Die Lage des FCS vor Dresden

Der Rückschlag am Mittwoch war schmerzhaft. Man hat sich im Heimspiel gegen Zwickau mehr oder weniger selbst geschlagen und einfach zu viele leichte Fehler im eigenen Spiel gehabt. Man schenkt beide Tore her, hatte nicht bei allen Schiedsrichterentscheidungen Glück und man war längst nicht so effektiv wie noch gegen Duisburg. Zumal man auch nicht sein bestes Spiel zeigte und lange Zeit nur wenige Mittel gegen die kompakte Defensive der Zwickauer fand. In dieser Kombination ist es für den FC eine schwierige Aufgabe in der 3.Liga Spiele zu gewinnen und so gab es nach einigen Spielen noch mal eine Niederlage. Rückschläge waren auch nach den vier Siegen in Serie zu erwarten und nun geht der Blick auf die nächsten Aufgaben. Es sind noch elf Spiele und man hat weiterhin sein Saisonziel realistisch schon erreicht und kann nun in der verbliebenen Saison ohne Druck nach höheren Zielen jagen. Diese Ziele (eine bestmögliche Saison zu spielen, vielleicht auch den vierten Platz zu holen) gibt es und man will wieder Spiele gewinnen. Auch bei Rückschlagen muss man sich die Saison und den Stand vor Augen führen. Natürlich wurde nach den Siegen noch mal von einem Durchmarsch geträumt, es ist und bleibt jedoch nur eine Außenseiterchance.


Das morgige Spiel stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Auch bei Dynamo Dresden will man gewinnen. Die Aufgabe ist selbstredend bockschwer und man ist der klare Außenseiter beim besten Kader dieser Liga. So war es im Hinspiel auch und wieder muss der FCS an sein Limit kommen, muss den Spitzenreiter stressen und dann selbst seine Chance suchen. Dafür darf man seinen Spielplan nicht aufgeben. Wir wollen Phasen mit dem Ball haben, wir wollen Ballbesitz und wir wollen auch Dominanz ausstrahlen. Es wird gegen solche Gegner eher nicht über 90 Minuten funktionieren, aber man kann es tun. Selbstredend darf man keine Gegentore schenken und selbstredend wird es einen guten Tag brauchen. Es ist ne tolle Chance sich mit solchen Gegnern messen zu dürfen.


Viel Zeit bleibt jedenfalls zwischen Zwickau und Dresden nicht. Es sind nur zwei spielfreie Tage und die zweite englische Woche in Serie geht zu Ende. Es gilt noch mal alle Reserven zu nutzen und danach hat man dann zumindest vier spielfreie Tage bis zum Heimspiel gegen Viktoria Köln und man möchte vor der dann anstehenden Länderspielphase über 46 Punkten liegen. Der FCS nutzt die beiden Tage für Regeneration und fliegt heute nach dem Abschlusstraining nach Dresden.



Personelle Situation

Der verfügbare Kader für Samstag wird nicht größer. Bjarne Thoelke fehlt der Mannschaft mit seinem Wadenbeinbruch schon seit über einem Monat und wird auch noch einige Wochen fehlen. Nach Möglichkeit könnte er im Saisonendspurt noch mal eine Rolle spielen. Wie zuletzt fehlen dem FCS auch Sebastian Bösel (Muskelfaserriss, Timm Golley (Patellasehnenreizung) und José Pierre Vunguidica (Adduktorenzerrung). Der fünfte definitive Ausfall ist Boné Uaferro. Der Innenverteidiger sah gegen Zwickau die Ampelkarte und muss gesperrt zusehen. Der sechste mögliche Ausfall ist wieder Nicklas Shipnoski. Beim Top-Scorer hatte der FCS immer eine Rückkehr gegen Dresden im Kopf. Wie weit der Spieler tatsächlich ist und ob dieser Zeitplan gehalten werden kann ist nicht bekannt. Dies gilt auch für mögliche weitere angeschlagene Spieler aus dem Spiel gegen Zwickau. Ohne solche Ausfälle (aber auch ohne Shipnoski) stehen Lukas Kwasniok noch 17 Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung. Nur ein Feldspieler (Bulic?) steht dann nicht im Kader. Für 12:15 Uhr ist eine Pressekonferenz angekündigt.


Wie könnte der FCS spielen?

Zwischen den Pfosten ist Torhüter Daniel Batz der gesetzt Mann. In der Abwehrkette muss der FCS durch die Sperre von Uaferro zwingend etwas verändern. Es ist ein schmerzhafter Ausfall, denn Uaferro zeigte sich in den letzten beiden Spielen sehr stark. Es stehen allerdings ausreichend Optionen zur Verfügung um den Platz neben Abwehrchef Steven Zellner zu besetzen. Zellner hat bisher jede Minute in den letzten fünf Spielen absolviert und bleibt ein Spieler aus der Achse. Klar ist: Seine Fehlerquote - wie am Mittwoch beim 1:0 - in den letzten Spielen war höher als normal und womöglich wirkt sich sein Ausfall noch aus. Er wandelt im Aufbauspiel stets an der Grenze und eröffnet dem FC damit Möglichkeiten. Die Fehler gilt es wieder zu nominieren, er bleibt der wichtigste Defensivspieler. Daneben könnte Marin Sverko spielen. Auch ihm merkte man gegen Zwickau fehlende Spielpraxis und ständige Verletzungsprobleme an. Dies kann man nur durch Spielpraxis ausgleichen, sofern Sverko körperlich schon wieder fit ist für zwei Mal 90 Minuten innerhalb von vier Tagen. Als Alternativen stehen noch Barylla und Zeitz zur Verfügung. Als ein Außenverteidiger kann dann wieder Jayson Breitenbach agieren. Er hat nun zwei Spiele in Serie nicht zu lange gespielt und ist ein frischer Spieler. Nach starken Wochen hat er sich nun auch das Vertrauen als Außenverteidiger verdient. Auf der anderen Seite dürfte Dauerbrenner Anthony Barylla die besten Karten haben. Auf ihn verzichtet man - wie auf Zellner - nur sehr ungerne. Geht Barylla ins Zentrum, so bleibt für Außen ein Spieler wie Fanol Perdedaj.


Im Mittelfeld sollte Manuel Zeitz den zentralen Part vor der Abwehr einnehmen. Auch der Kapitän hatte schon seine Pause und es wird einen guten und laufstarken Abräumer brauchen. Die zweite Position ging zuletzt immer an Luca Kerber, der mittlerweile 19-Jährige hat es auch gegen Zwickau wieder gut gelöst und sich gegen Dresden im Mittelfeld beweisen zu dürfen wäre der nächste Prüfstein für den Nachwuchsspieler. Die vielen Spiele in Serie haben ihn geschlaucht, so könnte auch eine Pause ins Haus stehen. Fanol Perdedaj ist die Alternative, zumal er gegen Zwickau nicht gespielt hat. Die dritte Position gehört zu Julian Günther-Schmidt. Er konnte gegen Zwickau nicht an seine vorherigen Auftritte anknüpfen, schlechtere Tage gehören aber einfach dazu und er ist schnell zu einem Leistungsträger für die Mannschaft geworden. Neben viel Laufarbeit bleibt er auch torgefährlich und leitet viele offensive Aktionen ein. Auch in den letzten Spielen hat er selten ganz vorne drin gespielt. Ein Spieler wie Kianz Froese bleibt die Alternative.


Die Offensive ergibt sich aus der körperlichen Verfassung der Top-Spieler. Selbst wenn Nicklas Shipnoski planmäßig zur Verfügung stehen sollte, so wird er kaum eine Option für die Startelf sein. Sebastian Jacob hat gegen Zwickau über 25 Minuten sein Comeback gegeben. Spielt sein Körper mit, so wird er wohl direkt in die Startelf rücken. Selbst wenn er dann nach 60 oder 70 Minuten ausgewechselt werden muss. Die letzten Spiele haben gezeigt, wie sehr die gleichzeitigen Ausfälle von Shipnoski und Jacob den FCS treffen und beide Spieler gemeinsam kann der FC nicht mehr gleichwertig ersetzen. Sollte Jacob doch erst von der Bank kommen, so könnte Minos Gouras wieder ganz nach vorne setzen. Dann müsste der FCS aber sein System anpassen. Ansonsten kann Gouras auf die linke Seite gehen und dort seine Stärken und seinen Zug zum Tor einbringen. Man hätte sicher gerne mehr in der Offensive rotiert und die fehlende Frische ist offenkundig. Große Alternativen gibt der Kader jedoch aktuell nicht her. Gegen Zwickau hat man es mit Müller probiert, doch er hatte einen schwachen Tag. Alle anderen (Mendler, Schleimer, Deville) wären eine Überraschung, konnten sie sich doch zuletzt nicht in Szene setzen.




Mögliche Aufstellung

zfgd2.png%20



Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Luca Kerber
Mario MüllerKianz Froese
Lukas SchleimerMarkus Mendler
Maurice Deville



Nicht im Kader

Ramon Castellucci
Nicht Berücksichtigt
Rasim Bulic
Nicht Berücksichtigt
Boné Uaferro
Gesperrt
José Pierre Vunguidica
Verletzt
Timm GolleyPatellasehnenreizung
Nicklas ShipnoskiZerrung
Sebastian BöselMuskelfaserriss
Bjarne ThoelkeWadenbeinbruch

Kommentare