Vorbericht: Malstätter wollen am Sonntag gegen Lübeck nachlegen

Die Phase ohne Sieg beendete der FCS vor mehr als einer Woche mit einem Sieg im Nachholspiel beim 1.FC Magdeburg. Mit einem nicht schönen, dafür jedoch effektiven Auftritt entführte man die drei Punkte aus der MDCC-Arena und stockte das eigene Punktekonto auf 29 Zähler auf. Man wollte direkt nachlegen, das Heimspiel gegen Zwickau musste jedoch bekanntlich abgesagt werden. Die Möglichkeit soll man nun am Sonntag bekommen. Dann empfängt man den VfB Lübeck zum Auftakt der Rückrunde. Die Begegnung wird um 14:00 Uhr angepfiffen. Für den FCS ist es das nächste ungemein wichtige Spiel gegen eine Mannschaft aus dem hinteren Teil der Tabelle und bietet die Gelegenheit um einen weiteren Gegner aus dem Keller zu distanzieren.


In welcher Stadion die Begegnung ausgetragen werden kann, soll sich am heutigen Donnerstag entscheiden. Angesichts von Schnee- und Wassermengen auf dem Platz sowie der defekten Drainage unter dem Platz ist eine Austragung im Ludwigspark nicht gesichert. Heute soll nun der nächste Versuch mit der Druckluftlanze unternommen werden. Dem FCS droht daher ganz akut das Schreckensszenario "Heimspiel in Frankfurt" oder eine (für unmöglich gehaltene) Rückkehr in das Exil nach Völklingen könnte zur Realität werden. Nach dem Willen von Geschäftsführer David Fischer sollte am heutigen Donnerstag eine Entscheidung fallen.



Fünf Wechsel

Mit Beginn der Rückrunde sind auch in der 3.Liga fünf Wechsel in einem Spiel erlaubt. Ob dies für den FCS ein Vor- oder Nachteil ist muss sich im Spielbetrieb zeigen. Informationen zur Regeländerung.



TV-Übertragung/Livestream

Das Duell mit dem VfB Lübeck darf nicht in den ARD-Programm gezeigt werden. Allen Interessierten bleibt lediglich die Übertragung von Magenta Sport. Das Spiel kommt sowohl als Einzelspiel als auch in der Konferenz. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Sofern im Ludwigspark gespielt wird stellt das Heimspiel gegen Lübeck das zehnte Heimspiel des FCS nach der Rückkehr in den Park dar, zuletzt hatte man einige negative Ergebnisse zu verzeichnen. Es kann zudem das erste "Heimspiel" im Frankfurt werden oder das erste Drittligaspiel in Völklingen. Unabhängig vom Spielort ist auch das erste Heimspiel des Jahres ein Geisterspiel. Es ist das achte Geisterheimspiel in Serie und ein Ende ist nicht in Sicht. Wie gewohnt haben wir trotz aller Fragezeichen einige Dinge rund um den neuen Ludwigspark zusammengefasst.



Bilanz

Vor dieser Saison haben sich der FCS und der VfB Lübeck noch nie in Pflichtspielen getroffen. Entsprechend hat der FC auch noch kein Heimspiel gegen den Mitaufsteiger ausgetragen. Der einzige Vergleich stammt aus dem Auftaktspiel der 3.Liga im September. Der FCS gastierte Mitte September bei der Rückkehr auf die Drittligabühne im Stadion an der Lohmühle. Die Kwasniok-Elf erwischte einen schweren Start, geriet früh in Rückstand und kam erst nach einer Stunde besser ins Spiel. Die Einwechslung von Minos Gouras belegte das Offensivspiel und Tobias Jänicke sicherte per Kopfballtor einen Punkt.



Der Gegner: VfB Lübeck

Der Verein für Bewegungsspiele Lübeck von 1919 e. V. wurde 1919 als BSV Vorwärts Lübeck gegründet. Der Club besitzt rund 900 Mitglieder und die Vereinsfarben sind grün und weiß. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges ist man unter dem heutigen Namen aktiv. Nach dem Krieg etablierte sich Lübeck als Fahrstuhlmannschaft zwischen der ersten und zweiten Liga. Ab 1963 etablierte man sich in der neuen Regionalliga und war meistens im Mittelfeld aktiv bis man 1974 abstieg. Von 1974 bis 1993 war man zwischen der dritten und vierten Spielklasse unterwegs, erst 1995 kehrte man als Meister der Regionalliga Nord in den professionellen Fußball zurück. Zwei Jahren 2.Bundesliga folgten fünf Regionalliga und weitere zwei Jahre in der 2.Bundesliga. 2004 stieg man dort zum letzten Mal ab, obwohl man in der gleichen Saison im Halbfinale des DFB-Pokals stand. 2008 verpasste man die Qualifikation für die 3.Liga und spielte seither fast durchgängig in der 4.Liga. 2012 ging man in die Insolvenz und spielte daher 2013/14 auch ein Jahr in der fünftklassigen Oberliga. Nach dem Wiederaufstieg hat man den Verein immer weiter auf stabile Füße gestellt und sich in der Regionalliga Nord vorne etabliert. 2018/19 war man mit 74 Punkte der bester Vizemeister seit der Regionalliga-Reform 2012. Meister Wolfsburg II war minimal besser. In der Saison 2019/20 war es erneut der Zweikampf mit Wolfsburg. Bei Saisonabbruch war Lübeck mit 61 Punkten Spitzenreiter, Wolfsburg lag fünf Zähler (mit einem Spiel weniger) dahinter. Die Aufstieg wurde schließlich am 22.Juni formal vom Verband beschlossen werden. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2008 spielt der VfB wieder in einer dritten Spielklasse und ist ein kompletter Neuling in der eingleisigen 3.Liga. Das klare Ziel in dieser Saison ist der Klassenerhalt. Dafür hat man einen Etat von rund 4,8 Millionen Euro auf die Beine gestellt. Der Verein ist - wie viele andere Clubs - durch die Corona-Situation in einer schwierigen Lage. Man musste in dieser Woche einen hohen Liquiditätsbeitrag beim DFB vorweisen, konnte bisher im Winter auf dem Transfermarkt nichts tun und muss laut Vereinsangaben in der kommenden Saison (auch bei Klassenerhalt) den Spielerertat um ein Viertel nach unten schrauben. Verantwortlich für die sportliche Seite in Lübeck ist Rolf Landerl. Der 44-Jährige Österreicher ist mittlerweile seit Beginn der Saison 2016/17 in Lübeck aktiv und hat die Mannschaft zu einer absoluten Spitzenmannschaft der Regionalliga Nord geführt. Zuvor war er einige Jahre Trainer in seiner Heimat.



Transferaktivitäten

Seit dem Hinspiel gab es im Lübecker Kader nur wenig Bewegung. Im Winter hat man bisher überhaupt nichts getan. Neuzugänge sind durch die finanzielle Situation schwierig und Abgänge konnte man noch nicht realisieren, auch wenn man gerne Spieler abgegeben hätte. Am Dienstag hat man zudem drei Spieler (Dren Feka, Jamie Shalom und Tim Weißmann) in eine "Trainingsgruppe 2" verbannt, zudem wurde Angreifer Hobsch für diese Woche suspendiert. Alle vier Spieler spielten bisher keine Rolle. Im Herbst hatte man dafür nach dem Hinspiel noch zwei neue Spieler verpflichtet. Ersin Zehir ist ein zentraler Mittelfeldspieler, er wurde vom FC St. Pauli ausgeliehen. Für die Außenbahn wurde zusätzlich Pascal Steinwender vom SC Paderborn ausgeliehen.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Nach dem Hinspiel ging es für Lübeck mit einem verfahrenen Muster weiter: Man spielte nicht schlecht, war meist mindestens auf Augenhöhe mit den Gegnern und verlor am Ende doch. So beim zweiten Saisonspiel in Unterhaching. Durch einen Elfmeter verlor man mit 0:1, es war jedoch mehr drin gewesen. Im Heimspiel gegen Duisburg führte man verdient durch Deichmann, kassierte 15 Minuten vor Schluss jedoch noch den Ausgleich. Auch bei 1860 München führte man, dieses Mal traf Hobsch früh und ein zweiter Treffer wurde zu Unrecht nicht anerkannt. So drehte 60 das Spiel und gewann am Ende klar mit 4:1. Das Heimspiel gegen Dresden bestritt man ab der achten Minute in Unterzahl und war Dynamo ebenbürtig. Die knappe 0:1-Niederlage konnte man jedoch erneut nicht verhindern. Es folgte ein Spektakel bei Türkgücü München, obwohl man nach 2:0 und 3:1 zurückkam verlor man jedoch mit 3:4 und blieb Tabellenletzter. Am siebten Spieltag führte man lange durch einen Freistoß von Röser, in Halbzeit 2 drehten die Gäste das Spiel. Als Benyamina kurz vor Schluss den Ausgleich erzielte schien man einem Teilerfolg nah, doch in der Nachspielzeit kassierte man noch das 2:3 und verlor wieder. Sieben Spiele und nur zwei Punkte lautete die Bilanz des Aufsteigers. Der Knoten platzte am folgenden Freitag. Bei Viktoria Köln sorgen Grupe und Okungbowa für den ersten Saisonsieg und Lübeck spielte sich in einen Rausch. Eine Woche später gewann man auch das erste Heimspiel. Zehir erzielte im Heimspiel gegen Uerdingen das einzige Tor des Tages. Beim Mitaufsteiger SC Verl gab es durch einen späten Treffer von Deichmann den dritten Sieg in Folge und den Höhepunkt gab es am 11.Spieltag. Gegen Bayern II spielte man rund 60 Minuten in Überzahl und gewann durch Treffer von Deichmann, Steinwender und Zehir mit 3:0. Mit der Siegesserie verbesserte sich Lübeck bis auf Platz 14. Die erneute Wende gab es in Kaiserslautern, man verlor durch einen späten Treffer unglücklich mit 0:1. Es folgten zwei Unentschieden in Ingolstadt und gegen Magdeburg und die letzten vier Spiele gingen allesamt verloren. Bitter war die Pleite in Wiesbaden: Kurz vor der Halbzeit führte man durch Treffer von Zehir und Deters noch mit 2:0, am Ende des Spiels hatte man mit 2:4 verloren. Im Heimspiel gegen Meppen lief man lange Zeit einem frühen Rückstand hinterher, am Ende verlor man mit 0:2 und ging auf einem Abstiegsplatz in die Winterpause. Zum Jahresauftakt führte man zur Halbzeit im Kellerduell in Zwickau, am Ende gab es aber eine erneute Niederlage und einen herben Rückschlag. Ein entsprechender Rückschlag war auch die Heimniederlage gegen Waldhof Mannheim vor eineinhalb Wochen. Das letzte Heimspiel gegen Hansa Rostock musste indes kurzfristig abgesagt werden.


Durch den Spielausfall hat sich die Ausgangslage der Lübecker erst mal verschlechtert. Die Konkurrenten haben am Wochenende und in den Nachholspielen unter der Woche gepunktet und der VfB fiel auf den letzten Tabellenplatz zurück. Dort war man zuletzt nach dem siebten Spieltag gewesen. Man konnte lediglich 16 Punkte aus 18 Spielen holen. Die Punkteausbeute ist zu dürftig und es gab erst vier Saisonsiege (alle vier Siege am Stück) und vier Unentschieden. Die verbliebenen zehn Spiele wurden verloren. Am Mittwoch ist der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz auf fünf Punkte angewachsen und der Druck für den Aufsteiger wächst. Immerhin: Im Vergleich zu den Konkurrenten hat man noch ein Nachholspiel (gegen Rostock) in der Hinterhand und könnte bis auf zwei Punkte an die Nichtabstiegszone rücken. Lübeck konnte bisher 21 Treffer erzielen. Für ein Kellerkind ist das ein so schlechter Wert. Ihnen fehlt trotzdem oft die Durchschlagskraft. Kein Stürmer hat mehr als zwei Saisontore auf dem Konto, bester Torschütze ist mit Deichmann ein Mittelfeldspieler. Er steht bei vier Treffern. Es folgen Zehir und Steinwender mit jeweils drei Toren. Zu oft belohnt man sich nicht für ein gutes Spiel mit weiteren Treffern. Dazu gab es 28 Gegentore. Abgesehen von drei Siegen in der Siegesphase konnte man kein Spiel zu Null spielen. In der Auswärtstabelle ist Lübeck punktgleich mit Unterhaching auf dem letzten Platz. In neun Auswärtsspielen gab es zwei Siege, ein Unentschieden und sechs Niederlagen.



Aufstellung gegen Waldhof Mannheim


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