Spielbericht: 2:4-Pleite bei Hansa Rostock

Am Mittwoch gastierte der FCS im Ostseestadion beim FC Hansa Rostock. Dort konnte der FCS noch nie gewinnen. Die Gastgeber hatten die letzten drei Saisonspiele allesamt gewinnen können und ging dadurch als formstärkste Mannschaft der Liga in das Spiel, der FC hatte zuletzt ein Remis gegen den VfB Lübeck. Beide Teams hatten vor der Begegnung von einer angespannte personelle Lage zu berichten. Bei Hansa fiel wie schon in Duisburg eine ganze Reihe an Spielern aus, einige lange Zeit fragliche Akteure fanden dafür den Weg in den Kader. Wie in Duisburg saßen am Ende trotzdem beide Ersatztorhüter auf der Reservebank. Im Vergleich zum 2:1-Sieg in Duisburg nahm Jens Härtel drei Veränderungen in seiner ersten Elf vor. Roßbach, Rother und Breier ersetzten Baxter Bahn und Löhmannsröben (beide fehlten mit ihrer fünften gelben Karte) sowie Lauberbach (Bank).


Auch beim FCS fehlten gleich sieben Akteure. Ramon Castellucci (Wadenbeinbruch), Sebastian Bösel (Faserriss), Fanol Perdedaj (Wadenprobleme) und Marin Sverko (Faserriss) fehlten weiterhin. Zumindest Sverko könnte für das nächste Spiel eine Option werden. Julian Günther-Schmidt sah gegen Lübeck die Gelb-Rote Karte und musste seine Sperre absitzen. Gegen Lübeck verletzten sich zudem Mario Müller (Einblutung im Sprunggelenk) und Steven Zellner (Teilriss des Kreuzbandes). Die Kaderzusammenstellung fiel Lukas Kwasniok in der Folge leicht. Er nominierte alle 18 verfügbaren Akteure. Darunter befand sich auch wieder U19-Spieler Kerber, auch Lukas Schleimer rückte erstmalig in diesem Jahr in den Spieltagskader. Zum ersten Mal überhaupt war Winterneuzugang Bjarne Thoelke im Aufgebot zu finden. Durch die Ausfälle musste auf mindestens drei Positionen gewechselt werden und Lukas Kwasniok entschied sich am Ende für vier Wechsel. Boné Uaferro, Jayson Breitenbach, José Vunguidica und Maurice Deville rückten für Zellner, Mendler, Müller und Günther-Schmidt in die Mannschaft. Breitenbach ging auf seine Position des rechten Verteidigers, Vunguidica spielte den Gegenpart auf der linken Seite. Dafür ging Jänicke wieder auf die Acht. Uaferro ersetzte Zellner im Zentrum und Deville kam über die linke offensive Seite.


Von Beginn an lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe. Der FCS versteckte sich nicht, spielte wie gewohnt mutig mit und so produzierten beide Teams die ersten eigenen Ballbesitzphasen. Bis zur achten Minute fand jedoch keine der Mannschaften den Weg in den gegnerischen Strafraum und das Geschehen spielte sich weitgehend im Mittelfeld ab. Die überraschende Führung für den FCS gab es nach acht Minuten. Nach einem weiten Schlag konnte Sonnenberg den Ball nicht verarbeiten, Shipnoski kam frei an den Ball und traf freistehend vor Kolke zur Führung. Das Spiel selbst änderte sich nicht und hatte seinen nächsten Höhepunkt nach einer Viertelstunde. Ein Eckball konnte im ersten Versuch nur halb geklärt werden. Jacob kam beim Versuch den Ball aus dem Strafraum zu schießen jedoch deutlich zu spät und foulte Roßbach. Den fälligen Elfmeter verwandelte Verhoek zum Ausgleich. Eine unnötige Situation und statt weiter mit einer Führung im Rücken zu agieren hatte man den Vorsprung schnell aus der Hand gegeben. Doch auch nach dem Ausgleich blieb es das gleiche Lied. Beide Teams agierten auf Augenhöhe und zunächst hatte der FCS mehr Ballbesitz und mehr Aktionen in der Offensive. Ein Freistoß aus dem Halbfeld kam in den guten Raum, doch kein FCS-Spieler stand richtig. Ansonsten gab es einen abgeblockten Abschluss von Jacob und den ein oder anderen ordentlichen Ansatz. Rostock hatte durch Rhein einen Fernschuss zu vermelden. Die großen Torchancen fehlten jedoch. Nach einer halben Stunde blieb der FCS gar die etwas aktivere Mannschaft, doch die gefährlichen Szenen wanderten zu den Gastgebern. Zunächst klärte Uaferro in höchster Not gegen den durchgebrochenen Verhoek (30.), dann spielte Breier einen genauen Pass zwischen die Kette der aufgerückten FCS-Abwehr. Batz verhinderte per Fußabwehr gegen Pulido den Rückstand. Diese Monsterchance gab es in der 36.Minute, ansonsten blieb es vor den Toren wieder ruhig. Der FCS kam noch einmal gefährlich über Rechts, der Hackenversuch von Deville im Zentrum konnte jedoch nicht für große Gefahr sorgen. Ähnliches gilt auch für den Fernschuss von Scherff. So ging es mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Kabine, auch wenn die Gastgeber durch die Pulido-Chance eigentlich hätten führen müssen.


Mit Beginn des zweiten Abschnitts erhöhte Rostock merklich das Tempo und setzte sich in der FCS-Hälfte fest. In den ersten fünf, sechs Minuten wurde der FC-Strafraum fast durchgängig belagert, große Chancen verhinderte die Defensive jedoch und der FCS hatte diese Druckphase überstanden, sorgte für Entlastung und kam wieder besser ins Spiel und in eigene Ballbesitzphasen. Mittenrein ist man dann zu inkonsequent, verliert wichtige Zweikämpfe an der Außenlinie und die Gastgeber haben Raum. Pulido flankt quer durch den Strafraum, am langen Pfosten ist Rother vor Vunguidica am Ball und drückt den Ball über die Linie (54.). Danach zogen sich die Gastgeber tief zurück und demonstrierten die bekannten Schwierigkeiten für Gegner bei Hansa-Rostock. Man war sehr kompakt, ließ nichts zu und verteidigte geschickt. Die Malstätter konnten so zwar viel Ballbesitz generieren, den Weg in den gegnerischen Strafraum fanden sie jedoch nicht und konnten sich auch keine Torchancen erspielen. Ohne Highlights nahm Kwasniok nach 65 Minuten die ersten Wechsel vor: Thoelke (mit seinem Debüt für den FCS) und Froese kamen für Deville und Vunguidica. Barylla und Jänicke rückten dafür auf die linke Außenbahn. Es änderte jedoch nichts an den fehlenden Mitteln der Blauschwarzen. Man ging im Passspiel größeres Risiko, versuchte auf diesem Wege Lücken zu reißen und kam doch nicht durch. Kwasniok zog weitere Optionen und brachte 15 Minuten vor Spielende in Mendler und Gouras zwei frische Kreativspieler für Jänicke und Golley. Der Spielverlauf blieb identisch und weitere zehn Minuten später ging es auf volles Risiko. Uaferro ging für Schleimer und die Defensive wurde aufgelöst. Nach vorne konnte sich dieses Risiko noch nicht ausgezahlt haben als es direkt nach dem Wechsel hinten klingelte. Neidhart wurde am langen Pfosten eingesetzt und traf zum 3:1 (86.). Der FCS war mit dem erhöhten Risiko anfällig für solche Konter. Erst danach konnte sich der FC mal wieder bis in den gegnerischen Strafraum durchspielen. Shipnoski scheiterte an Kolke, nach einer Mendler-Ecke legte er am zweiten Pfosten quer und Froese köpfte zum 2:3 ein (89.). Doch statt dem Angriff auf den Lucky-Punch dezimierte sich der FCS. Kapitän Zeitz kam im Mittelfeld deutlich zu spät gegen Neidhart und erwischte den Flügelspieler hart. Die rote Karte war die einzig logische Konsequenz (90.). Auch in Unterzahl warf der FCS alles nach vorne, zu einer echten Torchancen reichte es jedoch nicht mehr und die Gastgeber konterten in der Schlussminute noch zum vierten Treffer durch Neidhart.


Unter dem Strich steht eine verdiente Niederlage auf der Anzeigetafel. Der FCS hat über weite Strecken - gerade im ersten Abschnitt - keine schlechte Begegnung gezeigt, war aber wie so oft in den letzten Wochen in den entscheidenden Momenten unterlegen. Jacob schenkt Rostock den Elfmeter, das zweite Tor ist viel zu leicht und nach vorne hin fehlt ein Stück weit die Konsequenz. Mit diesen Fehlern nimmt man in Rostock keine Punkte mit. Der zweite Treffer war so unnötig, nachdem man gerade die Druckphase überstanden hatte und wieder besser ins Spiel kam. Nach dem Rückstand war es dann zu wenig. Man war sichtlich bemüht, aber es fehlten am diesem Mittwoch einfach die Mittel um eine sehr stabile Rostocker Defensive in Gefahr zu bringen und wenn man sich bis kurz vor Schluss keine große Torchance, eigentlich nicht mal eine Art Torchancen erspielen oder erarbeiten kann, dann verliert man verdient.


Man bleibt damit auch in der schwierigen Phase. Die nüchterne Bilanz ist nun nur ein Sieg aus den letzten zehn Begegnungen. Die Ausbeute ist zu wenig, auch wenn man stellenweise ordentlichen Fußball gespielt hat und Chancen auf mehr Siege vergeben hat. Auch machen sich die Ausfälle längst bemerkbar. Diese Anzahl von Ausfällen kann man beim FCS nicht kompensieren, zumindest nicht gegen die Spitzenmannschaften in dieser Liga. Da ist der Kader im Vergleich auch zu Rostock mit ähnlichen Problemen zu dünn besetzt. Der Ausfall des Kapitän in den kommenden Wochen wird die Aufgabe nicht einfacher machen. Trotzdem geht die Saison weiter und das Ziel vom Klassenerhalt ist weiterhin übergeordnet. Diese schwierige Phase dauert nun schon lange, aber sie ist als Aufsteiger und mit dem Saisonstart auch nicht komplett überraschend gekommen und diese Phasen gehören in der 3.Liga dazu. Nur Mannschaften die sich aus solch schwierigen Phasen ziehen können, können in dieser Liga auf Dauer bestehen. Es gilt weiter zu Arbeiten, es gilt Fehler zu minimieren und mit dem vorhanden Kader wieder häufiger zu gewinnen, mehr Punkte zu sammeln und sich selbst aus der Situation zu ziehen. Tabellarisch ist immer noch nichts passiert. Man ist weiterhin auf dem siebten Tabellenplatz, hat weiterhin mindestens neun Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz und zudem noch ein Nachholspiel mehr in der Hinterhand. Bis zum Ende der englischen Woche bleibt nun ein wenig Zeit. Erst am Montag (19:00 Uhr) ist der FCS wieder gefordert. Dann wartet beim Halleschen FC gleich das nächste Auswärtsspiel.

Kommentare 10

  • Über die Bilanz kann sich jeder seinen eigenen Reim machen, nur Pech ist es kaum. Gegen Lautern nahm LK Froese nach 39 Min. vom Platz. Diese Leistung war nicht halb so verheerend wie das was Vungu gestern ablieferte, allerdings hätte man das schon vor dem Spiel wissen können. Der Trainer setzt das Leistungsprinzip außer Kraft und nicht nur in diesem Fall.

  • Die Niederlage in Rostock ist nicht das Problem. Unsere Bilanz der letzten 10 Spiele mit nur einem Sieg ist das Problem. Da kann man viel erzählen das man nicht so schlecht war, von Unglück und allerlei. Es ist die Bilanz wie sie ein Absteiger hat, nüchtern betrachtet.

  • Ich hab in Meppen, Magdeburg (trotz Sieg) gegen Lübeck und auch heute keine gute Leistung gesehen speziell das Spiel nach vorne ist wie abgestorben. Ich hoffe das wir in Halle was holen und dann kommen Spiele wo wir unsere Offensive hoffentlich wieder finden. Aber die Bilanz der letzten 10 Spiele ist krass.

    Eijo 1
  • Die Saison wird noch eine harte Nummer. Wir brauchen noch mindestens 5-6 Siege. Positiv, die dahinter haben Rückstand und gewinnen auch nicht alles.

    Eijo 1
  • Egal wie was und warum wir müssen einen nachhaltigen Turnaround kriegen.

  • Wirklich fatal ist das wir letzte Woche Zelle für ein paar Monate und heute Manu für ein paar Spiele verloren haben. Keine Kritik an Manu, der bügelt aus, macht und tut und kam da zu spät. Hoffentlich kommen wir bald aus unserem tief raus, die Ausfälle helfen da nicht.

  • Jo verliere auch nit gern. Was solle ma mache? Trainer entlassen? Spieler rausschmeissen? Abmelden? Ohne Zellner, Müller, Sverko, Bösel, Perdedaj. Dazu hat unsere Offensive nicht die beste Phase. Da muss man durch da hilft kein jammern.

  • Vielleicht hat inzwischen jeder Verstanden das es um den Klassenerhalt und um sonst nichts geht!

    • Ich will garnicht an Halle denken. Vielleicht mit Servko, Thoelke machte auch einen guten Eindruck. Mendler muss in die Startelf. Wie lange wurde Günther-Schmidt gespertt? Ein Spiel? Mendler muss in die erste Elf.

  • Hoffentlich ist die interne Analyse im Verein tiefgreifender. Zum Tor kamen wir nach einem Schnitzer von Rostock. Welche hatten wir noch? Die größte Chance gegen Lübeck durch einen Kopfball der durchrutschte und bei Mendler landete, alles Zufallsprodukte. Das wir bei einem Aufstiegskandidaten verlieren ist mir egal aber unser Spiel nach vorne macht mir angst.