Wie könnte Zwickau spielen?

Joe Enochs (im Dezember und Anfang Januar schon mal kurz vor der Entlassung und einem Ultimatum) hat beim FSV in dieser Saison schon ordentlich am eigenen System gebastelt. In die Saison ging man mit einem 3-5-2-System, nach der Corona-Zwangspause folgte ein Wechsel auf ein 4-2-3-1-System. Mittlerweile ist man zu einem klassischen 4-4-2-System übergegangen. Die Mannschaft spielt meist einen relativen einfachen Fußball und kommt mit viel Wucht. Viele lange Bälle auf König sind die Folge, er kann diese Bälle weiterleiten und eröffnet dann Möglichkeiten. Auch Verlängerungen auf einen durchlaufenden Spieler sind ein probates Mittel. Im vorderen Drittel spielt Zwickau dann auch einen guten Ball und allgemein sind sie nicht nur auf diesen Ansatz zu beschränken. Das haben sie nicht zuletzt beim starken Auftritt gegen Verl unter Beweis gestellt. Defensiv agiert man in der Regel mit zwei klare Ketten, ist extrem kompakt und zieht sich stark auf die ballführende Seite. Die Zwickauer Nummer 1 ist Johannes Brinkies. Der 27-Jährige kam 2016 aus Rostock und befindet sich in seiner fünften Saison als unumstrittener Stammtorwart beim FSV. Auch in dieser Saison hütete er in allen Spielen das Tor der Sachsen. Zudem ist er der Kapitän der Mannschaft. Die Nummer 2 ist seit 2018 der 22-Jährige Matti Kamenz.


In der Innenverteidigung führt normal kein Weg an Davy Frick vorbei. Der 30-Jährige ist der erfahrenste Defensivspieler beim FSV und ist mittlerweile seit 2011 für den FSV aktiv. Er war in allen Jahren Stammkraft, bis ins Jahr 2017 jedoch als Offensivspieler. Danach hat man ihn zum Verteidiger umfunktioniert und seit der letzten Saison ist er fest auf dieser Position eingeplant. Da hat er nur wenige Spielminuten (wegen Sperren) verpasst, in dieser Saison kam er in allen Saisonspielen (mit Ausnahme des Heimspiele gegen Dresden, da war er durch fünf gelbe Karten gesperrt) von Beginn an zum Einsatz. Er spielt den linken Halbpart in der Innenverteidigung. Sein Partner auf Rechts ist Steffen Nkansah. Der Sommerneuzugang aus Braunschweig hatte einen schwierigen Start, ist mittlerweile aber längst gesetzt und hat die letzten elf Spiele jeweils über 90 Minuten gespielt. Er ist hochgewachsener Verteidiger. Erste Option ist Jozo Stanic. Er war über einen Teil der Saison (solange Dreierkette gespielt wurde) in der Innenverteidigung gesetzt, in der Viererkette wurde er nun zum rechten Verteidiger und ist dort der gesetzte Spieler. Er ist erst 21-Jahre, aber schon mehr als etabliert in der Mannschaft und nimmt einen wichtigen Part ein. Gegen Dresden hat er auch im Zentrum gespielt und die letzten beiden Spiele spielte er wieder auf der rechten Abwehrseite. Die Alternativen sind Bastian Stietzel (erst drei Kurzeinsätze) und Ali Odabas. Odabas (27) wurde erst einmal eingewechselt und stand die letzten sieben Spiele überhaupt nicht im Kader. Er war in der letzten Rückrunde noch Stammspieler. Die Alternative zu Stanic auf der rechten Abwehrseite ist Marcus Godinho. Er ist nach einer Verletzung wieder dabei und hat auch schon über 90 Minuten gespielt. Die letzten beiden Spiele fehlte er im Kader. Auf der linken Abwehrseite war bis zum Heimspiel gegen Dresden Marco Schikora gesetzt. Der ehemalige Spieler von Kickers Offenbach (dort war er noch Stammspieler als rechter Verteidiger) hat lange Zeit den linken Part in der Dreierkette gespielt und ist dann fest auf die linke Abwehrseite gewechselt. In den letzten beiden Spielen rückte er jedoch ins defensive Mittelfeld. Dafür begann Can Coskun hinten links. Er kam im letzten Winter und hatte in dieser Saison schon zwei Phasen mit drei oder vier Startelfeinsätzen (im Mittelfeld) in Folge. Auf Dauer festsetzen konnte sich der 22-Jährige bislang nicht.


Schikora im defensiven Mittelfeld war ein neuer Schachzug und er bringt die nötige fußballerische Qualität mit und hat die Defensive der Zwickauer wieder stabilisiert. Der 26-Jährige agiert dabei als Ersatz von Yannik Möker (21). Er war der Abräumer vor der Abwehr, fehlt aktuell jedoch verletzungsbedingt. Schikora hat sich gegen die weitere Konkurrenz behauptet. Dies gilt für Leon Jensen. Er war bis Mitte November absolute Stammkraft, anschließend warf eine Corona-Erkrankung den Spieler zurück. Er wurde in den letzten beiden Spielen eingewechselt. Maurice Hehne und Routinier Julius Reinhardt (32) standen zuletzt nicht im Kader. Neben Schröter ist Mike Könnecke die Konstante im zentrale Mittelfeld. Der 32-Jährige Routinier steht seit Wochen immer in der Startelf. Er ist ein sehr erfahrener Spieler und befindet sich in seiner fünften Saison beim FSV. Er ist der offensive Spielertyp für die zentrale Position. Über die rechte Außenbahn kommt ist der dynamische Morris Schröter gesetzt. Er spielt die Position sowohl bei einer Dreierkette als auch bei einer Viererkette und ist mittlerweile schon seit 2015 in Zwickau unter Vertrag. Er ist einer der absoluten Leistungsträger beim FSV, entwickelt viel Zug nach vorne und auf das Tor. Letzte Saison kam er auf 17 Scorerpunkte. In dieser Saison hat er schon acht Mal getroffen, dazu kommen fünf Vorlagen. Aktuell befindet er sich in einer absoluten Top-Form und ist bester Torschütze und bester Vorlagengeber der Mannschaft. Hauptmann (erst zwei Kurzeinsätze) und Maximilian Wolfram sind die Optionen, haben aktuell aber keine Chance. Wolfram hat auch schon vier Vorlagen in dieser Saison auf dem Konto. Auf der linken Seite war in den letzten drei Spiele Nils Miatke erste Wahl. Er hat lange Zeit eine echte Seuchensaison mit Verletzungen und Sperren erlebt und hat sich mittlerweile wieder in die Mannschaft gespielt. In den letzten drei Spielen begann er immer. Der 31-Jährige ist ein Führungsspieler und hat die Qualität im Mittelfeld noch einmal erhöht. Auch Felix Drinkuth kann auf Links spielen und war lange Zeit in dieser Saison Stammspieler. Seit einer längeren Quarantäne ist das nicht mehr der Fall und in den letzten Spielen wurde er jeweils eingewechselt.


Im Sturmzentrum dreht sich das meiste Geschehen um Ronny König. Auch mit seinen 37 Jahren hat er immer noch eine große Klasse vorzuweisen und seine Erfahrung ist eine große Waffe. In dieser Saison steht er bei sieben Saisontoren und seit er 2016 nach Zwickau kam man sich auf seine Tore verlassen. Er steht quasi immer in der Startelf und neben seinen Toren ist er auch die zentrale Anspielstation in der Zwickauer Offensive. Dustin Willms war als zweiter echter Stürmer sein Partner, hat diese Rolle jedoch vor einigen Spielen verloren und war in den letzten drei Spielen verletzungsbedingt nicht im Kader. Winterneuzugang Lars Lokotsch ist bisher lediglich als Einwechseloption ein Thema gewesen, sein Startelfdebüt steht noch aus. Gegen Türkgücü hat Wolfram die zweite Spitze gegeben und leicht hinter König agiert. Eine routinierte Option ist auch Manfred Starke. Der 29-Jährige bringt sehr viel individuelle Qualität mit und hat die Rolle in zwei der letzten drei Spiele gespielt. Er kann ein Unterschiedspieler sein und seine Kollegen in Szene setzen.



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