Die Lage des FCS vor Meppen

Nach der sehr kurzen Winterpause geht es für auf alle Mannschaften nun in den sehr wichtigen Januar. Sofern Corona nicht weiter eingreift warten viele englische Wochen auf die Mannschaften und die Tabelle kann sich in den kommenden Wochen deutlich verändern. Dies gilt auch für den FCS mit seinen sechs Spielen im Januar, darunter sind auch vier Auswärtsspiele. Die Malstätter haben auf einem ausgezeichneten vierten Tabellenplatz und mit einem angenehmen Puffer auf die Abstiegszone überwintert. Ein Ruhekissen sind die 26 erzielten Punkte in 2020 jedoch nicht und nach sechs Spielen ohne eigenen Sieg wird es Zeit wieder Spiele mit drei Punkten zu beenden. Die Aufholjagd und die gute Leistung gegen Ingolstadt im letzten Spiel des Jahres 2020 sollten auch das Selbstvertrauen gestärkt haben. Der 1.FCS hat die freien Tage zur Erholung genutzt und befindet sich seit Anfang Januar wieder im Training. Vor dem Spiel gegen Meppen bleiben Mannschaft und Trainer nur acht Trainingseinheiten auf dem Trainingsplatz. Dazu hat der FCS den Kader umgestaltet. Fünf Spieler (Schorch, Köhl, Herr, Bulic und Singer) spielen keine Rolle mehr, dazu ist Fejzullahu nach Aachen gewechselt. Im Gegenzug kamen mit Jannick Theißen und Julian Günther-Schmidt bisher zwei Neuzugänge.


Mit dem SV Meppen hat man einen unangenehmen Gegner vor der Brust. Die Emslander haben sich stabilisiert und haben ein funktionierendes taktisches Konzept gefunden. Der klare Fokus liegt auf der Defensivarbeit. Sie machen hinten dicht, verteidigen geschlossen als Mannschaft und stehen gerne tief. In fünf der letzten sieben Spiele haben sie keinen Gegentreffer kassiert und das hat seine Gründe. Sie werden wohl wieder deutlich weniger mitspielen als es Ingolstadt oder Bayern II getan haben. Mit den positiven Ergebnissen ist dies auch nicht notwendig. Sie haben ein gutes Umschaltspiel entwickelt, können schnelle Konter aus der eigenen Defensive fahren und sind zudem bei Standardsituationen gefährlich. Auch für den FCS muss die Defensive Priorität haben. Eine so fahrlässige Defensive wie gegen Ingolstadt kann man sich in der 3.Liga nicht leisten. Man kriegt zu viele und zu leichte Gegentore. Gerade bei langen Bällen zeigte man sich verwundbar. Offensiv hat man seine Qualitäten oft genug unter Beweis stellen können und man wird auch nicht vom eigenen Spielstil mit viel Ballbesitz abweichen wollen. Es muss wieder weniger um den Gegner gehen, dafür mehr um das eigene Spiel, die eigene Idee und die eigene Qualität.



Personelle Situation

Die Kadersituation hat sich auf den ersten Blick deutlich geändert. Sechs Spieler wurden ausgebootet, dafür kamen bislang zwei neue Spieler. Realistisch gesehen spielten die sechs Akteure jedoch keine Rolle und verändern damit das Gefüge im Kader nicht. Lukas Kwasniok stehen momentan maximal 20 Feldspieler und drei Torhüter aus dem Profikader zur Verfügung. Dazu kommt Lukas Hoffmann als U19-Torwart, er ist weiter in die Trainingseinheiten eingebunden. Erwartungsgemäß ist Maurice Deville noch keine Option. Der Offensivspieler ist nach seinem Muskelfaserriss Anfang Dezember noch nicht wieder im Mannschaftstraining, soll nach Möglichkeit aber im Laufe des Januars wieder eine Option sein. Auch Fanol Perdedaj steht dem FCS nicht zur Verfügung. Er hat einmal mehr Probleme mit der Wade, fehlte deswegen auch schon gegen Ingolstadt und kann momentan nicht mit der Mannschaft trainieren. Sebastian Bösel - erst im letzten Spiel des Jahres 2020 mit seinem Comeback - fällt erneut mit einem Faserriss aus. Auch Torhüter Ramon Castellucci steht verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Zu Guter Letzt fehlt mit Marin Sverko noch ein weiterer Defensivspieler. Sverko musste unter der Woche das Training abbrechen und fehlt mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss. Die Neuzugänge Theißen & Günther-Schmidt dürften bis Samstag ihre Spielberechtigung erhalten und sind dann eine Option für den Kader. Ohne kurzfristige Ausfälle werden 16 Feldspieler sowie die Torhüter die Reise (mit anschließendem "Kurztrainingslager" Richtung Magdeburg) antreten. Am Spieltag selbst wird man keinen Spieler aus dem Kader streichen müssen. Die U23-Regel ist am Samstag kein Thema. Ein genaues Update wird der Verein auf der Pressekonferenz am Freitag geben. Die Pressekonferenz ist für 11:45 Uhr und kann live über neunzehnhundertdrei.de verfolgt werden.



Wie könnte der FCS beginnen?

Viel Raum blieb den Spielern im Jahr 2021 nicht um sich zu empfehlen. Man hat gerade einmal sechs Tage als Mannschaft auf dem Platz trainiert und es gab keine Testspiele um sich zu zeigen. Trotzdem können auch jene Spieler die zuletzt eher in der zweiten Reihe standen die Chance im Training genutzt haben und sich ins Gespräch für Einsätze gebracht haben. Zumal gleich eine harte englische Woche wartet, man die Belastung wird steuern müssen und in den Spielen auch unterschiedliche Spielertypen gefragt sein werden. Im Tor gibt es sicher keine Überlegung: Daniel Batz ist der gesetzte Mann und leistet sich kaum Fehler. Auf der Ersatzbank dürfte erstmalig Jannik Theißen setzen. Er ist zwar erst kurze Zeit fest bei der Mannschaft, das sollte beim Ersatztorwart aber kein Thema sein. Ansonsten wird U19-Torwart Hoffmann noch mal auf der Bank sitzen. In jedem Fall ist es ein U23-Torwart und die Personalie gewährt Lukas Kwasniok für die Zukunft mehr Freiräume bei der Kaderzusammenstellung. Aus taktischer Sicht ist indes das gewohnte 4-1-4-1-System zu erwarten. Kwasniok ist selten in dieser Saison von seinem Grundsystem abgewichen und man hätte den taktischen Gegenpart zum 4-2-3-1-System der Meppener. Auch die Abwandlung zu einem eigenen 4-2-3-1-System kann eine Überlegung sein, theoretisch könnte sogar ein Wechsel auf ein System mit zwei Spitzen ein ernsthafterer Gedanke als im kompletten letzten Halbjahr werden.


Die Defensive - mit Ausgangspunkt in der Viererkette, aber bestimmt durch das Defensivverhalten der kompletten Mannschaft - hatte Ende 2020 ihre Stabilität verloren und gipfelte in den drei Gegentoren gegen Ingolstadt. Sie hat zudem nun Ausfälle zu beklagen. Die Viererkette stellt sich dieses Mal fast von selbst auf. Als Abwehrchef eine tragende Rolle einnehmen wird auch weiterhin Steven Zellner. Trotz der Probleme bleibt in der Defensive bleibt er ein Spieler der Achse und ist mit seiner Schnelligkeit und seinen fußballerischen Fähigkeiten kaum zu ersetzen. Sein Partner sollte Boné Uaferro werden. Uaferro zeigte nach seiner Einwechslung gegen Ingolstadt eine stabile Leistung und ist gegen die vielen hochgewachsenen Meppener eine gute Wahl gegen lange Bälle. Dazu hatte er nun - zum ersten Mal seit seiner Verletzung - die Gelegenheit ein paar Tage abzuschalten und aufzuholen. Die Pause sollte ihm gut getan haben. Die Alternative ist Anthony Barylla. Barylla wird durch den Ausfälle von Sebastian Bösel und Fanol Perdedaj aber wieder als Außenverteidiger benötigt. Dort spielt er meistens. Barylla ist an sich zurecht gesetzt und hat seit dem fünften Spieltag immer begonnen. Gegen Ingolstadt erwischte er jedoch einen schwächeren Tag und wurde zur Pause vom Feld geholt. Auf der linken Seite sollte Mario Müller beginnen. Auch er hatte gegen Ingolstadt einen schweren Stand und ging bereits zur Pause vom Feld. Die einzige Alternative in der Defensive ist Jayson Breitenbach. Er hat bisher selten seine Chance bekommen, könnte womöglich aber sogar von der Situation profitieren und von Beginn an spielen.


Kapitän Manuel Zeitz ist der Leader der Mannschaft und der gesetzte Spieler im defensiven Mittelfeld. Dieser Umstand wird sich auch zu Beginn des neuen Jahres kaum verändern. Auch unter Kwasniok bleibt er "unantasbar" und hat bisher noch keine Spielminute verpasst. Mit Perdedaj & Bösel fehlen Alternativen. Im Fall der Fälle müsste daher wohl Froese oder Zellner einspringen. Weiterhin wird der Sechser mehr Unterstützung der übrigen Mittelfeldspieler erhalten müssen. Dies dürfte für Tobias Jänicke gelten. Er hat sich in dieser Saison auf der Acht etabliert und stand überhaupt erst ein einziges Mal in dieser Saison nicht in der Startelf. Er ist offensiv meist an den gefährlichen Aktionen im Spiel beteiligt und ist zugleich ein laufstarker Spieler um Zeitz auch Defensiv zu unterstützen. Die zweite Position ist offener, zumal Fanol Perdedaj fehlt. Zuletzt hatte Golley hier noch mal den Vorzug erhalten, auch wenn er insgesamt weniger Impulse setzen konnte als noch zu Saisonbeginn. Dazu kommt Kianz Froese. Er hat in der Saison aber mehr als Einwechselspieler helfen können. Die weiteren Alternativen heißen Lukas Schleimer und Markus Mendler. Die Leihgabe spielte zuletzt kaum eine Rolle (letzte Einwechslung Mitte November) und müsste die kurze Vorbereitung sehr genutzt haben um gleich von Beginn an zu spielen. Ihn muss man aber wieder näher an die Mannschaft bringen, dann ist er eine wertvolle Alternative auf dieser Position. Bei Markus Mendler bleibt es das alte Spiel. Der wirkliche Durchbruch blieb ihm in dieser Saison noch verwehrt und wenn kam er mehr über die Außenbahn zum Einsatz.


Im rechten Mittelfeld kann man auf die Dienste von Nicklas Shipnoski setzen. Seine Zahlen passen zu seiner Spielweise und zur Wertigkeit in dieser Mannschaft. Entsprechend führt an ihm eigentlich kein Weg vorbei und abgesehen vom Spiel gegen Bayern II stand er in dieser Saison auch immer in der Startelf. Alternativ müsste man Jänicke wieder auf Außen ziehen. Links hat sich Minos Gouras mit zwei sehr ordentlichen Auftritten in den letzten beiden Spielen des Jahres 2020 in Stellung gebracht und geht als Favorit in die Restserie. Er bringt viele Qualitäten mit und ist wie Shipnoski ein Spieler der auch mal in direkte Duelle gehen können. Drei Spiele über 90 Minuten dürften in der englischen Woche aber noch zu viel für ihn sein. Erste Alternative könnte Mario Müller sein, sofern man in der Abwehr eine andere Besetzung wählt. Mendler und Vunguidica sind die weiteren Optionen. Das Sturmzentrum bleibt Gebiet von Sebastian Jacob. Er wartet zwar mittlerweile seit einiger Zeit auf einen Treffer, seine Qualitäten sind aber wohlbekannt und ihm werden auch wieder Tore gelingen. Zumal seine Arbeit für die Mannschaft in den letzten Wochen nie nachgelassen hat. Wie bisher bleibt Vunguidica eine Alternative als bulliger Angreifer, auf diese Variante hat man in der bisherigen Saison jedoch noch nicht gesetzt. Für alle offensiven Positionen kommt mit Neuzugang Günther-Schmidt eine weitere Alternative hinzu. Er steht voll im Saft, hat bis kurz vor Weihnachten noch gespielt und kann kurzfristig eine Alternative sein. Im vollgepackten Januar bleibt wenig Zeit für Training und Abstimmungsarbeit mit der Mannschaft. Für den Kader muss er von Beginn an ein Thema sein, er erhöht die Möglichkeiten von Kwasniok und kann zunächst als Joker helfen.




Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Jayson Breitenbach
Kianz Froese
Lukas Schleimer
Markus MendlerJosé Pierre Vunguidica
Julian Günther-Schmidt



Nicht im Kader

Maurice DevilleMuskelfaserriss
Fanol PerdedajWadenprobleme
Ramon CastellucciVerletzt
Sebastian BöselFaserriss
Marin SverkoVerdacht auf Muskelfaserriss

Kommentare 8

  • Der Januar könnte sehr entscheidend werden oder zumindest in vielen Teilen der Tabelle die Richtung vorgeben. Ich hoffe wir kommen gut rein, am besten mit einem Sieg in Meppen, leicht wird es aber nicht.

    • Wird kein einfaches Spiel. Denke Kwasi zaubert wieder was und Schmidt rückt in die Mannschaft könnte zu den Meppenern passen.

  • Bin auf Schmidt gespannt denke aber nicht das er von Beginn an spielen wird. Was ist mit dem Verteidiger der zur Probe da ist?

  • Kein Gegentor kriegen wäre auch geil.

  • Auswärtssieg!. Der falsche Schmidt macht zwei Buden;)

  • Ich setzte darauf das Barylla und Müller wieder in gewohnter Form auflaufen.

  • Das Bösel und Sverko ausfallen ist nicht zu ändern aber großer Mist. Hoffentlich knüpft Uaferro an die Leistung gegen Ingolstadt an, die Auftritte davor von ihm waren nicht gerade berauschend.