Vorbericht: Am Sonntag in Unterhaching gefordert

Heimspiele bleiben für den FCS momentan Tabu. Nach Spielabsage gegen Zwickau und Umzug gegen Lübeck nach Frankfurt fiel am vergangenen Montag auch das geplante Heimspiel gegen den MSV Duisburg aus. Obwohl man sich alle Mühe gegeben hatte bekam man den Platz nicht in einen spielfähigen Zukunft, rund zwei Stunden vor dem geplanten Anpfiff wurde die Austragung der Begegnung durch den Schiedsrichter untersagt. Am Wochenende soll es nun mit einem Auswärtsspiel weitergehen. Bisher stehen viereinhalb Auswärtsspiele in fünf Begegnungen des Jahres 2021 zu Buche. Ob sich diese Bilanz in naher Zukunft ändert ist offen. Angesichts der aktuellen Kältefront im Saarland stehen auch die beiden Heimspiele in der nächsten Woche auf der Kippe. Am Sonntag geht es für die Kwasniok-Elf zur SpVgg Unterhaching. Die Begegnung hat die frühe Anstoßzeit zugeteilt bekommen und wird bereits um 13:00 Uhr angepfiffen. Die Bedeutung des Spieles ist offenkundig: Der FCS spielt gegen eine Mannschaft aus der Abstiegszone und kann diesen Gegner weiter distanzieren. Dazu will man sich unbedingt endlich mal wieder für den eigenen Aufwand belohnen und drei Punkte mit nach Saarbrücken bringen.








TV-Übertragung/Livestream

Die Begegnung bei der SpVgg Unterhaching wird am Sonntag ausschließlich von Magenta Sport übertragen. Außerdem ist auch das FCS-Fanradio am Start. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Die SpVgg trägt ihre Heimspiele im Sportpark Unterhaching aus. Wie gewohnt ist auch diese Begegnung ein Geisterspiel. Im Stadion liegt ein Hybridrasen, zudem läuft die Rasenheizung. Eine tatsächliche Austragung der Begegnung steht angesichts der vorherrschenden Kältefront in der Schwebe. Alle Informationen zur Spielstätte.



Die Historie zwischen den Teams

20 Pflichtspiele zwischen den beiden Mannschaften sind in der Statistik eingetragen und seit dem Hinspiel besitzt der FCS eine leicht positive Bilanz mit acht Siegen bei fünf Unentschieden und sieben Niederlagen. Das Torverhältnis ist komplett ausgeglichen (35:35). In Unterhaching ist die Bilanz leicht positiv für die Gastgeber. Sie konnten vier von elf Heimspielen gewinnen. Dazu kommen jeweils drei Unentschieden und drei Niederlagen. In der ersten Drittligazeit des FCS von 2010 bis 2014 spielte man dauerhaft gegeneinander. In den acht Drittligavergleichen gab es ebenfalls eine ausgeglichene Statistik. Hier gab es je vier Siege für den FCS und die SpVgg. In Unterhaching konnte der FCS ein Spiel gewinnen, einmal gab es ein Unentschieden und zudem kommen zwei Niederlagen. Das Hinspiel in dieser Saison gewann der FCS mit 2:1. Es war das erste Geisterheimspiel für den FCS und Mitte der zweiten Hälfte geriet man in Rückstand. Der eingewechselte Schleimer bereitete den Ausgleich von Mendler (79.) sowie den späten Siegtreffer von Jacob (90. + 3) vor und der FCS sicherte sich einen wichtigen Heimsieg. Auch das Heimspiel im Februar 2014 hatte man mit 1:0 (Tor: Ziemer) gewonnen. Das letzte Gastspiel in Unterhaching fand am 31.August 2013 statt. Vor 2.200 Zuschauern verlor der FCS mit 1:3. Fünf Monate zuvor gab es im Sportpark keine Tore zu sehen. Auch im Dezember 2011 unterlag man trotz Führung (Sökler und Laux) mit 2:3. Den letzten Auswärtssieg holte man am 29.April 2011. Damals erzielten Manuel Zeitz und Marcel Schug die beiden Treffer zum 2:0-Auswärtserfolg.



Der Gegner: SpVgg Unterhaching

Die SpVgg Unterhaching ("Spielvereinigung Unterhaching e. V.") existiert in der heutigen Form seit 1925 und ist das Resultat einer Abspaltung vom TSV Hachinger Tal. Seit Ende 2018 wurde der Club in die Spielvereinigung Unterhaching Fußball GmbH & Co. KGaA ausgegliedert und ist zudem (nach Borussia Dortmund) der zweite börsennotierte Fußballclub in Deutschland. Als eigentlich typischer Amateurverein begann man 1981 mit dem Aufstieg in die Oberliga. 1989 stieg man zum ersten Mal in die 2.Bundesliga auf, stieg aber wie 1993 sofort wieder ab. Erst ab der Saison 1995/96 gelang es sich in der 2.Liga zu etablieren bis man schließlich 1999 sogar in die Bundesliga aufstieg und hielt dort im ersten Jahr sogar überraschend die Klasse und "klaute" Leverkusen am letzten Spieltag die Meisterschaft. Im zweiten Jahr stieg man als Sechszehnter ab. Bis 2007 spielte man (mit Ausnahme einer Saison in der Regionalliga) in der 2.Bundesliga, dann musste man sich aus dieser Spielklasse verabschieden. In der Folge fand die SpVgg als Außenseiter und Ausbildungsvereine eine Heimat in der 3.Liga und spielte dort über mehrere Jahre. 2015 stieg man in die Regionalliga ab, kehrte nach zwei Spielzeiten jedoch wieder zurück und ist mittlerweile wieder in der 3.Liga etabliert.


2017/18 landete man auf dem neunten Platz, 2018/19 wurde man Zehnter und die vergangene Saison beendete man als Elfter. Bis zur Corona-Pause war man Tabellendritter, anschließend geht es bis ins Mittelfeld. Die schwache Rückrunde hatte ihre Folgen. Trainer Claus Schromm musste seinen Pfosten räumen, verließ jedoch nicht den Club. Er rückte ins zweite Glied und ist nun als Sportdirektor aktiv. Neuer Trainer ist Arie van Lent, zuvor auch in Offenbach aktiv. Auf Sicht hat Unterhaching große Ambitionen verkündet und möchte in den kommenden Jahren zurück in die 2.Bundesliga. Die aktuelle Saison wurde als ein Übergangsjahr deklariert, der Saisonverlauf bringt die Ziele jedoch in Gefahr und es geht für die SpVgg ausschließlich um den Klassenerhalt.



Transferaktivitäten

Große Transferaktivitäten standen bei den Hachingern wie schon im Sommer nicht an. Ein Grund: Aufgrund der finanziellen Situation und einer Nachlizenzierung durfte man auch überhaupt nicht großartig auf dem Markt tätig werden. Der große Kader wurde mit drei Abgängen entlastet. Der erfahrene Innenverteidiger Marc Endres musste seine Karriere nach anhaltenden Verletzungsproblemen beenden, er hatte seit rund zwei Jahren keinen richtigen Fuß mehr auf die Erde bekommen. Die Dienste von Jim-Patrick Müller (31/RM) waren nicht mehr gefragt, er ging zur unterklassigen DJK Vilzing. Außerdem gab man Stammtorhüter Nico Mantl ab. Der 21-Jährige wechselte für eine kolportierte Ablösesumme von zwei Millionen Euro zu RB Salzburg und verschaffte dem Club eine ruhige finanzielle Ausgangslage. Auf der Gegenseite wurde nur ein neuer Spieler geholt: Torhüter Jo Coppens kompensiert den Abgang von Mantl. Der 30-Jährige Belgier war zuvor die Nummer 2 beim Lillestrøm SK in Norwegen. Die dritte Liga kennt er aus seiner Zeit bei Carl Zeiss Jena.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Im Hinspiel hatte die SpVgg die Option mit einem Sieg weit nach oben vorzustoßen, nach der späten Niederlage ging es dann in die andere Richtung. Man verlor drei Tage später das Heimspiel gegen den MSV Duisburg mit 0:1 und musste sich zum Ende der englischen Woche auch 1860 München mit 0:2 geschlagen geben. In beiden Spielen war Unterhaching feldüberlegen. Danach folgte eine 1:3-Niederlage beim KFC Uerdingen. Hasenhüttl traf zehn Minuten vor Schluss zum 1:2-Anschlusstreffer. Mitte November drohte zuhause gegen Köln die fünfte Niederlage in Folge: Nach 22 Minuten lag man bereits mit 0:2 im Rückstand. Den schnellen Anschlusstreffer von Hasenhüttl vollendete Anspach nach einer Stunde zum Ausgleich. Am 12.Spieltag verlor man bei Dynamo Dresden mit 0:2. Defensiv machte man es lange Zeit gut, lag jedoch trotzdem schon zur Pause mit zwei Toren hinten. In Halbzeit 2 wurde man Offensiv mutiger, dominierte weite Strecken der Begegnung ohne jedoch Tore zu erzielen. Die gute Leistung in der zweiten Hälfte half den Hachingern jedoch trotzdem aus dem Tief zu kommen. Drei Tage später gewann man zu Hause gegen Wiesbaden mit 2:1. Es war ein verdienter Sieg der SpVgg, Stroh-Engel und Marseiler trafen. Das folgende Auswärtsspiel in Halle wurde mit 0:2 verloren, am 15.Spieltag bezwang man Kaiserslautern zuhause. Haching arbeitete sich in das Spiel und zu Beginn von Hälfte 2 brachte Hasenhüttl sein Team nicht unverdient in Führung. Nach 74 Minuten legte Greger nach. Mitte Dezember folgte ein 4:1-Erfolg bei Waldhof Mannheim. Man ging bereits nach 14 Minuten durch Heinrich in Front, legte kurz darauf durch Grauschopf nach und erzielte - nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer - noch vor der Pause den dritten Treffer. Nach einer Stunde sorgte Marseiler dann endgültig für die Entscheidung. Mit diesem Erfolg sprang Unterhaching auf Platz 11 hoch. Zum Jahresabschluss sicherte man sich gegen die kleinen Bayern noch einen Punkt. Schon nach zwei Minuten sorgte Marseiler für die Führung, mit dem Halbzeitpfiff glichen die Gäste aus. Der Januar war dann ein Monat zum Vergessen.


Bei Hansa Rostock belohnte man sich nicht für eine couragierte Leistung und verlor mit 0:1. Auch im ersten Heimspiel des Jahres gegen den SC Verl belohnte man sich nicht für eine lang Zeit gute Leistung. Als Heinrich nach 75 Minuten das 3:1 für die Hachinger erzielte schien die Begegnung entschieden, zuvor hatte bereits Hasenhüttl getroffen und ein Eigentor für Haching war gefallen. Die Gäste drehten in den letzten Minuten der Begegnung das Spiel komplett und gewannen. Ein Wirkungstreffer und das Kellerduell gegen den 1.FC Magdeburg ging zu Hause mit 0:2 in die Binsen. Bei Türkgücü München agierte eine komplett veränderte Mannschaft überlegen, brachte jedoch den Ball nicht ins Tor. Die Begegnung endete torlos. Danach gab es wieder eine Niederlagenserie.


Zuhause gegen den FSV Zwickau war man nicht die schlechtere Mannschaft, hatte jedoch nur auf den frühen Rückstand noch eine Antwort durch Hufnagel. Am Ende verlor man mit 1:2. In einer kampfbetonten Begegnung verlor man anschließend auch beim VfB Lübeck mit 0:1. Im letzten Heimspiel gegen Ingolstadt zeigte sich die SpVgg über weite Strecken als spielbestimmende Mannschaft, erneut gab es jedoch eine 0:1-Niederlage zu verzeichnen. Vergangenen Samstag war man beim SV Meppen zu Gast. Auch dieses Kellerduell ging verloren. Zwar ging man früh durch Marseiler in Führung, doch nach einem Doppelschlag lag man nach 21 Minuten schon wieder hinten. Stroh-Engel glich vor der Pause noch mal durch einen Elfmeter aus, in Hälfte 2 gelang den Gastgebern jedoch noch ein dritter Treffer. In der Folge hatte Unterhaching keine Antwort mehr.


Neun Spiele ohne Sieg und nur zwei Punkte aus dieser Phase. Es könnte besser laufen für die Hachinger und dies zeigt mittlerweile auch die Tabelle. Unterhaching ist dort auf einen Abstiegsplatz gerutscht und belegt aktuell den 17.Tabellenplatz. Man selbst hat dabei alle 23 möglichen Spiele absolviert, fast alle Konkurrenten haben noch Nachholspiele zu bestreiten. Im schlechtesten Fall würde man in einer bereinigten Tabelle sogar auf dem letzten Tabellenplatz liegen. Duisburg und Magdeburg sind punktgleich (und haben ein Nachholspiel), Lübeck ist einen Punkt dahinter und hat noch zwei Nachholspiele. Der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt dabei aktuell drei Zähler. In der bisherigen Saison gab es sechs Siege, drei Unentschieden und 14 Niederlagen. Keine andere Mannschaft in der Liga verliert so häufig wie Unterhaching. Die SpVgg steht bei 24 erzielten Toren. Kein wirklich guter Wert, aber passend zur zweiten Tabellenhälfte. Der beste Torschütze ist Angreifer Patrick Hasenhüttl (5). Ihm folgt Luca Marseiler mit vier Treffern. Routinier Stroh-Engel und Niclas Anspach stehen jeweils bei drei Saisontoren. Ein Problem: Fast 30 Prozent der eigenen Tore wurden in Mannheim und gegen Verl erzielt. Neun Mal in dieser Saison gab es schon keinen eigenen Treffer, sieben Mal maximal ein Treffer. Man geht zu fahrlässig mit den eigenen Torchancen um. Defensiv steht man bei 34 Gegentoren. Es ist einer der schlechtesten Werte in der Liga. Erst in vier Spielen gab es keinen Gegentreffer. In der Auswärtstabelle liegt man auf dem letzten Platz, in der Heimtabelle rangiert man auf Platz 12. In zwölf Heimspielen gab es 14 Punkte. Man hat zuhause Lübeck, Meppen, Wiesbaden und Kaiserslautern geschlagen. Der letzte Heimsieg datiert jedoch von Mitte Dezember. In den folgenden vier Heimspielen gab es nicht einen Punkt.



Aufstellung gegen den SV Meppen

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Kommentare 4

  • Bei gleichbleibenden Wetter ist wohl von einer Absage auszugehen. Mal was anderes, die Verletzten betreffend. Wie ist da der Stand. Ich bin schon verwundert. Bei Zelle gab es erst die Meldung >>schwer verletzt. Dann wird das korrigiert und plötzlich mach er Lauftraining. Jetzt rudert man wieder zurück weil man wieder unsicher ist, kann man das do zusammenfassen?


    Bei Sverko hieß es am Anfang, nichst dolles - so hab ich es im Kopf, dann fehlte er Wochen.

    Habe ich richtig vernommen das bei Müller bei dem Test ob es für das Spiel reicht eine andere Verletzung entstanden ist?

    Bei Fanol geht der Muskel ständig zu und bei Bösel tappt man auch im Dunkeln? Alles ungünstige Beispiele oder haben wir im medizinischen Bereich ein Problem?

    • Laut Rossi hatte es Kwansiok auch mit der medizinischen Abteilung...

    • Das Problem ist bei allen Trainern gleich. Sie wollen ihre Spieler einsetzen können während andere Personen einen anderen Blickwickel auf die Dinge haben müssen. Das gab es unter dem letzten Trainer, da gab es Phasen mit vielen (muskulären) Verletzungen und eine Phase wo man wenige Verletzungen hatte. Fehlende Geduld hilft nicht.


      Ansonsten:

      - Zellner ist nach den beiden Kreuzbandrissen im Knie hochkompliziert, auch bei Experten außerhalb des Saarlandes

      - Müller hat im Training unbewusst eine Schonhaltung eingenommen und sich dann einen Faserriss zugezogen.

    • Danke für deine Antwort.


      Könnte ein sehr wichtiges Thema werden. Jetzt ist es das Wetter, die Pandemie ist auch nicht weg es könnten am Ende sehr viele Spiele in sehr kurzer Zeit anstehen.