Wie könnte der KFC spielen?

Uerdingen befindet sich in einer Phase mit drei englischen Wochen in Folge. Entsprechend wichtig ist die Rotation beim KFC um mit dem vorhandenen Personal (16 Feldspieler waren zuletzt einsatzbereit) gut durch diese Zeit zu kommen. Trainer Stefan Kramer hat in den bisherigen beiden Spielen auch eine gewisse Rotation einfließen lassen. Taktisch lässt er seine Mannschaft in aller Regel in einem 4-4-2-System und einer rautenförmigen Ausrichtung im Mittelfeld agieren. Dabei spielen die drei defensiveren Mittelfeldspieler auf einer Höhe und verschieben immer wieder auf die Außenbahn. Davor spielt ein Zehner. Situation können Zehner und zweite Spitze auch auf die Außenbahn ausweichen. In den Heimspielen gegen den MSV Duisburg und gegen Ingolstadt ist er von dieser Ausrichtung abgewichen und auf ein klassisches 4-2-3-1-System umgeschwenkt. Allgemein kommen sie unter Kramer sehr gerne aus einer funktionierenden Defensive und sind im Spiel nach vorne oft auf lange Bälle oder Pässe in die Tiefe bedacht. Funktioniert diese Maxime nicht, hat man mittlerweile auch fußballerisch seine Alternativen und hat in den letzten Wochen gute Ansätzen gezeigt. Auch Standards sind eine wichtige Waffe. Im Tor der Uerdingen hat sich im Laufe der Saison ein Wechsel vollzogen. Lukas Königsdorfer (31) war in der vergangenen Saison der Stammtorwart gewesen und ging auch in diese Saison als Nummer 1. Nach den ersten sechs Spielen verlor er jedoch seinen Platz an Sommerneuzugang Hidde Jurjus. Er hat seither in allen Spielen zwischen den Pfosten gestanden.


Auf der rechten Abwehrseite stehen zwei Optionen zur Verfügung. Patrick Göbel (27) war in den letzten Monaten meist der Stammspieler. Seit Jahresbeginn ist Omar Traoré wieder eine Alternative nach Verletzung und er hat gegen Duisburg auch zum ersten Mal wieder über 90 Minuten gespielt. Er ist ein offensiv eingestellter Außenverteidiger. Gegen Ingolstadt spielten nun beide auf der rechten Seite, zunächst mit Traoré als Verteidiger. Schon im Laufe der ersten Hälfte tauschten sie die Positionen. Für die linke Abwehrseite ist Christian Dorda gesetzt. Der 32-Jährige ist seit 2017 eine Konstante in Uerdingen und nimmt diese Rolle auch in dieser Spielzeit ein. Abgesehen von Sperren und Verletzungen spielt er quasi immer über 90 Minuten. Die letzten drei Spiele hat auch jeweils über die volle Distanz absolviert. Steht er nicht zur Verfügung, so wie bei Bayern II ist Gino Fechner ein Ersatz. Aber auch ein Rechtsverteidiger kann auf die andere Seite rücken. In der Innenverteidigung ist seit seiner Genesung im Oktober wieder Assani Lukimya gesetzt. Der 35-Jährige ist zugleich der Kapitän der Mannschaft und spielt in aller Regel über 90 Minuten. In dieser Saison wurde er noch nie ausgewechselt. In drei der letzten fünf Spiele war Gino Fechner sein Partner. Fechner ist allgemein die Universalwaffe der Uerdinger. Seine Hauptposition liegt im defensiven Mittelfeld. Doch es fehlen die Alternativen: Denn Jan Kirchhoff - beendet im Sommer auch seine Karriere - fehlt quasi schon die komplette Saison und auch der litauische Nationalspieler Edvinas Girdvainis konnte mit einem Innenbandriss in den letzten Spielen nicht mitwirken. Gegen Ingolstadt rückte Fechner wieder ins Mittelfeld, dafür begann Außenverteidiger Leon Schneider im Zentrum. Er spielt normal kaum eine Rolle und stand vor Mittwoch erst ein Mal in diesem Jahr im Kader.


Im zentralen Mittelfeld sind Dave Gnaase und Fridolin Wagner gesetzt. Der 23-Jährige Wagner hat in den letzten neun Spielen vor Ingolstadt immer von Beginn an gespielt und spielt bei der rautenförmigen Aufstellungen meist den halblinken Part. Großes Laufpensum und viel Zweikampfstarke zeichnen ihn unter anderem aus. Zuletzt gegen Duisburg spielte er dann auch im defensiven Mittelfeld. Gegen Ingolstadt fiel er kurzfristig aus, ob er am Samstag spielen kann ist unbekannt. Sein Partner gegen Duisburg war Dave Gnaase. Er spielt bei der Raute den defensivsten Part, kann aber auch offensiver agieren. Er ist vor allem die Anspielstation aus der Innenverteidigung um dann den weiteren Spielaufbau einzuleiten. Für die dritte Position ist normal Tim Albutat die erste Wahl. Er fehlte gegen Duisburg und Ingolstadt jedoch gesperrt. Er ist ein drittligaerfahrener Spieler mit viel Qualität in beide Richtungen. Teilweise hat er in der Raute auch schon den offensiven Part gespielt. Am Samstag wird er in die Mannschaft zurückkehren. Fechner (auch wenn man wieder dann in der Innenverteidigung basteln müsste) ist eine weitere Option und hat gegen Ingolstadt auch auf der Sechs gespielt. Den offensiven Part (egal ob Raute oder 4-2-3-1-System) können Peter von Ooijen oder Kolja Pusch spielen. Gegen Duisburg bekam von Ooijen den Platz, gegen Ingolstadt dann Pusch. Von Ooijen ist seit einiger Zeit wieder fit, die Erwartungen in seiner Person konnte er jedoch noch nicht komplett erfüllen. Pusch war über die Saison oft eine Stammkraft, zeitweise jedoch im Sturmzentrum und dafür mit einem Spieler wie Albutat hinten dran. Rijad Kobiljar (24) spielt bisher kaum eine Rolle, wurde gegen Duisburg und Ingolstadt aber zumindest mal wieder eingewechselt.


Sollte man im 4-2-3-1-System auch die offensiven Außenbahnen fest mit einem Spieler besetzen, so sind die Spieler aus dem offensiven Mittelfeld auch eine Option. Denn auch Pusch und von Ooijen haben in dieser Saison schon auf der Außenbahn gespielt. Über den rechten Flügel kam gegen Duisburg Christian Kinsombi. Kinsombi schwankte in der letzten Saison zwischen einem Stammplatz und einer Rolle als Joker, in dieser Saison kam er meist nur von der Bank. Gegen Duisburg war er zum ersten Mal in diesem Jahr in der ersten Elf zu finden. Im Heimspiel gegen Ingolstadt setzte man dann mit Traoré und später Göbel auf einen gelernten Außenverteidiger. Kinsombi ist ein Spieler mit viel Tempo auf der Außenbahn. Auf der linken Seite begann gegen Ingolstadt von Ooijen. Zuvor gegen Duisburg war Gustav Marcussen von Beginn an auf dem Feld. Auch er musste sich meist mit Einwechslungen zufrieden geben, weil seine angestammte Position nicht im System vorhanden war. Die Offensive des KFC beleben kann er mit seiner individuellen Qualitäten definitiv. Hans Anapak ist ein Spieler für einen Jokereinsatz. Ansonsten bleibt Mike Feigenspan (25) eine Option. Er spielt mit am öftesten der Flügelspieler von Beginn an, teilweise auch als zweite Spitze. In den letzten beiden Spielen kam er jedoch nur von der Bank.


Den zentralen Part im Angriff machen Muhammed Kiprit und Adriano Grimaldi unter sich aus. Kiprit hatte zu Saisonbeginn seine Chance genutzt und sich fest ins Team gespielt. Mit vier Saisontoren ist er der beste Torschütze im Kader der Uerdinger. Zuletzt traf er jedoch im Oktober und ist kein klarer Stammspieler mehr. Gegen Duisburg spielte er die erste Stunde. Adriano Grimaldi ist einer der bekanntesten Spieler der Liga, hatte jedoch viel mit Verletzungen zu kämpfen und hat erst drei Mal in der Saison über 90 Minuten gespielt. Gegen Duisburg kam er von der Bank. Zuletzt gegen Ingolstadt spielte er dann 55 Minuten im Angriff. Krämer hat beide Stürmer bisher nur selten gemeinsam aufs Feld geschickt, meist werden sie im Gegenzug ausgewechselt. Im 4-4-2-System sind Spieler wie Feigenspan oder Pusch die Alternative neben einer echten Spitze.



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