FCS teilt Punkte mit Uerdingen

Am Samstagnachmittag empfing der FCS den KFC Uerdingen zum zweiten Heimspiel innerhalb von vier Tagen im Ludwigspark. Die Gäste aus Uerdingen kamen in der bekanntermaßen schwierigen finanziellen Situation nach Saarbrücken. Immerhin soll der Investor nun ein reguläres Saisonende in Aussicht gestellt, auch eine Lizenz für die neue Saison wurde beantragt. Aus sportlicher Sicht kämpfen sie ebenfalls um den Klassenverbleib. Nach zuletzt drei Niederlage in Serie ging man als Tabellensiebzehnter (erster Abstiegsplatz in die Begegnung). Zuletzt gab es eine 0:3-Pleite gegen den FC Ingolstadt. Im Vergleich zu dieser Niederlage nahm der KFC gleich fünf Veränderungen vor. Albutat (nach Sperre), Wagner (nach Verletzung), Feigenspan, Marcussen und Kiprit rückten für Göbel, Schneider, van Ooijen, Pusch und Grimaldi (alle Bank) in die Mannschaft. Auch auf der Trainerbank musste man heute rotieren. Cheftrainer Stefan Kramer hatte gegen Ingolstadt die rote Karte gesehen und bekam für die heutige Begegnung ein Innenraumverbot ausgesprochen. So stand im ehemaligen FCS-Spieler Stefan Reisinger der nominelle Co-Trainer der Mannschaft in der Verantwortung.


Der FCS musste in dieser Begegnung auf einige wichtige Kräfte verzichten. Wie schon in den letzten beiden Spielen fehlte Top-Stürmer Sebastian Jacob mit einer Adduktorenzerrung. Auch Top-Scorer Nicklas Shipnoski stand mit einer Zerrung (erlitten am Mittwoch gegen Duisburg) nicht zur Verfügung. Den Malstättern fehlten dabei so mit die zwei wichtigsten Offensivspieler und zum ersten Mal in dieser Saison musste man den Ausfall von beiden Spielern kompensieren. Auch der Langzeitverletzte Bjarne Thoelke und Sebastian Bösel standen nicht zur Verfügung. Trainer Lukas Kwasniok nahm im Vergleich zum Sieg über den MSV Duisburg drei Veränderungen vor. Boné Uaferro rückte statt Marin Sverko in die Mannschaft, Sverko bekam dabei nach mehreren Verletzungen eine komplette Pause und stand nicht im Kader. Kianz Froese ersetzte den verletzten Shipnoski und Fanol Perdedaj kam für Kapitän Manuel Zeitz (Bank) in die Mannschaft. Taktisch sortierte sich des FCS dieses Mal in einem 4-4-2-System, dabei hatten Barylla und Breitenbach die Seiten bei den Außenverteidigern getauscht. Kerber und Perdedaj begannen im zentralen Mittelfeld, Jänicke rückte auf die Außenbahn. Froese spielte (leicht hinter) Günther-Schmidt den zweiten Stürmer.


Die Malstättern erlebten einen schwierigen Auftakt in dieses Spiel. Die Gäste traten - anders als am Mittwoch gegen Ingolstadt - viel aktiver auf und störten den FCS schon tief in der eigenen Hälfte. Dies überraschte die Mannschaft offenbar, zumindest hatte man große Probleme und kam kaum mal in eigene Ballbesitzphasen und in ein geordnetes Positionsspiel. Auch diesen Part übernahmen die Gäste und ließen die Kugel im Mittelfeld gut laufen. Nach sieben Minuten kam Gouras bei einer Seitenverlagerung der Gäste zu spät und konnte den aufgerückten Außenverteidiger Traoré nur mit einem Foul stoppen. Die gelbe Karte war die logische Folge. Den ersten echten Torschuss sah das Spiel erst nach 12 Minuten. Einen Abschlag von Batz verlängerte Froese mit dem Kopf zu Günther-Schmidt und der Angreifer bewies einmal mehr sein Auge. Er bediente den gestarteten Gouras perfekt durch die Gasse und der FCS ging durch den Mittelfeldspieler in Führung. Angekündigt hatte sich der Treffer nicht, verdient war er auch kaum. Mit der Führung im Rücken konnte sich der FC nun etwas besser in Szene setzen, kam besser in Ballbesitzphasen und hatte für etwa zehn Minuten mehr Ruhe im eigenen Spiel. Danach hatten sich die Gäste jedoch vom Rückstand erholt und das Spiel kehrte in das Muster der Anfangsphase zurück. Viel Ballbesitz für Uerdingen, kaum mal ein strukturiertes Aufbauspiel war für die Kwasniok-Elf möglich und man agierte wieder viel zu passiv. So kam man auch nicht in die Umschaltsituationen, obwohl die Uerdingen in dieser Hinsicht einige Räume boten. Batz parierte einen Kopfball von Kiprit, es war die erste Chance für die Gäste und der KFC kam nun auch öfter gefährlich in den Strafraum. Nach 28 Minuten schlagen sie auf links einen langen Ball, Zellner lässt sich Außen von Kiprit zu leicht abkochen und der Angreifer kann ungestört in den Strafraum ziehen. Breitenbach zeigt sich im Zweikampf zu ungeschickt, trifft den Gästespieler klar und es gibt den Elfmeter für Uerdingen. Kiprit tritt selbst an, doch Elfmeterkiller Batz pariert die Kugel aus dem linken unteren Eck. Es sollte jedoch nicht der erhoffte Weckruf sein und das Spiel ging weiter seinen Lauf. Nach 35 Minuten wurde man für die passive Spielweise bestraft: Einen Freistoß aus dem Halbfeld bringt Feigenspan auf den zweiten Pfosten, doch Günther-Schmidt hat seinen Gegenspieler komplett aus den Augen verloren. Albutat köpf aus kurzer Distanz zum verdienten Ausgleich ein. Auch die letzten zehn Minuten gehörten den Gästen. Sie kamen jedoch zu keinen weiteren Torchancen mehr. Mit dem Unentschieden ging es in die Pause.


Beide Trainer nahmen in der Halbzeit einen Wechsel vor. Bei Uerdingen kam von Ooijen für den gelb vorbelasteten Albutat, beim FCS kam Manuel Zeitz für Jayson Breitenbach. Fanol Perdedaj rückte dafür auf die rechte Abwehrseite. Breitenbach hatte in den letzten Wochen einige starke Leistungen gezeigt, erwischte dieses Mal jedoch einen schwächeren Tag. Der FCS hatte seinen Kapitän und seine Körpersprache in der Pause eingewechselt. Mit Beginn des zweiten Abschnittes war man deutlich aktiver unterwegs, viel aggressiver und präsenter in den Aktionen und übernahm nun auch die Spielkontrolle. Schon nach wenigen Sekunden in der Pause sicherte man sich die erste Ecke, nach zwei Minuten hatte Perdedaj nach einem Freistoß von Jänicke die erste Chance der Halbzeit, köpfte jedoch klar über das Tor. Anschließend kombinierte sich der FCS wieder durch, Froese legte von der Grundlinie zurück auf Günther-Schmidt. Mit links stellte sein Abschluss den Gästekeeper jedoch nicht vor große Probleme. Auch Luca Kerber hatte nach 50 Minuten eine vielversprechende Situation, setzte seinen Abschluss aus 18 Metern jedoch neben das Tor. Es spielte nur noch der FCS und die Belohnung folgte nach 57 Minuten: Günther-Schmidt führte einen Einwurf schnell aus, Jänicke bediente im Zentrum Froese und der Kanadier behielt die Übersicht. Er bediente den völlig freien Gouras am langen Pfosten, der Außenbahn machte den dritten Doppelpack innerhalb einer Woche perfekt und brachte den FCS wieder in Führung. Der FC blieb spielbestimmend, blieb am Drücker und brachte nach einer Stunde einen frischen Offensivspieler: Golley kam für Jänicke ins Spiel. Trotz großer Spielkontrolle und viel Ballbesitz gelang es den Blauschwarzen in dieser Phase jedoch nicht mehr für Torchancen zu sorgen. Die Gäste hatten dafür einen gefährlichen Freistoß aus 18 Metern erhalten, die Mauer klärte. Sie wechselten zudem dreifach. 18 Minuten vor Schluss brachte Kwasniok auch Deville für Froese und zwei Minuten später die kalte Dusche. Uerdingen kam über ihre rechte Seite, Uaferro klärte die Flanke per Kopf vor den Strafraum. Von Ooijen nahm den Ball direkt, tunnelte Zellner und traf ins Tor. In dieser Phase ein extrem unnötiger Ausgleich. Danach blieb es eine wilde Begegnung. Der FCS hatte mehr Ballbesitz, mehr Input in die Begegnung und ging weiterhin großes Risiko im eigenen Spiel und lud Uerdingen immer wieder zu Kontern ein. Diese Tatsache verschärfte sich zehn Minuten vor Spielende: Schleimer und Müller kamen für Günther-Schmidt und Gouras ins Spiel. Damit hatte der FCS nun die komplette zweite Reihe der Offensive auf dem Feld und all diese Spieler bringen ihr Laster mit und erfüllten die Hoffnungen nicht. So kam der FC kaum noch zu einem geordneten Offensivspiel und hatte in der letzten regulären Minute nur noch eine gefährliche Aktion. Müller ging über links durch, seine Flanke klärt Fechner kurz vor dem eigenen Tor mit viel Risiko. Ansonsten hatte die neue Offensive nichts mehr zu melden und man verlor immer wieder leicht die Bälle. Die Gäste waren dem dritten Treffer mit den folgenden Umschaltmomenten näher. Zellner musste einmal in höchster Not gegen Feigenspan klären, in der aller letzten Minute kam Uerdingen wieder mit Feigenspan über links und am langen Pfosten tauchte Joker Anapak völlig frei auf. Batz parierte gegen den jungen Angreifer.


Unter dem Strich geht das Unentschieden für beide Teams in Ordnung. Die erste Halbzeit gehörte klar den Gästen aus Uerdingen. Sie waren die bessere Mannschaft, sie waren die aktivere Mannschaft und ihr Manko waren in diesen 45 Minuten zu wenige Torchancen. Der FCS dagegen zeigte sich viel zu passiv und kam trotz der Führung überhaupt nicht in das eigene Spiel. Ähnlich wie schon gegen Duisburg hat sich die Mannschaft im ersten Abschnitt extrem schwer getan. Die zweite Halbzeit war dann lange Zeit komplett das andere Bild. Nun bestimmte der FCS die Begegnung, hatte eigentlich alles im Griff und ging auch verdient in Führung. Man kontrollierte auch danach die Begegnung und hat es nur verpasst sich Chancen zum 3:1 zu erspielen. Der zweite Gegentreffer ist dann sehr ärgerlich. Die Volleyabnahme von von Ooijen war schön, aber der Tunnel gegen Zellner tut weh und auch Batz war am Ball. Bitter, hatte man doch sonst die Begegnung voll im Griff gehabt. Ganz am Ende musst du natürlich sogar froh sein, dass Batz zumindest das Unentschieden festhält. Es gibt Spiele, in denen du nicht voll ans Limit kommst und so ein Spiel gab es auch heute. Dann muss man auch mal mit einem Punkt leben können, zumal man um die grundsätzlichen Stärken der Uerdingen weiß. Ohne all die Probleme ist das eine Mittelfeldmannschaft und der FC ist keine Übermannschaft. Das sieht man auch in der Kaderbreite. Wenn du Shipnoski und Jacob ersetzen musst fehlt der Offensive (trotz der beiden Treffer) der Punch. Es sind zwei Ausnahmespieler und sie kann man nicht vollständig ersetzen. Zumal in diesen englischen Woche auch Belastungssteuerung notwendig ist und man hat dann die komplette Offensive vom Feld genommen. Ohne Jacob, Shipnoski, Günther-Schmidt, Jänicke und Gouras hat man Offensiv seine Probleme. Deville kommt aus einer (erneuten) Verletzung, Golley war zuletzt krank gewesen. Beide Spieler können nicht bei 100% sein und so war der Auftritt auch gewesen. Müller ist ein Abwehrspieler und Schleimer spielt nicht ohne Grund im Normalfall nicht die größte Rolle. Das man im Gegenzug auf die Einwechslung von Markus Mendler verzichtete ist auch ein Zeichen.


Zum sechsten Mal in Folge verliert der FCS ein Spiel in der 3.Liga nicht und kann diese gute Serie weiter ausbauen. Die Serie mit vier Siegen in Folge endet dagegen. Man hat nun 44 Punkte auf dem Konto und konnte sich in der Tabelle erst einmal auf den vierten Platz verbessern. Wiesbaden kann den FCS am Sonntag noch mal auf den fünften Rang verdrängen. Man hat eine Mannschaft wie 1860 München um einen weiteren Punkt distanziert, die Tabellenspitze dagegen ist wieder etwas weiter entfernt. Dresden marschiert weiter und ist nun zehn Zähler weg, auch Hansa Rostock hat spät gewonnen und der Vorsprung auf den FCS liegt bei vier Punkten. Am Montag kann auch Ingolstadt auf sechs Zähler davon zielen. Der Blick auf die Tabelle hat aber weiterhin nicht höchste Priorität. Die Saison ist noch lange und der FCS kann weiterhin in der Außenseiterrolle nach seiner Chance suchen und die Saison so stark wie möglich fortsetzen.


Das nächste Spiel wartet auf den FCS bereits am kommenden Mittwoch. Dann kommt der FSV Zwickau zum Nachholspiel vom 19.Spieltag (Hinrundenende, dadurch werden in dieser Begegnung nur drei Wechsel erlaubt sein) in den Ludwigspark. Vor der Länderspielpause warten dann noch die Duelle bei Dynamo Dresden (Samstag, 13.März um 14:00 Uhr) und das Heimspiel gegen Viktoria Köln (Samstag, 19.März, 19:00 Uhr)

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