Vorbericht: Formstarkes Duell am Mittwoch

Mit dem starken Auswärtsauftritt beim SC Verl sicherte sich der FCS am vergangenen Samstag den dritten Sieg in Folge. Das gleiche Kunststück vollbrachte dann am Sonntag der MSV Duisburg beim KFC Uerdingen. Gemeinsam mit dem SV Wehen Wiesbaden stellen beide Teams die formstärksten Mannschaften der Liga. Diese beiden Clubs treffen nun am Mittwoch zum Nachholspiel aufeinander. Ursprünglich sollte das Spiel im Rahmen des 23.Spieltages am Montag, 8.Februar stattfinden. Damals musste die Begegnung jedoch kurzfristig abgesetzt werden, der Platz im Ludwigspark war nicht bespielbar. Anstoß am Mittwoch ist zu einer ungewöhnlichen Uhrzeit. Bereits um 17:00 Uhr wird das Spiel beginnen. Der Hintergrund: Am gleichen Abend geht das Viertelfinale im DFB-Pokal über die Bühne und der Rechteinhaber und der Verband wollen diesen Terminen aus dem Weg gehen.








TV-Übertragung/Livestream

Das Spiel gegen den MSV wird am Mittwoch von Magenta Sport übertragen. Kommentator der Begegnung ist Christian Straßburger. Die Moderation übernimmt Cedric Pick. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Oft wurden Heimspiele des FCS in den letzten Wochen verschoben, an andere Orte verlegt oder (kurzfristig) abgesagt. Zum ersten Mal in diesem Jahr soll nun im neuen Ludwigspark (Infos rund um das Heimspiel) gespielt werden. Man hat intensiv am Rasen gearbeitet, zudem hat das Wetter geholfen. Eine erneute, kurzfristige Absage durch den Schiedsrichter kann jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Das Spiel wird als Geisterspiel ausgetragen werden. Viele Informationen - inklusive zahlreicher Bilder von Bayernsepp in der Galerie - um den Ludwigspark finden sich an verschiedenen Stellen auf unserer Homepage.



Die Historie zwischen den Teams

Die Bilanz gegen den MSV spricht nicht zwingend für den FCS. In 24 Spielen gab es acht Siege für den FCS, die Zebras gewannen 14 Vergleiche. Vor allem in Duisburg sah man oft schlecht aus. Neun Niederlagen aus 13 Spielen stehen hier zu Buche. Das Hinspiel konnte der FCS jedoch gewinnen. Shipnoski brachte den FCS in Front, Sverko erhöhte nach einem Standard auf 2:0. Das Spiel schien entschieden, doch mit einem Doppelschlag kam Duisburg zum Ausgleich. In letzter Minute besorgte Jänicke den Siegtreffer. Die Heimbilanz ist fast ausgeglichen. In den elf Begegnungen gab es sechs FCS-Siege und fünf MSV-Siege. Ein Remis gab es nie. Das letzte Heimspiel fand am 29.März 2014 statt. Der FCS war da eigentlich schon abgeschlagen, hatte wenige Tage zuvor mit einem Heimsieg gegen Rostock noch mal einen kleinen Spalt geöffnet. Der MSV hatte den direkten Wiederaufstieg bereits verpasst. Im Rückspiel unterlag der FCS im Park mit 0:2. Den letzten Sieg gab es im Januar 2005. Demai und Bencik erzielten auf eisigem Untergrund jeweils einen Doppelpack und fegten den MSV mit 4:1 aus dem Park. 6.200 Zuschauer sahen einen 2:0-Auswärtssieg der Duisburger. Spätestens nach diesem Spiel war der Klassenerhalt nur noch theoretisch machbar. Im Hinspiel hatte der FCS dem MSV noch ein spektakuläres 3:3-Unentschieden abverlangt. Den letzten Heimsieg gegen den MSV gab es im Jahr 2005. Damals sorgten Bencik und Demai (jeweils per Doppelpack) für einen 4:1-Heimsieg. Die Begegnung vor rund 10.000 Zuschauern wurde auf einem vereisten Boden ausgespielt. Im Jahr 2001 gab es gleich zwei 1:0-Heimsiege in der 2.Liga. In beiden Fällen traf Sambo Choji im zweiten Abschnitt zum Tor des Tages.



Der Gegner: MSV Duisburg

Der Meidericher Spielverein 02 e. V. Duisburg - kurz als MSV Duisburg bekannt - ist ein Traditionsverein aus Nordrhein-Westfalen. Gegründet wurde der Club am 2.Juni 1902. Die Vereinsfarben sind Blau und Weiß, rund 9.000 Mitglieder vereinen sich im Club. Schon seit 2001 ist die Profiabteilung in eine GmbH ausgegliedert. Duisburg etablierte sich nach dem zweiten Weltkrieg in der ersten Spielklasse und war 1963 auch Gründungsmitglied der Bundesliga. Man lief in der ersten Saison als Vizemeister ein. In der Folge rutschte man ins (hintere) Mittelfeld ab, spielte jedoch bis 1982 durchgängig in der höchsten Spielklasse. Nach vier Jahren in der 2.Liga ging es 1986 sogar in die Drittklassigkeit. 1991 kehrte man in die Bundesliga zurück, stieg jedoch sofort wieder ab. Auch von 1993 - 1995 und 1996 - 2000 spielte man Bundesliga, konnte sich jedoch nicht mehr auf Dauer etablierten. Dies gilt auch für die Ausflüge in den Spielzeiten 2005/06 und 2007/08. Beide Male stieg man als Tabellenletzter sofort wieder ab. 2013 gab es den Lizenzentzug in Liga 2 und seither pendelt man zwischen der 2.Bundesliga und der 3.Liga. In der Saison 2018/19 stieg man als Tabellenletzter aus der 2.Bundesliga ab und in der letzten Saison wurde der Aufstieg verpasst. Der MSV spielte lange eine gute Saison und lag über Monate auf Platz 1. Spätestens mit der Corona-Pause ging der Flow verloren und man rutschte am Ende bis auf Platz 5 ab. Es war ein extremer Einbruch und angesichts von anhaltenden finanziellen Problemen eine sehr bittere Situation und verpasste Chance. Die finanzielle Schwierigkeiten nahmen durch die Pandemie-Situation weiter zu. Für die letzte Saison wurde ein Verlust von rund drei Millionen Euro in den Raum geworfen, in dieser Saison plant man sogar mit einem Verlust von fünf Millionen Euro. Die Saison war lange Zeit sogar nur bis in den Dezember finanziert. Im Januar wurden schließlich über 30% der Anteile an einen Partner veräußert, im Gegenzug hat man insgesamt 5,4 Millionen Euro erhalten. Auch weitere Sponsoren und die Fans haben sich engagiert. Die Saison ist mit dieser Summe durchfinanziert, zudem ergaben sich auch auf dem Spielermarkt neue Möglichkeiten. Sparen war angesichts der Tabellensituation kein Thema. Neben drei Trainern stehen auch stolze 29 Spieler unter Vertrag. Die nächste Saison dürfte in der Folge aus finanzieller Sicht kaum einfacher werden, vor allem wenn der Abstieg eintreten sollte. Das ursprüngliche Saisonziel (Aufstieg) musste schon früh in der Saison deutlich korrigiert werden und mittlerweile geht es für den MSV ausschließlich um den Klassenerhalt. Der aktuelle Trainer in Duisburg ist Pavel Dotchev. Dotchev wurde Anfang Februar verpflichtet. Kurz nach dem Hinspiel hatte Duisburg Torsten Lieberknecht entlassen und kurz darauf Gino Lettieri unter Vertrag genommen. Er hielt es jedoch nur wenige Wochen aus und wurde im Januar wieder von seinen Aufgaben entbunden. Dotchev selbst war bis zum 24.Januar noch Trainer bei Viktoria Köln.



Transferaktivitäten

Mit den neuen finanziellen Mitteln im Rücken hat der MSV im Januar seinen Kader aufgerüstet und gleich vier neue Spieler für das Ziel Klassenerhalt verpflichtet. Auf Seiten der Abgänge ist lediglich Arnold Budimdo (TSV Steinbach) zu finden. Innenverteidiger Stefan Velkov (24) kam vom KFC Uerdingen. Der bulgarische Nationalspieler hatte dort nach den ersten Spielen keine Rolle mehr gespielt. Marlon Frey (24) ist eine zusätzliche Alternative für das zentrale Mittelfeld. Er ist zweitligaerfahren, spielte im letzten Halbjahr jedoch keine Rolle mehr beim SV Sandhausen. Mittelfeldspieler (aber auch eine Option für den Angriff) ist auch Federico Palacios. Der 25-Jährige wurde vom SSV Jahn Regensburg ausgeliehen und kommt am liebsten über den Flügel. In Regensburg hatte er nur einen Kurzeinsatz. Kurz vor Ende der Transferperiode verpflichtete man auch Aziz Bouhaddouz. Der Angreifer (33) kam wie Frey vom SV Sandhausen. Dort war er meist Joker gewesen. Bereits seit Mitte November gehört auch Julian Hettwer zur Mannschaft. Der 17-Jährige entstammt der eigenen Nachwuchsabteilung und wurde öfter eingesetzt.




Bisherige Saison & Tabellensituation

Fünf Tage nach der späten 2:3-Niederlage im Hinspiel gegen den FCS verlor der FCS auch das folgende Heimspiel gegen Viktoria Köln mit 1:3. Stoppelkamp hatte den MSV in Führung gebracht, die Gäste drehten jedoch die Begegnung und beendeten damit die Amtszeit von Torsten Lieberknecht. Unter Interimstrainer Compper verlor man anschließend auch bei Türkgücü München (1:2). Der Start unter Lettieri brachte ein glückliches 0:0 gegen Halle sowie eine 0:4-Heimpleite gegen den SC Verl. In dieser Begegnung zeigten sich beim MSV Auflösungserscheinungen. Danach wurde der Spielstil wieder geändert. Trotz frühen Rückstand ging man in Mannheim sogar zwischenzeitlich in Führung (Tore: Ghindovean und Stoppelkamp), am Ende reichte es lediglich zu einem 2:2-Unentschieden. Am 13.Spieltag war Dynamo Dresden zu stark (0:3). Nach sieben Spielen ohne Sieg schien man dann im Kellerduell in Kaiserslautern mal wieder drei Punkte zu holen. Karweina hatte den MSV früh in Führung gebracht, Engin nach 64 Minuten nachgelegt. Die Gastgeber kamen mit Toren in der 89. und 90.Minute doch noch zum Ausgleich. Eine Woche später resultierte der Aufwind dann im lang erwarteten Heimsieg. Der SV Wehen Wiesbaden wurde mit einem 4:1-Kantersieg aus der MSV-Arena geschossen. Ein Hattrick von Vermeij ebnete den Weg, außerdem traf Engin. Im letzten Spiel vor der Winterpause (das folgende Spiel gegen Magdeburg fiel wegen Corona aus) sicherte schließlich Vermeij einen Punkt beim FC Bayern München II (1:1). Als Tabellenvorletzter ging es in die kurze Winterpause. Zum Jahresauftakt gastierte man beim 1.FC Ingolstadt. Duisburg ging nach vier Minuten durch Engin in Front, der Druck der Gastgeber war jedoch zu spät. Bereits nach 30 Minuten lag man hinten und verlor am Ende auch mit 1:2. Man fiel auf den letzten Tabellenplatz und hatte nun drei Heimspiele vor der Brust. In einem Abstiegskrimi bezwang man zunächst den SV Meppen. Kamavuaka hatte einen Ball über die Linie gedrückt (22.). Drei Tage später ging man auch gegen Magdeburg in Führung und verpasste das 2:0. Die Gäste waren jedoch die deutlich bessere Mannschaft und drehten im zweiten Abschnitt verdient das Spiel. Gegen Rostock leistete man sich derweil zu viele Fehler, wieder stand eine 1:2-Niederlage zu Buche. Das letzte Auswärtsspiel unter Trainer Lettieri fand beim FSV Zwickau statt. Schon nach vier Minuten geriet man in Rückstand und spielte eine schwache erste Hälfte. Zur Pause lag man mit 0:3 zurück. Im zweiten Abschnitt war man etwas besser und verkürzte durch Hettwer noch auf 1:3. Mehr war jedoch nicht drin und die Zeit von Lettieri endete anschließend. Unter Interimstrainer Schubert ging es wieder in die Erfolgsspur: Man gewann das Kellerduell gegen den VfB Lübeck mit 3:1. Sicker, Schmidt und Palacios trafen. Durch zwei Spielabsagen (FCS und Halle) hatte der neue Trainer Dotchev danach 18 Tage Zeit seine Mannschaft vorzubereiten. Das Debüt im wichtigen Kellerduell gegen Haching glückte. Neuzugang Bouhaddouz traf früh vor Führung, Haching glich Mitte der ersten Hälfte aus. Zehn Minuten vor Schluss sorgte Krempicki für den Siegtreffer. Am gestrigen Sonntag gastierte man beim KFC Uerdingen. Schon nach sechs Minuten geriet man nach einer Ecke in Rückstand, ein Doppelschlag von Stoppelkamp und Palacios drehten noch vor der Pause das Ergebnis. Den knappen Vorsprung verteidigte man im zweiten Abschnitt erfolgreich.


Der Auswärtssieg bedeutete den dritten Sieg in Serie und einen perfekten Start unter dem neuen Trainer Dotchev. Man hatte drei Kellerduelle und all diese Spiele konnten gewonnen werden. Da zugleich die Konkurrenz im Keller nur dürftig punkten konnte, hat sich die Ausgangslage für Duisburg in den letzten Wochen deutlich verbessert. In das Spiel gegen Lübeck ging man noch als Tabellenletzter. Mittlerweile hat man sieben Punkte mehr als der VfB und nach dem Sieg beim KFC Uerdingen ist man auch aus der Abstiegszone gesprungen. Aktuell belegt man den 14.Tabellenplatz. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt drei Zähler, mit den zusätzlichen Nachholspielen von Uerdingen jedoch mindestens einen Punkt. Insgesamt hat man 27 Punkte aus 24 Spielen auf dem Konto. Es gab sieben Saisonsiege, sechs Unentschieden und elf Niederlagen. Obwohl man drei Teams ein gutes Stück distanziert hat, ist die Situation noch angespannt und man muss weiter auf Punktekurs bleiben um der eigenen Qualität gerecht zu werden und den drohenden Abstieg in die Regionalliga tatsächlich verhindern zu können. Der MSV steht bei 31 Saisontoren. Dies ist der beste Wert aller Teams im Tabellenkeller. Bester Torschütze ist (der aktuell verletzte) Vincent Vermeij mit sieben Treffern. Es folgt Ahmet Engin mit vier Saisontoren. Bester Vorlagengeber ist Kapitän Moritz Stoppelkamp (6). Defensiv hat man bisher 40 Gegentore bekommen. Gemeinsam mit Unterhaching stellt man damit die schlechteste Defensive der Liga. In den letzten Wochen hat man jedoch deutlich mehr Stabilität in die Mannschaft bekommen.



Aufstellung gegen den KFC Uerdingen


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