Die Lage des FCS vor Duisburg

Sichtweisen im Fußball verändern sich schnell. Vor drei Spielen taumelte der MSV Duisburg noch mit großen Schritten in Richtung Regionalliga und hatte einen schweren Januar hinter sich. Man war Tabellenletzter und die Stimmung am Boden. Nach drei Siegen in Folge hat man die Abstiegsplätze erst mal hinter sich gelassen und kann deutlich positiver in die nächsten Wochen blicken. Mit einem Sieg am Mittwoch kann man den Vorsprung nach hinten sogar ausbauen und sich ein kleines Polster erarbeiten.


Der FCS hatte im Januar zunächst bei Hansa Rostock verloren und danach beim Halleschen FC ein Unentschieden geholt. Mit lediglich einem Sieg in elf Spielen war die Stimmung getrübt, der Blick ging nach unten und teils wurde schon der harte Abstiegskampf ausgerufen. Nach drei Siegen (in Unterhaching, in Völklingen gegen 1860 München und beim SC Verl) in Folge hat man diese Sorgen so gut wie hinter sich gelassen und realistisch (wenn auch noch längst nicht rechnerisch) ist kein Abstieg in die Regionalliga kein Thema mehr. Das nächste Ziel muss trotzdem sein die noch nötigen Punkte zu holen um auf 46 oder 47 Zähler zu kommen. Im besten Falle gelingt dies schon mit den drei Heimspielen in einer Woche. Es sind drei schwere Spiele, aber eine gute Ausbeute ist möglich. Mit vielen Punkte würde man zugleich auch die Außenseiterchance beim Blick auf den ganz großen Coup bewahren, geht man doch mit 40 Punkten als Tabellensechster in dieses Nachholspiel. Bei einem Sieg würde man auf den fünften Tabellenplatz vorrücken und den Anschluss halten. In Verl hatte man gegen einen sehr guten Gegner eine starke Leistung auf den Platz gebracht und am Samstag hochverdient mit 3:1 beim Mitaufsteiger gewonnen. Ein Auftritt des weiteres Selbstvertrauen schaffen sollte.


Viel Zeit um sich auf das Spiel vorzubereiten bleibt den Malstättern in diesen Tagen nicht. Die drei spielfreien Tage sind das höchste der Gefühle. Der FC hat die Zeit genutzt um am Sonntag eine regenerative Einheit (mit Spielersatztraining für jene Spieler, die in Verl nicht oder nur für kurze Zeit zum Einsatz kamen) durchgeführt. Am Montag ging es dann überhaupt nicht auf den Platz, lediglich Behandlungen standen an. Am heutigen Dienstag wird ab 15:00 Uhr dann gleich das Abschlusstraining anstehen, für Mittwoch ist noch ein Anschwitzen geplant. Mehr wie leichte Regenerationseinheiten werden in diesen englischen Wochen nicht mehr möglich sein. Zwischen Duisburg und Uerdingen liegen dann nur zwei spielfreie Tage.


Diese noch kürzere Zeitspanne hat der MSV Duisburg, um sich auf das Spiel am Mittwoch vorzubereiten. Sie waren erst am Sonntag beim KFC Uerdingen gefordert. Mit den Siegen zuletzt hat man sich etwas Luft geschaffen und den Druck gemindert. Angesichts der Tabellensituation bleibt aber natürlich Druck auf dem Kessel. Auch andere Teams im Keller haben Nachholspiele unter der Woche und könnten wieder näher an den MSV rücken. Duisburg ist - wie jeder Gegner in der 3.Liga - eine Herausforderung. Sie haben viele gute Spieler mit viel individueller Qualität in den eigenen Reihen und konnten im Winter auch noch mal mit guten Spielern nachlegen. Von der reinen Qualität her ist der MSV kein Abstiegskandidat. Stoppelkamp, Engin, Frey, Palacio oder Bouhaddouz sind starke Spieler für die 3.Liga und der Trainerwechsel hat es bei ihnen in die richtige Richtung gelenkt. Die schwierige Saison kommt jedoch nicht ohne Gründe. Man kann sie knacken und das gilt auch für die Malstätter. Wir haben genügend Selbstvertrauen tanken können und mit Leistungen wie gegen 1860 oder Verl muss man die Kwasniok-Elf erst mal schlagen. Der Platz im Park wird nach all den Problemen in den letzten Wochen und Monaten weit weg von einem perfekten Untergrund sein, aber hoffentlich ein gutes Spiel zulassen und dann kann auch der FCS seine spielerischen Stärken einbringen.



Personelle Situation

Nur ein Spieler fehlt dem FCS am Mittwoch definitiv: Bjarne Thoelke steht mit seinem Wadenbeinbruch nicht zur Verfügung. Möglicherweise wird der Innenverteidiger im Laufe des Aprils wieder eine Alternative werden. Fragezeichen stehen hinter der Verfügbarkeit von Sebastian Jacob, Timm Golley und Marin Sverko. Golley fehlte in Verl mit einem Magen-Darm-Infekt, Jacob hatte mit Adduktorenproblemen zu kämpfen. Am gestrigen Montag gab es weitere Untersuchungen beim Angreifer und je nach Verlauf der letzten Tage und den Untersuchungen kann Jacob eine Option werden. Sverko ist nach seinem Muskelfaserriss in der letzten Woche wieder ins Training eingestiegen und soll am Mittwoch wieder zur Verfügung stehen. Bei allen drei Spielern muss man die Trainingseinheit und die Pressekonferenz am Dienstag abwarten. Im Rahmen dieser Pressekonferenz wird der Verein wie gewohnt die personelle Situation bekannt geben. Diese Pressekonferenz wird heute um 14:00 Uhr live über das FCS-TV übertragen. Ohne die drei fraglichen Spieler (und bisher unbekannten Ausfällen) stehen Lukas Kwasniok noch 19 Feldspieler zur Verfügung. Drei Feldspieler verpassen dann den Sprung in den Spieltagskader. Timm Golley, Sebastian Bösel und Tobias Jänicke sind beim 1.FCS mit vier gelben Karten vorbelastet und bei der nächsten Verwarnung für ein Spiel gesperrt.



Wie könnte der FCS beginnen?

Das erste von sechs Spielen innerhalb von 20 Tagen hat der FCS hinter sich gebracht und vor jedem Spiel wird die Frage nach der Aufstellung eine wichtige Rolle spielen. In einer solch eng getakteten Saisonphase ist Rotation ein Muss. Es gilt jedoch das richtige Maß an Rotation zu finden, eine Mischung zwischen den gewohnten Abläufen, der etablierten Achse und der nötigen Frische im eigenen Spiel zu halten. Welche Spielertypen passen zu einem Gegner? Oder welche taktischen Ansätze? Man muss die Möglichkeiten im Kader nutzen und die fünf Wechsel helfen in dieser Hinsicht. Zuletzt hat der Trainer zwei Mal seine taktischen Überlegungen an den Gegner angepasst. Sei es die Dreierkette im Spiel gegen 1860 München, sei es diese rautenförmige Mittelfeldformation im Defensivspiel gegen den SC Verl. Im Erfolgsfall sind das Geniestreiche. Möglicherweise gibt es diesen Versuch auch am Mittwoch gegen das 4-2-3-1-System des MSV. Das grundsätzliche System beim FCS ist jedoch das 4-1-4-1-System. Der einzige komplett gesetzte Spieler ist Daniel Batz. Der Keeper ist über die komplette Saison ein sicherer Rückhalt und auf seiner Position sind keine Diskussionspunkte offen. Er ist die klare Nummer 1 beim FCS und Jannick Theißen sitzt als Stellvertreter auf der Ersatzbank.


Die Abwehrkette von Verl bestand aus Rechtsverteidiger Anthony Barylla, Linksverteidiger Jayson Breitenbach und den Innenverteidigern Steven Zellner und Manuel Zeitz. Alle vier Spielen haben über 90 Minuten gespielt und aus Leistungsgründen ist keine Veränderung notwendig. Barylla hat als Außenverteidiger mal wieder eine starke Leistung gezeigt, Breitenbach ist (neben Nachwuchstalent Kerber) der große Gewinner des Jahres 2021. Seine Entwicklung nötigt Respekt ab und er ist momentan verdient der Stammspieler auf der linken Abwehrseite. Mit Mario Müller, Fanol Perdedaj (jeweils eine Halbzeit) und Sebastian Bösel (20 Minuten) hat man für beide Seiten frische Alternativen in der Hinterhand. Zentral ist Steven Zellner der Abwehrchef. Nach seinem Ausfall wird er aber kaum alle Spiele über 90 Minuten bestreiten können. Seine Pausen müssen wohl überlegt sein, alleine im Aufbauspiel ist seine spielerische Klasse ungemein wichtig. Die Nominierung von Zeitz als Abwehrspieler war eine (gelungene) Überraschung. Er könnte aber auch wieder auf seine Stammposition im defensiven Mittelfeld rücken. Möglicherweise ist Marin Sverko eine Option, nach der Verletzung sollte die Startelf aber wohl noch zu früh kommen. Boné Uaferro (kein Einsatz) kam gegen Verl nicht zum Einsatz und ist ebenfalls eine frische Alternative. Auch Barylla bleibt immer eine Option für die Innenverteidigung. Mit der Auswahl sind es Luxusprobleme, nachdem man vor wenigen Wochen noch arg gebeutelt in der Defensive war.


Im defensiven Mittelfeld ist Luca Kerber die Entdeckung der Saison. Es ist und bleibt beeindruckend wie der 18-Jährige bei seinen ersten Drittligaeinsätzen agiert. Auch gegen Verl wieder. Dort ging es nach 60 Minuten an die Substanz und das ist eine normale Entwicklung. Er ist nicht gewohnt Woche für Woche dieses Tempo zu spielen und ist daher sicher ein Kandidat für eine Pause. Es ist ein junger Spieler und man muss ihn nicht verheizen und auch für Samstag braucht es frische Spieler. Entsprechend könnte Zeitz für ihn auf die Sechs rücken. Alternative können beide Spieler auch zusammen im zentralen Mittelfeld beginnen. Geht man nur nach der Leistung, so gibt es keinen Grund um Kerber aus dem Spiel zu nehmen. Er kann dann auf die Acht rücken. Dort haben sich in den letzten Wochen viele Spieler nicht wie erhofft für Einsätze empfehlen können. Kianz Froese ist ein Beispiel. Er kämpft immer mal wieder mit kleineren Blessuren und blieb bei seinen letzten Einsätzen blass. Timm Golley steht nur vielleicht zur Verfügung und wird nach seinem Magen-Darm-Infekt nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Lukas Schleimer bekam in Verl mal wieder 20 Spielminuten, konnte sich aber auch nicht in Szene setzen. Ein Stammspieler ist normal Tobias Jänicke. Ihn hat man gegen Verl schon nach 65 Minuten vom Feld geholt und etwas schonen können. Seine Routine ist im zentralen Bereich wichtig. Daneben hängt es von der Situation im Sturm ab. Spielt dort Günther-Schmidt? Oder kann er wieder fest auf die Acht gezogen werden? Sollte er nicht da spielen können, so hat man entweder Kerber als Option oder auch Fanol Perdedaj. Er hat auch schon im zweiten Abschnitt in Verl dort gespielt. Die erste Halbzeit hatte Mario Müller hier gespielt, ob man dieses Experiment ein drittes Mal wagt?


Über den rechten Flügel hat man Nicklas Shipnoski. Er ist ein Eckpfeiler der Mannschaft und bringt einzigartige Qualitäten für die Truppe mit. Entsprechend war es absolut richtig, ihn in Verl nach 70 Minuten vom Feld zu nehmen. Die Außenbahn ist laufintensiv und er braucht Frische in seinem Spiel. Entsprechend wird man ihm Pausen verschaffen müssen. Für die linke Seite hat man Minos Gouras. In Verl gab es für ihn einen Doppelpack und normal müsste man ihm jetzt weiter das Vertrauen schenken. Angesichts der engen Spieltermine könnte er auch auf die Bank rücken und einem frischen Spieler auf der Außenbahn Platz machen. Mendler und Deville sind die naheliegenden Optionen. Auch Tobias Jänicke kann auf der Außenbahn spielen, möglicherweise ist auch Mario Müller eine Option. Er würde die Rolle nicht zum ersten Mal in der Saison spielen. Im Angriff dreht sich die zentrale Frage um Sebastian Jacob. Kann der Stürmer (von Beginn an) spielen? In diesem Falle wird er auch wieder seine Position im Sturmzentrum einnehmen. Es wäre eine wichtige Rückkehr und würde die Qualität in der FCS-Offensive wieder erhöhen. Positiv war das Spiel in Verl trotzdem, hat es doch eines gezeigt: Für einzelne Spiele ist auch der Ausfalls eines Qualitätsspieler wie Jacob zu kompensieren. Günther-Schmidt ist die designierte Alternative.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Sebastian Bösel
Mario MüllerLuca Kerber
Kianz FroeseMarkus Mendler
Maurice Deville





Nicht im Kader

Lukas SchleimerNicht berücksichtigt
Rasim BulicNicht berücksichtigt
Ramon CastellucciNicht berücksichtigt
José VunguidicaNicht berücksichtigt
Timm GolleyMagen-Darm-Infekt
Marin SverkoTrainingsrückstand
Sebastian JacobAdduktorenprobleme
Bjarne ThoelkeWadenbeinbruch