Spielbericht: Schmerzhaftes Unentschieden gegen Lübeck

Nach der unfreiwilligen Spielpause in Folge der witterungsbedingten Absage des Heimspiels gegen den FSV Zwickau am letzten Wochenende konnte der FCS an diesem Sonntag wieder selbst auf den Platz und musste nicht nur die Spiele anderer Teams vor dem Fernseher verfolgen. Das "Heim"spiel gegen den VfB Lübeck brachte im Vorfeld jedoch trotzdem ordentlich Ärger. Der Rasen im Ludwigspark war erneut nicht bespielbar, ein Umzug in das Ausweichstadion nach Frankfurt wurde notwendig. Die Malstätter gingen wieder in den Exilstatus und trugen zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte ein Heimspiel außerhalb des Saarlandes aus. Abläufe mussten angepasst werden, zusätzliche Reisestrapazen auf sich genommen und der kurzfristige Umzug kostete den FCS einen fünfstelligen Betrag. Wir berichteten über das Armutszeugnis der Stadt Saarbrücken. Erwartungsgemäß befand sich zudem das Spielfeld am Bornheimer Hang in einem schlechten Zustand.


Die Gegebenheiten hieß es sportlich anzunehmen und nach dem Auswärtssieg gegen den 1.FC Magdeburg nachzulegen. Der VfB Lübeck kam als Tabellenletzter nach Frankfurt. Man hatte vier Niederlagen in Serie im Gepäck, seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen und nach den Spielen am Samstag lag man fünf Punkte hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz. Die Spiele waren jedoch stets eng und Mannschaften mit dieser Ausgangslage werden gerne einmal extrem gefährlich. Auch das Hinspiel war kein Selbstläufer, der FCS tat sich dagegen lange Zeit richtig schwer und konnte am Ende gerade so ein Unentschieden holen. Die Gäste hatten unter der Woche ihren Kader verkleinert und Hinspieltorschütze Hobsch vorerst suspendiert. Auch ihr letztes Heimspiel gegen Rostock fiel aus, zuvor hatte man gegen Waldhof Mannheim mit 0:1 verloren. Im Vergleich zu diesem Spiel änderte Trainer Rolf Landerl seine Mannschaft auf zwei Positionen. Rieble und Röser begannen statt Ramaj und Benyamina rein. Lukas Kwasniok musste auch in diesem Spiel auf Ramon Castellucci (Wadenbeinbruch), Marin Sverko (Zerrung), Sebastian Bösel (Faserriss), Bjarne Thoelke (muskuläre Probleme) und Fanol Perdedaj (Wade) verzichten. Dafür stand Maurice Deville erstmalig nach seinem Muskelfaserriss wieder zur Verfügung. Den Sprung in den Kader verpassten Lukas Schleimer und Luca Kerber. Im Vergleich zum Spiel gegen Magdeburg änderte Lukas Kwasniok seine Mannschaft auf zwei Positionen. Markus Mendler rückte für Minos Gouras in die Mannschaft, außerdem feierte Neuzugang Julian Günther-Schmidt sein Startelfdebüt. Er spielte für Breitenbach. Dafür rückte Tobias Jänicke auf die Position des rechten Verteidigers. Zum ersten Mal in dieser Saison durften beide Mannschaft fünf Wechsel (statt drei Wechsel) vornehmen.


Der FCS kam richtig gut in die Begegnung. Man agierte von der ersten Sekunde an mit deutlich mehr Selbstvertrauen als noch in Magdeburg und hätte wieder in der Anfangsphase in Führung gehen müssen. Der Anpfiff war kaum verhallt als Mendler den ersten gefährlichen Schuss aus der Distanz ansetzte. Lübecks Torhüter fälschte nach vorne ab, Nicklas Shipnoski entschied sich jedoch für eine Ballannahme statt den Ball direkt über die Linie zu drücken. Es waren entscheidende Sekunden und Lübeck klärte anschließend mit vereinten Kräften. Auch drei Minuten später kam der FCS über Mendler zu einer guten Gelegenheit. Nach seiner Flanke von Links köpfte Jacob jedoch am Tor vorbei. Den anschließenden Abstoß eroberten sich die Blauschwarzen sofort wieder, Barylla köpfte den Ball über die Abwehr und Mendler tauchte frei vor Raeder auf. Mit dem schwächeren rechten Fuß brachte der Mittelfeldspieler jedoch den Ball nicht am Torwart vorbei. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt muss der FC eigentlich führen und man spielte weiter nach vorne und setzte den Mitaufsteiger früh unter Druck. Raeder klärte nach einer Ecke von Mendler, über Mendler kam auch Günther-Schmidt an den Ball. Sein Abschluss aus der Drehung ging jedoch am Tor vorbei. Nach diesen 20 Minuten (die Gäste hatten - bis auf einen harmlosen Distanzschuss und eine Ecke - nichts nach vorne investiert) beruhigte sich das Spiel deutlich. Der FCS tat sich nun schwerer die tiefstehende Gästeabwehr zu knacken und der Platz wurde von Minute zu Minute schlechter. Man musste viel mehr auf Kampf gehen, viel mehr auf lange Bälle und den Zufallsfaktor und in diesen Mix konnte man sich kaum noch Chancen erspielen. Die hochstehende Spielweise lud dagegen zu Kontern ein und nach 28 Minuten ging Röser nach einem Stellungsfehler von Jänicke alleine auf Batz zu. Der Außenverteidiger setzte jedoch nach und klärte mit einem Monstertackling in letzter Sekunde. Die folgenden Minuten blieb es vor beiden Toren ruhig. Erst gegen Ende der ersten Hälfte kam der FCS wieder besser in das letzte Drittel des Gegners. Nach einem Freistoß von Mendler aus dem rechten Halbfeld klärte Raeder mit der Faust und nahm dabei Zellner mit. Der aufgerückte Verteidiger kam mies auf einer Bodenwelle auf und musste mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss ausgewechselt werden. Uaferro kam an seiner Stelle. Nach einem weiterem Eckball nahm Barylla den Ball aus der zweiten Reihe volley, auch er zog jedoch knapp neben das Tor. So ging es ohne Tore in die Halbzeit.


Die Spielrichtung veränderte sich auch nach der Pause nicht. Der FCS war die spielbestimmende Mannschaft, hatte den größten Teil des Ballbesitzes und hatte die Aufgabe komplett orientierte Lübecker zu knacken. Zu Beginn der Halbzeit gab es weitere Chancen. Zunächst sprintete Shipnoski in einen Querpass, seinen Abschluss parierte Raeder. Nach einer Ecke kam Jacob zum Kopfball, brachte jedoch zu wenig Druck hinter der Ball. Günther-Schmidt hatte die nächste Chance für Blauschwarz, er war von Markus Mendler eingesetzt. Sein Abschluss traf jedoch nur das Außennetz. Kurz darauf ging sein Fernschuss über die Latte. Auf der Gegenseite unterlief Batz eine Flanke der Gäste, Uaferro klärte per Kopf. Nach 64 Minuten kamen beim FCS Minos Gouras und Kianz Froese für Markus Mendler und Nicklas Shipnoski ins Spiel. Die Auswechslung des auffälligen Mendlers war eine kleine Überraschung, Shipnoski dagegen fand wie in den letzten Spielen kaum statt. Die Gäste zeigten mit ihren ersten beiden Wechsel die weitere Marschrichtung an: Deters und Zehir kamen für Steinwender und Röser. Man nahm damit den einzigen Stürmer vom Feld und stellt den schnellen Deichmann für weitere Konter in die Sturmspitze (68.). Doch sechs Minuten später veränderte sich die Statik des Spiels. Der bereits gelb vorbelastete Günther-Schmidt kam im Zweikampf zu spät. Obwohl er den Fuß zurückzog und seinen Gegenspieler nicht berührte sah er die Ampelkarte. In dieser Situation darf er nie so in den Zweikampf gehen. In Unterzahl veränderte sich das Spiel kaum. Lübeck zeigte weiter nur mäßiges Interesse auf ein offenes Spiel und der FCS hatte auch in Unterzahl mehr Ballbesitz. Golley holte so noch eine Ecke raus, Ertrag brachte sie jedoch nicht. Zehn Minuten vor Schluss zog Kwasniok die letzten Joker. Breitenbach und Vunguidica kamen für Golley und Jacob. Auch die Gäste wechselten doppelt und brachten zwei Offensivspieler. Offensiver wurden sie jedoch weiterhin nicht, dafür zog die Intensität des Spieles an. Grupe langte hart gegen Vunguidica hin, Deichmann räumte mit Anlauf Müller ab. Beide Spieler sahen die gelbe Karte. Mario Müller zog sich dafür eine Verletzung zu und humpelte in den letzten Minuten nur noch über das Feld. Eine längere Pause droht. Mit 9 1/2 Feldspielern war es nun ein Spiel aus Augenhöhe. Barylla brachte einen Freistoß rein, der Nachschuss von Jänicke ging jedoch weit über das Tor. In der Nachspielzeit hätte das Plan der Gäste jedoch noch aufgehen können. Deichmann Flankte von Rechts, der eingewechselte Ramaj vergab jedoch die große Chance zum Sieg. Kurz darauf war Ende.


Dieses Remis tut weh. Der FCS verschenkt zwei Punkte und verpasst damit einen absoluten BigPoint in dieser Saison. Trotz zahlreicher guter Gelegenheiten hat man das Tor nicht getroffen und kann sich daher am Ende auch nicht mal wirklich beschweren. Aus dieser Fülle an Torchancen muss mindestens ein Treffer fallen, eigentlich sogar zwei Tore und mit einer Führung läuft das Spiel naturgemäß anders. Gerade in der Anfangsphase des Spiels hatte man eine ganze Reihe von Torchancen. Auf einem solchen Untergrund wird man sich gegen einen tiefstehenden Gegner keine 25 Großchancen erspielen und man wird auch nicht über 90 Minuten zu Chancen kommen können. Dafür ist zu viel Zufall mit im Spiel, dafür kann man zu wenig Fußball auf einem solchen Platz spielen und diese Platzbedingungen kommen allgemein der defensiveren Mannschaft entgegen. Ansonsten hat der FCS vieles richtig gemacht. Man hat die Zweikämpfe angenommen, hat viele Zweikämpfe und auch zweite Bälle gewonnen und gegnerische Chancen vermieden. Abgesehen von der Szene am Schluss hatte Lübeck eigentlich kaum eine gefährliche Offensivaktion. Trotz viel Raum bei Kontern. Machst du deine Tore holst du dir diesen Arbeitssieg auf schwierigem Untergrund und kannst zufrieden sein, so muss man sich über das Spiel und das Ergebnis ärgern. Selbst mit einem Mann weniger war man nicht die schlechtere Mannschaft gewesen und hat trotzdem am Ende die gleiche Punktausbeute wie der Gegner. Der Platzverweis war unnötig und hat eine echte Schlussoffensive des FCS verhindert und wenn es ganz schlecht läuft nimmt Lübeck am Schluss sogar alle Punkte mit. Neben dem Ergebnis sind zudem die Ausfälle bitter. Sowohl bei Steven Zellner als auch bei Mario Müller sieht es nicht gut aus und beiden Akteuren droht eine längere Pause. Die Untersuchungen am Montag werden die schlimmsten Befürchtungen in beiden Fällen hoffentlich nicht bestätigen.


Der FCS bleibt mit nun 30 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Der Sprung auf 32 Punkte wäre möglich gewesen und wäre in Sachen Klassenerhalt ein großer Schritt gewesen. So kommt man dem Saisonziel lediglich mit einem kleinen Schritt näher. Man liegt neun Punkte vor der Abstiegszone, hat nun aber auch zwei schwere Auswärtsspiele vor der Brust. Für den FCS geht es in dieser englische Woche nun mit zwei tatsächlichen Auswärtsspielen weiter. Bereits am Mittwoch kommt es im Ostseestadion zum Verfolgerduell gegen den FC Hansa Rostock. Am Montag und Dienstag informieren wir wie gewohnt wieder umfassend. Montags darauf ist man dann beim Halleschen FC zu Gast. Beide Spiele beginnen um 19:00 Uhr.

Kommentare 14

  • Das einzigste wo Lübeck besser war oder mehr von hatte war Glück und davon reichlich. Genesungswünsche gehen an Zelle!

    Eijo 2
  • Wann ist heute mit Ergebnissen zu rechnen?

  • Gute Besserung an die verletzten Spieler. Walzt man in Vlöklingen vorsoglich den Rasen?

    • Völklingen hat schon unter der Woche Arbeiten erledigt und zum Beispiel den Rasen gemäht. Für alle weiteren Arbeiter steht der Greenkeeper parat. Allerdings ist das nächste Heimspiel auf einen Montag terminiert, mangels Flutlicht wird Völklingen da so oder so keine Option. Auch wenn der Rasen kaum schlechter als in Frankfurt oder im Park sein kann.

    • An die Ansetzung "Montag" hatte ich gar nicht mehr gedacht, danke für Deine Antwort. Kaum vorstellbar das VK auch heute schlechter gewesen wäre als der Platz in Frankfurt.

    • Aber auch das zeigt den Murks der Stadt. Der Dorfsportplatz in Völklingen wo normal nur Oberliga gespielt wird und den man seit Oktober nicht mehr pflegt ist theoretisch bespielbar während der Platz im Stadion - auf dem zuletzt im Dezember gespielt wurde - es nicht ist.

    • Ich blicke da nicht mehr durch. Ich hab dazu nun viele verschiedenen Versionen gehört. Einmal funktionieren die Drainagen nicht, einmal funktionieren sie heißt es sie funktionieren aber der Untergrund ist zu verdichtet damit überhaupt irgendwas ablaufen kann. Das wäre ja zunächst nicht der Stadt anzulasten oder? Aber dann ist schon wieder das Problem das dieses Problem nun schon länger bekannt ist und man sich die Frage stellt warum man dies nicht früher angegangen worden ist. Dann gibt es auch noch die Version das zu schnell auf dem Rasen gespielt wurde, auch da müsste es aus den tausenden von verlegten Rasen in Stadien bekannte Abläufe geben...würde man denken.

    • Jedenfalls darf nicht mehr auf so einem Platz gespielt werden der in einem solchen Zustand ist, dass muss auch der DFB einsehen. Das die Plätze im Winter nicht im super Zustand sind ist normal, der Platz gestern war kein Rasen mehr und nur abartig.

  • Die zwei liegen gelassene Punkte werden uns noch sehr schmerzen. Wenn die nächsten zwei Spiele so enden wie ich befürchte ist der Abstand auf die Abstiegsränge weg und wir sind mittendrin im Abstiegskampf und unser bester Verteidiger fehlt.

    • Weiß nicht ob dieser Panikmodus angegracht ist. Unsere Chancenverwertung muss besser werden, mit einer besseren Verwertung verliest du in Meppen nicht und gewinnst dieses Spiel heute. Daher sind die Spiele in Rostock/Halle auch keine unlösbaren Aufgaben. Die Verletzungen (wenn sie sich bestätigen) sind natürlich harte Tobak.

  • Mann muss hoffen das sich die Sache bei Zellner als doch nicht so schlimm heraus stellt...

  • Gibt es eine Prognose zur Verletzung von Müller?