Die Lage des FCS vor Wiesbaden

Zwei Wochen ist das rassige Spiel gegen Viktoria Köln her. In diesem Spiel ging es hin und her, durch einen späten Gegentreffer verlor man mit 2:3. Die Malstätter hatten dabei - um ihre Minimalchance auf eine Rückkehr in den Aufstiegskampf zu wahren - in den Schlussminuten alles nach vorne geworfen. Individuelle Fehler sorgten jedoch für die Gegentore und auch für die späte Niederlage. Die Zielsetzung für die restliche Saison ist - angesichts von 12 Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz und 14 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz - offenkundig. Den Abstieg hat man längst vermieden, auch wenn immer noch ein Punkt zu den immer wieder genannten 46 Punkten fehlt. Es soll der vierte Platz werden, verbunden mit der direkten Qualifikation für den DFB-Pokal. Der Rückstand beträgt aktuell drei Punkte auf 1860 München, es bleiben neun Spieltage um den Münchner noch zu verdrängen. Zunächst geht es im ersten Schritt aber wieder um einen Sieg. Vier Spiele (darunter drei Heimspiele) gelang kein Dreier mehr und nur mit Siegen kann man sich im Kampf um den vierten Platz halten.


Die Begegnung gegen den SV Wehen Wiesbaden nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Beide Teams wollen um den vierten Platz spielen, beide Teams hatten zuletzt Probleme mit ihren Ergebnissen und sind nur noch die Jäger von 1860 München. Während man beim FCS trotzdem gut mit der Ausgangslage und der Chance leben kann, so ist es für Wiesbaden nur ein Trostpflaster. Der Zweitligaabsteiger wollte die Rückkehr in die 2.Liga und hat auch einen entsprechenden Kader zusammengestellt. Alle Hoffnungen hat man jedoch innerhalb von einem Monat verspielt.


Nach sechs Spielen innerhalb von 20 Tagen hat man die Länderspielpause gerne angenommen. Akkus konnten geladen, aber auch Trainingsarbeit konnte verrichtet werden. Nach dem Köln-Spiel gab es vier freie Tage, ab Mittwochs hat man sich dann durchgängig auf die nächsten Spiele vorbereitet und durchtrainiert. Ein Testspiel absolvierte der FC jedoch nicht.



Personelle Situation

Gegen Viktoria Köln musste der FCS auf einige Spieler verzichten und seit diesem Spiel gab es kein umfassendes personelles Update mehr. Bekannt ist der Ausfall von José Vunguidica. Der Offensivspieler zog sich gegen Viktoria Köln eine Zerrung zu und fehlt am Samstag. Auch Bjarne Thoelke (Wadenbeinbruch) wird dem FCS sicher noch fehlen. Er soll nach Möglichkeit in den letzten Saisonspielen noch mal zur Option werden. Sein aktueller Stand ist jedoch gänzlich unbekannt. Timm Golley fehlte dem FCS in den letzten drei Spielen mit einer Partellasehnenreizung und Kianz Froese musste die letzten beiden Spiele mit muskulären Problemen zusehen. Ihr Status ist gänzlich unbekannt. Muskuläre Probleme plagten in den letzten Wochen auch Sebastian Bösel. Der Außenverteidiger hat in Sachen Verletzungen eine Seuchensaison zu beklagen. Letzte Woche stand Bösel wieder auf dem Trainingsplan. Ob er wieder vollständig ins Mannschaftstraining integriert ist und (zum ersten Mal seit Ende Februar) eine Option für den Kader ist, ist eine der großen Unbekannten. Auch auf Top-Scorer Nicklas Shipnoski musste der FCS quasi den kompletten März über verzichten. Er ist zu Beginn der letzten Woche wieder auf den Platz gekommen und sollte dann jetzt am Montag ins Mannschaftstraining einsteigen. In dem Fall ist der Flügelspieler auch für Samstag wieder eine Option. Torhüter Daniel Batz hat letzte Woche aufgrund von leichter Kniebeschwerden noch Kraft- und Athletiktraining betrieben, sollte zu Wochenbeginn aber wieder ganz normal ins Mannschaftstraining einsteigen. In dem Fall ist der Schlussmann auch für Samstag gesetzt. Tobias Jänicke musste gegen Köln aufgrund seiner fünften gelben Karte von Außen zusehen, nun ist der Mittelfeldspieler wieder spielberechtigt. Marin Sverko und Maurice Deville waren zuletzt mit ihren Nationalmannschaften unterwegs und kommen ohne (bekannte) Verletzung zurück zum FCS. Sie sind damit eine Option am Samstag. Eine Pause hatten sich jedoch nicht. Gerade bei Sverko - Mittwoch noch gespielt, dann war die Rückreise, wird frühestens am Freitag zum ersten Mal wieder mit der Mannschaft trainieren - könnte man bewusst auf einen Einsatz verzichten. Ein personelles Update des Vereins ist auf der Pressekonferenz am Freitag (Live-Übertragung) zu erwarten.



Wie könnte der FCS spielen?

FCS-Trainer Lukas Kwasniok ist in den letzten Wochen immer wieder mal von seiner Grundformation abgewichen und hat sich bei seinen Überlegungen auch auf Stärken und Schwächen des jeweiligen Gegners konzentriert, zugleich aber auch der personellen Situation beim FCS Rechnung getragen. Teilweise gingen seine Kniffe (1860 München, Dresden) auf, in anderen Spielen hat man sich zu sehr auf den Gegner konzentriert und dadurch sein eigenes Spiel nicht gefunden. Dann erfolgte im Spielverlauf eine Rückkehr zum gewohnten 4-3-3-System. Man hat es gegen Viktoria Köln gespielt und das 4-2-3-1-System der Wiesbadener bietet sich für das eigene Spiel an. Mit drei zentralen Mittelfeldspielern gilt es die Kreise der spielstarken Wiesbadener zu stören. Im Tor ist Daniel Batz gesetzt, sein Vertreter ist Jannick Theißen.


Mit Batz zwischen den Pfosten startet die Achse, in der Abwehr setzt sich dies mit Innenverteidiger Steven Zellner fort. Um den Abwehrchef wird die weitere Verteidigung gebildet. In der Regel ist Marin Sverko sein Partner. Angesichts seiner Länderspielreise und kurzfristigen Rückkehr könnte man einen frischen Spieler bevorzugen. Dann fällt die Fall wohl auf Boné Uaferro. Er bewies in den letzten Spielen aufsteigende Form. Eine weitere Option für das Zentrum ist Anthony Barylla. Er ist an sich jedoch auf der Außenbahn gesetzt und ähnlich wie Zellner ein absoluter Stammspieler auf der rechten Abwehrseite. Perdedaj ist eine Alternative, Sebastian Bösel dürfte nach stetigen Verletzungen kaum eine Rolle für die Startelf spielen können. Möglicherweise kann er zumindest auf der Bank sitzen und wieder an die Mannschaft geführt werden. Auf der anderen Außenbahn hatte zuletzt Jayson Breitenbach die Nase vorne. Gegen Köln erwischte er einen schwachen Tag und wurde schon zur Pause ausgewechselt. Über das Jahr 2021 gesehen hat er sich jedoch in die Mannschaft gespielt und er darf ruhig das Vertrauen des Trainers genießen. Mit Mario Müller hat man den etatmäßigen Linksverteidiger der letzten Jahre als Back-Up. Er hat seit einiger Zeit nicht mehr die Gelegenheit bekommen auf seiner Hauptposition zu spielen, auch er wird aber wieder zu seinen Einsätzen kommen.


Für die drei zentralen Mittelfeldpositionen vor der Abwehr könnten die Malstätter endlich wieder Auswahl besitzen. In den vergangenen Spielen fehlten meist entweder wichtige Spieler aus diesem Bereich oder mussten auf anderen Positionen aushelfen. Sind alle Spieler fit, so hat man sieben Optionen für das zentrale Mittelfeld. Der defensivste Part dürfte an Kapitän Manuel Zeitz gehen. Er ist der typische Abräumer vor der Abwehr. Durch den jungen Luca Kerber hat er im Laufe der Saison ernsthafte Konkurrenz bekommen. Vor Zeitz könnten Tobias Jänicke und Julian Günther-Schmidt spielen. Jänicke kehrt nach Gelbsperre zurück und ist in der Verbindung zwischen Defensive und Offensive ein Kernelement. Er kann auch auf der Außenbahn spielen. Winterneuzugang Günther-Schmidt zeigt sich seit Januar in einer guten Form und seine Fähigkeiten wird man kaum verzichten wollen. Ein Fanol Perdedaj muss sich dann wieder hinten anstellen und auf seine Chance warten. Dies gilt auch für Kianz Froese und Timm Golley, sofern beide Spieler dem Trainer wieder zur Verfügung stehen. Man hätte damit jedenfalls mehr Optionen. Auch für Luca Kerber ist in dieser Variante kein Platz in der Startelf. Er ist aber erste Option und könnte auch einen der drei Spieler ersetzen. Seine Ballsicherheit und seine Ruhe können wichtige Elemente im FCS-Spiel sein.


Auf der Außenbahn hängt wie gewohnt vieles von Nicklas Shipnoski ab. Er hat viele Spiele verpasst und seinen Ausfall konnte der FCS nie so recht kompensieren. Er wird von Beginn an spielen, sofern er tatsächlich wieder zur Verfügung steht und auch genügend Luft für 60 oder 70 Minuten hat. Seine Qualitäten finden sich im Kader kein zweites Mal. Die andere Seite geht an Minos Gouras. Er hat zuletzt nicht mehr ganz den Flow der "Doppelpacker-Phase" gehabt, auch er ist aber ein gefährlicher Spieler über die Außenbahn oder auch in der Spitze. Er hat neben seinen fußballerischen Fähigkeiten einen guten Zug zum Tor und sucht den Abschluss. Als Alternative für einen der beiden Spieler hat man Jänicke. Dazu kommt Markus Mendler. Er hat seine Aufgabe gegen Köln zufriedenstellend erledigt und er sollte mehr Chancen bekommen. Als Wechseloptionen könnten dann noch Deville und Golley eine Überlegung werden. Im Sturmzentrum ist Sebastian Jacob gesetzt.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Jannik Theißen (ETW)
Mario Müller
Fanol PerdedajLuca Kerber
Kianz FroeseMarkus Mendler
Maurice Deville



Nicht im Kader

Ramon Castellucci
Nicht Berücksichtigt
Rasim Bulic
Nicht Berücksichtigt
Bjarne ThoelkeWadenbeinbruch
Marin Sverko
Nicht Berücksichtigt
Lukas SchleimerNicht Berücksichtigt
José Pierre Vunguidica
Zerrung
Sebastian BöselNicht Berücksichtigt
Timm GolleyNicht Berücksichtigt

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