Vorbericht: Schon am Mittwoch bei Hansa gefordert

Es läuft mal wieder eine englische Woche in der 3.Liga. Viel Zeit zwischen den Spielen bleibt naturgemäß in diesen Zeiten nicht und dies gilt aktuell auch für den FCS. Gerade einmal gut 75 Stunden liegen zwischen dem Abpfiff des "Heimspiels" gegen Lübeck und dem nächsten dicken Auswärtsbrocken am Mittwoch. Das Unentschieden gegen Lübeck verursacht auch einen Tag nach dem Spiel noch Schmerzen. Man hat zwei Punkte hergeschenkt. Diese Punkte gibt es jedoch nicht zurück und der Blick muss nach vorne. Die weiteste Auswärtsfahrt der Saison steht an und für den FCS geht es rund 850 Kilometer von Saarbrücken aus nach Rostock. Aus diesem Grund wird die Mannschaft auch mit dem Flugzeug nach Rostock anreisen. Ob der FCS jemals seit dem Bundesligaaufstieg in Chemnitz am 17.Mai 1992 und dem Heimflug über Metz für ein Pflichtspiel in einen Flieger gestiegen ist, ist unbekannt. In Rostock trifft man am Mittwoch ab 19:00 Uhr auf den heimischen FC Hansa Rostock.



TV-Übertragung/Livestream

Allen interessierten Zuschauern bleibt lediglich die Übertragung von Magenta Sport. Das Spiel kommt am Mittwoch sowohl als Einzelspiel als auch in der Konferenz. Kommentator der Begegnung ist Andreas Mann, als Moderator fungiert Alexander Küpper. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Das Ostseestadion in Rostock gehört zu den interessantesten Arenen in der 3.Liga und wäre in einer normalen Spielzeit ein Highlight in Sachen Auswärtsfahrt gewesen. FCS-Fans und Zuschauer sind in Rostock doch den anhaltenden Lockdown aber so oder so nicht erlaubt. Immerhin kann man sich sicher sein: In Rostock wird auf dem erwarteten Platz gespielt und Diskussionen um eine Ausweichspielstätte sind verschwendete Zeit. Wir haben trotz des erneuten Geisterspieles einen Blick auf das Ostseestadion und aktuell kursierende Pläne über einen Verkauf des Stadion durch Hansa an die Stadt geworfen.



Bilanz

Der FCS und Hansa Rostock befinden sich in ihrer siebten gemeinsamen Saison in einer Spielklasse. Zu Buche stehen bisher 13 Pflichtspiele zwischen den Malstättern und der Kogge. Die Bilanz spricht mit sechs Siegen für Hansa, der FCS konnte vier Begegnungen gewinnen. In Rostock selbst dagegen gab es für den FCS noch nie einen Sieg. Nur einmal konnte man überhaupt einen Punkt aus Rostock mitnehmen. Am 4.Oktober 2013 gab es unter Milan Sasic ein 0:0-Unentschieden. Im Oktober 2010 verlor man mit 1:2 in Rostock, für den FCS traf Özbek zur zwischenzeitlichen Führung. Im Rückspiel bezwang man die Rostocker mit 3:0. Vor 8.000 Zuschauern traf Manuel Stiefler, außerdem war Markus Fuchs doppelt erfolgreich. Mit diesem Sieg verzögerte man den Aufstieg von Hansa um einige Tage. Nach ihrer Rückkehr in der Saison 2012/13 verlor man im Ostseestadion mit 0:2, im Rückspiel gab es vor 4.600 Zuschauern ein Unentschieden. Marcel Ziemer brachte den FCS in Front (51.), Manfred Starke glich für Rostock nach 70 Minuten aus. Die letzten Vergleiche gab es in der Saison 2013/14. Im Hinspiel in Rostock erkämpfte sich der FCS den einzigen Punkt, im Rückspiel besorgten Patrick Schmidt und Raffael Korte einen 2:0-Heimsieg. Am zweiten Spieltag dieser Saison war Hansa der erste Gegner nach der Rückkehr in den Ludwigspark. Die 900 zugelassenen Zuschauer auf der Haupttribüne sahen einen frühen Elfmeter und die Führung durch Jacob. Der FCS verpasste in Hälfte 1 den zweiten Treffer und sah sich im zweiten Abschnitt einem großen Druck der Gäste aus. Kurz vor Spielende besorgte Shipnoski die Entscheidung.



Der Gegner: FC Hansa Rostock

Der FC Hansa Rostock gehört ohne Zweifel zu den größten Traditionsvereinen in der 3.Liga. Man hat rund 14.000 Mitglieder und in normalen Spielzeiten pendelt sich auch der Zuschauerschnitt im Ostseestadion in dieser Größenordnung ein. Die Gründung des FC Hansa wird auf den 28.Dezember 1965 datiert, an diesem Tag löste sich der Club offiziell von Empor Rostock und wurde zu einem reinem Fußballclub. Empor Rostock wurde bereits 1954 als typischer Sportclub der DDR gegründet und war bis 1965 durchaus erfolgreich. Gleich vier Mal wurde man Vizemeister der DDR-Oberliga. Auch nach der Abspaltung war man ein etablierter Erstligist, rutschte aber ins Mittelfeld (mit dem ein oder anderen Ausflug in die 2.Liga) ab. Erst in der letzten DDR-Saison 1990/91 gelang dem Club die erste Meisterschaft und zugleich die Qualifikation für die Bundesliga. Außerdem wurde man letzter Pokalsieger der DDR.


Wie alle Clubs aus der DDR geriet Hansa nach der Wende jedoch in ernste Probleme und stieg bereits in der ersten Saison als Tabellenletzter ab. Der erhoffte direkte Wiederaufstieg blieb aus, erst 1995 gelang die Rückkehr in die Bundesliga. In der Bundesliga konnte man sich zehn Jahre halten und gehört damit zu den erfolgreichsten Clubs aus der ehemaligen DDR. Nach zwei Jahren in der 2.Liga kehrte man 2007 noch mal für eine Saison in die Bundesliga zurück, in der Folge rutschte man jedoch weiter ab. 2010 verlor man die Relegation gegen Ingolstadt und stieg gar in die Drittklassigkeit ab. Der "Betriebsunfall" konnte mit dem direkten Aufstieg korrigiert werden, doch 2012 stieg man als Tabellenletzter wieder ab und vom diesem Schlag konnte sich Hansa seither nicht mehr erholen. In der Saison 2020/21 befindet man schon in die neunte Drittligasaison in Folge. Der Wiederaufstieg ist zwar generell das erklärte Ziel der Hanseaten, wurde allerdings nicht offen als Saisonziel formuliert. Über Jahre spielte man nur im Mittelfeld der 3.Liga und stand 2015 kurz vor dem Absturz in die 4.Liga. 2017/18 und 2018/19 landete man auf dem sechsten Platz. In der Saison 2019/20 gab es für Hansa ein Auf- und Ab und man war den größten Teil der Saison in Schlagweite zu den Aufstiegsplätzen. Am 33.Spieltag lag man noch auf dem Relegationsplatz, im Endspurt fehlten jedoch die Ergebnisse und der Aufstieg konnte nicht erreicht werden. Wieder einmal landete man auf dem sechsten Platz. Seit Januar 2019 ist Jens Härtel für die sportliche Seite in Rostock verantwortlich. Der 51-Jährige trainierte zuvor unter anderem den 1.FC Magdeburg über viele Jahre. Kein ehemaliger FCS-Spieler steht im Aufgebot der Rostocker.



Transferaktivitäten

Seit dem Hinspiel gab es in Rostock keine Abgänge, man hat aber insgesamt drei Neuzugänge. Ende September kam er vom VfL Wolfsburg II. Er spielt auf dem offensiven Flügel. Im Winter wurde Simon Rhein vom 1.FC Nürnberg ausgeliehen. Der Sechser (22) spielte in Nürnberg nur eine untergeordnete Rolle und ist für Hansa eine weitere Option im zentralen Mittelfeld. Auf Leihbasis kam zudem Lion Lautenbach von Holstein Kiel. Auch er wurde ausgeliehen. Er spielt vorzugsweise im Angriff.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Nach der Niederlage im Hinspiel konnte Rostock auch im Heimspiel gegen Uerdingen nicht gewinnen und kam nicht über ein 0:0 hinaus. Mit vier Punkten war der Start in die Saison eher mäßig. Den zweiten Saisonsieg gab es am vierten Spieltag beim SC Verl. Rostock war die bessere Mannschaft und führte sowohl mit 2:0 als auch mit 3:1. Die Tore erzielten Bahn, Neidhart und Litka. Die letzte halbe Stunde rettete man in Überzahl das 3:2 über die Runden. Einem weiteren Heimsieg war man gegen 1860 München nahe. Bahn glich einen Rückstand aus und die Schlussoffensive brachte nicht mehr den Siegtreffer. Litka kurz vor und Verhoek kurz nach der Pause sicherten einen 2:1-Auswärtssieg in Mannheim, anschließend fegte man Viktoria Köln mit 5:1 aus dem Ostseestadion. Bahn und Verhoek in der ersten Hälfte, sowie Riedel und Verhoek zu Beginn der zweiten Hälfte erzielten jeweils einen Doppelschlag, Vollmann traf zum zwischenzeitlichen 5:0. Rostock sprang damit auf Platz 2. Danach kam man in eine leichte Ergebniskriese. Sowohl in Kaiserslautern (0:0), als auch in Halle und Magdeburg (je 1:1) spielte man Unentschieden, dazwischen verlor man das Heimspiel gegen Dynamo Dresden mit 1:3 und lag hier nach 40 Minuten schon mit 0:3 hinten. Rostock rutschte bis auf den neunten Platz ab. Innerhalb von fünf Tagen ließ man zwei Heimsiege folgen. Zunächst bezwang man die Reserve des FC Bayern mit 2:0. Riedel und Pullido trafen für den FCH. Ein Treffer von Bahn sowie ein Eigentor ließen einen weiteren 2:0-Heimsieg im Nachholspiel gegen Türkgücü München folgen. Der Dezember blieb ansonsten ein trister Monat. Zunächst unterlag man in Wiesbaden mit 1:2, am 15.Spieltag musste man sich zuhause auch dem SV Meppen mit 0:2 geschlagen geben und am 16.Dezember unterlag man beim 1.FC Ingolstadt mit 1:0. Im letzten Spiel vor der Winterpause gab es noch mal einen Sieg. Omladic brachte Hansa nach 16 Minuten in Front, nach der Pause konnte man durch ein Eigentor erhöhen. Als Fünfter ging es in die Winterpause. Zum Auftakt des Jahres gewann man das Heimspiel gegen Unterhaching mit 1:0. Jon Verhoek erzielte nach 55 Minuten das einzige Tor des Tages. Die Auswärtsbegegnung gegen Lübeck musste dagegen kurzfristig abgesagt werden. Am Samstag war man beim MSV Duisburg zu Gast. Im erwartungsgemäß schweren Spiel startete Hansa perfekt und ging früh durch Pulido in Führung. Pulido legte dann per Fernschuss nach einer halben Stunde nach. Doch fünf Minuten später kamen die Duisburger zum Anschlusstreffer. Rostock verteidigte die Führung jedoch über das restliche Spiel.


Mit diesen drei Punkten und dem dritten Sieg in Folge ist Hansa wieder auf den vierten Tabellenplatz geklettert und befindet sich im Aufstiegskampf in einer ordentlichen Situation. Sie haben in der Saison noch alle Möglichkeiten. Ihre 32 Punkte bedeuten gerade einmal sechs Punkte Rückstand zu Spitzenreiter Dynamo Dresden. Noch wichtiger: Der FC Ingolstadt ist nur zwei Zähler entfernt. Zwei Punkte Vorsprung hat auch 1860 München, hier hat Rostock jedoch noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. In einer bereinigten Tabelle könnte man so aus eigener Kraft auf dem Relegationsplatz liegen. Und dies obwohl auch sie schon das typische Auf & Ab in der 3.Liga erlebt haben. In ihren 19 Saisonspielen holten sie neun Siege, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen. 27 Saisontreffer stellen gemeinsam mit Ingolstadt den schlechtesten Wert der TOP7, doch die Differenz ist stellenweise marginal. Fünf Mal in der Saison gab es keinen eigenen Treffer. Bester Torschütze ist Angreifer Jon Verhoek mit sechs Saisontoren. Ihm folgt Bentley Baxter Bahn mit vier Treffern. Bester Vorlagengeben ist Außenverteidiger Neidhart mit fünf Vorlagen, Verhoek, Vollmann und Litka stehen bei vier Vorlagen. Defensiv haben sie erst 19 Gegentore bekommen. Gemeinsam mit Dresden und Uerdingen ist dies der beste Wert in der Liga. Sie verteidigen geschickt, können knappe Führungen über die Zeit bringen und haben sechs Mal in der Saison keinen Gegentreffer kassiert. In den letzten drei Spielen gab es nur einen Gegentreffer. In der Heimtabelle belegt Rostock mit 17 Punkten aus neun Spielen einen guten vierten Platz. Fünf Heimspiele worden gewonnen, dazu kommen zwei Unentschieden und zwei Niederlagen. In den vier Heimspielen mit Zuschauern gab es zwei Siege und zwei Remis, seither drei Siege und zwei Niederlagen. Zuletzt verlor man Mitte Dezember gegen den SV Meppen.



Aufstellung gegen den MSV Duisburg


q6i9m.png%20