Die Lage des FCS vor Rostock

Mit vier Punkten aus drei Spielen hat der FCS aus sportlicher Sicht einen durchschnittlichen Start in das Jahr 2021 hingelegt. Das Spiel gegen Lübeck hätte man gewinnen müssen, gegen Meppen zumindest nicht verlieren müssen. Dafür hat man in Magdeburg gewonnen, ein Spiel wo auch ein Remis sehr gut möglich gewesen wäre. Es waren drei Spiele auf Messers Schneide und es setzt den Trend des Vorjahres fort. Es sind immer enge Begegnung, es geht um Kleinigkeiten und diese Aspekte werden auch bei den beiden folgenden Auswärtsspielen in Rostock und in Halle zum Tragen kommen. Es sind anspruchsvolle Aufgaben, gerade Rostock gehört zu den stärksten Mannschaften in der Liga und wird bis zum Ende um den Aufstieg spielen. Trotzdem hat man beide Teams in der Hinserie geschlagen und hat allgemein Auswärts in der Saison schon gute Ergebnisse geliefert. Auch da geht es um wichtige Punkte und Erfolgserlebnisse und so oder so gibt es in dieser Spielklasse keine leichten Aufgaben für den FCS.


Hansa ist eine sehr robuste Mannschaft und hat einen sehr klaren Plan. Jens Härtel richtet seine Mannschaft in der Regel nach seiner Taktik aus, auch wenn Spieler dann auf ungewohnten Positionen ran müssen. Mit Kolke haben sie einen starken Schlussmann hinter ihrer Abwehr und allgemein gehört die Defensive zu den Besten in der Liga. Beide Außenverteidiger sind dynamische Spieler und kriegen trotz Offensivdrang auch die Rückräume auf ihren Außenbahnen gedeckt. Riedel ist ein athletisch starker Spieler, Sonnenberg bringt dafür die Körpergröße mit. Beide Innenverteidiger sind spielstark und bauen das Spiel der Hanseaten auf. Im Mittelfeld sind sie eine Wundertüte mit den Ausfällen. Doch Rhein, Omladic oder Pulido sind für diese Liga richtig gute Kicker und es zeigt wie viel Qualität im Kader ist und vorne drin mit Verhock ist das so oder so der Fall. Ein Pascal Breier würde bei vielen Teams in der Liga von Beginn an stürmen, in Rostock sitzt er meist nur auf der Bank. Sehr wichtig: Rückstände vermeiden. Nach einer Führung hat Rostock in dieser Saison noch keine Punkte abgegeben. Das ist eine Statistik, doch die Mannschaft wird in Führung liegend noch unangenehmer. Sie arbeiten sehr gut in der Defensive und können auch Druckphasen ohne Gegentreffer überstehen. Dagegen steht die Möglichkeit über die Mittelfeldspieler schnelle Konter zu fahren.


Beim FCS hat man wenig Zeit in Vorbereitung auf das Spiel. Man ist Sonntag am frühen Abend in Saarbrücken angekommen und muss sich am Dienstag wieder auf den Weg nach Rostock begeben. Immerhin hat sich der Verein für eine Anreise mit dem Flugzeug entschieden und spart sich viele Stunden im Reisebus auf der Autobahn. Montag, Dienstag und Mittwoch stehen jeweils lockere Einheiten an. Den Gastgebern blieb immerhin ein Tag mehr Pause.



Personelle Situation

Die personelle Situation hat sich am Sonntag nicht verbessert. Abwehrchef Steven Zellner zog gegen Lübeck einen Teilabriss im Kreuzbandriss zu. Glücklicherweise ist das Band nicht komplett ab, ob Zellner jedoch - auch angesichts seiner vorherigen Verletzungen - in dieser Saison noch mal eine Rolle spielen kann bleibt fraglich. Angreifer Julian Günther-Schmidt sah gegen Lübeck die Ampelkarte und muss am Mittwoch seine Sperre absitzen. Dazu fehlt natürlich auch Torhüter Ramon Castellucci (Wadenbeinbruch) weiter. Mario Müller steht mit einer Einblutung im Sprunggelenk nicht zur Verfügung, immerhin haben sich hier die ersten Befürchtungen nicht bestätigt und der Außenverteidiger wird in absehbarer Zeit wieder zur Verfügung stehen.


Der Status von drei Spielern ist unbekannt oder nicht konkret beschrieben worden. Sebastian Bösel und Fanol Perdedaj sind nach ihren Verletzungen am Samstag langsam wieder ins Training eingestiegen. Mutmaßlich wird man auf beide Akteure verzichten müssen. Bei Marin Sverko gab es dagegen widersprüchliche Aussagen in den Medien. Einmal wurde Trainer Kwasniok mit einem Risiko beim Einsatz (mangels echter Trainingseinheit zum Prüfen) zitiert, einmal Sportdirektor Luginger mit der Hoffnung auf seine Rückkehr am Montag. Mit Blick auf die weitere Saison wird man das einzugehende Risiko bewusst kalkulieren müssen. Ein Rückschlag mit einem längeren Ausfall wäre bitter.


Eine positive Meldung gibt es: Neuzugang Bjarne Thoelke ist zum ersten Mal eine Alternative für den Kader. Angesichts der Wadenverhärtung in den letzten Tagen und einem halben Jahr ohne Verein ist er jedoch keine Option für einen Einsatz von Beginn an. Stattdessen gilt es ihn über Kurzeinsätze an die Mannschaft zu führen. Sonstige angeschlagene oder verletzte Spieler sind nicht bekannt. Ohne Marin Sverko steht Lukas Kwasniok noch exakt ein 18er-Kader zur Verfügung. Kann Sverko mitwirken, so verpasst ein Spieler den Sprung in den Kader. Die Entscheidung könnte dann zwischen Lukas Schleimer und Luca Kerber fallen.



Wie könnte der FCS beginnen?

Die Kaderdecke beim FCS wird enger und gerade in der Defensive wird man zu Umstellungen gezwungen sein. Ausfälle gehören zum Sport dazu. Gerade im Januar und schlechten Trainings- und Spielplätzen oder mit Einheiten auf Kunstrasen lassen sie sich nicht vermeiden und die kurze Winterpause hat auch keine große Erholung zugelassen. Nachdem man zuvor relativ glimpflich durch die Saison kam, ist es jetzt ein Stück weit schwieriger. Im Rahmen der Möglichkeiten gilt es die bestmögliche Mannschaft zu finden. Ausfälle bedeuten auch immer zusammenrücken und sich noch mehr auf die mannschaftliche Geschlossenheit zu berufen. Nach dem Spiel in Rostock bleiben fünf Tage bis Halle und genügend Zeit da noch mal Kräfte zu sammeln. Daniel Batz im Tor ist klar und zumindest auf der Position hat man keine personellen Sorgen. Die erste taktische Option sollte das gewohnte 4-1-4-1-System bleiben. In dem System muss man basteln, man kann aber die Positionen mit dem verfügbaren Personal entsprechend besetzen. Ein Wechsel auf ein anderes System mit einer Dreierkette hängt an der Personalie Sverko. Hier könnte ein 3-4-3-System (Batz - Barylla, Uaferro, Sverko - Jänicke, Zeitz, Froese, Breitenbach - Shipnoski, Jacob, Gouras) in Frage kommen.


Als gelernte Abwehrspieler stehen Barylla, Uaferro, Breitenbach, Thoelke und vielleicht Sverko zur Verfügung. Neuzugang Thoelke kann noch keine Rolle für die erste Elf spielen. Angesehen von den muskulären Problemen hat er zuletzt vor sieben Monaten ein Pflichtspiel bestritten. Immerhin: Angesichts von fünf möglichen Wechseln ist es leichter ihm in den nächsten Spielen auch Spielpraxis zu geben. Die zentrale Frage ist daher: Wie viel Risiko ist ein Einsatz von Marin Sverko? Mit Blick auf die weitere Saison wird man das einzugehende Risiko bewusst kalkulieren müssen. Ein Rückschlag mit einem längeren Ausfall wäre bitter. Er hat in dem Jahr noch keine Minute spielen können und eigentlich keine echte Trainingseinheit mit der Mannschaft absolviert, sondern nur Abschlusstrainings und lockere Regenerationseinheiten in der englische Woche. Spielt Sverko nicht läuft alles auf eine Viererkette mit Jänicke, Uaferro, Barylla und Breitenbach hinaus. Spielt Sverko von Beginn an ist er der Kandidat für die linke Abwehrseite. Nach dem Ausfall von Müller hat man sonst keine direkte Alternative. Allerfalls Jayson Breitenbach oder Tobias Jänicke könnten hier in die Bresche springen. Beide Akteure sind auch die Kandidaten für die rechte Abwehrseite. Jänicke hat da zuletzt gegen Lübeck ein ordentliches Spiel gezeigt. Nur wenn Sverko in der Innenverteidigung spielen sollte könnte Anthony Barylla für eine der beiden Außenbahnen eine Option werden. Zuletzt war er jedoch fest im Zentrum zu sehen. Sverko hat unter Kwasniok meist im Zentrum gespielt. Dort wiegt der Ausfall von Steven Zellner extrem schwer. Der Abwehrchef bricht weg und muss für eine lange Zeit ersetzt werden. Da man auf einen zusätzlichen Innenverteidiger verzichten möchte muss dies intern gelingen. Für Mittwoch ist die Lage überschaubar. Uaferro kam gegen Lübeck für Zellner ins Spiel und ist ein hochgewachsener Verteidiger. Daneben bleibt nur Sverko.


Im defensiven Mittelfeld ist die Aufgabe überschaubarer. Hier wird erneut Kapitän Manuel Zeitz seinen Part einnehmen. Angesichts der nötigen Umstellungen in der Defensive ist diese Konstante vor der Abwehr umso wichtiger. Die beiden Achterpositionen gilt es dagegen wieder neu zu besetzen. Zuletzt spielten hier Golley und Günther-Schmidt. Letzterer fehlt nun gesperrt. Im Normalfall fällt mit Tobias Jänicke auch die naheliegendste Option weg. Jänicke wird eher wieder als Außenverteidiger benötigt. Es braucht entsprechend andere Lösungen. Man könnte wieder die überraschende Lösung gehen und Luca Kerber von Beginn an bringen. Er stand zuletzt jedoch nicht im Kader. Auch ein Einsatz von Lukas Schleimer von Beginn an wäre nach den letzten Wochen eine Überraschung. Mendler, Gouras, Froese oder Deville könnten dafür in die Rolle schlupfen. Für viele dieser Spieler ist es nicht die optimale Position, aber es kann notwendig werden. Deville hat keine Spielpraxis, hat gerade mal eine Woche mit der Mannschaft trainiert und sollte daher eher von der Bank kommen. Eine Überlegung wäre mit Golley oder Mendler als "Zehner" zu beginnen. Mendler hatte einen auffälligen Einsatz gegen Lübeck und hat sich einen weiteren Einsatz verdient. Dafür könnte Kianz Froese in die Mannschaft kommen und noch mal seine Chancen erhalten. Er hat alle Anlagen, auch für einen Startelfeinsatz und man könnte als Verbindungsstück zwischen Zeitz und dem zweiten Achter nutzen. Mit seiner körperlichen Präsenz und seiner Laufintensität kann man auch die eher schwächere defensive Ader von Mendler ausgleichen.


Über die Flügel könnten dann wieder Nicklas Shipnoski und Minos Gouras zum Einsatz kommen. Gouras kam gegen Lübeck erst von der Bank und wenn du einen solchen Spieler in einer englischen Woche noch "frisch" in der Hinterhand hast sollte man auch auf seine Dienste setzen. Gegen die offensiven Außenverteidiger der Rostocker wird auch Gouras ordentlich Defensivarbeit erledigen müssen. Shipnoski auf der rechten Seite hatte auch gegen Lübeck wenige Aktionen. Die Gegner sind auf ihn fokussiert, er bekommt wenige Räume und kann auch selten sein Tempo umsetzen. Dies könnte möglicherweise gegen Rostock besser werden und einen Spieler mit solcher Qualität nimmt man nicht leichtfertig vom Feld. Stoßstürmer bleibt Sebastian Jacob.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Bjarne Thoelke
Luca Kerber
Maurice Deville
Lukas SchleimerTimm Golley
José Vunguidica



Die U23-Regel ist mit Theißen, Breitenbach, Shipnoski, Gouras, Kerber und Schleimer mehr als erfüllt, auch wenn Sverko statt Kerber oder Schleimer in den Kader rücken sollte. Ansonsten hat man alle verfügbaren Kräfte dabei und Spieler die sonst weniger Einsatzzeiten erhalten müssen sich nun aufdrängen und ihre Chance angesichts von fünf möglichen Wechseln nutzen.


Nicht im Kader

Sebastian BöselFaserriss
Ramon CastellucciWadenbeinbruch
Fanol PerdedajWadenprobleme
Steven ZellnerTeilriss des Kreuzbandes
Mario MüllerEinblutung im Sprunggelenk
Julian Günther-SchmidtGelb-Rot-Sperre
Marin SverkoFaserriss

Kommentare 2

  • Wahrscheinlich so etwas wie: Vungu LV und Breitenbach RV

  • Da wird Kwassi die Startelf aus dem Hut zaubern müssen.

    Bin echt gespannt wer da morgen aufläuft,

    könnte mir vorstellen dass es eine Überraschung gibt.