wieder im Aufgebot. Die Gäste aus Ingolstadt begannen mit der gleichen Mannschaft wie beim Heimsieg am Mittwoch gegen Hansa Rostock. In Stendera und Kutschke waren damit auch zwei Spieler von Beginn an dabei die zuvor noch als sichere Ausfälle gemeldet worden waren. Diese Situation gab es in der Saison schon das ein oder andere Mal.


Beim FCS war die fehlende defensive Stabilität in den letzten Spielen das Hauptthema. Das Vorhaben die Null zu halten und nicht in Rückstand zu geraten hielt aber auch gegen Ingolstadt nicht lange. Nach drei Minuten führt Ingolstadt einen Einwurf aus, Einwerfer Heinloth bekommt den Ball wieder und seine Flanke findet im Zentrum Ayensas Kopf. Der Ball geht im langen Eck rein. Auf der Außenbahn hatte der FCS überhaupt keinen Druck auf den Ball, im Zentrum war Barylla viel zu zaghaft. Der FCS zeigte sich nicht geschockt und kam direkt auch selbst in die Offensive. Nach einer Ecke geht Jacob im Zweikampf mit Antonitsch zu Boden, der Schiedsrichter entscheidet sofort auf Elfmeter. Da Antonitsch Jacob auf den Fuß getreten war eine vertretbare, aber harte Entscheidung. Shipnoski legt sich den Ball hin und trifft links oben zum Ausgleich (6.). Nach diesem Auftakt übernehmen die Gäste das Spiel und haben mehr Ballbesitz. Vor allem aber haben sie gegen die FCS-Defensive leichtes Spiel. Jeder lange Ball auf Kutschke ist brandgefährlich und jeder lange Ball in den Strafraum löst einen Notstand aus. So auch nach 12 Minuten. Freistoß Heinloth, Verlängerung Kutschke und Ayensa steht am zweiten Pfosten völlig frei. Der Angreifer hat keine Mühe das Leder in die Maschen zu donnern, Ingolstadt führt erneut. Barylla hatte im Zentrum das Kopfballduell gegen Kutschke verloren, Sverko rückte in die Mitte und ließ Ayensa vollkommen blank. Die direkte Antwort blieb dieses Mal aus, Shipnoski verpasste. Stattdessen leistete sich Jänicke im Aufbauspiel einen Fehler unter Pressing, Ingolstadt spielte es stark und Krauße traf aus 18 Metern zum 3:1. Nach 19 Minuten war das Abwehrkonzept des FCS vollkommen über den Haufen geworfen und die Gäste führten verdient. Auch danach blieb Ingolstadt besser, der FCS hatte mit dem hohen Tempo der Gäste alle Hände voll zu tun. Eine Einzelaktion von Gouras sorgte nach 27 Minuten für den Überraschenden Anschluss. Der Außenbahnspieler ging über die Seite durch, seine Flanke köpfte Shipnoski in die lange Ecke. Die Gäste sorgten nach einer halben Stunde für die nächste große Chance. Einmal mehr nach einem Ecke und einem langen Ball köpfte Antonitsch nur knapp am langen Pfosten vorbei. Bis zur Pause gab es dann keine großen Chancen mehr. Ingolstadt kontrollierte das Spiel, der FCS hatte aber eine (brüchige) Stabilität in der Defensive aufgebaut und hätte kurz vor der Pause noch mal für Gefahr durch Jacob und Shipnoski sorgen können. Beiden Akteuren fehlte ein Schritt. Ein Meter fehlte dagegen dem Freistoß von Heinloth mit dem Pausenpfiff. Der FCS musste froh sein mit einem knappen Rückstand in die Halbzeit zu kommen.


Kwasniok reagierte in der Pause auf die defensive Leistung und nahm beide Außenverteidiger vom Feld. Sowohl Müller als auch Barylla hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt und konnte die Flankenläufe der Gäste kaum einmal unterbinden. Dafür feierte Sebastian Bösel sein Comeback als rechter Verteidiger und mit Boné Uaferro kam ein hochgewachsener Spieler für die Innenverteidigung ins Spiel. Dafür rückte Marin Sverko nach links. Die Malstätter kamen gut aus der Pause. Es waren nur Sekunden gespielt als Jacob auf die Reise geschickt wurde. Dem Angreifer fehlte gegen drei Gegenspieler jedoch ein Schritt um frei auf das Tor zugehen zu können. Vier Minuten später gelang dies Nicklas Shipnoski nach einem langen Ball. Er nahm den langen Ball perfekt aus der Luft, wurde dann klar von Heinloth umgestoßen. Schiedsrichter und Assistent hatten in dieser Szene jedoch kein Foul gesehen und entschieden auf Weiterspielen. Eine gewaltige Fehlentscheidung und dadurch kam Heinloth auch um die klare rote Karte herum. Doch der FCS war nun die deutlich stärkere Mannschaft und hatte viel Ballbesitz. Torchancen konnte sich der FCS jedoch nicht erspielen und musste immer wieder bei Kontern und Umschaltmomenten acht geben. Die Wechsel hatten jedoch auch die Defensive Stabilität klar verbessert, Uaferro konnte Kutschke in der Luft besser kontrollieren und mit etwas Glück vermied man einen weiteren Gegentreffer. Mit zunehmender Spieldauer spielten sich die Malstätter dann immer mehr am Strafraum der Gäste fest. Sverko und Jänicke verpassten jedoch den Ausgleich. Nach einer Ecke entschied der Schiedsrichter dann auf Handspiel von Ayensa und Elfmeter für den FCS (73.). Wie bei der Szene mit Shipnoski eine glasklare Fehlentscheidung. Shipnoski trat wieder an und traf zum längst verdienten Ausgleich. Auch in der Schlussphase war der FC die aktivere Mannschaft und drückte auf den vierten Treffer. Einen Distanzschuss von Shipnoski parierte Buntic, auch der lang geschickte Gouras verpasste das Tor knapp. Kurz vor Schluss kam beim FCS noch Vunguidica für Gouras und erst in der Nachspielzeit beteiligte sich auch Ingolstadt wieder am Offensivspiel. Nach einem Eckball forderte dann auch der FCI nach einem Pressschlag gegen Elva noch einen Elfmeter, der Schiedsrichter entschied jedoch auf Weiterspielen und kurz darauf wurde die Begegnung beendet.


Mit großer Moral und einer klaren Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt verdiente sich der FCS noch den Punkt und das Unentschieden geht am Ende auch in Ordnung. Ingolstadt gehörte klar die ersten Hälfte und man hätte auch mit einem höheren Rückstand in die Pause gehen können. Gerade der defensive Auftritt des FCS war hier erschreckend. In dieser Liga kann man sich das kaum leisten und man bringt sich um viele Möglichkeiten. Halbzeit 2 ging dann ganz klar an den FCS und am Ende war man auch dem Sieg näher gewesen als die Gäste. Gegen diese so stark besetzte Ingolstädter Mannschaft muss man erst mal einen solchen Kraftakt bestehen und muss eine solche Halbzeit auf die Beine stellen. Die Wechsel haben geholfen. Bösel war trotz langer Verletzung heute deutlich stabiler als Barylla, Sverko auf links stabiler als Müller und Uaferro brachte die dringend benötigte Kopfballstärke mit rein. Vor allem war man aber viel präsenter, hat viel mehr Zweikämpfe und viel mehr zweite Bälle gewinnen können. Auch wenn man nun sechs Spiele ohne Sieg da steht kann man am Ende zufrieden sein und hat einen weiteren Punkt in Richtung Klassenerhalt geholt und geht mit einer sehr guten Ausgangslage in die Winterpause. Im Januar wird man dann auch wieder Spiele gewinnen müssen.