Vorbericht: Highlight beim Spitzenreiter

Nach der bitteren Heimniederlage gegen Zwickau am Mittwoch bleibt dem FCS wenig Zeit um die Niederlage zu verarbeiten. Zum Abschluss der beiden englischen Wochen wartet am Samstag bereits das fünfte Spiel innerhalb von gerade einmal 15 Tagen auf die Mannschaft von Lukas Kwasniok und die anstehende Begegnung hat es richtig in sich. Es geht zum souveränen Spitzenreiter Dynamo Dresden. Für den FCS ist es Highlight und zugleich ist es der wohl härteste Brocken den man in dieser Saison vor der Brust haben kann. Gespielt wird am Samstag um 14:00 Uhr.








Wieder fünf Wechsel

Das Nachholspiel gegen den FSV Zwickau am Mittwoch gehörte offiziell noch zur Hinrunde, entsprechend durfte man nur drei Wechsel im Spiel wahrnehmen. Für den Rest der Drittligasaison sind nun wieder fünf Wechsel erlaubt. Man besitzt drei Wechseloptionen im laufenden Spiel, zudem kann die Halbzeitpause als vierter Wechselzeitpunkt in Anspruch genommen werden.



Livestream

Das Duell beim Spitzenreiter wird im Free-TV ausgestrahlt. Der MDR, der SR und der SWR übertragen das Spiel in ihren Programm. Das letzte Free-TV-Spiel für den FCS fand zum Jahresauftakt gegen den SV Meppen statt. Wie gewohnt überträgt auch Magenta Sport (als Einzelspiel und in der Konferenz) das Spiel in kompletter Länge. Informationen zu den Übertragungen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Die Begegnung findet im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden statt. Nach Besuchen in Rostock, Magdeburg oder im Münchner Olympiastadion stellt auch dieses Stadion ein Highlight in dieser Saison dar, auch wenn leider weiterhin ohne Zuschauer gespielt werden muss. Informationen rund um das Dresdner Stadion.



Historie

Neun Vergleiche stehen bisher zwischen beiden Teams in der Statistik, dabei existiert ein kleiner Vorteil für Dynamo. Sie haben vier Spiele gewonnen, der FCS kommt auf drei Siege. Alle Siege gab es im heimischen Stadion. In Dresden selbst ist die Bilanz mit einem Unentschieden bei drei Niederlagen überschaubar. Die ersten Vergleiche gab es in der Bundesligasaison 1992/93. 20.000 Zuschauer im Park sahen ein 1:1. Die Gäste gingen nach 12 Minuten durch ein Eigentor in Front, Michael Kostner glich in der Endphase per Strafstoß aus. Auch das Rückspiel in Dresden endete vor 16.500 Zuschauern Remis und war der bisher einzige FCS-Punkt bei Dynamo. Von 2004 bis 2006 gab es vier Vergleich in der 2.Bundesliga. Drei Mal gewann Dresden, unter anderem am 11.März 2005. Oswald traf kurz vor der Pause und sicherte der SGD den bisher einzigen Sieg im Park. Neun Monate später ging Dresden schon nach sechs Minuten durch Fröhlich in Führung, doch der FCS drehte die Begegnung durch einen Doppelpack von Amri. Dazu kam ein Doppelpack von Örtülü und ein Treffer von Henrich Bencik. Der FC siegte 5:1. Im April 2006 unterlag man in Dresden mit 0:2. Das letzte Auswärtsduelle stammt aus der Drittligasaison 2010/11. In Dresden verlor der FCS als Aufsteiger vor über 17.000 Zuschauern mit 0:3. Im Rückspiel im Park zeigten die Blauschwarzen vor 6.000 eine beherzte Leistung. Marcus Mann brachte den FC nach 20 Minuten in Front, Nico Zimmermann legte kurz nach der Pause nach. Nach dem Anschlusstreffer durch Röttger (71.) stellte Sieger per Kopf wieder den alten Spielstand her (76.). In der Nachspielzeit verkürzte Esswein noch mal, doch der FCS siegte mit 3:2 und holte wichtige Punkte im Abstiegskampf gegen den späteren Aufsteiger. Das Hinspiel in diesem Jahr war das erste Geisterspiel zwischen den Teams und Dresden ging nach 20 Minuten durch Königsdörffer in Front. Der FCS kämpfte sich zurück, glich mit dem Halbzeitpfiff (Shipnoski per Kopf) aus und in der letzter Spielminute traf Jacob zum umjubelten 2:1-Siegtreffer. Es war der zweite Sieg in Folge.




Der Gegner: Dynamo Dresden

Die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden e. V. - abgekürzt als SG Dynamo Dresden, SGD oder Dynamo - ist ein 1953 gegründeter Verein aus der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Zurück geht der Club auf 1950 und die üblichen Vereinsgründungen in der DDR. Die Entwicklung der SGD ist weithin bekannt und man hat sich längst das Image eines großen Traditionsverein erschaffen. So verfügte der Club im März 2020 über mehr als 23.000 Mitglieder und kann in normalen Zeiten auf ein gewaltiges Fanpotenzial zurückgreifen. Die Vereinsfarben sind Schwarz-Gelb. Dresden hatte eine schwierige Anfangszeit und begann erst 1969 sich in der DDR-Oberliga zu etablieren. Bis 1991 verließ man die Spielklasse nicht mehr und war sehr erfolgreich. Acht Mal sicherte man sich die Meisterschaft, sieben Mal wurde man nationaler Pokalsieger. International stand man im Halbfinale des UEFA-Pokals und drei Mal im Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister. Mit der Wende qualifizierte man sich für die gesamtdeutsche Bundesliga. Drei Spielzeiten lang hielt man die Klasse, 1995 stieg man ab und kehrte bisher nie zurück. Mit dem Abstieg ging ein Lizenzentzug einher und Dresden spielte in der Folge in der Regionalliga Nordost, 2000 ging es gar in die viertklassige Oberliga. 2004 gelang der Aufstieg in die 2.Bundesliga, konnte sich jedoch nicht etablieren und musste 2006 wieder absteigen. 2008 war man Gründungsmitglied der 3.Liga, erst 2011 gelang für drei Jahre die Rückkehr in die 2.Liga. Von 2014 bis 2016 war man wieder in der 3.Liga aktiv und die letzten vier Spielzeiten war man Zweitligist. In der Saison 2019/20 gab es einen ordentlichen Start, doch eine lange Negativserie ließ Dresden bis auf den letzten Platz abrutschen. In die Winterpause ging man mit sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Man investierte im Winter in viele Leihgaben, konnte den Rückstand jedoch nicht mehr aufholen und muss einmal mehr zurück in die 3.Liga. Das Ziel in der aktuellen Spielzeit ist der Wiederaufstieg und man befindet sich auf besten Wege dieses Ziel auch zu erreichen. Die finanzielle Situation des Clubs ist - anders als oft in der Vergangenheit - gut. Man ging mit einem Eigenkapital in Höhe von etwa 10 Millionen Euro in die Saison. Die Corona-Situation trifft aber natürlich auch Dresden hart. Trainer in Dresden ist Markus Kauczinski. Der 50-Jährige ist seit Dezember 2019 im Amt, konnte den Abstieg im Sommer jedoch nicht verhindern. Mit Tim Knipping steht auch ein ehemaliges FCS-Spieler im Aufgebot. Der Innenverteidiger stand von 2012 bis 2014 beim FCS unter Vertrag.



Transferaktivitäten

Im Winter hat man den starken Kader für die Mission Aufstieg weiter aufgerüstet. Nur Angreifer Simon Gollnack (19/kein Einsatz) wurde nach Tschechien verliehen. Dafür hat man sich drei neue Spieler geleistet. Niklas Kreuzer (28) kehrte zu Dynamo zurück. Der Rechtsverteidiger spielte von 2014 bis 2020 für den Club und war seit Sommer vereinslos gewesen. Ebenfalls Defensivspieler ist Leroy Kwadwo. Der 24-Jährige wurde von Zweitligist Würzburg verpflichtet. In der Offensive legte man indes mit Heinz Mörschel vom KFC Uerdingen nach. Ihn hätte Dynamo gerne schon im Sommer verpflichtet.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Nach der Hinspielpleite lag Dynamo noch auf dem achten Platz und Dynamo spielte weit unter den eigenen Möglichkeiten. Die späte Niederlage war aber offenkundig ein Weckruf für die Mannschaft. Stark und Königsdörffer besorgten einen 2:1-Heimsieg über 1860 München, auch beim 3:1-Auswärtssieg in Rostock hatte man keine Mühe. Daferner, Hartmann und Königsdörffer brachten Dynamo zwischenzeitlich mit 3:0 in Front. Gegen Unterhaching (2:0) und in Duisburg ließ man die Siege 3 und 4 folgen und war danach schon Tabellenzweiter. Ein glanzloses Unentschieden gegen Uerdingen (0:0) war noch mal ein kleiner Rückschlag, doch vor Jahresende zog man weiter seine Kreise. Trotz frühen Rückstand gewann man mit 3:1 beim Halleschen FC, anschließend gab es im Heimspiel gegen Verl einen deutlichen 4:1-Sieg und zum Jahresabschluss gewann man mit 4:2 bei Viktoria Köln. Dynamo lag dabei zwei Mal im Rückstand, doch Joker Sohm entschied die Begegnung mit zwei Treffern für den Absteiger. Längst war man auch Tabellenführer und ging mit einer guten Ausgangslage in die kurze Winterpause. In das Jahr 2021 startete man nicht perfekt. Man verlor zunächst zum Auftakt bei Türkgücü München mit 0:1, anschließend bekam man durch Spielabsagen keinen wirklichen Rhythmus und verlor auch das Nachholspiel bei Waldhof Mannheim mit 0:1. Zwischenzeitlich gab es im Heimspiel gegen Kaiserslautern noch einen spektakulären 4:3-Heimsieg. Im Februar ging man dann wieder in die Souveränität des Novembers und Dezember über. Los ging es mit einem hart erkämpften 1:0-Sieg beim 1.FC Magdeburg. Mörschel traf spät im Spiel. Im folgenden Heimspiel gegen den VfB Lübeck bestach Dynamo mit Effektivität und siegte nach Toren von Daferner, Will und Kreuzer mit 3:1. Sohm und Daferner sorgten mit einem Doppelschlag vor der Pause auch für einen 2:0-Sieg beim FSV Zwickau. Zuletzt gab es im heimischen Stadion ein Unentschieden gegen den FC Bayern II (1:1), diesen kleinen Rückschlag egalisierte man drei Tage später im Spitzenspiel gegen Ingolstadt. Dynamo überrollte den Gegner vor und nach der Pause und gewann am Ende deutlich mit 4:0. Das gleiche Ergebnisse brachten die Sachsen am vergangenen Samstag mit auf Meppen. Früh ging man durch Daferner in Führung und baute den Vorsprung dann sukzessiv weiter aus.


Man spielt längst eine überragende Saison und hat seit dem Hinspiel 13 Siege aus 17 Begegnungen geholt. Dazu kommen zwei Unentschieden und nur zwei Niederlagen. Kein anderes Team kommt in diesem Zeitraum auch nur ansatzweise an die Punktausbeute Dresdens (41) heran. Man geht auch in diesen 28.Spieltag als Spitzenreiter und hat schon 54 Punkte aus 26 Spielen geholt. Das sind 17 Saisonsiege (kein Team hat mehr), drei Unentschieden und sechs Niederlagen. Der Vorsprung auf Hansa Rostock auf dem zweiten Platz liegt bei drei Punkten, hat man aber noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Der FC Ingolstadt auf dem dem Relegationsplatz ist bei gleicher Spielanzahl vier Punkte entfernt und trotz der guten Serie muss man sich den Aufstieg weiter verdienen. Einige Teams hat man schon deutlich mehr distanzieren können. Wiesbaden liegt zehn Punkte zurück, 1860 München mittlerweile sogar schon 13 Punkte und auch Verl oder Türkgücü München haben einen großen Rückstand. Der FCS als Tabellenvierter liegt zehn Punkte hinter Dresden, hat aber auch schon ein Spiel mehr bestritten. Mit 49 Saisontoren stellt Dresden die beste Offensive der Liga. In den letzten beiden Spielen hat man alleine acht Tore gemacht. Zum letzten Mal kein eigenes Tor gab es Ende Januar. Bester Angreifer ist Christoph Daferner mit zehn Saisontoren. Ihm folgt Philipp Hosiner mit neun Treffern. Die offensive Power des Spitzenreiters ist jedoch nicht auf einzelne Spiele beschränkt. Auch der Defensivverbund funktioniert. Man hat bisher erst 22 Gegentore kassiert. Dies ist absoluter Bestwert in der Liga. In drei der vier letzten Spielen gab es keinen Gegentreffer, in diesem Jahr hat man auch noch nie zwei Gegentore in einem Spiel bekommen. In der Heimtabelle liegt Dresden auf dem dritten Platz hinter Ingolstadt und Rostock. In zwölf Heimspielen gab es acht Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage. Diese Niederlage gab es im Oktober gegen Zwickau. Es folgten neun Heimspiele ohne Niederlage (sieben Siege) in Serie. 27 Punkte wurden im heimischen Stadion geholt. 26 Heimtore bedeuten einen der Spitzenwerte der Spielklasse, zehn Gegentore sind der zweitbeste Wert der Liga.



Aufstellung gegen den SV Meppen

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