Wie könnte Meppen spielen?

Der SV Meppen hat sich in den letzten Wochen des Jahres 2020 gefangen. Ein Hauptgrund: Die erfolgreiche Stabilisierung der Defensive und ein etwas veränderter Spielstil. Dafür hat Trainer Torsten Frings jedoch nicht an der grundsätzlichen taktischen Grundformation gerüttelt. Eigentlich über die komplette Saison agiert Meppen in einem 4-2-3-1-System, die Mannschaft hat dieses System auch in den letzten Spielzeiten in der Regel gespielt. Im Tor gab es im Meppener Tor im Sommer eigentlich eine Wachablösung. Leihgabe Luca Plogmann (20) verdrängte Routinier Domaschke aus dem Tor und war Stammtorwart. Ende Oktober verletzte er sich in Dresden jedoch schwer und fehlt seither mit einem Patellasehnenriss. So kam doch wieder Domaschke ins Tor und ist seither wieder Stammtorwart. Der 35-Jährige kann mit seiner Erfahrung helfen und ist seit 2017 eine Stütze. Die aktuelle Nummer 2 ist Constantin Frommann.


In der Innenverteidigung ist Neuzugang Bünning gesetzt. Der 22-Jährige hat sich auf Anhieb in die Mannschaft gespielt und bisher nur einmal (Gelbsperre) nicht in der ersten Elf gestanden. Der hochgewachsene Innenverteidiger rückt bei Standards mit auf und ist in der Luft, aber auch beim zweiten Ball gefährlich. Zu Saisonbeginn war meist Steffen Puttkammer sein Partner. Puttkammer war seit 2018 Stammverteidiger bei Meppen und ist ein sehr erfahrener Spieler (32), fehlt momentan jedoch verletzungsbedingt. Seine Position eingenommen hat Jeron Al-Hazaimeh. Der 28-Jährige begann die Saison auf der linken Seite, in den letzten fünf Spielen stand er dann im Zentrum in der Startformation. Er ist der zweite hochgewachsene Verteidiger. Die Option ist Yannick Osée. Osée - erst nach der Corona-Pause in der letzten Saison als Stammspieler etabliert - kommt in dieser Saison jedoch vorzugsweise über die rechte Seite. Der ehemalige Pirmasens ist wie Al-Hazaimeh weit über 1,90 Meter, bringt jedoch trotzdem viel Dynamik und Offensivdrang über die Außenbahn mit und schaltet sich immer wieder in die Angriffe mit ein. Erste Alternative sollte Markus Ballmert sein. Er ist die Saison auch als Rechtsverteidiger begonnen und ist der Stammspieler der letzten Saison. Dazu hat man Janik Jesgarzewski (zwei Startelfeinsätze) in der Hinterhand. Auf der linken Abwehrseite ist Hassan Amin gesetzt. Amin spielte von 2014 bis 2016 beim FCS und ist mittlerweile seit 2018 in Meppen aktiv. In diesem Sommer wollte Amin den Club verlassen, wurde bereits verabschiedet um dann am Ende doch noch mal seinen Vertrag zu verlängern. In den letzten Wochen und Monaten spielte er immer von Beginn an und meist auch über 90 Minuten. Amin tritt viele Standards bei Meppen und sorgt immer wieder für Gefahr bei ruhenden Bällen. Die Option ist Al-Hazaimeh.


Im defensiven Mittelfeld muss der SVM seit Ende Oktober auf den Kapitän Thilo Leugers verzichten. Er hat hartnäckige Probleme an der Ferse und soll auch in 2021 zunächst fehlen. Überhaupt hat der eigentlich Stammspieler erst vier Mal in der Saison helfen können. Eine feste Größe ist dafür Florian Egerer. Er ist Stammspieler, zudem agiert der 22-Jährige aktuell als Kapitän. Er war auch schon letzte Saison absoluter Stammspieler. Im Spiel gegen Türkgücü musste er verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Ob er am Samstag dabei sein kann ist nicht unbekannt.


Beginnen könnte dafür Nicolas Andermatt. Er hat bisher elf Spiele in der Saison absolviert und kehrt nach Gelbsperre in die Mannschaft zurück. Er spielt Jahresanfang eine größere Rolle in Meppen. Sollte Egerer fehlen kämpfen Willi Evseev, Markus Ballmert und Marcus Piossek um einen Platz. Ballmert ist wie oben erwähnt eigentlich Rechtsverteidiger, kann jedoch auch ins defensive Mittelfeld rücken und hat dies gegen Türkgücü auch über 90 Minuten getan. Evseev hat dem SVM über längere Zeit verletzungsbedingt gefehlt und gegen Türkgücü dann zum ersten Mal wieder über 50 Minuten gespielt. Auch eine Kombination aus Evseev und Egerer ist denkbar. Auch Piossek war gegen Türkgücü gesperrt und hatte zuvor in zwei Spielen die eher defensive Rolle im zentralen Mittelfeld eingenommen.


Piossek ist ein starker Fußballer und kann in der Offensive überraschende Dinge einleiten. Der 31-Jährige hatte letzte Saison jedoch viel mit Verletzungen zu kämpfen und tut sich seither schwerer. Im Laufe dieser Saison hat er dann auch seinen Platz hinter der Spitze an Luka Tankulic verloren. Er ist der neue Spielmacher in Meppen und zudem mit drei Saisontoren der beste Torschütze der Mannschaft. Er hat die letzten elf Spiele immer von Beginn an gespielt und ist nach einer Zahn-Operation wieder im Training. Über die rechte Außenbahn kommt normal René Guder. Der 26-Jährige hat seit Oktober immer begonnen und ist der beste Vorlagengeber der Mannschaft. Auch letzte Saison war er schon gefährlich (12 Scorerpunkte) und entwickelt sich immer mehr zur gesetzten Kraft. Auf der linken Seite ist Valdet Rama (33) gesetzt. Er befindet sich im Herbst seiner Karriere und hilft Meppen mit seiner Erfahrung und seiner fußballerischen Klasse extrem. Die Optionen sind Christoph Hemlein und Lukas Krüger. Hemlein (30) läuft den Erwartungen an seine Verpflichtung noch etwas hinterher und kam zuletzt kaum noch über längere Zeit zum Einsatz. Gegen Lübeck kam stattdessen der junge Krüger zu seinem ersten langen Einsatz.


Das Sturmzentrum hat entgegen der Außenbahnen öfter mal einen Wechsel erfahren. Hilal El-Helwe, Julius Düker und Dejan Bozic haben ihre Spielzeiten bekommen. Düker fehlte in den letzten vier Spielen 2020 und war zuvor vier Spiele gesetzt. Er ist mittlerweile wieder auf dem Platz und ist eine Option. In den letzten beiden Spielen vor Jahresfrist begann dafür mal wieder Dejan Bozic vorne drin. Der Sommerneuzugang steht bei einem Saisontor und ist bisher in Meppen noch nicht durchgebrochen. El-Helwe war zu Saisonbeginn erste Wahl, zuletzt musste er sich hinter Bozic anstellen. Eine Option ist Joker ist Eigengewächs Ted Tattermusch (vier Einsätze). Unter der Woche hat Meppen mit Angreifer Tom Boere von Türkgücü München nachgelegt. Er trainiert seit dem heutigen Donnerstag und dürfte am Samstag mindestens im Kader stehen.



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