Vorbericht: Auftakt in Meppen

Die kurze Winterpause in der 3.Liga ist schon wieder beendet und der heiße Januar wirft seine Schatten voraus. Einige englische Wochen warten auf die Teams der Liga, teilweise stehen bis zu sieben Spiele und drei englische Wochen an. Es ist ein wichtiger Monat für alle Teams und der Monat kann die Struktur der Tabelle deutlich verändern. Für die Malstätter ist es nach den schwächeren Ergebnissen zum Ende des letzten Jahres wichtig wieder Spiele zu gewinnen und den Abstand auf die Abstiegszone in diesem Monat zu wahren. Für den FCS sind es sechs geplante Spiele, einige weite Reisen und zwei englische Wochen. Mit einer solchen englischen Woche startet man auch gleich. Am kommenden Dienstag ist man im Nachholspiel beim 1.FC Magdeburg zu Gast und zum Ende der englischen Woche spielt man Samstag im Park gegen den FSV Zwickau. Zum Jahresauftakt geht es jedoch zunächst am Samstag zum SV Meppen. Anstoß ist um 14:00 Uhr.




TV-Übertragung/Livestream

Das erste Spiel des Jahres wird neben der Übertragung von Magenta Sport (Einzelspiel und Konferenz) auch über die ARD-Programme gezeigt. SR, SWR und NRD gehen gegen 14:00 Uhr auf Sendung. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Das Auswärtsspiel findet im Emslandstadion (heute unter dem Sponsorennamen Hänsch-Arena bekannt) statt. Trotz Geisterspiel haben wir einige Informationen rund um das Stadion zusammengetragen.



Bilanz

Zwischen dem FCS und dem SVM gab es bisher 13 Duelle. Sechs Spielzeiten spielte man in der 2.Bundesliga in einer Klasse, dazu kommt ein Pokalspiel. Die allgemein Bilanz spricht für den FCS. Es gab sieben Siege bei zwei Unentschieden und vier Niederlagen. Die starke Bilanz rührt allerdings von den Heimspielen her. In den sechs Gastspielen in Meppen gab es erst einen Sieg und ein Unentschieden. Die übrigen vier Begegnungen wurden verloren. Die Duelle mit Meppen liegen jedoch lange Zeit zurück. Die letzten Vergleiche fanden in der Saison 1994/95 statt. Das Heimspiel gewann der FCS durch Tore von Musa und Reeb mit 2:1. Im Rückspiel musste man sich mit 1:5 geschlagen geben. Zum letzten Mal einen Punkt holte in Meppen holte der FCS im April 1991. In den 90 Minuten fielen keine Treffer. Der bisher einzige Sieg in Meppen datiert vom 26.März 1989. Anthony Yeboah traf damals nach etwa einer Stunde zum goldenen Tor des Tages.



Der Gegner: SV Meppen

Der Sportverein Meppen wurde im Jahre 1912 gegründet und besitzt heute rund 1.600 Mitglieder. Die Vereinsfarben sind Blau und Weiß. Die Niedersachsen haben ihren Verein noch nicht ausgegliedert und agieren somit als eingetragener Verein. Meppen war in der Vereinsgeschichte lange Zeit nicht in den höchsten Spielklassen unterwegs und meistens dritt- oder viertklassig. 1987 gelang der überraschende Aufstieg in die 2.Bundesliga und die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte begann. Bis 1998 hielt man sich als Außenseiter (u.a von Horst Ehrmanntraut trainiert) in der 2.Liga, dann musste man absteigen. Der Abstieg brachte finanzielle Schwierigkeiten mit sich und 2001 ging man in die Insolvenz. Von 2001 bis 2011 spielte man in der viertklassigen & später fünftklassigen Oberliga, dann gelang die Rückkehr in die Regionalliga. Dort etablierte man sich über einige Jahre, wurde 2017 Meister der Regionalliga Nord und stieg in der Relegation in die 3.Liga auf. Im ersten Jahr nach dem Aufstieg (2017/18) hielt man die Klasse souverän und wurde Siebter. Im zweiten Jahr rettete man sich am vorletzten Spieltag und schloss die Saison auf Platz 13 ab. In der Saison 2019/20 hatte man überhaupt keine Schwierigkeiten die Klasse zu halten und etablierte sich im oberen Mittelfeld mit Lauerstellung zu den Aufstiegsplätzen. Lange Zeit hatte man sogar den direkten Kontakt, musste diesen nach der Corona-Pause jedoch etwas abreisen lassen. Am Ende reichte es für die Meppener zu einem guten siebten Platz in der Abschlusstabelle. All dies bewerkstelligt man in Meppen ohne großen Investor im Rücken, dafür kann man auf eine breite Sponsorenliste setzen. In der abgelaufenen Saison plante man so mit einem Etat von rund 5,8 Millionen Euro. Im Sommer gab es einen kleinen Umbruch. Erfolgstrainer Christian Neidhart (seit 2013 im Amt) verließ den Club in Richtung Essen, dazu gingen zwei wichtige Stützen der Mannschaft. Neuer Trainer ist seit Sommer Torsten Frings (44). Der ehemalige Nationalspieler war zuvor für den SV Darmstadt 98 als Trainer tätig gewesen.



Transferaktivitäten

Im Winter gab es auf Meppener Seite bisher keinen Transfer. Auch im Sommer war die Anzahl der Aktivitäten überschaubar. Sechs Spieler hatten den Club verlassen. Mit Marco Komenda verlor man einen Stammspieler. Der Innenverteidiger wechselte zu Holstein Kiel. Dazu ging Offensivspieler Deniz Undav nach Belgien. Undav erzielte 17 Saisontore und war an 30 Treffern direkt beteiligt. Auf den offensiven Außen ging Max Kremer (19 Einsätze, 8x von Beginn an) nach Cottbus, Marius Kleinsorge (27 Einsätze, 18 Startelfeinsätze) nach Kaiserslautern. Außenverteidiger David Vrzogic und Torhüter Jeroen Gies spielten indes keine Rolle.


Sieben Spieler kamen neu: Neu im Tor ist Luca Plogmann. Der 20-Jährige kam auf Leihbasis von Werder Bremen II. Nach einer längeren Verletzung reagierte der Club und verpflichtete im November noch Constantin Frommann als weiteren Keeper nach. Frommann spielte zuvor beim SC Freiburg. Als neue Option in der Innenverteidigung wurden Lars Bünning (22/Dortmund II) und Jeron Al-Hazaimeh (24/SF Lotte) unter Vertrag genommen. Beide Akteure waren Stammspieler in der Regionalliga. Für die Offensive kamen die Außenbahnspieler Lukas Krüger und Christoph Hemlein. Krüger (20) spielte zuvor bei Dynamo Berlin und war dort ebenfalls Stammspieler. Hemlein (30) wurde aus Kaiserslautern verpflichtet. Im Angriff konnte man Dejan Bozic vom Chemnitzer FC verpflichten. Er erzielte für den Absteiger fünf Saisontore.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Der Meppener Saisonstart verlief äußerst schlecht. Im Auftaktspiel gegen 1860 München lag man bereits nach drei Minuten hinten und verlor am Ende auch mit 1:3. Am zweiten Spieltag sorgten Piossek und Rama dann für einen 2:0-Auswärtsspiel beim KFC Uerdingen. Doch vier Niederlagen in Folge spülten Meppen nach unten. Man verlor zuhause gegen Verl und in Unterhaching jeweils mit 1:2, musste sich zudem auch Viktoria Köln zuhause mit 0:1 geschlagen geben. Meppen geriet dabei früh in Unterzahl, verschoss einen Elfmeter und geriet dann in Rückstand. Nach zwei Feldverweisen gegen Köln konnte man in den letzten Minuten in Überzahl nicht mehr zurückschlagen. Beim Halleschen FC schließlich ging man mit 1:4 unter. Platz 19 nach sechs Spieltagen war das Resultat. Im Kellerduell gegen Kaiserslautern ging man zwei Mal in Führung (Puttkammer und Guder, den Siegtreffer erzielte Krüger kurz vor Schluss. Wieder blieb es nur ein kurzes Aufflackern. Am nächsten Spieltag war man chancenlos in Dresden und verlor mit 0:3. Danach musste die Mannschaft in Quarantäne und musste drei Spiele aussetzen. Diese Pause tat Meppen offensichtlich gut. Zwar verlor man unglücklich in Wiesbaden (0:1), anschließend kam man jedoch in einen Lauf. Der Beginn war ein Sieg gegen Ingolstadt. Tankulic traf früh, Rama legte nach. Mit starker Defensivarbeit und vielen Nadelstichen hielt man den wichtigen und verdienten Sieg fest. Beim FC Magdeburg ließ man ein Unentschieden folgen und gewann dann auch das Heimspiel gegen Waldhof Mannheim. Im Nachholspiel waren Amin per direkten Freistoß und Innenverteidiger Bünning erfolgreich. Auch bei Hansa Rostock gab es einen 2:0-Erfolg. Rama brachte seine Mannschaft nach 36 Minuten in Front, Hassan Amin legte in der Schlussminute per Elfmeter nach. Den ersten Rückschlag nach vier Spielen ohne Niederlage gab es am 16.Spieltag. Im Kellerduell gegen den FSV Zwickau konnte Meppen nicht ganz an die defensive Geschlossenheit der vorherigen Spiele anknüpfen und verlor am Ende mit 1:2. Dafür siegte man wenige Wochen beim nächsten Kellerduell gegen den VfB Lübeck. Wieder spielte Meppen eine frühe Führung (Piossek) in die Karten, nach rund 80 Minuten sorgte Tankulic für den zweiten Treffer. Einen Tag vor Weihnachten bestritt man noch ein Nachholspiel gegen Türkgücü München. Meppen verlor mit 1:4.


Dadurch verpasste Meppen den Sprung bis auf Platz 10. Nach dem schwachen Saisonstart hatte man sich vor der Winterpause aber klar berappelt und ging mit 19 Punkten in die Winterpause. Dies bedeutet Platz 13 und einen kleinen Vorsprung von drei Punkten auf die Abstiegsplätze. Beim SVM heißt es meist Top oder Flop. Nur einmal in dieser Saison spielte man Remis. Dafür gab es sechs Siege und neun Niederlagen. Mit 19 Toren hat man mittlerweile eine ordentliche Offensivbilanz. Trotzdem haben nur wenige Teams weniger Tore erzielt als Meppen. Nach dem Abgang von Undav fehlt ein überragender Torschützen. So führen Luca Tankulic und Valdet Rama die interne Torjägerliste mit jeweils drei Treffern an. Es passt jedoch zur mannschaftlichen Geschlossenheit im Emsland. Bester Vorlagengeber ist René Guder mit fünf Vorlagen. Meppen hat bisher 24 Gegentore kassiert. Viele Gegentreffer gab es jedoch zu Beginn der Saison und im letzten Spiel gegen Türkgücü. Zuvor hatte man in sechs Spielen nur einen Gegentreffer hinnehmen müssen. In der Heimtabelle ist Meppen auf Platz 16. Man konnte drei seiner acht Heimspiele gewinnen, dazu kommmen fünf Niederlagen. Die letzten beiden Heimspiele wurden verloren, zuvor gab es die Siege gegen Ingolstadt, Mannheim und Kaiserslautern.



Aufstellung gegen Türkgücü München