Die Lage des FCS vor Köln

Einen Punkt entführte der FCS am letzten Samstag auf Dresden und konnte doch nicht vollends zufrieden sein. Das Gefühl eines möglichen Auswärtssieges lag über dem Team. Am Ende muss man jedoch die positive Seite aus diesem Spiel sehen und dies war einmal mehr in dieser Saison die Leistung der Mannschaft. Man hat sich - trotz einiger Ausfälle - mit dem stärksten Team dieser Liga auf Augenhöhe gezeigt. Mit der stolzen Bilanz von 45 Punkten geht der FCS nun in die letzten zehn Spieltage dieser Saison. Den Abstieg hat man längst vermieden, auch wenn noch ein Punkt zu den immer wieder genannten 46 Punkten fehlt. Diesen Schritt will man nun am Freitag endlich überspringen.


Ansonsten hat man längst andere Zielen in den Blickpunkt genommen. Seit dem gestrigen Mittwoch ist die Tabelle der ersten acht Teams eine gerade Tabelle (Zwickau kann mit zwei Nachholspielen noch in diese Gruppe stoßen) geworden und lässt noch einige Möglichkeiten. Der Abstand auf den dritten Platz beträgt mittlerweile schon neun Punkte. Rostock und Ingolstadt zeigen sich in diesen Wochen extrem stark mit ihren Ergebnissen und konnten sich deutlich von allen Verfolgern absetzen. Aus der Außenseiterchance ist so nun eine Minichance auf den Aufstieg geworden und mindestens eine der beiden Mannschaft müsste jetzt in eine echte Schwächephase geraten um anderen Teams noch mal die Möglichkeit auf einen Fuß in der Tür zu ermöglichen. Ohne besonderen Druck kann man trotzdem weiteren Zielen nachjagen. Neben der besten Drittligasaison der Vereinsgeschichte (Platz 6 beziehungsweise 59 Punkte aus der Saison 2010/11) ist dies vor allem der vierte Platz und die Qualifikation zum DFB-Pokal. Aktuell ist man in dieser Hinsicht punktgleich mit dem Vierten 1860 München.


Nach den beiden englischen Wochen konnte man beim FCS unter der Woche noch mal Kräfte sammeln. Nach Dresden (die Mannschaft kehrte erst in der Nacht auf Sonntag zurück) gab es zwei freie Tage und am Dienstag ist man in die kurze Trainingswoche eingestiegen. Immerhin hat man mal wieder fünf Tage zwischen zwei Spielen. Das Spiel gegen Viktoria Köln wird immerhin das sechste Spiel innerhalb von nur 20 Tagen für den FCS sein.



Personelle Situation

In Zeiten von Trainingseinheiten ohne Kiebitze ist die Prognose der personellen Lage eine schwierige Angelegenheit. Klar ist: Tobias Jänicke fehlt zum ersten Mal in dieser Saison. Der Mittelmotor war schon seit einigen Spielen mit vier gelben Karten vorbelastet und holte sich die fünfte gelbe Karte in Dresden. Auch Bjarne Thoelke (Wadenbeinbruch) steht dem FCS nicht zur Verfügung. Ein ähnliches Schicksal dürfte auch Sebastian Bösel erleben. Der Außenverteidiger erlebt eine Seuchensaison und seine Rückkehr nach ständigen Verletzungen ist unbekannt. José Pierre Vunguidica fehlte zuletzt mit einer Adduktorenzerrung, Kianz Froese konnte in Dresden aufgrund von muskulären Problemen nicht mitwirken. Auch Timm Golley verpasste die letzten beiden Spiele verletzungsbedingt (Partellasehnenreizung). Ob einer der drei Spieler am Freitag wieder eine Option sein kann, ist ebenfalls nicht bekannt. Der sechste verletzungsbedingte Ausfall zuletzt war Nicklas Shipnoski. Eine Zerrung im Oberschenkel setzte ihn in den letzten drei Spielen außer Gefecht und sein Ausfall wog schwer. Der FCS hatte ursprünglich auf eine Rückkehr gegen Dresden gehofft, dann sollte es gegen Köln der Fall sein. Ein Fragezeichen steht hinter diesem Plan, ob er mittlerweile wieder im Mannschaftstraining ist, ist eine der vielen Unbekannten vor dem Spiel. Unbekannt ist auch der körperliche Zustand der verbliebenen Mannschaft. Angeschlagene oder verletzte Spieler vom Spiel gegen Dresden sind nicht bekannt, jedoch möglich. Wieder Spielbericht ist indes Boné Uaferro. Er musste gegen Dresden eine Sperre absitzen. Sollten alle fraglichen Spieler nicht zur Verfügung stehen, so stehen wieder nur 16 Feldspieler zur Verfügung. In Dresden hatte man den Kader nicht voll besetzt (Rasim Bulic spielt keine Rolle in den Planungen) und das gleiche Schicksal droht erneut. Möglicherweise kann man noch einen Spieler aus der U19 nach oben ziehen. Die tatsächliche personelle Situation wird der Verein im Rahmen der heutigen Pressekonferenz (ab 12:30 Uhr live beim FCS-TV) erläutern.



Wie könnte der FCS spielen?

Lukas Kwasniok ist in den letzten Spielen mehr und mehr von einem lange Zeit festen 4-3-3-System abgerückt und hat taktische Anpassungen vorgenommen. In Dresden agierte der FCS so in einem 3-5-2-System, zuvor gegen Zwickau war man in einem 3-6-1-System unterwegs gewesen. Mit diesen Systemumstellungen hatte man auf der einen Seite auf den jeweiligen Gegner reagiert, aber auch der Ausfall von Nicklas Shipnoski hatte seinen gewichtigen Anteil. Ohne ihn ist das Flügelspiel des FCS nicht in der gleichen Art und Weise zu spielen. Sollte Shipnoski auch am Freitag nicht dabei sein können (oder nicht von Beginn an spielen können), so verschärft sich mit der Sperre von Jänicke auch die Problematik auf den Außenbahnen und es könnte wieder auf ein Spiel ohne tatsächliche offensive Außenbahnspieler hinauslaufen. Im Tor ist derweil Daniel Batz der gesetzte Mann, Christopher Theißen wird einmal mehr als zweiter Torhüter auf der Bank sitzen. Sollten alle fraglichen Spieler ausfallen, so könnte mit Ramon Castellucci sogar ein zweiter Torwart auf der Bank Platz nehmen.


Die Abwehr um die drei Innenverteidiger hat gegen Dresden gut funktioniert, allerdings in einem anderen Spielkonzept. Am Freitag wird man selbst wieder offensiver agieren müssen. Unabhängig vom System ist Steven Zellner gesetzt. Er ist der Abwehrchef der Mannschaft und eine ganz zentrale Figur im FCS-Spieler. Bei einer Viererkette kämpfen Boné Uaferro und Marin Sverko um den zweiten Platz. Sverko konnte gegen Dresden einen klaren Anstieg der Form nachweisen, nach vielen verletzungsbedingten Rückschlägen hilft ihm die Spielpraxis. Uaferro hatte gegen Zwickau eine sehr gute Leistung gezeigt und könnte wieder in die Mannschaft zurückkehren. Bei einer Dreierkette könnten alle drei Spieler von Beginn an spielen. Dann ist aber auch Anthony Barylla eine Option. Er hat diesen Part auch gegen Dresden gespielt und ist ein gesetzter Spieler. Bei vier Verteidigern ist Barylla aber eher auf der Außenbahn zu sehen. Die Position des rechten Verteidigers ist seine Stammposition und hier kann er am meisten helfen. Wie zuletzt ist auch Fanol Perdedaj für die rechte Seite (in beiden Systemen) eine Option. Auf der linken Abwehrseite hat sich Jayson Breitenbach als Stammspieler etabliert. Auch Breitenbach kann die Rolle in beiden Systemen spielen, als Flügelspieler in einer Dreierkette kann er auch seine Dynamik nach vorne noch besser einbringen. Die Alternative auf Links ist (neben Sverko) noch Mario Müller.


Im zentralen Mittelfeld hat man in allen möglichen Überlegungen an erster Kapitän Manuel Zeitz. Er ist der gesetzte Spieler vor der Abwehr und hat gegen Dresden mal wieder seine Klasse als Abräumer unter Beweis gestellt. Gegen Dynamo war er mit Jänicke und Günther-Schmidt im zentralen Mittelfeld unterwegs. Günther-Schmidt wird auch wieder den offensivsten Part in diesem Bereich einnehmen. Seine Qualitäten kommen in dieser Position hinter der Spitze aktuell sehr gut zur Geltung und er ist formstark unterwegs. Der Rest ist eine Frage des Systems. Im 4-1-4-1-System sucht man einen zweiten Achter, im 3-5-2-System einen zweiten Sechser, im (auch schon gespielten) 3-6-1-System ist es ein Sechser und zwei Achter während man im 4-4-2-System mit Raute auch noch nach zwei Achtern Ausschau hält. Möglicherweise können für diese Positionen Golley oder Froese wieder eine Überlegung sein und eine Rückkehr dieser Spieler würde die Möglichkeiten vergrößern. Zunächst sollte sich die Frage jedoch zwischen Luca Kerber und Fanol Perdedaj stellen. Kerber rotierte gegen Dresden mal aus der Mannschaft, einer Rückkehr ins Team steht für den starken Nachwuchsspieler nichts entgegen. Perdedaj spielte zuletzt eher als Außenverteidiger, kann aber auch im zentralen Mittelfeld einen sehr wertvollen Spielern abgeben und mit seiner Kampfstärke helfen das spielstarke Mittelfeld der Kölner zu bändigen.


In der Offensive sind Sebastian Jacob und Minos Gouras gesetzt. Gouras hat auch mit einer guten Form geglänzt und ist mit seinen Fähigkeiten ein wichtiger Spieler für den FC geworden. Er kann mit Jacob in der Sturmspitze spielen, aber auch in einem System mit Flügelspielern auf den linken Flügel wechseln und dort auf seiner Hauptposition agieren. In dem Fall braucht es einen Spieler auf der rechten offensiven Seite. Shipnoski wäre die Idealbesetzung. Ansonsten läuft es auf Mendler, Schleimer, Deville oder Golley hinaus. Schleimer und Deville waren zuletzt die ersten Optionen für Einwechslungen und Kwasniok überrascht gerne mal mit Deville von Beginn an, wirklich andeuten würde sich eine Startelfnominierung jedoch bei beiden Spielern nicht. Eine Überraschung wäre sicher auch Jayson Breitenbach, auch wenn er die Rolle im Hinspiel gegen 1860 München auch gespielt hat. Sebastian Jacob ist ohne Zweifel gesetzt und ist ein wichtiger Spieler in der Mannschaft. Gegen Dresden konnte er immerhin schon wieder über 70 Minuten spielen, am Freitag kann er hoffentlich noch länger auf dem Feld stehen.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Boné Uaferro
Mario MüllerMarkus Mendler
Maurice DevilleLukas Schleimer
?



Nicht im Kader

Ramon Castellucci
Nicht Berücksichtigt
Rasim Bulic
Nicht Berücksichtigt
Bjarne ThoelkeWadenbeinbruch
Timm Golley
Partellasehnenreizung
Tobias Jänicke
Sperre (5.Gelbe Karte)
José Pierre Vunguidica
Adduktorenzerrung
Sebastian Bösel
Muskelfaserriss
Kianz Froese
muskuläre Probleme
Nicklas ShipnoskiZerrung

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