Die Lage des FCS vor Zwickau

Beim Unentschieden gegen den KFC Uerdingen am Samstag verpasste der FCS den erhofften fünften Sieg in Folge und musste sich am Ende mit einem leistungsgerechten Remis zufrieden geben. Die Begegnung gegen den KFC hat einmal mehr gezeigt: Man verfügt über einen guten Kader und kann eine gute Breite vorweisen. Es bleiben jedoch begrenzte Möglichkeiten und während man den Ausfall von Jacob kurzfristig noch über taktische Motive kompensieren konnte, so ist der Ausfall der beiden Fixpunkte in der Offensive nur schwer zu kompensieren. Spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem in einem Spiel noch mal frische Kräfte eingewechselt werden. Trotz des Unentschiedens läuft es für die Malstätter in dieser Saisonphase richtig gut. In den letzten sechs Spielen konnte man starke 14 Punkte sammeln. Man geht als Tabellenvierter in dieses Nachholspiel und hat die Zielsetzung der Saison bereits erreicht. Man muss sich schon im März keine Sorgen um einen Abstieg in die Regionalliga mehr machen und spielt unter dem Strich eine sorgenfreie Saison. Das nächste kleine Ziel ist der Sprung auf 46 Punkte. Da liegt in der Wahrnehmung der 3.Liga die "magische Grenze" für den gesicherten Klassenerhalt. Dafür braucht es noch zwei Zähler und man will das Ziel so schnell wie möglich erreichen. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt auf der anderen Seite gerade einmal vier Punkte. Heute Abend spielt schon Rostock, alle anderen Teams bestreiten ihre Nachholspiele zu einem anderen Termin. Der Tabellenstand spricht für die starke Saison des Aufsteigers und lässt weiter alle Möglichkeiten in dieser Spielzeit offen. Mit elf Spieltagen und Nachholspielen vor der Brust ist ein Fokus auf die Tabelle jedoch eher gering. Es ist noch eine lange Saison und Ausgangslagen werden sich verändern. Der FCS ist in dieser Spielzeit sehr gut mit dem Blick auf die nächsten Aufgaben gefahren. Bei den Möglichkeiten und den Ansprüchen der anderen Teams im oberen Drittel ist man klar in der Rolle des Außenseiters unterwegs.


Der FSV Zwickau wird von vielen Seiten - auch FCS-Trainer Lukas Kwasniok teilte zuletzt diese Sichtweise - als eine typische Drittligamannschaft beschrieben. Sie spielen mit viel Wucht, sind körperlich präsent und setzen auch auf lange Bälle auf Routinier Ronny König. Sie ziehen ihren Gegner sehr gerne in Abnutzungskämpfe. Man agiert gerne auch mit zwei tiefstehenden und kompakten Ketten. Wie zuletzt im Heimspiel gegen Verl unter Beweis gestellt, haben sie jedoch auch andere Möglichkeiten mit ihrem Spielerpotenzial. Der alte Haudegen König ist bekannt. Spieler wie Schröter, Könnecke, Miatke oder Starke haben Erfahrung und bringen im Mittelfeld hohe individuelle Qualität mit. Mit dieser Mannschaft lässt sich auch eine offensivere Spielweise umsetzen.


Für die Kwasniok-Elf geht es in der zweiten englischen Woche um Einsatz und Laufbereitschaft. Man hat aktuell wenig Pausen zwischen den Spielen und Müdigkeit in den Knochen lässt sich nicht vermeiden. Man hatte jetzt immerhin drei (statt zwei) Tage ohne Spiel und 24 Stunden zur Regeneration helfen in dieser Phase enorm. Man nutzt die Zeit für Regeneration, hat zudem am Montag keine Einheit absolviert. Trotzdem wird man die nächsten beiden Spiele auf die Zähne beißen müssen. Duisburg und Uerdingen hatten jeweils ein ähnliches Programm in den Knochen. Bei den nächsten beiden Gegner ist das nicht der Fall. Zwickau hatte letzte Woche keine englische Woche und war zudem schon am Freitag gegen den SC Verl gefordert. Am Mittwoch stehen auch nur drei Wechsel zur Verfügung, es nimmt die Möglichkeit wie zuletzt die Belastung während eines Spielers auf mehr Spieler zu verteilen.



Personelle Situation

Der FCS geht mit personellen Problemen in das Heimspiel gegen Zwickau. Im Vergleich zum letzten Nachholtermin (als man quasi keine Abwehrspieler mehr zur Verfügung hatte) ist die Anzahl jedoch geringer und es trifft mehr die Offensive. Aber auch in der Defensive hat man mit Bjarne Thoelke und Sebastian Bösel zwei Ausfälle zu verkraften. Thoelke soll mit seinem Wadenbeinbruch zumindest noch drei oder vier Wochen fehlen und könnte dann in der letzten Saisonphase noch mal eine Rolle spielen. Bösel (Oberschenkel) hat ständige Rückschläge erlitten und seine Rückkehr ist unbekannt. Offensiv droht der erneute, gleichzeitige Ausfall von Nicklas Shipnoski und Sebastian Jacob. Bei Shipnoski (Zerrung) ist die Hoffnung für Mittwoch quasi nicht existent. Man hofft bei ihm auf eine Rückkehr gegen Dresden, doch auch dieses Spiel ist für ihn nicht sicher. Sein Verlust wiegt extrem schwer. Sebastian Jacob ist nach Adduktorenzerrung zwar wieder im Training arbeitet an seinem Comeback, auch doch in seinem Fall kommt der Mittwoch aller Wahrscheinlichkeit nach zu früh und man muss den Blick mehr auf das Wochenende richten. Sonstige Ausfälle oder verletzte Spieler nach dem Spiel gegen Uerdingen sind nicht bekannt. In diesem Falle stehen Lukas Kwasniok 19 Feldspieler und die Torhüter zur Verfügung. Ein Update des Vereins zur personellen Situation ist auf der Pressekonferenz (ab 12:30 Uhr live) zu erwarten.



Wie könnte der FCS beginnen?

Wieder muss der FCS auf zwei seiner gefährlichsten Offensivspieler verzichten und Lukas Kwasniok wird erneut an seiner Mannschaft basteln müssen. Dazu ist es die zweite englische Wochen und bisher hat man auf eine große Rotation in der Startformation verzichtet. Das hängt auch mit den vorhanden Optionen zusammen und daher könnte man es auch am Mittwoch bei einer moderaten Rotation belassen. Im Tor ist Daniel Batz gesetzt und er hat seinen Stellenwert für die Mannschaft gegen Uerdingen noch einmal unter Beweis stellen können. Als Vertreter bleibt Theißen auf der Bank.


Im Defensivbereich drängen gleich zwei Spieler wieder in die Mannschaft. Marin Sverko stand gegen Uerdingen nicht im Kader. Er hatte erst gegen Duisburg sein Comeback gegeben und wurde dann am Wochenende geschont. Er bekam dadurch die Gelegenheit , um seinen Trainingsrückstand etwas aufholen und kann nun als "frischer" Spieler wieder von Beginn an spielen. Auch Kapitän Zeitz saß gegen Uerdingen in der ersten Hälfte auf der Bank und wurde geschont. Die zweite Halbzeit hat dann seinen Wert für die Mannschaft gezeigt. Sverko kann zentral oder links hinten spielen, Zeitz in der Innenverteidigung oder auf der Sechs. Dazu dürfte auch wieder Steven Zellner kommen. Er hat als einer von nur zwei Feldspielern die letzten drei Spiele über die volle Distanz bestritten und offenkundig hat der Abwehrchef seine Verletzung gut verkraftet. Für die Innenverteidigung steht auch Boné Uaferro zur Verfügung. Er hat die Rolle auch am Samstag über 90 Minuten gespielt.


Mit Zellner und Uaferro in der Innenverteidigung könnte Sverko auf die Position des linken Verteidigers rücken. Auf der rechten Abwehrseite hat Anthony Barylla die besten Karten. Er hat wie Zellner in der englischen Woche keine Minute verpasst, spielt gegen Uerdingen jedoch auf der linken Seite. Er könnte auch für Rotation in Frage kommen. Denn man hat zudem noch Jayson Breitenbach und Mario Müller als Alternativen. Breitenbach hatte starke Wochen, gegen Uerdingen jedoch einen gebrauchten Tag. Zur Pause wurde er vom Feld geholt. Bis Mittwoch sollte er wieder mehr Frische aufgebaut haben und dann bleibt er eine echte Option. Mario Müller hing zuletzt hinter Breitenbach in der zweiten Reihe und ist auch eine frische Option.


Zeitz kann mit den vielen Optionen in der Abwehr seinen Posten im defensiven Mittelfeld einnehmen. Entweder als Partner oder auf der Acht hat man Luca Kerber als erste Alternative. Er hat sich auch in der englischen Woche behauptet und kaum eine Minute verpasst. Es spricht für den 18-Jährigen, für seine Qualität und auch für den mittlerweile erwarteten Stellenwert. Bleibt er ein Dauerbrenner? Oder gibt es doch mal eine Pause? In diesem Fall könnte Perdedaj wieder eine Rolle auf der Acht einnehmen. Auch ein Trio Zeitz - Kerber - Perdedaj ist denkbar, dann fehlt jedoch der offensive Impuls im zentralen Mittelfeld. Wer diesen Part übernehmen kann ist die offene Frage. Günther-Schmidt und Jänicke als Stammspieler werden auf anderen Positionen gebraucht. Froese ist da wie gegen Uerdingen eine Option. Er bringt die fußballerischen Qualitäten mit und mit Zeitz und Perdedaj im Rücken sollte er auch genügend Freiräume für sein Spiel bekommen. Auch kann ihm Vertrauen und auch mal wieder ein zweiter Startelfeinsatz in Folge hoffentlich helfen. Andere Optionen (vor allem Golley ist von der Spielanlage her auf dieser Position eine Alternative, aber auch Schleimer oder Deville) konnten zuletzt nicht vollends überzeugen.


In der Offensive ziehen sich die Probleme mit den Alternativen weiter. Jänicke wäre wichtig im Zentrum, ohne Shipnoski fehlt jedoch der Mann für die rechte Seite. Golley konnte sich bei seiner Einwechslung am Samstag auf dieser Position nicht empfehlen, auch die weiteren offensiven Joker Deville und Schleimer verpufften ohne Effekt. Markus Mendler wurde zuletzt nicht als Alternative präsentiert, gegen Uerdingen wurde er nicht einmal eingewechselt und könnte daher - ähnlich wie gegen Lübeck - eine Überraschung sein. Was bleibt? Eine andere Überraschung wie Jayson Breitenbach? Er könnte zumindest Dynamik auf die Seite bringen. Die linke Seite ist durch Minos Gouras besetzt. Zumindest auf einer Außenbahn muss man sich aktuell keine Gedanken machen, auch wenn zwingend nötige Rotation nur mäßig möglich ist. Er hat einen Lauf, hat Zug zum Tor und macht sechs Tore in drei Spielen und diesen Lauf soll er nun mitnehmen. In vorderster Spitze ist Julian Günther-Schmidt vorhanden. Er hat auch am Samstag fest in der Rolle gespielt und seine Qualitäten trotzdem gut einbringen können. Der Verlust von Jacob (mit dem Winterneuzugang im Rücken) wiegt trotzdem schwer. Dahinter ist nicht mehr viel. Deville wurde schon angesprochen, Schleimer hat gegen Uerdingen ein paar Minuten in der Spitze bekommen und konnte keine Akzente setzen. Vunguidica spielt seit Rostock keine Rolle mehr.


Angesichts der Probleme auf den Außenbahnen könnte auch - wie schon im Spiel gegen 1860 München - ein 3-6-1-System (eine Variante: Batz - Sverko, Zellner, Uaferro - Barylla, Zeitz, Kerber, Breitenbach - Jänicke, Gouras - Günther-Schmidt) ein Thema werden. Man hätte in dieser Umstellung aber Außenverteidiger auf der Außenbahn und damit mehr eine Tendenz zu einem 5-4-1-System. Jänicke und Gouras könnten dabei hinter Günther-Schmidt agierten und bei Bedarf die Außenbahnen unterstützen. Es wäre auch taktisch eine Reaktion auf das 4-4-2-System des FSV.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Jayson Breitenbach
Mario MüllerFanol Perdedaj
Timm GolleyMarkus Mendler
Maurice Deville



Nicht im Kader

Ramon Castellucci
Nicht Berücksichtigt
Rasim Bulic
Nicht Berücksichtigt
Lukas Schleimer
Nicht Berücksichtigt
José Pierre Vunguidica
Nicht Berücksichtigt
Sebastian JacobAdduktorenzerrung
Nicklas ShipnoskiZerrung
Sebastian BöselOberschenkelprobleme
Bjarne ThoelkeWadenbeinbruch

Kommentare 2

  • Für meine Begriffe nicht so rosig die Aussichten für das Spiel morgen. Immerhin scheint die Austragung an sich auf sicheren Beinen zu stehen, fand vorm TV den Rasen in einem erstaunlich guten Zustand. Unser Ausfälle dagegen dürften uns gegen unbequeme Zwickauer zu schaffen machen. Dazu wirken Kerber, Barylla und Breitenbach überspielt. Froese hat am Samstag von Beginn an mal wieder nicht gezündet und über die Einwechseler hüllen wir uns lieber in Schweigen. Das soll aber keine neue Panik sein, es scheint normal, wenn man Belastung und Ausfälle sieht. Andererseits ist es die 3 Liga, da weißt eh nie wie die Spiele laufen, ich glaube es wird ein Spiel das sehr die Nerven von uns beansprucht;)