Vorbericht: FCS will gegen Zwickau nachlegen

Was für einen wichtigen Sieg gab es für den FCS am Sonntag in Unterhaching. Man hat sich weiter vom Keller distanziert und zudem auch einen für die Moral wichtigen Erfolg geholt. Angesichts der ganzen Auswärtsspiele in diesem Jahr ist die Bilanz (acht Punkten aus sechs Spielen) durch die beiden hart erkämpften Siege in Magdeburg und Unterhaching mittlerweile in Ordnung und ein Wert für das Mittelfeld. Nun warten die Aufgaben Schlag auf Schlag und innerhalb von vier Tagen warten zwei Heimspiele auf den FCS. Danach hat man drei Spiele in sechs Tagen absolviert. Beide Begegnungen bieten die Möglichkeit sich noch klarer vom Abstiegskampf zu entfernen. Los geht es am Mittwoch mit dem Nachholspiel gegen den FSV Zwickau. Ursprünglich sollte die Begegnung schon am 16.Januar steigen, damals verhinderte seine Schneedecke im Park die Austragung. Anstoß im Park ist um 19:00 Uhr. Mit einem Sieg würden die Malstätter ihr Punktekonto auf 37 Zähler aufstocken, es ist eine große Chance.




Nur drei Wechsel

Seit dem Beginn der Rückrunde stehen den Drittligisten fünf Wechseloptionen in einem Spiel zur Verfügung und man konnte sich an diese Situation in den letzten Spielen gewöhnen. Das Nachholspiel gegen den FSV Zwickau gehört allerdings noch zur Vorrunde und daher sind am Mittwoch lediglich drei Wechsel erlaubt. Klar ist: Für den FCS ist es das letzte Spiel mit dieser Regelung in dieser Saison, im Nachholspiel gegen den MSV Duisburg und in allen regulären Ligaspielen bis Saisonende sind fünf Wechsel erlaubt.



TV-Übertragung/Livestream

Das Nachholduell mit dem FSV wird nicht in den ARD-Programm gezeigt. Allen Interessierten bleibt lediglich die Übertragung von Magenta Sport. Das Spiel kommt als Einzelspiel. Kommentator ist Christian Straßburger, die Moderation übernimmt Stefan Fuckert. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Sofern gespielt werden kann stellt das Heimspiel gegen Zwickau nicht nur das erste echte Heimspiel in diesem Jahr dar, auch wird es das zehnte Heimspiel des FCS nach der Rückkehr in den Ludwigspark sein, zuletzt hatte man einige negative Ergebnisse zu verzeichnen. Der Verein will im Ludwigspark spielen, ein kurzfristiger Umzug nach Frankfurt ist nicht mehr zu erwarten und die Wetterprognose macht Hoffnung auf eine Austragung. Ob der Platz - anders als gegen Duisburg - auch tatsächlich bespielbar ist, wird im Zweifel wieder der Schiedsrichter entscheiden müssen. Auch dieses Heimspiel wird als Geisterspiel ausgetragen. Es ist das neunte Geisterheimspiel in Serie und ein Ende ist nicht in Sicht. Wie gewohnt haben wir trotzdem einige Dinge rund um den neuen Ludwigspark zusammengefasst.



Bilanz

Bis dato gab es erst zwei Vergleiche mit dem FSV Zwickau. Sie stammen aus der Saison 1994/95. Damals spielten beide Teams in der 2.Bundesliga. Beide Begegnungen endeten ohne Sieger. Das bisher einzige Heimspiel gegen den FSV Zwickau fand am 20.Oktober 1994 vor 3.800 Zuschauern statt. Die Gäste gingen bereits nach zwei Minuten in Führung, kurz vor dem Halbzeitpfiff gleich Joe-Max Moore für den FCS aus. Das Rückspiel in Zwickau fand im April statt. 6.852 im Westsachsenstadion sahen keine Tore.



Der Gegner: FSV Zwickau

Der FSV Zwickau ("Fußball-Sport-Verein Zwickau e.V.") wurde im Jahre 1912 gegründet. Der Vereinsname hat sich im Laufe der Zeit (gerade in der DDR) immer wieder mal geändert und bekam dann im Jahre 1990 seinen heutigen Namen. Der Club verfügt über rund 2.300 Mitglieder, die Profiabteilung ist jedoch seit Januar 2020 in eine GmbH ausgegliedert. Über den größten Teil der DDR-Zeit spielte der Club in der DDR-Oberliga und wurde 1950 nationaler Meister. Außerdem sicherte man sich drei Pokalsiege und stand 1976 im Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger. Nach der Wende qualifizierte man sich für die Oberliga und stieg 1994 in die 2.Bundesliga auf. Dort hielt man sich vier Jahre, anschließend ging es teilweise bis in die 5.Liga zurück. 2016 gelang der Aufstieg in die 3.Liga (in der Relegation gegen Elversberg) und dort hat man sich seither etablierten können. Als Aufsteiger spielte man eine starke erste Saison und belegte am Ende mit 56 Punkten den fünften Tabellenplatz. Die zweite Saison verlief ungleich schwerer. Man landete mit 41 Punkten auf Platz 15. In Abstiegsgefahr geriet man trotzdem nicht. 2018/19 war man lange Zeit im Abstiegskampf und lag lediglich wenige Positionen vor dem ersten Abstiegsplatz. Kurz vor dem Saisonendspurt setzte man sich ins Mittelfeld ab und belegte am Ende den siebten Tabellenplatz. In der letzten Saison steckte der FSV tief im Abstiegskampf und lag teilweise auch auf einem Abstiegsplatz. Besonders düster sah es nach dem 35.Spieltag und Platz 18 aus. Zwickau drehte mit einem Doppelpack in der Nachspielzeit ein eigentlich verlorenes Spiel gegen Braunschweig und gewann anschließend spät gegen Chemnitz. Mit beiden Siegen ging es auf die Nichtabstiegsplätze und ein Remis am letzten Spieltag reichte zum Klassenerhalt. Den Ausschlag gab die minimal bessere Tordifferenz gegenüber Chemnitz. Der FSV geht damit in seine fünfte Drittligasaison in Folge. Das Ziel ist der erneute Klassenerhalt. Trainer in Zwickau ist Joe Enochs. Der 49-Jährige war zuvor über Jahre beim VfL Osnabrück tätig. In Zwickau ist er seit Beginn der Saison 2018/19 im Amt und besitzt einen Vertrag bis zum 30.Juni 2022.



Transferaktivitäten

In der Wintertransferperiode verzeichnete der FSV zwei Veränderungen im Kader. Angreifer Gerrit Wegkampf wechselte nach sechs Einsätzen zu Preußen Münster. Kurz vor dem Ende des Wintertransferfensters kam dafür in Lars Lokotsch ein neuer Angreifer. Lokotsch (24) ist Deutscher, spielte zuletzt jedoch für den FC Livingston in Schottland. Im Sommer gab es mehr Bewegung. Zehn Spieler hatten da den Club verlassen. Die meisten Spieler gehörten der zweiten Reihe an. Über einen Teil der Stammspieler war Innenverteidiger Christopher Handke. Der 31-Jährige beendete im Sommer seine Karriere. Auch Linksverteidiger Rene Lange war über Phasen Stammspieler. Offensivspieler Fabio Viteritti (FC Wacker) war über den größten Teil der Saison Stammspieler und steuerte 14 Torbeteiligungen zum Klassenerhalt bei. Der schwerwiegendste Abgang war Elias Huth. Der Angreifer hatte 14 Tore erzielt und kehrte nach dem Ende seiner Leihe nach Kaiserslautern zurück. Mit Bastian Strietzel (ZFC Meuselwitz), Jozo Stani (FC Augsburg/Leihe) und Steffen Nkansah (Eintracht Braunschweig) wurden im Sommer drei neue Innenverteidiger verpflichtet. Auch Außenverteidiger Marco Schikora von Kickers Offenbach kam für die Defensive. Im zentralen Mittelfeld kamen Yannik Möker vom VfL Wolfsburg II und Manfred Starke vom 1.FC Kaiserslautern. In Maximilian Wolfram vom 1.FC Ingolstadt wurde zudem ein Spieler für die Außenbahn ausgeliehen. Dustin Willms von Fortuna Düsseldorf II wurde abschließend für den Angriff verpflichtet.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Ein ordentlicher Saisonstart trug den FSV in die Saison. Ausgangspunkt war ein Heimsieg über die SpVgg Unterhaching. Neuzugang Manfred Starke erzielte zwei Minuten vor Schluss den 2:1-Siegtreffer. Es folgte ein Unentschieden in Duisburg. Routinier Ronny König brachte Zwickau zwischenzeitlich in Front. Das zweite Saisonheimspiel gegen 1860 München verlor man mit 1:2. König glich nach zehn Minuten einen frühen Rückstand aus, der erneuten Gegentreffer konnte man jedoch keine Antwort mehr finden. Danach gewann man 2:0 in Halle (Tore von Wolfram und König) und verlor zuhause mit 1:2 gegen Uerdingen. Gegen Uerdingen geriet man bereits nach drei Minuten in Unterzahl und konnte trotz Führung (Eigentor) keine Punkte in Zwickau behalten. Dafür gewann man die folgenden Auswärtsbegegnung in Dresden nach frühen Rückstand. Schikora und Jensen trafen. Mit zehn Punkten aus sechs Spielen lag Zwickau auf Platz 6. Es folgte eine Zwangspause durch Corona (erst mal von den Gegnern) und anschließend eine längere Serie ohne Sieg. Los ging es mit drei Niederlagen. Man verlor zuhause 0:1 gegen Türkgücü München und gegen den 1.FC Kaiserslautern mit 1:2 (Tor: Schikora). Auch bei der 1:3-Niederlage in Wiesbaden gab es keine Punkte. Der Sturz bis auf Platz 15 war die Folge. Den ersten Punkt gab es Mitte November. Das Heimspiel gegen Waldhof Mannheim endete ohne Tore und auch bei Viktoria Köln spielt man Remis. Die Gastgeber gingen nach 87 Minuten durch einen Elfmeter in Führung, in der Nachspielzeit konnte Zwickau ebenfalls durch einen Elfmeter von Schröter ausgleichen. Das sechste Spiel in Serie ohne Sieg führte zu einer weiteren Niederlage und das im direkten Kellerduell gegen den 1.FC Magdeburg. Nach weiteren Spielausfällen (dieses Mal durch Corona-Fälle beim FSV) fiel man auf einen Abstiegsplatz & kehrte erstarkt zurück. Man gewann bei den Formstarken Meppenern mit 2:1. Ein Doppelpack von Morris Schröter brachte die wichtigen drei Punkte. In die Winterpause ging man jedoch durch eine Heimpleite gegen Hansa Rostock. In dieses Jahr startete man mit einem weiteren Heimspiel gegen den VfB Lübeck. In einer schwierigen ersten Hälfte geriet man im Kellerduell nach 35 Minuten verdient in Rückstand, konnte in Hälfte 2 jedoch aufdrehen und drehte durch Tore von Ronny König und Manfred Starke das Spiel in einen wichtigen Dreier. Es folgte gleich ein weiteres Heimspiel, dieses Mal war es die Nachholbegegnung gegen den FC Ingolstadt. Gegen den Aufstiegsfavoriten hatte Zwickau riesige Probleme und verlor am Ende verdient mit 0:2. Es begann die wohl beste Saisonphase. Die Sachsen holten zunächst einen Punkt beim starken Aufsteiger aus Verl. Ronny König glich kurz nach der Pause den frühen Rückstand aus. Vier Tage später gewann man das Duell bei der SpVgg Unterhaching. Dieses Mal ging Zwickau bereits nach vier Minuten in Führung, Willms traf. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Schröter für den Siegtreffer im Hachinger Sportpark. Eine frühe Führung gelang Zwickau auch im Heimspiel gegen den MSV Duisburg. Innenverteidiger Nkansah traf nach vier Minuten mit dem Kopf. Zwickau war hochüberlegen und ein Doppelpack von Schröter entschied die Begegnung noch vor der Pause. Den dritten Sieg in Folge gab es bei 1860 München. Dort hatte man gerade im ersten Abschnitt viel Glück, ging aber Mitte der zweiten Hälfte durch Schröter in Führung und holte am Ende den knappen Auswärtssieg. Es war der Sprung ins Mittelfeld. Es folgte ein gerechtes 2:2-Unentschieden gegen den Halleschen FC. König und Starke hatten den FSV zwischenzeitlich in Führung gebracht. Vergangenen Mittwoch gastierte man beim FC Bayern II. Die Anfangsphase verschliefen die Sachsen und lagen schnell 0:2 hinten. Kurz vor der Pause gelang der Anschluss, nach der Pause gab es den Ausgleich. Durch ein Eigentor verlor man die Begegnung am Ende doch mit 2:3.


Die Serie von fünf Spielen ohne Niederlage ist damit beendet, die Ausgangslage sieht für die Zwickauer jedoch um Welten besser aus als noch zu Jahresbeginn oder vor dem eigentlichen Spieltermin. Da war man noch tief im Abstiegskampf gefangen. Mit nun 29 Punkten liegt man auf einem ordentlich elften Tabellenplatz und hat sich mittlerweile ein Polster von acht Punkten auf den ersten Abstiegsplatz erarbeitet. Dieser Vorsprung ist zum aktuellen Zeitpunkt auch ein echter Vorsprung, denn kein Team auf den letzten vier Plätzen hat weniger Spiele bestritten als der FSV. Sie müssen und wollen weiter punkten um diesen Vorsprung nach unten auch zu behaupten. In der bisherigen Saison gab es acht Siege, fünf Unentschieden und neun Niederlagen. Ein großes Problem war lange Zeit die Torausbeute. Dieses Problem hat man in den letzten Wochen ein Stück weit in den Griff bekommen und steht mittlerweile bei 27 Treffern. Fünf Mal blieb man ohne eigenes Tor, nur einmal (gegen Duisburg) konnte man mehr als zwei Treffer erzielen. Bester Torschütze ist Mittelfeldspieler Morris Schröter. Er ist in einer Top-Verfassung und hat in den letzten fünf Spielen fünf Tore erzielt. Insgesamt steht er mittlerweile bei acht Treffern. Ihm folgt Routinier Ronny König mit sechs Treffern. Die meisten Vorlagen gehen auf das Konto von Wolfram und Jensen (je 4). Mit 29 Gegentoren stellt man eine vernünftige Defensive. Große Probleme hat Zwickau im heimischen Stadion (drei Siege und sieben Niederlagen in zwölf Spielen), in den Auswärtsspielen lief es bisher. In den bisherigen zehn Auswärtsspielen gab es fünf Siege (unter anderem in Dresden und bei 1860), drei Unentschieden und zwei Niederlagen. Damit belegt man den vierten Platz in der Auswärtstabelle und hat zwei Spiele weniger bestritten als Wiesbaden und Dresden.



Aufstellung gegen den FC Bayern II


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Kommentare 2

  • DFB hat grünes Licht gegeben. Der Platz ist bespielbar. Ist dann auch der Schiri raus oder kann der noch etwas anderes sagen?

  • Beinem Sieg gibts am Samstag ein Spitzenspiel ;)

    Eijo 1