Vorbericht: Uerdingen gastiert im Ludwigspark

Heimspieldreierpack, zweiter Take. Erst am gestrigen Mittwoch hat der FCS sein Heimspiel gegen den MSV Duisburg gewonnen. In einer schwierigen Begegnung taten sich die Malstätter über eine Stunde verdammt schwer gegen einen starken MSV, am Ende steht jedoch ein klarer 4:1-Heimsieg zu Buche. Es war der vierte Dreier in Folge und die Kwasniok-Elf etabliert sich weiter in den Top 8 dieser 3.Liga, der Aufsteiger hat zudem realistisch gesehen schon den Klassenerhalt in der Tasche. Nach zwei Spielen in vier Tagen geht es weiter Schlag auf Schlag. Gerade einmal 67 Stunden nach dem Abpfiff gegen Duisburg wird am Samstag schon wieder der Anpfiff im Ludwigspark erfolgen. Für den FCS wartet dann das Heimspiel gegen den kriselnden KFC Uerdingen.








TV-Übertragung/Livestream

Der WDR hat sich zu Beginn dieser Saison aus der Übertragung von Spielen der 3.Liga zurückgezogen, meist teilen sich in der 3.Liga zwei Sender ein Spiel. So wird auch das FCS-Heimspiel am Samstag nicht im Free-TV laufen und lediglich bei Magenta Sport laufen. Weitere Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Das zweite Heimspiel innerhalb von vier Tagen wartet auf den Rasen im Ludwigspark. Alles Wissenswerte rund um die Situation im Park.




Die Historie zwischen den Teams

Lange sind die meisten Duelle gegen Uerdingen her und unter der heutigen Bezeichnung trafen sich beide Teams überhaupt erst zwei Mal vor der laufenden Spielzeit. Dies war in der Saison 1999/2000 der Fall gewesen. Insgesamt stehen elf Spiele in der Datenbank, neun Ligaspiele und zwei Pokalspiele. Beide Pokalspiele verlor der FCS, unter anderem das Halbfinale in der Saison 1984/85. Damals marschierte man als Zweitligist bis in die Vorschlussrunde und scheiterte dort mit 0:1 an einem Spitzenteam der Bundesliga. Allgemein sieht die Bilanz für den FCS drei Siege, drei Unentschieden und fünf Niederlagen. Im heimischen Stadion gab es einen Sieg in sechs Spielen, dazu kommen auch drei Niederlagen. Das letzte Heimspiel gegen den KFC fand am 19.Dezember 1999 statt und konnte nur durch eine Schneeschipp-Aktion vor dem Spiel angepfiffen werden. 4.000 frierende Zuschauer im Park sahen den FCS zwei Mal in Führung gehen, Muschinka und Gerlach (per Elfmeter) trafen. Doch Uerdingen kam beide Mal zurück, erzielte den Ausgleich in der letzten Minute (und in Unterzahl). Am Saisonende stieg der FCS trotzdem in die 2.Bundesliga auf. Auch 1993 (2.Bundesliga) siegte man. Stickroth und Krätzer sorgten für die Tore beim bisher einzigen Heimsieg gegen Uerdingen. In der Bundesligasaison 1992/93 trennten sich beide Teams im Ludwigspark ohne Sieger. Kostner, Savichev und Fuhl trafen vor 18.000 Zuschauern auf Seiten des FC. Die letzte Niederlage gab es 1986 in der Bundesliga. Im Park verlor man mit 1:2. An das Hinspiel in dieser Saison verbinden die Malstätter nicht die besten Erinnerungen. Zwar war man über den größten Teil des Spieles die klar bestimmende Mannschaft, bekam den KFC aber gerade bei Standards nie in den Griff und musste sich am Ende durch einen Gegentreffer in der Nachspielzeit mit 0:1 geschlagen geben.




Der Gegner: KFC Uerdingen

Der Krefelder Fußball-Club Uerdingen 05 e. V. - kurz - KFC Uerdingen - wurde im Jahr 1905 als FC Uerdingen 05 gegründet. Vor dem zweiten Krieg gab es überschaubare Erfolge, ehe man sich 1953 mit der Betriebssportgruppe des Chemiekonzern Bayer zusammenschloss. Als FC Bayer 05 Uerdingen folgte ein langsamer Aufstieg und 1974 wurde man in die 2.Bundesliga Nord aufgenommen. Dort folgte direkt der Aufstieg, doch die Premierensaison in der Bundesliga schloss man als Tabellenletzter ab. Bis 1983 spielte man fünf Jahre in der zweiten und zwei weitere Jahre in der Bundesliga. Mit dem Aufstieg 1983 etablierte man sich für einige Zeit in der Bundesliga. 1984/85 spielte man eine der beste Saisons der Vereinsgeschichte. Neben dem siebten Platz in der Bundesliga gewann man auch den DFB-Pokal (und schaltete im Halbfinale den FCS aus). 1986 zog man bis ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger ein, in der Bundesliga wurde man Dritter. Anschließend sank der Stern des Vereins langsam. Man stieg zwei Mal aus der Bundesliga ab, 1995 zog sich Bayer trotz Klassenerhalt in der 1.Liga zurück. Der Verein kämpfte nun mit finanziellen Problemen und rutschte in den folgenden Jahren immer weiter ab. Ab 2005 spielte man in der Oberliga, von 2008 bis 2011 war man sogar in der sechstklassigen Verbandsliga unterwegs. Der Verein pendelte von 2011 bis 2016 zwischen der vierten und fünften Spielklasse, der Einstieg von Investor Ponomarew sorgte anschließend für den Durchmarsch bis in die 3.Liga. Dort spielt Uerdingen seit 2018. In der letzten Saison lag man meist im Mittelfeld und hatte mal eher den Kontakt nach oben und dann mal wieder nach unten. Nach dem Corona-Restart zeichnete man sich dann als erstes richtiges Mittelfeldteam der Liga ab und ließ die Saison dann auch gemütlich austrudeln. Unter dem Strich konnte man sich 48 Punkte erspielen und landete damit auf Platz 13. Für die hohen Ambitionen des Clubs sicher zu wenig. Denn aus finanzieller Sicht waren die Uerdingen seit dem Einstieg des Investors sehr gut aufgestellt, möglicherweise stellten sie sogar trotz des dauernden Umzugs nach Düsseldorf und der Miete dort (sie soll bei 1,6 Millionen Euro pro Saison liegen) die besten Voraussetzungen der gesamten Liga. Der Spieleretat der Uerdinger ist nicht genau bekannt, soll aber im letzten Jahr bei mindestens acht Millionen Euro gelegen haben. Monatsgehälter von 50.000 Euro für einzelne Spieler unterstützen diese These. In den letzten Wochen und Monaten hat sich das Thema umgewandelt. Ponomarew hat dem Club den Rücken gekehrt, der Verein befindet sich mittlerweile in einer Insolvenz und hat zudem eine neue Investorengruppe am Start. Die finanziellen Sorgen ist man damit nicht los geworden und erst am Montag konnte man - doch noch mal durch Unterstützung von Ponomarew - den Spielbetrieb bis Saisonende sichern. Die beantragte (& vor wenigen Tagen eröffnete) Insolvenz hatte außerdem auch einen Abzug von drei Punkten zur Folge. Auch mit dem Ausweichstadion in Düsseldorf (die heimische Grotenburg ist immer noch nicht bespielbar) hat man sich überworfen und trägt die Heimspiele mittlerweile in Lotte aus. Trainer der Uerdingen ist Stefan Krämer. Er ist seit März 2020 im Amt, zuvor war er bereits vom März 2018 bis Januar 2019 als Trainer aktiv gewesen. In den 14 Monaten dazwischen hatte man fünf unterschiedliche Trainer (inklusive Interimstrainern). Im Trainerteam von Uerdingen findet sich auch eine Verbindungsstelle zum FCS. Co-Trainer und Teamchef (sowie zwei Mal Interimstrainer) ist seit 2017 der ehemalige FCS-Spieler Stefan Reisinger. Reisinger kam im Winter 2014 zum FCS und gehörte zu jenen Spielern die "heldenhaft" gegen den Abstieg in der Saison 2013/14 gekämpft haben. Er bestritt in diesem Jahr acht Einsätze in der 3.Liga und erzielte zwei Tore. In der anschließenden Sommerpause wurde er vom damaligen Trainer Kilic suspendiert und fristlos ("Foto-Gate") entlassen, vor Gericht wurde diese Kündigung als unwirksam angesehen und Reisinger bestritt in der Saison 2014/15 noch neun Einsätze für die zweite Mannschaft des FCS.



Transferaktivitäten

Trotz der finanziellen Entwicklung hat man beim KFC den Kader zum größten Teil behalten, konnte allerdings im Winter keine Neuzugänge verpflichten. Stattdessen gab es drei Abgänge. Ali Ibrahimaj (FC Gießen) spielte keine mehr in den Planungen. Innenverteidiger Stefan Velkov ging zum MSV Duisburg. Velkov kam mit großen Erwartungen und war in den ersten Spielen auch Stammkraft, nach dem sechsten Spieltag kam er jedoch zu keinem Einsatz mehr. In Offensivspieler Heinz Mörschel verlor man zudem einen Stammspieler. Der 23-Jährige wechselte zu Dynamo Dresden.




Bisherige Saison & Tabellensituation

Nach dem Sieg im Hinspiel blieben die Ergebnisse der Uerdingen wechselhaft. Man verlor das folgende Auswärtsspiel beim VfB Lübeck mit 0:1, dafür gelang anschließend ein 3:1-Heimsieg gegen Haching. Mörschel brachte den KFC nach 50 Minuten in Front, legte nach 75 Minuten auch den zweiten Treffer nach und den Schlusspunkt setzte Grimaldi in der Nachspielzeit. Am elften Spieltag ermauerte man sich ein torloses Unentschieden bei 1860 München. Es folgten zwei Heimniederlagen gegen den Halleschen FC (0:1) und den SC Verl (1:2). Gegen die Verler reichte eine Führung (durch van Ooijen) nicht um zumindest einen Punkt zu holen. Man blieb kurz vor der Abstiegszone. Bei Dynamo Dresden gelang die defensive Spielweise wieder und man entführte einen Punkt beim Spitzenreiter (0:0). Im Heimspiel gegen Türkgücü behielt man mit 1:0 die Oberhand. Mörschel erzielte nach 26 Minuten das einzige Tor des Tages. Am 16.Spieltag gab es einen Auswärtssieg bei Viktoria Köln. Lukimya in der ersten Hälfte und Wagner per Kopf in der zweiten Hälfte sicherten einen 2:0-Sieg ab. Uerdingen stieß damit ins Mittelfeld der Tabelle vor. Es folgte in Düsseldorf eine 0:2-Heimpleite gegen Kaiserslautern und es ging in die Winterpause. Im neuen Jahr ging es zunächst nach Magdeburg. Kurz vor der Pause geriet man in Rückstand, im zweiten Halbzeit war man klar stärker unterwegs und kam durch ein Eigentor zum Ausgleich. Die letzten zehn Minuten in Unterzahl war dann wieder Abwehrarbeit angesagt. Auch das Heimspiel gegen Mannheim endete 1:1. Wieder ging man vor der Halbzeit in Rückstand und kämpfte sich im zweiten Abschnitt zurück. Mörschel erzielte nach einer Stunde den Ausgleich. Es folgte eine längere Pause durch Corona-Fälle im Team. Die Mannschaft zeigte sich davon (und von den ständigen Unruhen rund um den Club) jedoch unbeeindruckt und siegte am 23.Spieltag beim FC Bayern II. Feigenspan hatte nach 23 Minuten das einzige Tor des Tages erzielt. Es folgte eine über weite Strecken starke Leistung beim SV Wehen Wiesbaden. Man ging früh durch Wagner in Front, leistet e sich Defensiv jedoch zwanzig schwache Minuten und lag anschließend mit 1:3 hinten. Trotz großer Moral in Hälfte 2 blieb es bei der Niederlage. Ein ähnliches Bild gab es auch letzten Sonntag gegen Duisburg. Lukimya brachte den KFC schon nach sechs Minuten mit dem Kopf in Front, durch zwei Gegentreffer aus der Distanz ging man mit einem Rückstand in die Pause. Im zweiten Abschnitt spielte Uerdingen auf ein Tor, kam jedoch nicht mehr zum Ausgleich. Letzten Mittwoch empfing man dann den FC Ingolstadt in Lotte. Der KFC probierte er mit seiner defensiven Spielweise um dann selbst über Standards und Konter zum Erfolg zu kommen. Kurz vor der Pause gingen die Gäste nach einer Ecke in Front und legte im zweiten Abschnitt noch zwei Treffer nach.


Die dritte Niederlage in Folge verschärft die Situation beim KFC. Die Mannschaft hat trotz aller Probleme große Moral gezeigt, das erste Spiel nach der Pause in München auch gewonnen und jetzt machen sich die stetigen Nackenschläge doch bemerkbar. Seit Sonntag liegt man in der Tabelle auf einem Abstiegsplatz. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt allerdings nur zwei Punkte. Man selbst hat nach dem Punktabzug noch 24 Punkte, der FCK hat 26 Zähler. Ohne den Punktabzug läge der KFC vor Duisburg auf Platz 14. Auch stehen für Uerdingen noch drei Nachholspiele auf dem Programm, in diesen Spielen könnte man die eigene Ausgangslage deutlich verbessern. Theoretisch wäre sogar der elfte Platz möglich. Das größte Problem ist schon über die komplette Saison die eigene Offensive. Sie haben bis dato erst 19 Saisontore erzielt. Es ist der schlechteste Wert in der kompletten Liga. Die besten Torschützen sind Kiprit und (im Winter gewechselte) Mörschel mit jeweils vier Toren. Es folgen Wagner und Lukimya mit zwei Toren. Erst vier Mal in dieser Saison gelang mehr als ein eigener Treffer, in acht Spielen traf man überhaupt nicht. In den letzten sechs Spielen blieb man jedoch nur gegen Ingolstadt ohne Treffer. Kolja Pusch und Mike Feigenspan (je 3) sind die besten Vorlagengeber im Team. Über den größten Zeitraum der Saison war die Defensive das große Prunkstück, bis vor kurzer Zeit stellte man noch mit die beste Defensive der Liga. Mittlerweile ist man bei 27 Gegentoren angekommen. Nur vier Teams in der Liga haben weniger Gegentore bekommen. Schon sieben Mal ging man ohne Gegentor vom Feld.



Aufstellung gegen den FC Ingolstadt


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