Die Lage des FCS vor Haching

Nicht immer ruhige Tage liegen hinter dem FCS. Die Entscheidung rund um den Trainer hat in der letzten Woche für Gesprächsstoff gesorgt, dazu muss man sich weiterhin mit dem nervenden Dauerthema Ludwigsparkstadion und Ausweichspielstätte beschäftigen. Am Montag fiel kurzfristig erneut ein geplantes Heimspiel aus, auch die nächsten Heimspiele werden über Austragungsort und allgemein über eine ordnungsgemäße Durchführung für Diskussionen sorgen. Heimspiele kennt der FCS im Jahr 2021 nicht, auch einen regelmäßigen Spielrhythmus hat man bisher nicht hinbekommen. Dazu kommt fortwährend die sportliche Situation mit vielen unbefriedigenden Ergebnissen und zu wenigen Siegen in den letzten Wochen.


Am Montag hieß es beim FCS wieder kurzfristig umplanen. Der Trainingsplan wurde nach dem Spielausfall angepasst und seit Mittwoch findet die Vorbereitung auf das Spiel in Unterhaching statt. Nach dem Abschlusstraining am Samstag geht es für den FCS-Tross dann in Richtung Bayern. So viel Zeit sich auf Spiele vorzubereiten hatte man in dieser Drittligasaison selten und wird sie mit der anstehenden englischen Woche auch erst mal nicht mehr haben. Doch eine normale Vorbereitung war für den FCS in dieser Woche eh nicht umsetzbar. Die Trainingsplätze im FC-Sportfeld sind gefroren und die Trainingseinheiten wurden - wie bei anderen Drittligisten - in die Halle verlegt.


Für den FCS sind die drei Spiele in nächsten sechs Tagen - sofern sie denn über die Bühne gehen können - von großer Bedeutung. Es braucht wieder Erfolgserlebnisse und es braucht auch wieder Siege. Man hat zwei vermeintliche Heimspiele um zu Punkten, auch wenn 1860 München natürlich ein echtes Schwergewicht in der Liga ist und der FSV Zwickau zuletzt mit einer guten Form überzeugte. In den engen Spielen in dieser Liga kann man aber jedem Gegner auf Augenhöhe begegnen. Dazu kommt eben am Sonntag das Auswärtsspiel in Unterhaching. Ein Sieg dort könnte als echter Befreiungsschlag dienen und würde die SpVgg deutlich distanzieren und allgemein ist die Chance sich wieder mehr von unten zu lösen. Auch das ist trotz der fehlenden Ergebnisse der Gastgeber kein Selbstläufer. Sie spielen in der Regel trotzdem einen guten Ball, erspielen sich einige Chancen und scheiterten zuletzt vor allem an ihrer fehlenden Effektivität vor dem gegnerischen Tor.



Personelle Situation

Großartige Veränderungen an der personellen Situation sind im Vergleich zur letzten Wochen nicht eingetreten. Verletzungsbedingt fehlen erneut Björn Thoelke (Wadenbeinbruch), Steven Zellner (Knieverletzung) und Mario Müller (Muskelfaserriss). Mario Müller befand sich Ende letzter Woche im Lauftraining, an einen Einsatz ist jedoch noch nicht zu denken. Er könnte vielleicht gegen Verl wieder eine Option werden. Kompliziert wird es bei Steven Zellner. Nach zwei Kreuzbandrissen im gleichen Knie ist eine exakte Diagnose für die Mediziner (nicht nur in Saarbrücken, auch bei Ärzten außerhalb des Saarlandes) schwierig. Zuletzt betrieb der Abwehrchef immerhin Lauftraining. Manuel Zeitz (es wird das zweite von drei Spielen sein) ist noch gesperrt. Sebastian Bösel ist indes seit Ende der letzten Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und könnte zum ersten Mal in diesem Jahr eine Option für den Kader sein. Erstmalig wieder eine Option ist auch Rasim Bulic. Er ist nach dem letzten Kenntnisstand zu Wochenbeginn wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Unbekannt ist die Situation um Ramon Castellucci nach seinem Wadenbeinbruch. Ohne kurzfristige Ausfällen stehen Kwasniok immerhin 19 Feldspieler zur Verfügung, gleich drei Akteure (Bulic + ?) können dann nicht im Kader stehen.



Wie könnte der FCS beginnen?

Die taktische Ausrichtung und der Torhüter sollten auch vor diese Spiel klar sein. Daniel Batz ist der gesetzte Mann zwischen den Pfosten, das 4-1-4-1-System die favorisierte taktische Grundausrichtung. Hinter Daniel Batz bleibt Jannick Theißen als U23-Spieler auf der Bank, auch wenn Ramon Castellucci früher oder später wieder zur Option wird.


Die Abwehrkette bekommt durch die Rückkehr von Sebastian Bösel ein Stück weit mehr Breite zurück. Zusätzliche Optionen im Defensivbereich aktuell mehr als gut gebrauchen. Bösel steht zugleich als einer von drei Spielern (mit Golley und Uaferro) bei vier gelben Karten und wäre bei der nächsten Verwarnung für ein Spiel gesperrt. Bei Bösel sollte ein langsamer Aufbau im Vordergrund stehen. Seit Oktober hat er nur eine Halbzeit gespielt, ein großer Trainingsrückstand ist die Folge. Fünf Wechsel bieten auch die Möglichkeit Spieler über Einwechslungen an die Mannschaft zu bringen. Für die Startelfüberlegungen ändert sich daher im Vergleich zum Vorlauf gegen Duisburg nicht viel. Der Rest muss es richten. Auf der rechten Abwehrseite könnte wieder Fanol Perdedaj beginnen. Er hat gegen Halle sein Comeback gegeben und hat seither zwei Wochen trainieren können. Ihm werden die Trainingstage gut getan haben. Auf der linken Abwehrseite spielte zuletzt Anthony Barylla. Er kann in der Defensive alle Positionen spielen und ist als Allrounder ungemein wichtig. Für die beiden Außenbahnen ist in erster Linie Jayson Breitenbach noch eine Alternative. Auch Jänicke könnte als Notnagel für eine der defensiven Außenbahnen in Frage kommen. Beispielsweise sollte Perdedaj ins defensive Mittelfeld rücken oder man mit Barylla in der Innenverteidigung beginnen wollen. Dort hat man ansonsten nur zwei Optionen: Boné Uaferro und Marin Sverko. Uaferro wird die Aufgabe haben Stabilität in die Hintermannschaft zu bringen. Die Rückkehr von Sverko war gegen Halle extrem wichtig. Er ist eine Stütze in der Mannschaft und hat ähnlich wie Perdedaj jetzt auch einige Tage mehr Zeit gehabt um Trainingsrückstand aufzuholen.


Die Rückkehr von Sebastian Bösel und ein Fanol Perdedaj mit weniger Trainingsrückstand ermöglichen auch mehr Möglichkeiten im defensiven Mittelfeld. Der Ausfall des Kapitäns trifft den FCS hier schwer. Neuprofi Luca Kerber hat die Position in Halle solide ausgefüllt und durfte über 90 Minuten spielen. Er hat sich in diesem Spiel als ernstzunehmende Option empfohlen und könnte die Rolle auch am Sonntag wieder von Beginn an einnehmen. Dieses Vertrauen sollte man in den 18-Jährigen mittlerweile haben. Perdedaj wäre der kampfstärkere Spieler und könnte auch seine Erfahrung auf dieser Position mit einbringen. Die beiden Spieler in den Halbräumen müssen dem jeweiligen Sechser die nötige Unterstützung gegeben. Gerade für Kerber sind erfahrene Kräfte um ihn herum wichtig. Tobias Jänicke ist in dieser Hinsicht die zentrale Figur und sollte daher auch wieder auf der Acht gesetzt sein. Er hat diesen Part schon in Halle erledigt und kann immer wieder als zweiter Sechser neben Kerber rücken und ihm den Rücken freihalten. Als zweiter Achter wurde zuletzt Julian Günther-Schmidt eingesetzt. Er hat in Halle über eine Stunde auch ein gutes Spiel gehabt, hat viel für die Mannschaft gearbeitet und sein erstes Tor für den FCS wird ihm weiteren Auftrieb geben. Er könnte wieder die Gelegenheit bekommen von Beginn an zu spielen. Golley und Froese sind die naheliegenden Optionen. Auch für die Acht könnte auch Fanol Perdedaj in die Verlosung kommen und seine kampfstärke im Mittelfeld zur Geltung bringen.


Zwei der drei anderen Positionen in der Offensive sind fix besetzt. Einmal gilt dies für Nicklas Shipnoski auf dem rechten Flügel. Er ist Top-Scorer des FCS, war auch gegen Halle wieder unmittelbar am Tor beteiligt und man kann auf seine Qualitäten nicht verzichten. Er ist ein Unterschiedsspieler und die Gegner müssen sich auf ihn einstellen. Dazu kommt natürlich Sebastian Jacob in der Sturmspitze. Er führt die Mannschaft momentan als Kapitän auf das Feld und mit den Ausfällen von Zellner und Zeitz muss die verbliebene Achse auf dem Feld bleiben. Auch hat er sich das nötige Vertrauen verdient um aus dem kleinen Leistungsloch zu kommen. Jacob kann mehr als er in den letzten Wochen auf den Platz bringen können. Alleine seine Arbeit für die Mannschaft ist aber quasi unverzichtbar. Offen ist dagegen die Problemzone im linken Mittelfeld. Im letzten Spiel hat man hier mit Timm Golley begonnen und diese Option könnte Kwasniok auch am Sonntag wieder ziehen. Minos Gouras und Markus Mendler als Alternativen haben aktuell einen schweren Stand und sind ähnliche Spielertypen. Die vierte Möglichkeit ist Maurice Deville. Nach dem desaströsen Spiel gegen Rostock hatte er nun zwei Wochen Zeit um seinen Trainingsrückstand zu minimieren und mit zunehmender Fitness wird er auch wieder mehr eine echte Option für Einsätze sein.



Mögliche Aufstellung

ergir.png%20



Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Jayson Breitenbach
Sebastian BöselKianz Froese
Markus Mendler
Minos Gouras
Maurice Deville



Die U23-Regel ist mit Kerber, Shipnoski, Theißen, Gouras und Breitenbach mehr als ausreichend besetzt. Mit Bösel, Froese, Mendler und Deville hat man noch vier erfahrenere Einwechselspieler in der Hinterhand. Die Breite auf der Bank nimmt wieder leicht zu und ermöglicht die fünf Wechsel auch vernünftig nutzen zu können.



Nicht im Kader

Lukas SchleimerNicht berücksichtigt
Ramon CastellucciUnbekannt
Manuel ZeitzRot-Sperre
Steven ZellnerKnieverletzung
Rasim BulicNicht berücksichtigt
José VunguidicaNicht berücksichtigt
Mario MüllerMuskelfaserriss
Bjarne ThoelkeWadenbeinbruch

Kommentare 18

  • In Lupa. de wird gepostet, dass Sverko mit Muskelfaserriss ausfällt

  • Was heißt schon Pulver verschossen? Uns fehlt komplett die Ballance. Es kann doch nicht sein das man die Taktik hat das Spiel in 20 Minuten zu entscheiden und wenn das nix wird regelmäßig eingeht. Es ist nicht mal nach Spielzeit gerichtet, sobald wir in Führung gehen geht die Scheiße los.

    Eijo 1
  • Da wir regelmäßig nach 45 Minuten unser Pulver verschossen haben sollten ab der 46 Minunte 5 neue rein;)

  • Wie fest ist Kerber in der Stammelf? Bösel könnte auf die 6 aber auch hinten Rechts für Fanol und der auf die 6. Setzt der Junge sich da durch?

    • Denke er wird dann auf der Bank sitzen wenn Bösel von Anfang an spielen kann.

    • Ich glaube nicht das Bösel direkt spielt. Kerber hat seine Sache auch gut gemacht am Ende fehlten Körner klar. In dem Falle kann Bösel dann aushelfen.

      Eijo 1
  • Ein Punk ist auch nich schlecht. Zuhause müssen dann die Siege eingefahren werden.

  • Richtungsweisendes Spiel für die nächsten Wochen. Ein Sieg ist Pflicht!

    • Wenn für uns ein Sieg Pflicht ist wie ist das dann bei Haching? Leben oder Tod?

      Eijo 2
    • Nicht vergleichbar. Präsident Schwabl sagte die Woche schon das ein Jahr RL kein Beinbruch ist, dort bleibt es ruhig. Bei uns schießt danach jeder gegen jeden.

  • Interview mit Luginger Stadionzeitung Unterhaching:


    Herr Luginger, zuletzt beherrschte der Ab-schied von Trainer Lukas Kwasniok zumSaisonende die Schlagzeilen. Haben Sie die Be-fürchtung, dass sich die Mannschaft davon be-einflussen lassen könnte?


    Luginger: Ich denke die Mannschaft kann gut damit umgehen.


    Als Aufsteiger stehen Sie auf dem zehnten Platz. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Saison?


    Luginger: Grundsätzlich können wir mit dem aktuellen Punk-testand zufrieden sein , aber nicht mit den Ergeb-nissen der letzten Wochen.


    Gibt es eine Wunschplatzierung am Ende der Spielzeit?


    Luginger: Wir wollen schnellstmöglich die nötigen Punkteholen um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben.Der Rest sind Bonuspunkte!


    Wer sind Ihre Favoriten auf den Aufstieg?


    Luginger: Dresden, Wiesbaden, Ingolstadt, 1860 München


    Das Hinspiel gewann Saarbrücken spät 2:1. Wie sieht Ihre Prognose für Sonntag aus?


    Luginger: Es wäre schön, wenn wir das Spiel am Sonntagähnlich erfolgreich gestalten, wie das Hinspiel.

  • Ich kann nur hoffen das wir einen Sieg landen. Von derTabellsituation her nicht so sehr aber noch ein Spiel ohne Sieg lässt die Stimmung komplett kippen. Wenn man den FCS kennt kann man sich schon denken was folgt.

    • Die Stimmung ist doch sowieso schon im Keller, weil fast alle sich nur noch mit dem Thema Kwassinok beschäftigen.

      Man kann nur hoffen, dass nicht alles zu den Spielern vordringt was in den Netzwerken vom Stapel gelassen wird.

      Anstatt das Thema zu beenden & es so zu akzeptieren wie der Verein & auch der Trainer entschieden haben, wird immer weiter darauf rumgeritten.

      Das hilft der Stimmung bestimmt nicht weiter!

    • Das ist noch eine Steigerung drin und sie wird kommen. Nicht wegen Kwasniok oder einzelnen Spieler. Die Umstände, ein Gegner der unten tief in der Tabelle steckt, diese Komponenten haben fast immer zu einer sicheren Niederlage geführt. Typisch FC ist das :(

  • Wenn man Arie van Lent zuhört könnte man meinen er spricht vom FCS. Sie hatten in jedem Spiel die Möglichkeit in Führung zu gehen, waren immer dicht dran, es fehlte am Spielglück.