Ausblick: Nur keine Verlustängste

Nach der Länderspielpause geht es für den FCS in die letzte Saisonphase. Neun Spiele in der 3.Liga warten noch, dazu kommt womöglich noch der Saarlandpokal. Da man weder mit Auf- noch mit Abstieg etwas zu tun hat bleibt als Saisonziel nun erst mal Platz 4 und damit die direkte Qualifikation zum DFB-Pokal. Aber auch die kommende Saison rückt schon in den Fokus. Klar ist: Es steht ein Umbruch auf dem Programm. Der aktuelle Trainer beendet die Zusammenarbeit im Sommer auf eigenen Wunsch und nach Möglichkeit will der FCS bis Ende März seinen neuen Trainer präsentieren. Dem neuen Trainer, Sportdirektor Jürgen Luginger und Vizepräsident Dieter Ferner obliegt dann die Zusammenstellung des neuen Kaders. Denn auch das Gesicht des Aufgebotes wird sich verändern (müssen).




Auslaufende Verträge: Fast ein dutzend Verträge läuft aus, viele Spieler wird der FCS bewusst ziehen lassen. Nach der Umstrukturierung im Winter hat man immer noch einige Spieler im Kader, die nach dem Aufstieg aus der Regionalliga noch einen Vertrag hatten, aus sportlicher Sicht in der 3.Liga jedoch nicht die größte Rolle spielen. Andere Spieler könnten von sich aus den nächsten Schritt suchen. In erster Linie bekannt ist hier Anthony Barylla, dem Defensivspieler werden Angebote von Rostock und Dresden zugetragen.


Laufende Verträge: Ein guter Stamm (Zellner, Zeitz, Jänicke, Jacob, Günther-Schmidt) ist über das Saisonende gebunden. Einige Akteure spielen trotz Vertrag keine oder eine untergeordnete Rolle. In diesen Fällen (wie bei Bulic oder Köhl, aber auch bei einigen älteren Spielern) wird man im Sommer die Perspektive offen besprechen müssen.


Rampenlicht: Zu Regionalliga-Zeiten lief man etwas unter dem Rader und konnte oft seine Stammspieler halten. Nun steht man mehr im Fokus und die starke Saison weckt Begehrlichkeiten bei anderen Clubs. Ein möglicher Abgang von Barylla wurde bereits angesprochen. Die Stammspieler Marin Sverko und Nicklas Shipnoski (jeweils bis 2022 unter Vertrag) besitzen - nach Medienangaben - eine Ausstiegsklausel im Sommer und könnten den Club gegen eine festgeschriebene Ablösesumme verlassen. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, ist eine andere Sache.


Keine Verlustängste: Abgänge sind in der 3.Liga kaum zu vermeiden. Drittligisten mit größeren Investitionen und Zweitligisten bedienen sich gerne in diesem Regal. An diese Situation muss man sich wieder gewöhnen. Auch in der ersten Drittligazeit hat man Spieler (Zeitz, Zimmermann, Wurtz, Stiefler) an andere Clubs verloren. Ein Drama ist das nicht, Abgänge können sogar ein Gewinn sein. Man profitiert über einen gewissen Zeitraum von guten Neuzugängen und kann die Spieler dann im Zweifel gegen Ablöse verkaufen, während man zugleich seinen Stamm hält. Dieses Modell kann man auch in Zukunft fahren. Mit vielen frei gewordenen Mitteln kann man dann wieder eine Mischung aus Erfahrung und U23-Spielern verpflichten. Die Liste potenziell interessanter Neuzugänge für die neue Saison ist ellenlang. Der FCS verfügt für diese Aufgabe über einen ansprechenden Etat. Man spielt in einer ausgeglichenen Liga und viele Spieler können in dieser Spielklasse durchstarten. Mannschaften wie Mannheim, Zwickau oder Meppen unterstreichen die Möglichkeiten.


Ermutigend: Trotz anhaltender Pandemie und Geisterspielen plant der FCS auch in der kommenden Saison mit einem ähnlichen Etat wie in dieser Spielzeit. Es ist ein klares Zeichen für die gute wirtschaftliche Arbeit des Clubs in den vergangenen Jahren und den vergangenen Monaten.


Chancen nutzen: Trotz der starken FCS-Saison gibt es offenkundig Verbesserungspotenzial. Weniger Gegentore werden für die nächste Saison ein Ziel sein und man hat die Möglichkeit hier frisches Personal zu verpflichten. Ein wesentlicher Punkt ist auch die Breite im Kader. Man hat eine vernünftige Breite, aber zu viele Spieler die nicht gänzlich die Erwartungen erfüllen können. Der Sommer bietet die Gelegenheit um nachzusteuern. Gerade auf den offensiven Außenbahnen fehlen starke Alternativen.

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