Wie könnte Lübeck spielen?

Der VfB praktiziert auch in dieser Saison sein 3-5-2-System. Man ist mit dem System aufgestiegen, der Kader ist auf die Spielweise ausgelegt und man hat es bisher die komplette Saison so durchgezogen. Angesichts der negativen Phase in Lübeck steht aber auch das System in der Kritik und laut Medien könnte am Wochenende zum ersten Mal von der eigenen Maxime abgewichen werden und mit einer Viererkette agiert werden. Im Lübecker Tor ist Lukas Raeder gesetzt. Der hochgewachsene Schlussmann ist die klare Nummer 1 und hat in dieser Saison in allen Spielen gespielt. Sein Vertreter ist Michael Luyambula. Er ist ein U23-Spieler und wichtig für den VfB. Denn nach aktuellen Stand (Kircher verletzt, Shalom aussortiert, Lippert bei anderen Teams im Probetraining) stehen dem Verein genau vier U23-Spieler zur Verfügung.


Die drei Positionen in der Dreierkette waren in den letzten Wochen gesetzt. Den zentralen Part nimmt Kapitän Tommy Grupe ein. Der 28-Jährige ist Drittligaerfahren und seit 2018 eine feste Bank in Lübeck. Bis auf drei Spiele (alle durch Verletzungen) hat er alle Spiele über 90 Minuten bestritten. Seit dem dritten Spieltag ist Osarenren Okungbowa einer seiner Nebenspieler. Der Österreicher hat sich festgespielt und bringt sowohl körperliche Robustheit als auch eine gute Kopfballstärke ins Lübecker Spiel. Den dritten Part hat sich seit Oktober Florian Riedel gesichert. Der 30-Jährige fehlte im Hinspiel verletzt und war zuvor eher ein Außenbahnspieler gewesen. Mittlerweile spielt er den rechten Part in der Dreierkette. Seinen Stammplatz verloren hat dagegen im Oktober Ryan Malone. Er sah gegen Dresden früh Rot und spielt seither kaum eine Rolle. Keine Rolle spielt bisher auch Moody Chana, der Sommerneuzugang kam noch zu keinem Einsatz. Durch seinen U23-Status stand er aber immer im Kader. Erste Option ist momentan Nico Rieble, auch er begann die Saison als Stammspieler im Zentrum und kam zuletzt entweder auf anderen Positionen oder als Einwechselspieler zum Einsatz. Sollte der Wechsel zu einer Viererkette kommen sollten Grupe und Okungbowa die ersten Optionen sein.


Im zentralen Mittelfeld setzt man natürlich auf die Dienste von Mirko Boland. Er kam im Sommer aus Australien zurück und soll die Mannschaft mit seiner Erfahrung führen. Dies tut der 33-Jährige und ist (abgesehen von einer Verletzungsphase im Dezember) auch ein gesetzt Spieler und meist über 90 Minuten unterwegs. Er hat ein gutes Auge, kann Bälle in die Tiefe spielen und steht schon bei drei Vorlagen. Boland spielt normal nicht den defensivsten Part. Dies gilt auch für Leihgabe Zehir. Meistens ist er der zweite gesetzte Spieler, zuletzt gegen Mannheim hat er zum ersten Mal seit Mitte November nur von der Bank. Zehir ist ein offensiver spielender Akteur und geht auch gerne selbst bis in den Strafraum. Als Alternativen hat man Yannick Deichmann und Thorben Deters. Deichmann hat auch gegen Mannheim auf der Acht gespielt. Er ist die Allzweckwaffe für Lübeck. Lucas Wolf ist die junge Alternative für Einwechslungen. Für den defensivsten Part kommt meistens Sven Mende in Frage. Er spielt seit 2016 für Lübeck und kann den anderen Mittelfeldspielern den Rücken freihalten. In einem 4-5-1-System könnte das zentrale Mittelfeld mit Boland, Mende und Zehir bestehen bleiben.


Auf der linken Seite ist meist Marvin Thiel der gesetzte Spieler. Er gehört zur Aufstiegsmannschaft, bereitete im Hinspiel die Führung vor und steht allgemein schon bei vier Vorlagen. Ein Zeichen für seinen ausgeprägten Offensivzug. Zuletzt saß er auch einige Male auf der Bank und wurde - wie in Zwickau - durch Nico Rieble ersetzt. Sollte mit einer Viererkette gespielt werden, so ist auch Rieble als Linksverteidiger und Thiel im linken Mittelfeld eine erwartbare Option. Seit Mittwoch ist auch Sebastian Hertner zurück im Training und könnte vielleicht schon eine Option am Sonntag für die linke Seite sein. Die rechte Außenbahn wird normal durch Pascal Steinwender besetzt. Die Leihgabe hat Lübeck klar verstärkt und steht schon bei sechs Scorerpunkten. Er hat viel Tempo, er hat fußballerische Klasse und geht gerne auch in die Spitze. Teilweise spielt er auch im Sturm. Zuletzt war Thorben Deters die Alternative wenn er vorne agierte oder von der Bank kam. Bei einer Viererkette könnte Steinwender zusätzlich auf die Absicherung durch einen Rechtsverteidiger bauen. Dies sollte im Normalfall dann Riedel sein.


Dazu kommen bei der Dreierkette noch zwei Angreifer. Nicolas Hebisch spielte in der Saison noch fast keine Rolle, Aufstiegsheld Patrick Hobsch (13 Tore) ist diese Woche suspendiert gewesen. Der stetige Unruheherd aus dem Hinspiel, Elsamed Ramaj, fehlte lange Zeit verletzt und kehrte zu Beginn des Jahres zurück. Gegen Mannheim gab er sein Startelfcomeback und konnte seither einige Trainingseinheiten sammeln. Er spielte da an der Seite von Soufian Benyamina. Der erfahrene Angreifer ist jedoch alles andere als gesetzt. Gesetzt ist auch nicht Martin Röser, er kam gegen Mannheim von der Bank. Zuvor hatte er aber drei Spiele von Beginn an bestritten. Neben zwei echten Angreifer kann man auch wieder auf die Kombination von einem Stürmer und einem Mittelfeldspieler setzen. Mit Deichmann und Steinwender hat man zwei perfekte Spieler dafür. Bei einem Spielsystem mit einer Sturmspitze gibt es keine Erfahrungswerte welchen Spieler man beim VfB bevorzugt.



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