Die Lage des FCS vor Verl

Fußball kann schnelllebig sein. Zwei Siege in Folge haben die Unruhe (Ergebnisse, Trainerentscheidung) rund um den FCS spürbar verflachen lassen und die Malstätter haben sich weiter im Mittelfeld der Tabelle festgebissen. Statt zwölf Spiele mit nur einem Sieg, lässt sich der Blick nun aus sieben Punkten in den letzten drei Spielen und nur eine Niederlage in den letzten sechs Begegnungen richten. Als Achter gehört man zur oberen Tabellenhälfte und aktuell ist eine kleine Lücke auf den neunten Platz entstanden, auch der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist komfortabel. Man ist auf dem besten Weg um den angepeilten Klassenerhalt frühzeitig in der Saison zu sichern und kann mit einer breiteren Brust als noch vor zwei Wochen in die angehende Saisonphase mit sechs Spielen innerhalb von 20 Tagen gehen. Nach dieser Phase könnte man schon die Punkte für den Klassenerhalt beisammen haben.


Mit dem Mitaufsteiger aus Verl hat man erst mal einen richtigen Brocken vor der Brust bevor es zu drei Heimspielen in Folge geht. Verl hat hohe Aktivität im eigenen Spiel, ist eine Mannschaft die im 4-3-3-System total auf Pressing und Aggressivität geht und eine sehr gute Mannschaft mit vielen gut ausgebildeten Fußballern auf das Feld bringt. Der Aufsteiger will Fußball spielen und tut dies mit einer sehr hohen Laufbereitschaft. Es ist längst kein Thema mehr diese Mannschaft ob des kleinen Vereinsnamen zu unterschätzen und im Hinspiel war Verl so mit der beste FCS-Gegner in dieser Saison. Dieser Stärke muss man wie schon gegen 1860 München Rechnung tragen, zugleich aber auch wieder sein eigenes Spiel auf das Feld bringen.



Personelle Situation

Rechtzeitig zu den anstehenden englischen Wochen bessert sich die personelle Situation beim FCS deutlich auf. Kapitän Manuel Zeitz hat seine Rot-Sperre aus dem Spiel bei Hansa Rostock abgesessen und darf am Samstag wieder spielen. Auch Boné Uaferro fehlte gegen München gesperrt (fünfte gelbe Karte) und ist gegen Verl wieder eine Alternative. Verzichten muss der 1.FCS dagegen weiter auf Bjarne Thoelke und Marin Sverko. Thoelke fehlt mit seinem Wadenbeinbruch noch einige Zeit, Sverko ist nach seinem Muskelfaserriss wieder im individuellen Training unterwegs. Er könnte in absehbarer Zeit wieder eine Alternative darstellen. Auch aus persönlicher Sicht ist dies wichtig für Sverko, denn in rund einem Monat steht die Gruppenphase der U21-Europameisterschaft an und Sverko hat als Stammspieler gute Karten für seine Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Alle anderen Spieler sind - soweit bekannt - im Training aktiv und stehen Lukas Kwasniok zur Verfügung. Maximal 21 Feldspieler stehen dem Trainer dann zur Verfügung und gleich fünf Spieler verpassen den Sprung in den Kader. In Timm Golley, Sebastian Bösel und Tobias Jänicke sind drei Spieler mit vier gelben Karten vorbelastet. Bei einer weiteren gelben Karte sind sie für ein Spiel gesperrt. Einen exakten Überblick über die personelle Situation ist wie gewohnt am Freitag auf der Pressekonferenz (ab 12:30 Uhr auch live über unsere Seite verfolgbar) zu erwarten.



Wie könnte der FCS beginnen?

Gegen 1860 München hat Lukas Kwasniok eine neue taktische Variante ins Spiel gebracht. In der ersten Halbzeit agierte der FCS in einem 3-6-1-System, nach der Halbzeitpause wechselte man dann zurück zum gewohnten System. Die Dreierkette bietet mehr Möglichkeiten und könnte auch am Samstag eine Option sein. Allerdings ist dann die Laufleistung der Außenbahnspieler entscheidend, denn Mann gegen Mann zu verteidigen ist gegen das starke Angriffstrio der Verler keine gute Idee. Unabhängig vom System bieten sich dem Trainer vor Daniel Batz wieder Alternativen in der Defensive. Angesichts des straffen Programm bis zum 20.März wird auch jede Alternative benötigt.


Für den zentralen Part in der Abwehr ist wieder Steven Zellner der Favorit. Der Abwehrchef kehrte gegen 1860 München in die Mannschaft zurück und ist ein wichtiger Spieler. Er konnte nun auch noch mal eine Woche trainieren und damit seinen Trainingsrückstand verringern, gegen 1860 ist ihm nach 70 Minuten die Luft ausgegangen. Als Partner kommen Uaferro und Barylla in Frage. Uaferro hatte gegen Haching stark gespielt, Barylla in den letzten Wochen zentral die Fahne hochgehalten. Endlich hat man hier wieder Auswahl. Bekommt Uaferro den Vorzug ist Barylla auch wieder eine Alternative als Außenverteidiger. Barylla ist auf beiden Außenbahnen eine Option. Mit Müller, Breitenbach, Bösel und Perdedaj hat man auch dort wieder mehr Auswahl. Bösel hat gegen München zum ersten Mal wieder 20 Minuten gespielt, ein weiterer langsamer Aufbau ist ratsam. Dies gilt auch für Mario Müller. Er stand gegen 1860 erstmalig wieder im Kader, kam aber noch nicht zum Einsatz. Mit einer Trainingswoche mehr in den Knochen kann er am Samstag von der Bank zu ersten Spielminuten kommen. Auf der rechten Seite kann man dann mit Barylla beginnen und ihn gegen Yildirim stellen. Die Alternative ist Perdedaj um als "Wadenbeißer" sich am Gegner abzuarbeiten. Für die linke Seite bliebe noch Breitenbach. Er hat die Chance in den letzten Wochen genutzt und die letzten beiden Spiele über jeweils 90 Minuten bestritten. Er ist kein Lückenfüller mehr, sondern eine echte Alternative und hat sich weiteres Vertrauen verdient. Selbst wenn man mit Müller oder dem Duo Perdedaj/Barylla beginnen sollte.


Im Mittelfeld kehrt Manuel Zeitz zurück. Der Kapitän komplettiert die Achse der Mannschaft (Batz, Zellner, Jacob). In den letzten drei Spielen wurde er von Nachwuchstalent Luca Kerber stark vertreten. Kerber hat sich ins Rampenlicht gespielt, auch die Frage Zeitz oder Kerber darf man stellen. Von seiner Spielweise her ist Kerber aber kein reiner Sechser, er könnte auch auf die Acht rücken. Allgemein muss er nicht jedes Spiel von Beginn an auf dem Feld stehen und er wird in den nächsten Wochen definitiv weiter seine Chancen erhalten und ist ein echter Startelfkandidat. Auf der Acht muss er sich auch gegen hochwertige Konkurrenz durchsetzen. Zuletzt hat hier das Duo von Tobias Jänicke und Julian Günther-Schmidt gut harmoniert. Eigentlich sind beide Akteure Stammkräfte. Günther-Schmidt ist mittlerweile im Team angekommen, zeigt auch seine Qualitäten als Stürmer und arbeitet sehr viel für die Mannschaft. Dazu bleiben Spieler wie Perdedaj, Golley oder Froese als Alternativen. In diesem zentralen Bereich stehen also viele Optionen für die kommenden Spiele parat. Für beide Achter wird es ungemein wichtig sein die Kreise von Mehmet Kurt zu begrenzen.


Je nach Besetzung im zentralen Mittelfeld kann es auch Auswirkungen auf den Flügel haben. Spielt man nicht mit Jänicke im Zentrum (sondern besetzt die beiden Achterpositionen anders), so hat man ihn frei für die linke Seite. Auf dieser Seite hat man in der Saison schon viel probiert und zuletzt hat Deville den Part gespielt. Jänicke ist nicht der typische Außenbahnspieler für das System von Lukas Kwasniok, dies gilt allerdings auch für Spieler wie Deville, Golley oder Mendler. Er kann die Rolle mit seiner Erfahrung übernehmen und andere Impulse setzen. Auf dem rechten Flügel ist Nicklas Shipnoski gesetzt. Auch gegen 1860 hat er wieder getroffen und alleine seine Werte zeigen die Wichtigkeit des Spielers im Spiel der Malstätter. Er hat in jedem Spiel seine Aktionen und zieht auch die Aufmerksamkeit von anderen Spielern weg. Für die Außenbahn bleiben ansonsten Deville, Gouras, Mendler oder Golley. Im Sturm bleibt es bei Sebastian Jacob. In seinem Fall wird man auch Ansätze brauchen um ihm Verschnaufpausen zu verschaffen.



Mögliche Aufstellung


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Ersatzbank


Jannik Theißen (ETW)Sebastian Bösel
Mario MüllerFanol Perdedaj
Timm GolleyMinos Gouras
Maurice Deville



Fünf U23-Spieler wären in diesem Fall im Aufgebot: Breitenbach, Shipnoski, Kerber, Theißen und Gouras. Alle fünf Feldspieler auf der Reservebank besitzen den realistischen Anspruch auch von Beginn an zum Einsatz zu kommen und decken alle Positionen ab. Eine solch breit besetzte Bank konnten die Malstätter in den letzten Wochen nicht vorweisen und können auch die fünf Wechsel besser ausnutzen. Müller oder Bösel könnten als defensive Spieler auch auf die Tribüne rücken (und dann Mittwoch komplett "frisch" eine Rolle spielen) und dafür einen weiteren Offensivspieler (Mendler, Froese, Schleimer, Vunguidica) auf die Bank bringen.



Nicht im Kader


Bjarne ThoelkeWadenbeinbruch
Marin Sverko individuelles Training
Ramon CastellucciNicht berücksichtigt
Kianz FroeseNicht berücksichtigt
Rasim BulicNicht berücksichtigt
Markus MendlerNicht berücksichtigt
José VunguidicaNicht berücksichtigt
Lukas Schleimer Nicht berücksichtigt

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