Die Lage des FCS vor Halle

Der FCS hatte trotz Personalproblemen am vergangenen Mittwoch in Rostock viel probiert und konnte am Ende trotz zwischenzeitlichen Führung keine Punkt beim Aufstiegskandidaten mit auf die Heimfahrt in das Saarland nehmen. Man entwickelte insgesamt viel zu wenig Torgefahr und leistete sich in der Defensive zu viele Unachtsamkeiten. Die Situation wird dadurch nicht besser. Man konnte den Aufwind aus dem Auswärtssieg in Magdeburg nicht verwerten, hat danach wieder nur einen Punkt aus zwei Spielen geholt und man tut sich weiterhin schwer Spiele zu gewinnen und diese schwierige Saisonphase zu überwinden. Panik ist trotzdem ein schlechter Ratgeber und in Halle gibt es nun einen neuen Anlauf. Der HFC ist eine spielstarke Mannschaft, ist eine Mannschaft gegen die man wieder an das eigene Limit kommen muss und wo man das Hinspiel nicht als Referenz nehmen sollte. Damals hatte der HFC große defensive Probleme, mittlerweile haben sie ihre Abwehr besser in den Griff bekommen und nach vorne haben sie gute Leute. Boyd steht da im Zentrum, aber auch Derstroff oder Manu sind gefährliche Spieler. Diese Offensive gilt es aus dem Spiel zu nehmen, es gilt nicht wie in Rostock leichte Chancen und Tore zuzulassen sondern die sonst aktuelle stabile Defensive muss es über 90 Minuten schaffen. Außer gegen Lübeck konnte man in den letzten Wochen nie zu Null spielen und Abwehrarbeit ist die Basis einer Mannschaft wo die Ergebnisse nicht so kommen wie erhofft. Es sind enge Spiele in dieser Liga, auch das Spiel in Rostock war eine enge Begegnung und musst das Pendel der Kleinigkeiten auf deine Seite schlagen.





Personelle Situation

Die personelle Situation im Vorfeld der Begegnung hat sich beim FCS leicht gebessert. Durch ihre Verletzungen definitiv nicht zur Verfügung stehen Ramon Castellucci (Wadenbeinbruch, Rückkehr eventuell im März), Steven Zellner (Teilriss des Kreuzbandes, Rückkehr eventuell Ende April) und Sebastian Bösel (Faserriss, soll zeitnah wieder ins Training einsteigen). Auch Mario Müller (Einblutung im Sprunggelenk) soll die Reise nach Halle nach den letzten Eindrücken nicht antreten. Er hatte noch am heutigen Samstag einen Belastungstest im Mannschaftstraining absolviert. Nach seiner roten Karte im Spiel bei Hansa Rostock fehlt auch Kapitän Manuel Zeitz gesperrt. Die Dauer der Sperre wurde vom DFB noch nicht verkündet. Wieder mit dabei ist dafür Julian Günther-Schmidt. Der Offensivspieler hat seine Sperre in Rostock abgesessen und ist nun wieder spielberechtigt. Auch Marin Sverko kann wieder eine Alternative sein. Für Rostock hat es bei Sverko noch nicht gereicht, mit den zusätzlichen Tagen und einigen Trainingseinheiten steht am Montag die erste Kadernominierung des Jahres bevor. Fraglich ist außerdem die Verfügbarkeit von Fanol Perdedaj. Er steht wieder im Mannschaftstraining. Die Frage lautet, ob er schon genügend Einheiten und Stabilität in den Knochen hat um wieder eingesetzt zu werden. Seine Wadenprobleme ziehen sich durch die ganze Saison. Zu früh bringen macht keinen Sinn, er muss endlich fit werden. 17 Spieler und die Torhüter stehen Lukas Kwasniok ohne Perdedaj für Halle zur Verfügung. Exakt ein Spieler (Schleimer? Kerber?) verpasst dann den Sprung in den Kader.



Wie könnte der FCS beginnen?

Mit der Sperre von Zeitz, der Verletzung von Bösel und dem fraglichen Status von Fanol Perdedaj steht die Besetzung des defensiven Mittelfeldes im Zentrum der Überlegungen. Hier wird man eine Lösung finden müssen. Den Engpass über eine taktische Umstellung zu lösen ist denkbar, allerdings gilt es erst mal ein passendes System zu finden. Abräumer vor der Abwehr braucht es in allen taktischen Formationen. Nötig ist auch ein Torhüter, hier hat man wieder Daniel Batz als Rückhalt.


In der Innenverteidigung erhält man mit Marin Sverko eine zusätzliche Option. Sverko hat keine Spielpraxis, hat Trainingsrückstand und die Startelf könnte zu früh kommen. Dann hat man ihn als Option für den Spielverlauf. Ansonsten ist er gesetzt und wird eine Position einnehmen. Unter Kwasniok ist er dann auch eher Zentral denn auf der linken Abwehrseite zu sehen. Die zweite Position dürfte an Boné Uaferro gehen. Er muss nach dem Ausfall von Zellner mehr Verantwortung übernehmen. Barylla ist die Alternative, ihn sollte man jedoch auf die Außenbahn ziehen. Bjarne Thoelke hat ein sehr solides Debüt in Rostock gehabt und Qualitäten angedeutet. Auch gerade im Bereich Spielstärke und Aufbauspiel. Die Träume dürfen bei ihm aber nicht in den Himmel wachsen und ein langsamer Aufbau ist einer zu frühen Startelfnominierung vorzuziehen. Er hat zu viel Trainingsrückstand und zu wenig Spielpraxis. Oder etwa nicht? Kann Sverko nicht von Beginn an eingesetzt werden ist doch wieder Uaferro/Barylla in der Favoritenstellung. In dem Fall bräuchte man auch Links wieder eine neue Idee. Der Ausfall von Müller hat den FCS in Rostock schwer getroffen. War Vunguidica in der Regionalliga noch eine solide Notoption für die linke Seite bei einer Dreierkette, so ist diese ungewohnte Position in der Viererkette in der 3.Liga für ihn nicht umsetzbar und entsprechend schwer hat er sich in Rostock getan. Anthony Barylla oder eben doch Marin Sverko könnten nun auf der Seite beginnen. Barylla´s großer Vorteil ist seine Flexibilität und auch in Rostock war die linke Seite sofort beruhigt nachdem er nach Außen wechselte. Für die rechte Seite hat man dann wie in Rostock wieder Jayson Breitenbach. Er hat in dem Jahr viel Spielpraxis bekommen und er erledigt seine Aufgaben solide. Sollten auch Sverko nicht dabei sein können, müsste man angesichts mangelnder Alternativen (nur noch Jänicke kann nach hinten gezogen werden) doch über Thoelke nachdenken.


Angesichts der Besetzung der Abwehr ergeben sich auch die Möglichkeiten für das defensive Mittelfeld. Sind alle defensiven Spieler dabei könnte man sogar einen dieser Spieler (Uaferro?, Sverko?) nach vorne ziehen. Das FCS-System braucht halt einen Abräumer hinter den beiden Achtern. Theoretisch könnte auch hier Thoelke eine Rolle spielen, er hat die Position (allerdings selten) in seiner Karriere gespielt. Im Normalfall wäre Perdedaj natürlich die erste Alternative. Er ist aber eigentlich nicht in der Situation um gleich von Beginn an zu spielen. Oder Luca Kerber? Ist ebenfalls kein Sechser, auch wenn er in der U19 für diese Position umfunktioniert wurde. Da spielt er sie jedoch deutlich Offensiver als Zeitz es im FCS-System tun kann. Er könnte wohl eher bei einer Systemumstellung auf zwei Sechser eine Rolle spielen. Jänicke kann man als Notoption sehen. Mit seiner Routine kann er die Rolle sicher auch spielen. Favorit sollte aus meiner Sicht Kianz Froese sein. Auch er sieht sich lieber in einer offensiveren Rolle, aber er bringt die nötige Robustheit und Zweikämpfstärke für die Position mit und kann zugleich von dieser Position aus auch Fußball spielen. Er ist einer der Spieler der nun seine Chance nutzen muss. Auf den beiden Achterpositionen hat man mehr Auswahl, eine Problemzone bleibt sie jedoch trotzdem. Man hat Jänicke als zweiten Arbeiter. Gerade in dem Spiel wird er hier wichtig sein um Stabilität zu schaffen und auch mal für einen vorrückenden Froese abzusichern. Mit seiner Vertragsverlängerung im Rücken gelingt ihm hoffentlich auch Fußballerisch wieder ein besseres Spiel. Wer besetzt die zweite Position? Wie in den letzten Spielen Timm Golley? Er ist schon an sich der gesetzte Spieler und entsprechend darf man ihn wieder hier erwarten. Er hat aber längst nicht mehr der Form aus der ersten Saisonphase. Genie und Wahnsinn bleiben bei ihm eng beisammen. Mendler ist ein ähnlicher Spielertyp, wurde zuletzt jedoch immer auf Außen eingesetzt. Schleimer spielt seit längerem fast keine Rolle mehr. U19-Spieler Luca Kerber wäre ähnlich wie in Meppen eine Überraschung und mit Sicherheit die mutige Wahl, er hat seit Meppen auch nicht mehr gespielt. Möglicherweise bietet das Spiel am Montag die Möglichkeit ihm wieder Einsatzzeit zu bringen. Die letzte Option ist Julian Günther-Schmidt nach abgesessener Sperre. Er ist frisch, konnte in seinen bisherigen Einsätzen jedoch noch nicht die erhofften Akzente setzen.


Nicklas Shipnoski ist wieder über die rechten Seite zu erwarten. Obwohl sich die Gegner besser auf ihn eingestellt haben und er nicht mehr so auffällig agiert wie in der ersten Saisonphase ist er ein Unterschiedsspieler und war auch gegen Rostock wieder bei beiden Toren beteiligt. Er ist ein Unterschiedsspieler und die Gegner fokussieren sich auf ihn. Auf der linken Seite überraschte Kwasniok zuletzt mit Deville von Beginn an. Es war der Versuch die starken Außenbahnen der Rostocker durch einen kampfstärkeren Spieler zu besetzen. Ihm merkte man die lange Verletzungspause jedoch deutlich an. Die Alternativen? Mendler, Gouras, vielleicht auch Günther-Schmidt. Gouras hat man zuletzt zwei Mal nur von der Bank gebracht. Mendler hat es gegen Lübeck ordentlich gemacht, gegen Rostock war links dann ein Totalausfall. Sebastian Jacob ist der Spieler für das Sturmzentrum. Er ist ein Stück weit ein Sinnbild für den Saisonverlauf und tut sich jetzt viel schwerer als noch zu Saisonbeginn. Trotzdem kann man seine Qualitäten eigentlich nicht ersetzen und nachdem schon zwei Spieler aus der Achse fehlen muss man die restliche Achse auf dem Feld lassen. So ein Angreifer braucht Vertrauen und er braucht die Hilfe aus dem Mittelfeld. Die Alternative ist Günther-Schmidt.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Bjarne Thoelke
Luca KerberFanol Perdedaj
Maurice Deville
Minos Gouras
Julian Günther-Schmidt



Die U23-Regel ist mit Breitenbach, Shipnoski, Theißen und Gouras erfüllt. Kerber wäre ein fünfter Spieler. Statt ihm könnten auch Vunguidica oder Schleimer im Kader stehen. Deville könnte man nach seiner Verletzung auch erst mal eine komplette Trainingswoche zugestehen, sofern es die Möglichkeit (Perdedaj ist eine Option für den Kader) dazu gibt. Mit Thoelke, Deville, Perdedaj, Gouras und Günther-Schmidt hat man für die meisten Positionen Alternativen auf der Bank und fünf etablierte Spieler als Wechselmöglichkeiten und Kerber als Option für einen Spieler ohne Druck und mit jugendlichen Elan.


Nicht im Kader

Sebastian BöselFaserriss
Ramon CastellucciWadenbeinbruch
Manuel ZeitzRot-Sperre
Steven ZellnerTeilriss des Kreuzbandes
Lukas SchleimerNicht berücksichtigt
José VunguidicaNicht berücksichtigt
Mario MüllerEinblutung im Sprunggelenk

Kommentare 10

  • Info aus der PK zusammengefasst.


    Müller fährt nicht mit nach Halle.


    Sverko und Perdedaj sind dabei einer darf sich dabei Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an machen. Thoelke ist eine Option für die Startelf. 6 Spieler die spielen werden hat Kwasniok verraten:

    Batz

    Barylla

    Jänicke

    Shipnoski

    Jacob

    Golley

    Eijo 2
  • Deville ist nicht im Kader.

  • Ich würde Günther-Schmidt gerne mal von Beginn an sehen, auf der Position wo er zuhause ist. Sebi könnte man eine Pause gönnen, damit setzt man sein Standing nicht herab, sein Wert für Mannschaft und Verein ist jedem klar. Er hat zur Zeit sichtlich Probleme und wir die Seuche was Verletzungen angeht nicht das ihm zum Schluss noch durch übereifer auch etwas passiert.

    Eijo 1
  • mir schwant nichts Gutes..

  • Wenn Sverko dabei ist kann Barylla wenigsten nach Außen, dass hat auch schon Vorteile. Das die Sachen bei Fanol und Bösel so lange dauern...

  • Ich auch, auf jeden Fall Müller, hat voll mittrainiert. vllt. hat der Fuß danach Schmerzen verursacht, keine Ahnung?

    • So lange der Verein nichts offiziell bekannt gibt, kann man ja auch noch auf eine andere Entscheidung hoffen. Bis zur Abreise ist ja noch etwas und auch noch eine Trainingseinheit.

      Eijo 1
  • Scheiße. Ich hatte auf Müller und Fanol gehofft.