Ausblick: Lizenzantrag und Heimspiel gegen Duisburg

Das Heimspiel des FCS gegen den VfB Lübeck wurde bekanntlich nach Frankfurt verlegt. Die große Frage ist nun: Bleibt der Umzug vorerst ein One-Hit-Wonder? Oder muss der FCS auch im nächsten Heimspiel wieder nach Frankfurt reisen? Es bleiben immerhin noch 16 Tage bis zum Spiel gegen den MSV Duisburg und eigentlich sollte man dann auch wieder ins Stadion zurückkehren können. Die aktuellen Wetteraussichten sagen folgendes: Ab Mitte der nächsten Woche sollen die Temperaturen auf rund zehn Grad ansteigen. Zugleich sind starke Regenfälle gemeldet. Die Stadt als Eigentümers des Stadions war offenkundig von Frost, Schnee und Regen im Januar überrascht. So konnte das Verfahren der Druckluftlanze auch am Donnerstag nicht umgesetzt werden. Zwar meldete man einen Erfolg (bei der Probebohrung sei viel Wasser nachgelaufen), doch trug die Spielfläche zu diesem Zeitpunkt noch zu viel Wasser um die Arbeiten tatsächlich durchzuführen. Auch weitet man den Einsatz der Lanze nun aus: Statt eine Entwässerung an besonderen nassen Flächen soll es nun seine komplette Entwässerung des Rasens sein. Ob diese Maßnahme bis zum Heimspiel gegen Duisburg umgesetzt werden kann ist noch offen und hängt auch an den tatsächlichen Witterungsbedingungen. Zunächst einmal muss nun ein Raster des Heizteppichs erstellt werden. Dies soll eine Beschädigung der Rasenheizung und ihrer Drähte durch die Druckluftlanze verhindern. Nach der Behandlung der Spielfläche mit der Lanze wird sich die Spielfläche zunächst anheben und muss dann zweimal gewalzt werden.


Ein weiteres großes Thema bleibt die Lizenzierung auf die Saison 2021/22. Aufgrund der Tabellensituation wird der FCS gleich drei Mal eine Lizenz beantragen. Für die Regionalliga Südwest hat man noch etwas Zeit. Erst Mitte April muss eine Bürgschaft hinterlegt werden. Das technisch-organisatorische Lizenzierungsverfahren stellt für diese Spielklasse keine Probleme dar und ist man aus der letzten Regionalligazeit schon gewohnt. Für die 3.Liga sowie für die zweite Bundesliga gilt dagegen der Stichtag 1.März 2021 (Montag). Bis zu diesem Zeitpunkt muss man die Unterlagen für ein komplettes Zulassungsverfahren an den jeweiligen Verband senden. Innerhalb des Lizenzierungsverfahren werden auf der einen Seite die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und auf der anderen Seite die technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit überprüft. Die 2.Bundesliga obliegt der Hoheit der DFL, die dritte Liga wird durch den DFB verwaltet. Mitte April erfolgt durch den jeweiligen Verband eine erste Rückmeldung mit Auflagen und Bedingungen an die Vereine. Dann hat man noch mal einige Wochen Zeit um die Bedingungen zu erfüllen. Im Anschluss gibt es die endgültige Entscheidung über Lizenzerteilung oder Lizenzverweigerung. Diese Entscheidung fällt spätestens Mitte Juni, meist jedoch schon Ende Mai. Auflagen müssen erst im Laufe der entsprechenden Saison abgearbeitet werden.


Aus finanzieller Sicht dürfte der Lizenzantrag für beide Profiligen keine großen Schwierigkeiten bereiten. Mit den Sponsoren um die Victors Gruppe von Präsident Hartmut Ostermann im Rücken und der soliden Finanzplanung in den letzten Jahren wird man trotz der Einbußen infolge der Corona-Pandemie und durchgängigen Geisterspielen einen belastbaren Etat für die 3.Liga vorweisen können. So musste der FCS - als einer von wenigen Clubs - im Januar keinen Liquiditätsnachweis erfüllen. Beim Antrag zur 2.Bundesliga sollte dies angesichts der enormen Fernsehgelder noch weniger ein Thema werden.


Die großen Knackpunkte bleiben die organisatorische sowie infrastrukturelle Seite. Neben mehr Personal (wie ein Pressesprecher) geht es hier wieder um das Stadion. In beiden Profiligen braucht es eine Rasenheizung und diese Rasenheizung muss auch Betriebsbereit sein. Für den FCS ist das schon mal ein riesiges Thema. Die Stadt Saarbrücken als Eigentümer des Ludwigsparkstadions befindet sich bekanntlich in einem Rechtsstreit und die Rasenheizung kann aktuell nicht fertig gestellt werden. Ob das bis zur neuen Saison funktioniert bleibt offen, bei der Arbeitsweise der Stadt kann das Problem durchaus auch noch nicht behoben sein. Eine erneute Ausnahmeregelung für den Sommer 2021/22 gibt es jedoch nicht. Man bräuchte eine andere Spielstätte als Hauptstadion. Frankfurt könnte dann wieder in den dauerhaften Fokus rücken. Mit dieser Unbekannten muss der Verein rechnen. In der 2.Bundesliga braucht es zudem sogar eine Kapazität von 15.000 Zuschauern, dieses Kriterium erfüllt auch Frankfurt nicht (der heimische FSV hat mit einer Ausnahmeregelung über Jahre mit 12.500 Plätzen spielen dürfen). In der 2.Bundesliga ist - anders als in der 3.Liga - ein Nachwuchsleistungszentrum vorgeschrieben. Der FCS unterhält seit dem 3.Dezember 2018 ein Leistungszentrum.




Lizenzstatut zur 3.Liga (DFB)

Lizenzstatut zur 2.Bundesliga (DFL)

Kommentare 3

  • Alles schwer einzuschätzen, ob man nicht funktionierende Drainagen so auf Dauer ersetzen kann? Wie lange dauert der Prozess mit ausführenen Firmen? Alles nicht so geil. Dazu muss bei allem was gemacht wird auch immer mit einberechnet werden das wieder nur Mist fabriziert wird. Was das für Auswirkungen von die Lizens etc. hat weiß ich ich nicht. Aber welche Optionen gibt es auf Dauer? Keine!

  • Bei der Lizensierung immer drank denken auch für die unfähigen beim DFB mitzudenken. Was unseren Rasen betriff, der muss raus kann mir nichts anderen vorstellen. Wann die Rasenheizung laufen kann entscheidet das Gericht...

  • Mich beschleicht gerade das dumme Gefühl das uns die Dimension der Probleme noch nicht richtig bewusst ist.