Spielbericht: FCS verliert Auswärtsspiel in Meppen

Zum Jahresauftakt gastierte der FCS am Samstag beim SV Meppen und musste am Ende im Emsland mit 0:1 geschlagen geben. Eine Standardsituation entschied das Spiel zugunsten der Gastgeber. Durch die Niederlagen hat man auch im siebten Spiel in Folge keinen Sieg erringen können und die Begegnung offenbarte erneut die aktuellen Problemzonen beim FCS. Lukas Kwasniok hatte im Vorfeld mit einigen Ausfällen zu kämpfen. Maurice Deville, Fanol Perdedaj, Ramon Castellucci, Marin Sverko und Sebastian Bösel fehlten dem Trainer verletzungsbedingt. Lukas Schleimer stand zudem nicht im Kader. Dadurch rückte Luca Kerber in den Kader. Der Kapitän der U19 war zum ersten Mal dabei und begann auch gleich im zentralen Mittelfeld. Er ist der erste Jugendspieler beim FCS seit Manuel Zeitz (2008 in Bad Breisig), der sein Ligadebüt in der Startelf gibt. Eine große Überraschung und die Belohnung für eine gute Trainingswoche. Im Vergleich zum Spiel gegen Ingolstadt begann er für Timm Golley. Auch Mario Müller musste seine Position als Linksverteidiger räumen und saß wie die Neuzugänge Theißen und Günther-Schmidt zunächst auf der Reservebank. Statt Müller begann Breitenbach. Breitenbach spielte auf der rechten Abwehrseite, Barylla rückte auf die linke Seite. Boné Uaferro kam für den verletzten Sverko in die Innenverteidigung. Bei den Gastgebern gab es im Vergleich zur Niederlage gegen Türkgücü München zwei Änderungen: Ballmert & Neuzugang Boere begannen statt Al-Hazaimeh und El-Helwe.


Die Anfangsphase der Begegnung gehörte den Gästen aus dem Saarland. Man verzeichnete mehr Ballbesitz und konnte gegen eher defensiv ausgerichtete Gastgeber viele Zweikämpfe im Mittelfeld gewinnen. Chancen konnte man sich zunächst nicht erspielen. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld stand die erste große Umschaltmöglichkeit im Raum, Jänicke spielte den Ball auf Gouras jedoch deutlich zu spät, Abseits. Die erste Chance gab es nach neun Minuten. Nach einem Eckball der Gastgeber nutzte Minos Gouras nach Ballgewinn den Raum und marschierte über 70 Meter über die Außenbahn und in den Strafraum. Sein Abschluss gegen Domaschke war dann jedoch zu schwach und eine große Chance wurde vergeben. Sechs Minuten gab es die zweite ordentliche Chance auf den FC. Luca Kerber bediente Gouras auf der linken Außenbahn und dessen Flanke fand den Kopf von Jacob. Aus aussichtsreicher Position köpfte der Angreifer jedoch am langen Pfosten vorbei. Es sollte die letzte FCS-Chance für lange Zeit sein. Zwar spielte man weiter deutlich gefälliger als die Gastgeber, fand nun aber nicht mehr den Weg durch die vielbeinige Defensive der Emsländer. Für offensive Gefahr sorgte der SVM dann erstmalig nach etwa einer halben Stunde. Man kombinierte sich gut über die linke Seite durch, der FCS fand keinen Zugriff und ließ Guder völlig frei. Sein Abschluss aus 20 Metern lenkte Batz mit einer schönen Parade zur Ecke. Amin brachte die Ecke, Innenverteidiger Bünning köpfte ohne große Mühe ein. Zeitz kam im Rückwärtslauf nicht in die Luft, Shipnoski orientierte sich nicht zum Spieler. Aus dem Nichts der Führung der Meppener und einmal bringt sich der FCS durch eine schlampige Defensivarbeit ins Hintertreffen. Und der Treffer zeigte nun auch Wirkung: Der FCS wirkte verunsichert und hatte nach der nächsten Standardsituation und einem Kopfball von Osée Glück nicht den zweiten Gegentreffer zu kassieren. Auf der anderen Seite ging Kerber in den Strafraum und wurde sowohl oben als auch unten von Rama getroffen. Schiedsrichter Winter hatte in diesem Moment offenkundig beide Augen geschlossen und entschied auf Weiterspielen. Ansonsten passierte nichts mehr und es ging in die Kabinen. Der FCS lag unnötig in Rückstand und brauchte nun neue Impulse.


Lukas Kwasniok versuchte dies mit der Einwechslung von Neuzugang Julian Günther-Schmidt. Er ersetzte Jänicke und der FCS wechselte vom gewohnten 4-1-4-1-System hin zu einem 4-4-2-System. Der erhoffte Effekt blieb jedoch aus. Meppen spielte in der gleichen Art wie sie in den letzten Wochen vor Weihnachten erfolgreich waren und zog sich ganz tief zurück und setzte auf die kompakte Defensive. Gegen diese Grundhaltung fanden die Malstätter zunächst keine Lösungen. Man hatte viel den Ball, ließ ihn immer wieder im Mittelfeld zirkulieren und kam kaum mal in den Strafraum der Meppener. Nennenswerte Aktionen gab es nicht so sehen, im Laufe dieser Halbzeit mehrten sich auf Seiten des FCS jedoch die Fehlpässe mehr und mehr. Torchancen sahen die Zuschauern vor den Empfangsgeräten jedenfalls nicht. Nach 23 Minuten in der zweiten Halbzeit hatte der FCS immer noch keine Torchance und Lukas Kwasniok zog den zweiten Wechsel: Minos Gouras machte für Markus Mendler Platz. Mendler brachte Schwung in die Mannschaft und der FCS konnte sich nun zumindest mal um den Strafraum festsetzen. Kurz nach seiner Einwechslung zeigte er einen starken Freistoß, doch Domaschke im Tor der Meppener parierte stark. Aus dem Spiel heraus blieb die Offensive weiterhin ein laues Lüftchen und Kwasniok setzte alles auf eine Karte. Erstmalig in der Saison wurde Kapitän Zeitz vom Feld geholt, für ihn kam Timm Golley ins Spiel (73.). Golley sollte überraschende Elemente ins Spiel des FCS bringen, diese Idee verpuffte jedoch komplett und die Minuten verstrichen. Meppen zeigte sich zehn Minuten vor Spielende noch mal in der Offensive. Nach einem Freistoß von Amin köpfte Ballmert ungestört von Barylla den Ball an den Pfosten. Auf der Gegenseite gab es die erste erspielte FCS-Chance seit der 15.Spielminute! Jacob kam mit dem Rücken zum Tor an den Ball, sein Fallrückzieher hatte jedoch deutlich zu wenig Kraft & Präzision. Domaschke parierte ohne Mühe. Fünf Minuten vor Schluss brauchte Shipnoski nach einem Ballgewinn und mit Raum viel zu lang im 3vs3. Er zog eine Freistoß aus guter Position. Mendler zeigte den zweiten guten Freistoß, scheiterte jedoch wieder am Keeper der Meppener. Es war die letzte gefährliche Aktion in diesem Spiel.


Folgerichtig verliert der FCS das Spiel in Meppen und muss sich nun hinterfragen. In der zweiten Halbzeit hatte man überhaupt keinen Ansatz mehr um die Defensive der Meppener zu knacken und obwohl man ein Tor für den Ausgleich brauchte war die beste Gelegenheit aus dem Spiel heraus der Fallrückzieher von Jacob. Eine Großchance erspielte man sich in der kompletten Hälfte nicht und eigentlich hatte man über 75 Minuten keine Chance aus dem Spiel. Die Meppener Spielweise ist nicht unbekannt und trotzdem ging nichts. So ist es dann am Ende ein typisches Spiel in dieser 3.Liga. Eine Mannschaft müht sich, es fehlen ihr aber die Mittel um eine solche Defensive zu knacken und am Ende verliert sie nicht unverdient das Spiel. Meppen hat einmal mehr in dieser Saison Effizienz bewiesen. Sie brauchen nicht viele Chancen um zu treffen und solange man Spiele gewinnt kann man sich sonst auch ausschließlich auf die Defensive konzentrieren. Der FCS hätte in Führung gehen können, vielleicht sogar in Führung in der Anfangsphase und der Spielverlauf hätte sich geändert. Mit dem Rückstand war der Rest vom Spiel so vorprogrammiert und man konnte das fehlende Selbstvertrauen und den fehlenden Mut nach sechs Spielen ohne Sieg sehen. Auch die Systemumstellung hat dem FCS überhaupt nicht gut getan. Die Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff ist in der Folge komplett verloren gegangen. Eines der größten Probleme bleibt jedoch die Defensive. Das Tor kommt aus dem Nichts, aber es ist typisch für den FCS. Anders als beispielsweise Meppen ist man nie gefestigt in der Defensive. Jeder Standard, jeder lange Ball kann für extreme Gefahr sorgen und man geht schon wieder in Rückstand. Diese ständigen Rückschläge ziehen sich mittlerweile durch die Saison und ohne die Leichtigkeit der ersten Saisonphase gelingt es dann nicht mehr in Spiele zurückzukommen. Die Phase musste in dieser Saison früher oder später kommen. Schwankungen gehören bei quasi allen Teams in der 3.Liga dazu. Mit sieben Spielen und dem jetzt veränderten Spielverständnis in der Mannschaft gilt es diese Spirale nun schnellstmöglich zu durchbrechen. Es braucht den Umschwung, es braucht einen Befreiungsschlag und einen Sieg. Dafür braucht es endlich mal wieder ein Spiel ohne Gegentor, dafür braucht es eine Stabilisierung in der Defensive. Offensiv hat man heute enttäuscht, sonst aber auch in den letzten Spielen vor der Winterpause viel getroffen und es ist bitter wenn man Spiele wie heute in Meppen verliert. Obwohl man nicht gut gespielt hat muss man dieses Spiel nicht verlieren.