FCS soll im Jahr 2020 vor Zuschauern in der Baustelle Ludwigspark spielen

Über die letzten Monate vermied es die Stadt Saarbrücken bewusst einen Fertigstellungstermin für das Ludwigsparkstadion zu benennen oder öffentlich einen Termin anzupeilen, ab dem der Verein im laufenden Baubetrieb im Stadion spielen kann. Diese Haltung änderte sich auch am heutigen Freitag nur bedingt. Einen genauen Termin für die Rückkehr nannte OB Conradt auf der Pressekonferenz mit Präsident Hartmut Ostermann und Bauleiter Welker nicht, sprach jedoch von mehr als einem Spiel (mit Zuschauern) des FCS in diesem Kalenderjahr. Das zarte Pflänzchen Hoffnung auf eine baldige Rückkehr erhielt also neue Nahrung, das Damoklesschwert mit (mehreren) Heimspielen in Frankfurt hängt jedoch weiter über dem Verein und seinen Anhängern. Martin Welker ist im Bezug auf den Baufortschritt in den nächsten Wochen und Monaten optimistisch und sieht die größeren Probleme für eine Rückkehr in Genehmigungen und Abnahmen.


Der OB nannte auch Zahlen. So hat man im Juli 2020 rund 2,2 Millionen Euro für das Stadion ausgegeben und damit im ersten Monat unter der Regie von Welker das Budget seit dem Antritt von Conradt verdoppelt. Eine weitere Steigerung ist angedacht. Die Baustellenführungen im Stadion sollen auf zwei Führungen pro Woche ausgeweitet werden. Einige Genehmigungen fehlen der Stadt noch, diese Genehmigungen sollen in den nächsten Tagen eingereicht werden. Eine weitere Pressekonferenz ist für Mitte September geplant.


Das ursprüngliche Ziel mit dem Stadionbau eine bundesligataugliche Spielstätte zu errichten ist gescheitert. Dies machte FCS-Präsident Hartmut Ostermann im Einvernehmen mit der Stadt offiziell. Bei einem etwaigen Aufstieg in die 2.Bundesliga sind "Ergänzungsarbeiten" am Stadion zwingend notwendig.


Sollte der FCS sich für den DFB-Pokal der Saison 2020/21 qualifizieren will man das Pokalspiel erwartungsgemäß in Völklingen ausspielen sofern der Ludwigspark nicht zur Verfügung steht. Für etwaige Heimspiele in der Liga prüft man aktuell einen Antrag um in Völklingen spielen zu können.


Das letzte Fußballspiel im alten Park bestritt der FCS am 5.Dezember 2015 und verabschiedete das Stadion mit einem 4:0-Erfolg über den TSV Steinbach. Ursprünglich wollte man zur Saison 2017/18 zurückkehren, im Laufe der Zeit stieg der Zeitraum jedoch bis ins Jahr 2020 an. Unfassbare 1.707 Tage ist der Abschied heute her und in diesem Zeitraum hat der FCS insgesamt 81 Pflichtheimspiele (73 Spiele in der Regionalliga, sechs DFB-Pokalspiele und zwei Saarlandpokalspiele) im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen bestreiten müssen. Aus dem aktuellen Kader haben lediglich Manuel Zeitz, Maurice Deville und Sebastian Jacob (kein Pflichtspiel) schon für die erste Mannschaft des FCS im Ludwigspark gespielt. FCS-Präsident Ostermann hob im Rahmen der Pressekonferenz die gewaltige finanzielle Belastung für den Verein im Exil hervor.


Auf Grundlage des DFL-Vorschlages - der DFB wird sich mit der 3.Liga sicher an diesen Vorschlag andocken wollen - bezüglich Zuschauereinlass in Corona-Zeiten (keine Stehplätze, keine Gästefans, eingeschränkte Kapazität an Sitzplätzen) bleibt die Frage wie viele Zuschauer überhaupt die Heimspiele des FCS verfolgen könnten, sofern Zuschauer vom Verband zugelassen werden. Die Anzahl der Sitzplätze im Stadion beträgt 9.074 Sitze (1.698 Haupttribüne, 4.180 Nordtribüne Oberrang, 1.976 Nordtribüne Unterrang, 1.220 Westtribüne) sowie 652 Business und 111 Logenplätze.


Nachfolgend eine Übersicht der möglichen Kapazität:

Kapazität Ludwigsparkstadion.pdf

Kommentare 16

  • Es wäre auch Zeit, ich werde zum ersten Spiel anreisen das steht fest!

  • Ich bleibe bei meiner Einschätzung

    Erst wenn im LUPA gespielt wird, glaube ich daran

  • Bin zuversichtlich. Wenn der OB sich seiner Sache nicht ziemlich sicher wäre, hätte er auch keine 2+ X Spiele versprochen. Ich gehe also davon, das des schneller geht, aber man möchte das nicht äußern.

    • Was denen im Kopf spukt weiß man nie...

    • Vor 3 Monaten hätte das niemand für möglich gehalten. Bei allem Saarkasmus und Häme die diese Sache verdient hat, den Welker einzuspannen war der richtige Move. Ich denke auch fast das sie das Spielen in der Baustelle schneller bewerkstelligen werden.

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  • Und ich hab immer Champagner dabei wenn ich ins Stadion geh;)

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  • Der FCS ist nicht mehr Heimtlos.

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  • Wenns klappt Top. Ostermann gut in Form;)

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  • Im Kontext der ganzen Sache kann man froh sein wenn es tatsächlich die zwei Spiele im Park werden dieses Jahr.

  • Wie soll man in VK bei kaum vorhandenen Sitzplätzen eine Ausnahmegenehmigung für ein 3 Liga Spiel kriegen? Verstehe ich nicht.

    • Zweifelslos eine offene Frage und aus meiner Sicht auch eher unwahrscheinlich. Sofern die 3.Liga aber Stehplätze erlauben sollte denkbar. Ansonsten wird der Verein rechnen müssen ob Spielen in Frankfurt (4.139 Sitz-, 574 Business- und 110 Logenplätzen) wirtschaftlicher sind als mobile Sitzplätze in Völklingen zu installieren.

    • Ich wär froh das wär ne Option in letzter Not. Aber wo sollen die mobile Tribünen in VK hin?

  • Pokalspiel gegen St. Pauli voraussichtlich in Völklingen.