Im Blickfeld: Wie könnte 1860 München spielen?

Die Löwen spielen in dieser Saison wie der FCS überwiegend in einem 4-1-4-1-System. Man hat viele junge Spieler im Kader und daher ein großes Gefälle innerhalb der Mannschaft. Man hat da mit den beiden Neuzugängen im Winter etwas mehr Breite geschaffen, trotzdem hat Trainer Köllner bisher nie auf die maximalen fünf Wechsel zurückgegriffen. Da haben andere Aufstiegsanwärter wie Ingolstadt oder Dresden viel mehr Breite nachzuweisen. Der Stamm der Mannschaft ist dafür aber durchweg mit überdurchschnittlichen Drittligaspielern besetzt und gehört zu den besten Teams in der Liga. Dieser Stamm beginnt im Tor mit Marco Hiller. Er feiert am Samstag seinen 24.Geburtstag, ist ein Eigengewächs und seit 2018 der Stammtorwart. In den letzten beiden Spielzeiten war das zu Saisonbeginn nicht der Fall gewesen, in dieser Saison hat er jede Spielminute bestritten. Sein Back-Up ist Tom Kretzschmar.


Auf der rechten Abwehrseite ist der ehemalige FCS-Spieler Marius Willsch gesetzt. Mit seinen 29 Jahren ist er mittlerweile selbst ein Routinier und ist von offensiven auf die defensive Außenbahn gewechselt. Er spielt im Grunde immer über 90 Minuten und hat sich seinen Drang in die Offensive bewahrt. Ersatz ist Sechser Daniel Wein. Das Pendant auf der linken Seite ist Philipp Steinhart. Er wurde in der eigenen Jugend ausgebildet und ist seit 2017 zurück bei 1860. Er war durchgängig Stammspieler und wie Willsch hat er einen großen Drang in die Offensive. Er hat erst ein einziges Spiel (im Hinspiel gegen den FCS) verpasst und steht schon bei sieben Scorerpunkten. Die Alternative ist Leon Klassen (sechs Einsätze, meist jedoch nur Kurzeinsätze). In der Innenverteidigung muss man auf Quirin Moll verzichten. Er war - teilweise auch auf der Sechs - absolute Stammkraft und fehlt nun lange mit einem Kreuzbandriss. Niklas Lang (18) sitzt meistens auf der Bank, einen Einsatz bekam das Talent jedoch noch nicht. Gesetzt in der Zentrale ist Stephan Salger. Der Sommerneuzugang ist 31 Jahre alt und sehr erfahren. Er hat auf Anhieb die Rolle des Abwehrchefs übernommen und spielt - sofern fit - immer über 90 Minuten. In den letzten drei Spielen war Dennis Erdmann (30) sein Partner. Er ist über die Saison gesehen nicht immer Stammspieler, aber der logische Vertreter von Moll. Beide Innenverteidiger (zumal Erdmann eigentlich ein Sechser ist) sind spielstark und passen damit genau in das Anforderungsprofil bei den Münchnern. In den drei Spielen zuvor hatte Semi Belkahia seine Chance bekommen. Er ist deutlich jünger als seine Konkurrenz, konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Nach zwei Kurzeinsätzen kam er letzte Woche überhaupt nicht zum Einsatz.


Erdmann ist neben Daniel Wein die Option für das defensive Mittelfeld. Beide Akteure sind erfahren, haben die nötige Routine und können einen starken Abräumer vor der Abwehr spielen. Meist hat Wein in dieser Saison die Nase vorne und auch in den letzten vier Spielen hat er jeweils über 90 Minuten diese Position eingenommen. Richard Neudecker (24) ist Stammspieler bei den Löwen und ein guter Fußballer. Lange Zeit spielte er (etwas notgedrungen) auf der rechten Seite, mittlerweile ist er fest ins Zentrum gerückt und spielt damit auf seiner gelernten Position. Neben seiner Gefahr bei Standards kann er das Spiel von 1860 lenken und gestalten. In den letzten drei Spielen begann zudem Dennis Dressel auf der Acht. Er gehört mit 22 Jahren zum Mannschaftsrat und war über den größten Teil der Saison feste Stammkraft. Erik Tallig (21) ist erste Option. In den letzten beiden Spielen kam er von der Bank, davor hatte er drei Mal von Beginn an gespielt. Wie Neudecker und Dressel ist er ein feiner Fußballer. Zusätzlich kann man auch Stefan Lex ins Zentrum ziehen. Meist ist er auf der Außenbahn gebunden, seine Stärken kann er aber auch unmittelbar hinter Mölders ausspielen.


Auf einem der Flügel hat sich Winterneuzugang Biankadi von Beginn in der Stammmannschaft festgesetzt. Meist kommt er über den rechten Flügel. Er ist ein Spieler mit viel Zug zum Tor, auch als Vorlagengeber kann er glänzen. Er kann auch über den linken Flügel oder hinter einer Spitze zum Einsatz kommen und ist mit seiner Dynamik gefährlich. Die Alternative ist Neudecker. Stefan Lex (31) ist meistens der Mann für die linke Seite. Zeitweise hat auch Fabian Greilinger seine Chance bekommen, zuletzt jedoch eher über Einwechslungen. Eine Alternative ist auch der zweite Winterneuzugang, Keanu Staude. Er kam im Winter und bekam schnellen einen positiven Corona-Test. Bisher stand er nicht im Kader, schon in den Tagen vor dem letzten Spiel ist er jedoch ins Training eingestiegen und sollte am Samstag auch eine Option sein. Im Angriff führt natürlich kein Weg an Sascha Mölders vorbei. Er wollte ursprünglich schon früher seine Karriere beenden, die Löwen konnten den 35-Jährigen aber noch mal für ein Jahr überzeugen. Trotz seines Alters ist er immer noch ein fantastischer Stürmer und steht vor einer weiteren Vertragsverlängerung. Er gehört zu den besten Angreifern der Liga und mit 13 Toren führt er auch die Torjägerliste der Liga an. Dazu ist er auch der Kapitän der Mannschaft. Normal spielt er immer über 90 Minuten, fehlt er ist Stefan Lex die Option für vorne drin. Matthew Durrans spielt keine Rolle, Tim Linsbichler und Johann Djayo waren zuletzt verletzt. Regelmäßig auf der Bank: Lorenz Knöferl. Der 17-Jährige hat bisher fünf Kurzeinsätze bestritten.



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