Offiziell: FCS kehrt für Heimspiel gegen 1860 nach Völklingen zurück

Entscheidung gefallen. Das Heimspiel des FCS gegen den TSV 1860 München wird definitiv nicht im Ludwigsparkstadion ausgetragen. Am Donnerstag wurde vom Verband in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Verein - im angesichts der ständigen, kurzfristigen Spielabsagen und der Platzverhältnisse am Mittwoch - ein erneuter Umzug verfügt. Zu Beginn war für die Begegnung das Stadion am Bornheimer Hang in Frankfurt angedacht, mittlerweile hat man sich für eine Rückkehr in das langjährige Exil in Völklingen entschieden. Mit den Bildern von Mittwoch im Kopf ist die Entscheidung der Verantwortlichen nachvollziehbar. Der Umzug beschreibt die aktuelle Stadionsituation perfekt: Im kleinen Völklingen ist der Rasen (obwohl der Spielbetrieb von Hauptmieter Röchling Völklingen seit Monaten pausiert, keine Rasenheizung verbaut ist und der Platz nur dürftig gepflegt wurde) bespielbar, während im Ludwigspark an eine Austragung nicht zu denken ist.


Das Hermann-Neuberger-Stadion ist dem FCS bestens bekannt. Von Jahresbeginn 2016 an bis zum vergangenen Juni hatte sich der FC angesichts des Stadionumbaus in Völklingen eingemietet und dort 73 Heimspiele in der Regionalliga bestritten. Insgesamt kommt der FCS schon auf 82 Pflichtheimspiele in Völklingen und ist unter anderen in diesem Stadion bis ins Halbfinale des DFB-Pokals vorgestoßen. Das letzte FCS-Spiel in Völklingen war das DFB-Pokalhalbfinale gegen Bayer 04 Leverkusen im Juni 2020. Auch das bittere Hinspiel in der Aufstiegsspielen gegen 1860 München im Mai 2018 fand in Völklingen statt. Am Samstag wartet nun das erste Drittligaspiel in der gemeinsamen Historie.


Der Umzug nach Völklingen ist für den FCS das kleinere Übel. Die Verein kennt die nötige Organisation in Völklingen und kann dort auch in der kurzen Zeit die Anforderungen umsetzen. Auch aus finanzieller Sicht wird es für den Verein günstiger als Frankfurt sein. Der größte Teil der Mannschaft kennt zudem auch die Verhältnisse im Hermann-Neuberger-Stadion und man spart Reisekilometer. So hat die Begegnung zumindest etwas mehr von einem Heimspiel als es in Frankfurt der Fall gewesen wäre.


Die Probleme für den Verein werden jedoch nicht kleiner und der 1.FCS bleibt der Leidtragende. Die Planungen auf die neue Saison werden durch das anhaltende Stadiondesaster erschwert. Dies gilt für Vertragsverlängerungen mit Spielern aus dem aktuellen Kader, für Gespräche mit möglichen Neuzugängen im Sommer und auch für das anstehende Lizenzierungsverfahren durch den DFB. In etwas mehr als einer Woche muss der FCS seine Lizenzierungsunterlagen beim DFB einreichen und noch immer schweben große Fragezeichen hinter der Spielstätte (auch wenn die Stadt am Donnerstag eine Fertigstellung der Rasenheizung bis Ende März in Aussicht stellte). Diese Ausgangslage kennt man bereits aus den vergangenen Jahren und wie in all der Zeit muss man sich mit der Situation arrangieren und die stetigen Nackenschläge überstehen.


Das nächste geplante Heimspiel findet gegen den KFC Uerdingen statt. Dieses Spiel ist noch nicht terminiert worden und wird um den 6.März stattfinden. Auch in zwei Wochen droht den Malstättern ein Umzug in ein anderes Stadion.



Ursprüngliche Meldung vom Donnerstag, 18.Februar um 10:00 Uhr

Am gestrigen Mittwoch sollte der FCS eigentlich zum ersten Mal in diesem Jahr wieder im Ludwigspark spielen und das Nachholspiel gegen den FSV Zwickau austragen. Das Ergebnis ist bekannt: Zum zweiten Mal in Folge musste der Schiedsrichter rund eineinhalb Stunden vor dem geplanten Anpfiff eine Begegnung aufgrund eines unbespielbaren Platzes absagen. Angesichts der Bilder und Videos von der Spielfläche war eine Austragung der Begegnung absolut nicht möglich. Nun soll es am kommenden Samstag zum ersten (echten?) Heimspiel des Jahres kommen. Dann ist der TSV 1860 München zu Gast beim FCS. Ob die Begegnung auch tatsächlich über die Bühne gehen kann ist jedoch noch fraglich und wäre wohl eine große Überraschung.


Es bleiben nun nur zwei Tage um den Rasen irgendwie in einen spielfähigen Zustand zu bringen. Angesichts des - gelinde ausgedrückt - katastrophalen Zustandes des Platzes wird dies verdammt knapp. Zur Erinnerung: Der aktuelle Rasenplatz wurde erst vor rund fünf Monaten (!) verlegt und wurde in dieser Zeit nur moderat in Anspruch genommen. Es gab immer mindestens eine Woche Pause zwischen den Heimspielen, auch die Saarland Hurricanes haben noch keine Spiele auf dem Rasen absolviert. Zumindest die Temperaturen spielen mit: Donnerstag (Regen ist möglich) und Freitag sind zweistellige Temperaturen gemeldet und am Samstag sind sogar bis zu 19 Grad möglich. Sie sollten die Eisschicht zum Schmelzen bringen. Möglicherweise erspart man dieses Mal auch allen Beteiligten die Blamage ein Spiel zum dritten Mal durch den Schiedsrichter absagen zu lassen und den Gegner umsonst anreisen zu lassen. Dafür müsste aber spätestens am Freitag Nachmittag eine Entscheidung fallen.


Eine Verlegung der Begegnung nach Frankfurt wäre eine andere Möglichkeit. Das Stadion in Frankfurt ist frei. Der heimische FSV befindet sich noch in einer Quarantäne und spielt daher am Wochenende nicht. Vor einiger Zeit wurden Teile der Spielfläche ausgetauscht und das letzte ausgetragene Spiel war das FCS-Spiel gegen Lübeck. Einen guten Platz dürfte man in Frankfurt jedoch nicht erwarten. Dieser Umzug (und damit zum zweiten Mal das Horrorszenario mit einem Heimspiel in Hessen) müsste aber wohl am heutigen Donnerstag beschlossen werden um allen Beteiligten die nötige Vorlaufzeit zu gewähren.



Zum zehnten Mal: Das Stadion bleibt leer

Wie in den letzten Monaten gewohnt findet auch das Duell mit den Löwen vor leeren Rängen statt. Auch das Heimspiel gegen den KFC Uerdingen wird angesichts der anhaltenden Lockdowns definitiv ohne Zuschauer auskommen müssen. Der aktuelle Lockdown in Deutschland läuft bis zum 7.März, Zuschauer bei Sportveranstaltungen sind generell untersagt. Bis zum Heimspiel gegen Viktoria Köln (nicht terminiert, um den 20.März) könnte die Sachlage anders aussehen. Die Wahrscheinlichkeit einer so schnellen Rückkehr von Zuschauern in die Stadion ist jedoch eher marginal. Der Inzidenzwert im Saarland ist zuletzt (Stand Dienstag) auf 66,4 gesunken, im Regionalverband Saarbrücken ist man aktuell bei einem Wert von 58,1. Zum letzten Mal ein Spiel mit Zuschauern gab es für den FCS am 4.Oktober 2020 gegen den Halleschen FC. Diese Begegnung ist heute schon 137 Tage her. Das letzte Heimspiel ohne jede Zuschauerbeschränkung war das Pokalspiel gegen Düsseldorf im März 2020. Dieses Spiel liegt mittlerweile fast ein Jahr zurück, genauer gesagt sind es schon 352 Tage.



Die Vergangenheit gegen den TSV 1860 München

Elf Heimspiele gab es bisher gegen die erste Mannschaft von 1860. In diesen Spielen pilgerten insgesamt 134.800 Zuschauern zu den Heimspielen. Im Schnitt sind dies 12.255 Zuschauer. Im Ludwigspark kamen im Schnitt 12.800 Zuschauer zu den zehn Heimspielen. Die meisten Zuschauer kamen 1976 in der 2.Bundesliga. 20.000 Zuschauer sahen ein 2:2-Unentschieden. Das letzte Spiel im Park fand im Dezember 2005 statt, 7.800 Zuschauer sahen keine Tore. Das letzte Duell war das Aufstiegsspiel 2018 mit einem ausverkauften Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen.



Zuschauertabelle

In dieser so besonderen Saison 2020/21 lässt der Blick auf die Zuschauertabelle kein realistisches Bild zu. Zuschauerbeschränkungen und Geisterspiele nehmen mehr Einfluss als Zuschauerinteresse und Kartennachfragen. Der FCS steht bei 900 Zuschauern im Schnitt und einer Auslastung von 100%.



In eigener Sache

Informationen rund um das neue Stadion findet ihr verteilt auf unserer Homepage. In unserer Galerie sind zahlreiche Bilder zum Baufortschritt hinterlegt. Außerdem sind viele Daten und Fakten zum Stadion in der entsprechenden Rubrik hinterlegt.

Kommentare 8

  • Richtig Entscheidung. Aber wie soll das bei Abendspielen gehen?

    • Entscheidung gilt vorerst nur für Samstag. Gegen Uerdingen will man natürlich wieder im Park spielen.

      Eijo 1
    • Wie geht das? Das Wasser ist doch nicht abgelaufen oder würde es bedeuten das man vor jedem Spiel mit den Lanzen ran muss wenn es getröpfelt hat. Was aber wenn es am Spieltag morgens regen und während des Spiels?

    • Man muss die Geschichte trennen. Die Lanzensache hat laut Aussage der Stadt funktioniert. Der Ablauf ist laut denen viel besser geworden. Da der Platz und der Untergrund aber komplett gesättigt war braucht das seine Zeit und die Zeit hatte man durch den Frost nicht und das Wasser ist gefroren. Neuer Regen konnte dann natürlich nicht ablaufen und hat sich auf der Eisschicht gesammelt. Ob das Realistisch ist oder die übliche Salamitaktik hab ich keine Ahnung.

    • Dann können also noch unliebsame Überraschungen anstehen. Warum sollten diese auch aufhören.

      Eijo 1
  • Wer hat den Platz für bespielbar erklärt?

    Eijo 1
    • Ein Vertreter des DFBs hat sich heute den Rasen angeschaut. Völklingen hat vorher aber schon vorbereitet. Vor Lübeck war ja auch das Gespräch schon mal da gewesen und hat der Greenkeeper auch schon den Rasen gemäht, gewalzt und alles für einen FCS-Umzug vorbereitet. Der Platz war damals auch bespielbar, dem DFB nur das Risiko zu hoch. Es ist wie in all den Jahren im Exil auch: Die Verantwortlichen in VK haben sich immer sehr bemüht um Dinge im Rahmen ihrer Möglichkeit zu realisieren.


      Mal abseits davon: Ein normaler Fußballplatz ist nach einigen Tagen mit zweistelligen Temperaturen auch bespielbar :)

    • Meine Frage zielte nicht auf die Leute in Völklingen ab. Der Rasen im Lupa wurde auch angeschaut und dann kam der Schiri - zweimal sogar. Gab es in Lübeck nicht ähnliche Probleme?

      Eijo 1