Spielbericht: FCS kämpft sich in Magdeburg zum Sieg

Der FCS hat am Dienstag die Serie von sieben Spielen ohne Sieg beendet. Im Nachholspiel beim 1.FC Magdeburg gab es einen hart erkämpften 2:1-Auswärtssieg. Spieler des Spiels war Angreifer Sebastian Jacob. Er beendete seine Durststrecke vor dem gegnerischen Tor und schnürte seinen zweiten Doppelpack in dieser Saison. Die Gastgeber aus Magdeburg veränderten ihre Aufstellung im Vergleich zum 1:1-Unentschieden gegen den KFC Uerdingen am Samstag auf drei Positionen: Leon Bell Bell, Nico Granatowski und Saliou Sané begannen statt Bertram, Conteh und Beck. Dafür stellte Magdeburg das eigene System auf ein 3-6-1-System um. Beim FCS gab es zwei Veränderungen: Mario Müller rückte statt Boné Uaferro in die Abwehrkette. Müller verteidigte wie gewohnt links, Anthony Barylla rückte dafür in die Innenverteidigung. Zudem begann Timm Golley für Luca Kerber im zentralen Mittelfeld.


Der FCS hatte Anstoß, die Magdeburger den ersten Abschluss. Der Distanzschuss von Burger ging jedoch weit über das Tor von Daniel Batz. Konkreter war da schon die erste offensive Aktion des FCS. Man kombinierte sich über rechts mit dem Ausgangspunkt Breitenbach durch und der Außenverteidiger kommt im Strafraum erneut an den Ball. Am Gegenspieler vorbei wird er minimal berührt und kommt zu Fall. Der Schiedsrichter entscheidet auf Elfmeter, eine äußerst glückliche Entscheidung aus Sicht des FCS. Jacob legte sich den Ball auf den Punkt, verlädt Torwart Behrens und trifft ins linke Eck zur frühen Führung. Endlich mal wieder eine Führung. Mit der Führung im Rücken gehörte dem FCS dann auch die Anfangsphase, zumindest war man die aktivere Mannschaft und hatte in den folgenden Minuten gleich vier vielsprechende Momente. Immer wieder gewann man den Ball, hatte Raum vor sich und spielte den Angriff dann nicht zu Ende. Die Gastgeber hatten dagegen nach zehn Minuten ihre erste gute Chance. Ein Abschluss außerhalb des Strafraums wurde von Barylla abgefälscht und knallte gegen die Latte. Mit zunehmender Dauer in der 1.Halbzeit bekam Magdeburg mehr Zugriff auf das Spiel und die Kwasniok-Elf zog sich tief in die eigene Hälfte zurück. Man verteidigte kompakt, man verteidigte geschickt und hatte das Auge auf Kontersituationen. Völlig konnte man Magdeburg jedoch nicht abmelden.


Die Gastgeber waren nach einer halben Stunde dem Ausgleich nah, Außenverteidiger Ernst tauchte nach Heber von Obermair frei vor Batz auf, schoss jedoch über die Latte. Es war die einzige Chance in dieser Phase. Magdeburg war nicht kreativ genug um den FCS-Riegel zu knacken, der FCS verpasste weiterhin spätestens den letzten Pass um mögliche Angriffe zu Ende zu spielen. Allgemein leisteten sich beide Teams viele Abspielfehler und einige leichte Fehler. Beim FCS ist hier vor allem Kapitän Zeitz nach 35 Minuten zu nennen. Er spielte unter Bedrängnis einen katastrophalen Fehlpass und eröffnete Magdeburg riesige Räume. Barylla drängte seinen Gegenspieler geschickt ab und verhinderte schlimmeres. Vor der Pause gab es noch zwei Aufreger: Fünf Minuten vor der Halbzeit wurde Jänicke aus kurzer Distanz angeköpft und die Gastgeber forderten Elfmeter. Der Schiedsrichter schätze die Szene richtig ab (auch wenn die Gastgeber selbst nach dem Spiel noch von einem klaren Elfmeter sprachen) und pfiff nicht. Den Elfmeterpfiff gab es dafür vier Minuten später. Magdeburg kam über links und Breitenbach traf Obermair klar an der Hüfte. Zu Recht entschied der Spielleiter auf Strafstoß. Sané traf und erzielte nicht unverdient den Ausgleich. So kurz vor der Halbzeit trotzdem ein bitterer wie unnötiger Rückschlag. Beide Mannschaften wechselten in der Pause nicht.


Den zweiten Abschnitt startete der FCS wieder mit mehr Eigeninitiative und mehr Ballbesitz. Abgesehen von einem harmlosen Distanzschuss von Golley gab es zunächst keine Chancen auf beiden Seiten. Die Blauschwarzen nutzten dafür ihre erste echte Chance der Halbzeit. Eine Golley-Ecke fand den freien Jacob, per Aufsetzer köpfte der Angreifer den Ball in die linke Ecke. Wieder zog sich der FCS tief zurück und baute auf eine stabile Defensive mit Konterchancen. Den ersten Teil konnten die Malstätter mehr als passabel umsetzen und ließen nur wenig zu. Der zweite Aspekt gelang dafür kaum und man konnte kaum mal einen Konter fahren, kaum mal den Ball über eine längere Zeit halten oder gar in Ballbesitzphasen kommen. Magdeburg wurde wenn dann meist durch Fernschüsse gefährlich. So auch bei einem Abschluss von Bell Bell nach einer Stunde. Der Ball landete jedoch zwei Meter neben dem Tor. Ansonsten kamen viele Bälle von den Außen in den Strafraum, auch einige Standards hatte der FCM. Diese statischen Bälle verteidigte die FCS-Defensive jedoch komplett nicht. Nach 63 Minuten kam Günther-Schmidt für Timm Golley in die Mannschaft und ging auf die Acht. Er sollte mehr körperliche Präsenz ins Mittelfeld bringen.


Etwa 20 Minuten vor Schluss kam dann mit Markus Mendler ein frischer Mann für die Flügel. Für ihn ging Minos Gouras vom Feld. In der folgenden Minute muss der FC das Spiel entscheiden. Endlich kombinierte sich der FCS mal nach vorne, die Flanke vom sonst offensiv unauffälligen Shipnoski fand genau den Kopf von Jacob. Der Angreifer köpfte jedoch aus perfekter Position über das Tor. So ging das Zitterspiel weiter. Mit Kianz Froese kam nach 74 Minuten ein weiterer kampfstarker Spieler für das Mittelfeld. Er ersetzte Kianz Froese. Die Gastgeber brachten dagegen mit Bertram und Beck zwei offensive Spieler. Die großen Aufreger blieben weiter aus und der FCS konnte Minute um Minute von der Uhr nehmen. Die vielen Flanken und Eckbällen sorgten - obwohl gut verteidigt auch stets für Herzattacken. Eine große Chance blieb Magdeburg. Der gerade eingewechselte Beck verlängerte einen Chip-Ball auf Granatowski, er verzog jedoch freistehend neben das Tor. Ansonsten passierte in diesem Spiel nichts mehr.


Tief Durchatmen darf man beim FCS. Es war ein extrem wichtiger Sieg in einem schwierigen Spiel. Kämpferisch konnte der FCS überzeugen, auch die Defensivleistung war ansprechend und in dieser Hinsicht hat sich die veränderte Spielanlage gelohnt. Fußballerisch war es im Umkehrschluss das mit Abstand schlechteste Spiel der bisherigen Saison. Das fehlende Selbstvertrauen war im Offensivspiel stets bemerkbar und mit Schwung des Saisonbeginns hätte man sich eine ganze Reihe an großen Konterchancen erspielen können. Die Räume hat Magdeburg angeboten und die Ballgewinne hatte der FCS. Die Leichtigkeit fehlt aber, dazu kommt ein suboptimales Positionsspiel und zu viele Ungenauigkeiten bei den Pässen. Es ist ein ganz dreckiger Sieg und trotzdem ist es nicht komplett unverdient. Ohne Zweifel wäre von den Spielanteilen auch ein anderes Ergebnis in Ordnung gewesen und Magdeburg hätte sich auch für ihren Aufwand belohnen können. Ähnlich wie am Samstag in Meppen gewinnt jedoch die Mannschaft, die ihre defensiven Aufgaben erledigt und dem Gegner den Ballbesitz überlässt. Viele Mannschaften in dieser Liga tun sich - zumal bei schlechteren Platzbedingungen im Januar - schwer Spiele aktiv zu spielen. Auch Magdeburg macht das nicht gerne und spielt viel lieber sehr defensiv. Man hat wenige Chancen zugelassen, hat bei den zwei, drei großen Situationen der Gastgeber auch das nötige Glück gehabt und selbst die eigene Chance über Standards genutzt. In den engen Drittligaspielen sind Standardtore eine Waffe und es reicht immer mal wieder um drei Punkte zu entführen.


Am Samstag hat man durch einen Standard irgendwo unnötig verloren und heute bringt ein Standard den Sieg. Der Sieg sollte nun neues Selbstvertrauen geben und im nächsten Spiel kann man auf diesem Erfolgserlebnis aufbauen. Defensiv muss man die kompakte Ordnung behalten, zugleich wird man deutlich besser Fußball spielen müssen. An diesem Dienstag war der spielerische Aspekt aber nur in der dritten Reihe zu suchen. Mit dem Sieg hat man nun 29 Punkte auf dem Konto und hat mit Magdeburg einen Konkurrenten gegen den Abstieg auf 14 Punkte distanzieren können. Auch sonst liegt man in der verzerrten Tabelle nun wieder elf Punkte vor einem Abstiegsplatz und selbst in einer bereinigten Tabellen sind es mindestens zehn Punkte. Auch die nächsten Heimspiele gegen den FSV Zwickau und den VfB Lübeck sind Duelle gegen Teams aus dem Tabellenkeller und bieten die Möglichkeit weitere Mannschaft zu distanzieren oder den Vorsprung auf den Keller zu halten.


Die Highlights des Spiels nochmal ansehen.

Kommentare 5

  • Schön für die drei Punkte. Ich hoffe, dass die nächsten Spiele auch wieder attraktiver werden! Irgendwie kommt mir das etwas eingeknickt vor die letzten Wochen, dabei hatte die Saison so geil gestartet!

    • Da war eindeutig ein Knick drin, aber wer in dieser Liga spielt schon eine ganze Runde auf einem Level? Es kommen zwei Spiele (Zwickau/Lübeck) wo die Art und Weise auch egal sein wird, könnte man diese Spiele gewinnen wäre das ein Ausrufezeichen, mir ganz egal wie wir das schaffen wenn wir es schaffen;)

  • Es fehlte der Mannschaft an selbstbewusstsein. Da funktionieren dann auch automatisierte Abläufe nicht mehr das war ganz klar zu sehen und die Unsicherheit zu spüren. Trotzdem kann auch Jacob das Spiel früher entscheiden und Mendler am Ende auch noch. Wenn wir nun Stück für Stück unsere Form (dank Selbstvertrauen) finden bin ich überzeugt werden wir die nötigen Punkte zum Klassenerhalt einfahren.

  • Aufatmen. Wirklich schwere Kost das Spiel aber es zählt nur der Sieg. Den Vogel abgeschossen hat der Kommentator von Magneta der über die gesamte Spielzeit Unsinn im epischen Ausmaß erzählt hat.

    Eijo 1
  • Ich denke man wird jetzt wieder befreiter sein. Das wird nicht dazu führen das direkt wieder die Rädchen greifen es sollte aber besser werden als zuletzt. Das ist eigentlich auch egal, in den nächsten beiden Spielen kann man sich -den Nichtabstieg- betreffend in eine nochmals viel bessere Situation, leicht wird das allerdings nicht.