Die Lage des FCS vor 1860 München

Endlich wieder drei Punkte. Mit diesem Gefühl kehrte der FCS am Sonntag aus Unterhaching zurück. Statt einem Sieg in elf Spielen hat man jetzt nur eines der letzten fünf Spiele verloren, hat vier Punkte aus den letzten beiden Auswärtsspielen geholt und gerade der Auswärtssieg bei einem Team aus dem Abstiegsbereich war von zentraler Bedeutung. Statt nur noch sieben Punkten Vorsprung vor einem Abstiegsplatz hat man das Polster gleich mal auf 13 Punkten ausgebaut und hat nun wieder eine sehr gute Ausgangslage beim Blick nach hinten. Man ist im Mittelfeld, setzt sich dort fest und kann die kommenden Spiele etwas ruhiger angehen. Es gilt so schnell wie möglich die restlichen Punkte für einen sicheren Klassenerhalt zu sammeln und dies wird kein Selbstläufer.


1860 München ist einer der härtesten Brocken in der Liga und wahrscheinlich fußballerisch mit die beste Mannschaft die die komplette Liga zu bieten hat. Man hat eine sehr erfahrene und routinierte Truppe. Im Zentrum steht natürlich Angreifer Sascha Mölders, aber auch im Mittelfeld und in der Abwehr stehen viele überdurchschnittliche Spieler für diese Liga zur Verfügung. Sie spielen liebend gerne Fußball und gehen auf viel Ballbesitz. Für den FCS wird es darum gehen mit viel Zweikampfstärke dieses Spiel zu unterbinden und in der Defensive Stabilität aufbauen zu können. Zugleich muss man das eigene Spiel auf das Feld bringen. Auch der FCS hat lieber den Ball und man muss 1860 fordern. Man geht gegen diesen Gegner als Außenseiter ins Spiel, hat sich aber auch gegen die anderen Top-Teams dieser Liga achtbar aus der Affäre gezogen. Gegen Rostock und Dresden gab es Heimsiege, gegen Wiesbaden und Ingolstadt zumindest Unentschieden. Man kann jeden Gegner ärgern, wenn man eine gute Leistung aufs Feld bringt. Der Sieg in Unterhaching muss Selbstvertrauen gegeben haben, hat auch den Druck genommen und aus FCS-Sicht gilt es darum mehr gute Phasen im Spiel zu haben. Zuletzt hatte man da jeweils nur eine gute Halbzeit, gegen die Top-Teams der Liga muss man das Niveau über einen längeren Zeitraum halten. Und klar ist auch: Die Gäste stehen angesichts der Tabellensituation durchaus unter Druck und braucht einen Sieg. Ansonsten droht der Kontakt nach oben leicht verloren zu gehen.



Personelle Situation

Mit der Spielabsage gegen Zwickau hat sich beim FCS eine Problematik verschoben: Kapitän Manuel Zeitz (rote Karte gegen Hansa Rostock) muss das letzte Spiel seiner Sperre absitzen. In Unterhaching sah zudem Boné Uaferro seine fünfte gelbe Karte in dieser Saison und fehlt ebenfalls gesperrt. Verletzungsbedingt fehlen in Bjarne Thoelke (Wadenbeinbruch) und Marin Sverko (Faserriss) weiterhin zwei weitere Defensivspieler. Dafür steht Abwehrchef Steven Zellner wieder zur Verfügung. Nachdem sich die schlimmen Befürchtungen bei ihm nicht bestätigt haben steht er seit einigen Tagen wieder im Mannschaftstraining und wird zum ersten Mal seit Lübeck wieder zur Option. Auch Mario Müller könnte wieder zur Alternative werden. Nach seinem Muskelfaserriss will man diese Entscheidung jedoch kurzfristig treffen. Alle anderen Spieler stehen - nach dem letzten Kenntnisstand - zur Verfügung. Lukas Kwasniok stehen (mit Müller) dann 19 Spieler zur Verfügung und drei Akteure verpassen dann den Sprung in den Kader. Ein genaues Update ist auf der Pressekonferenz erwarten.



Wie könnte der FCS beginnen?

System und Torwart sind in diesem Jahr beim FCS kein großes Diskussionsthema. Das 4-1-4-1-System ist etabliert und wurde in fast allen Begegnungen gespielt, Daniel Batz agiert als sicherer Rückhalt für die Mannschaft und hat auch in Unterhaching stark gehalten. Besonders auffällig: Seine Strafraumbeherrschung hat sich in den letzten Monaten deutlich verbessert.


Die zentrale Frage beim FCS lautet: Wie fit ist Steven Zellner? Er hat rund vier Wochen nicht mehr gespielt, ist aber schon einige Zeit im Lauftraining unterwegs gewesen und seit einigen Tagen ist er auch wieder im Mannschaftstraining. Von der Fitness her wird Zellner nicht zu viel verloren haben, ein erhöhtes Risiko besteht auch nicht. Mit mehr Optionen in der Abwehr würde man ihm vielleicht ne Woche mehr Training geben, so ist sein Comeback wahrscheinlich. Als Partner bleibt lediglich Anthony Barylla übrig. Gesetzt in der Mannschaft ist er auf jeden Fall, nur in der Position wechselt er regelmäßig. Seine Flexibilität ist eine große Stärke und er hat auch in Unterhaching mal wieder seine Qualitäten in der Innenverteidigung unter Beweis gestellt. Ohne Zellner muss man sich einen zweiten Innenverteidiger (Breitenbach) "basteln". Mit Zellner entspannt sich auch die Situation auf der defensiven Außenbahn. Man hat mindestens Bösel, Breitenbach und Perdedaj als Alternative, womöglich auch noch Müller. Fitte Spieler sind nach Möglichkeit Spielern mit Nachholbedarf vorzuziehen. Auf der rechten Abwehrseite hieße dies wieder Fanol Perdedaj. Drei Spiele in einer Woche wären nach seinen ständigen Verletzungsproblemen wohl zu viel gewesen, nun hatte er genügend Zeit um sich zu erholen und er hat in den letzten Partien eine ordentliche Leistung als Außenverteidiger gezeigt. Dies gilt auch für Breitenbach auf der linken Seite. Er hat die Chancen im bisherigen Jahr genutzt und sich als ernstzunehmende Option empfohlen, auch in Unterhaching war seine Leistung grundsolide. Bösel und evtl. Müller hat man dann im Spielverlauf als Einwechselspieler. Ihnen kann man auf diesem Weg Spielpraxis verschaffen und sie wieder an die Mannschaft führen.


Vor der Abwehrkette darf Luca Kerber wieder den Part als Abräumer spielen. Der 18-Jährige hat seine Chance in Abwesenheit von Manuel Zeitz genutzt und sich durch Leistungen wie in Unterhaching weiter im Kader etabliert. Er meistert die Last dieser so zentralen Position erstaunlich einfach. Er hat sich auch für die Zeit nach der Rückkehr des Kapitäns für Einsätze empfohlen. Mit den zusätzlichen Optionen in der Defensive könnte aber auch ein kampfstarker Spieler wie Fanol Perdedaj wieder mehr in den Fokus rücken. Dies gilt auch für die beiden Achterpositionen. Auch da könnte Perdedaj in den Überlegungen wieder eine größere Rolle spielen. Zuletzt hatten sich dort Tobias Jänicke und Julian Günther-Schmidt etabliert. Jänicke nimmt als Bindeglied zu Kerber und als erfahrener Mann neben dem 18-Jährigen eine wichtige Rolle ein. Günther-Schmidt ist in der Mannschaft angekommen und hat in den letzten Spielen auch viel für da Team gearbeitet. Mit seinen beiden Toren hat er zudem seine Torgefahr und seinen Instinkt im Strafraum unter Beweis gestellt. Eine weitere Option für das Zentrum ist Timm Golley.


Im Angriff schaut es auf zwei von drei Positionen wie im Tor aus. Nicklas Shipnoski und Sebastian Jacob sind auf ihren Positionen gesetzt. Bei Jacob ist dies das Sturmzentrum. Er hat die letzten Wochen nicht seine Tore gemacht, auch die ein oder andere Chance ausgelassen. Er arbeitet jedoch für die Mannschaft und wird auch wieder seine Tore machen. Nicklas Shipnoski ist auf dem rechten Flügel der zentrale Mann in der FCS-Offensive und schon mit 19 Scorerpunkten. Dieser Wert ist überragend und auch zuletzt war er an vielen Treffern beteiligt. Seine Qualitäten wird man auch am Samstag benötigen. Auf Links war zuletzt Timm Golley die erste Wahl und nach seinem guten Auftritt gegen Unterhaching sollte seine Position auch gefestigt sein. Dahinter lauern Mendler, Gouras und Deville auf ihre Chance.



Mögliche Aufstellung


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Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Sebastian Bösel
Mario MüllerKianz Froese
Minos GourasMarkus Mendler
Maurice Deville



Mit dieser Ersatzbank hat man wieder mehr Alternativen als zuletzt parat, auch über die U23-Regel muss man sich keine Gedanken machen. Alle sechs Feldspieler auf der Bank sind ohne Zweifel als Einwechselspieler denkbar, auch wenn drei Spieler (Müller, Bösel, Deville) aus Verletzungen kommen und auch Froese unter der Woche Probleme hatte. Sollte Müller doch fehlen hat man Lukas Schleimer als Alternative.



Nicht im Kader

Boné UaferroGelb-Sperre
Ramon CastellucciUnbekannt
Manuel ZeitzRot-Sperre
Bjarne Thoelke
Wadenbeinbruch
Rasim BulicNicht berücksichtigt
Marin SverkoMuskelfaserriss
José VunguidicaNicht berücksichtigt
Lukas SchleimerNicht berücksichtigt

Kommentare 4

  • Das wäre meine Startelf für morgen


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    Eijo 1
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  • Du glaubst das Zellner wirklich in der Startelf stehen kann? Das wäre sehr geil.