Historiemaker: Der Krimi gegen den KSC

Dieser Tage ist Traditionsverein Rot-Weiss Essen in aller Munde. Der Regionalligist bezwang am Dienstag den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen mit 2:1 und qualifizierte sich für das Viertelfinale im DFB-Pokal. Die gleiche historische Leistung gelang dem FCS genau heute vor einem Jahr. Nach Siegen über den SSV Jahn Regensburg (3:2) und den 1.FC Köln (3:2) hatte man sich zum ersten Mal seit der Saison 2013/14 für das Achtelfinale qualifiziert und war nun gewillt inmitten der Winterpause in der Regionalliga die nächste Sensation zu schaffen. Beim Pflichtspieldebüt von Lukas Kwasniok (und dem ersten FCS-Spiel der Vereinsgeschichte mit Videobeweis) war Zweitligist Karlsruhe zu Gast. Der KSC hatte sich mit zwei Siegen gegen die Ligakonkurrenten Hannover 96 und SV Darmstadt 98 für die Runde der Letzten 16 Teams qualifiziert.


6.800 Zuschauer im ausverkauften Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen sahen den Kaltstart des FCS an einem kalten, aber trockenen Februarabend und wurden gleich mit einer Überraschung konfrontiert: In Abwesenheit von Top-Torjäger Sebastian Jacob beordete Kwasniok Innenverteidiger Steven Zellner in den Sturm neben Fabian Eisele. Die Abwehrkette vor Daniel Batz bildeten Anthony Barylla, Christopher Schorch, Boné Uaferro und Mario Müller. Im Mittelfeld spielten Tobias Jänicke, Manuel Zeitz, Fanol Perdedaj und Markus Mendler.


Die Malstätter kamen nur mit Mühe in die Begegnung, stabilisierten sich in Laufe der Anfangsphase jedoch Defensiv und bot dem Favoriten mit zwei tiefstehenden Ketten Paroli. Man zog dem KSC damit den Zahn, Offensiv hatte man jedoch keine nennenswerten Aktionen zu verzeichnen. Dies änderte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit: Eisele scheiterte mit seinem Drehschuss am gegnerischen Keeper. Danach kehrte das Spiel zur ersten Hälfte zurück. Nach 75 Minuten kam beim FCS Jurcher für Eisele. Seine Geschwindigkeit belebte das FCS-Spiel und beide Teams hätten in der Schlussphase gewinnen können. Jurchers Lupfer landete jedoch neben dem Tor. Verlängerung, den typischen Pokalfight hatte der FCS längst erreicht. In der Extra-Time wurde das Spiel offener und die Malstätter spielten auf Sieg. Doch auch nach 120 Minuten waren keine Tore gefallen.


Elfmeterschießen. Geschossen wird auf das Tor zur FCS-Fanseite. Zellner verwandelt den ersten Elfmeter rechts unten. Hofmann gleicht aus. Golley haut seinen Elfer in den Winkel. Djuricin lässt Batz keine Chance. Zeitz macht den Dritten mittig rein. Pisot schießt nach links unten, Batz ahnt die Ecke und pariert mit dem linken Arm. Der FCS mit Vorteil, den der eingewechselte Miotke mit dem 4:2 festigte. Wanitzek verkürzt, Schorch ist der fünfte FCS-Schütze. Er tippelt an, verzögert kurz, trifft links oben und schießt den FCS ins Viertelfinale. Wie auf den Tag genau vor 35 Jahren gegen den VfB Stuttgart. Wieder im Elfmeterschießen. Der Rest eines langen Abends und einer ewigen Nacht ist Ekstase.

Kommentare 2

  • und auf den Tag genau dann so eine Scheiße heute aber den Moment kann unser keiner mehr klauen.

  • Ach war das toll. Ich als "Saabrigga Mädsche" gestrandet in Hamburg hatte bis dahin höchstens spöttische Blicke geerntet wenn ich an Spieltagen als -super modisches Accessoire- einen FCS Schal mit ins Büro nahm. Dieses Spiel änderte das, ohne Worte aber mit respektvollen Kopfnickend wurde ich den nächsten Morgen begrüßt und es stand fest, für die nächste Runde brauche ich Urlaub -komme was wolle ;)

    Eijo 2