Vorbericht: Mitaufsteiger gastiert im Ludwigspark

Ein Unentschieden in Wiesbaden ist auf dem Papier ein respektables Ergebnis. Angesichts des Spielverlaufes am vergangenen Samstag war die Punkteteilung in Hessen für den 1.FCS jedoch eine gefühlte Niederlage. Gestern stellte der FCS nun die Weichen für die kommende Saison: Uwe Koschinat wurde als neuer Trainer vorgestellt und sorgt für Planungssicherheit. Für den neuen Trainer, Sportdirektor Luginger und Vizepräsident Ferner hat nun die Kaderzusammenstellung zur neuen Saison oberste Priorität. Für Lukas Kwasniok und seine Mannschaft bleiben noch acht Spiele in dieser Saison. Die Ausgangslage im Kampf um Platz 4 hat sich letztes Wochenende verschlechtert, man hat aber noch die Möglichkeit auf die direkte Qualifikation zum DFB-Pokal und dieser Platz bleibt die Zielsetzung in der restlichen Saison. Nach fünf Spielen ohne Sieg braucht es dafür aber mal wieder drei Punkte. Die nächste Chance auf einen Sieg bietet sich am Samstag mit dem Heimspiel gegen Türkgücü München. Anstoß gegen die Münchner ist um 14:03 Uhr.



TV-Übertragung

Das Heimspiel gegen den Mitaufsteiger wird im Free-TV ausgestrahlt. Der SR, der SWR und der BR sind am Start. Alle Informationen.



Die Spielstätte/Zuschauer

Die Begegnung findet im Ludwigspark statt. Es ist das viertzehnte Heimspiel seit der Rückkehr in den Park, aus den letzten fünf Spielen im eigenen Stadion gab es jedoch nur einen Sieg und zuletzt gar zwei Niederlagen. Informationen rund um die Spielstätte.




Historie

Einen Vergleich zwischen den beiden Clubs gab es bis dato nur im Hinspiel. Im Münchner Olympiastadion trennten sich beide Mannschaften ohne Sieger. Türkgücü ging früh durch Sararer in Front, im Laufe des zweiten Abschnittes traf der eingewechselte Markus Mendler zum verdienten Ausgleich für den insgesamt leicht überlegenen FCS. Ein Heimspiel - auch Freundschafts- oder Jugendspiele - wurde gegen die Münchner noch nicht bestritten.



Der Gegner: Türkgücü München

Der Türkgücü München e. V. (übersetzt Türkische Kraft München e. V.“) ist ein Migrantenverein (ähnlich wie der FC Kandil Saarbrücken) aus München und geht in seinen Wurzeln bis ins Jahr 1975 und zum SV Türk Gücü München zurück. Dieser Verein spielte einige Jahr in der drittklassigen Bayernliga, zuletzt war dies im Jahr 1996 der Fall gewesen. 2001 ging der Verein insolvent. Als Nachfolgerverein wurde der Türkische SV München gegründet und man spielte 2008 noch in der Kreisliga. Der Aufstieg nach oben begann ab dem Jahr 2013 und ab 2016 hatte man auch die nötigen finanziellen Mittel in der Hinterhand und verpflichtete mehrere hochklassige Spieler. Die Folge war der Durchmarsch bis in die 3.Liga. Vereinspräsident und Unternehmer Hasan Kivran ist der Mäzen des Klubs und hat bereits im letzten Regionalligajahr einen hohen Etat gestemmt. Im Sommer 2019 krempelte man so den kompletten Kader um. In der Saison 2019/20 dominierte der Aufsteiger von Beginn an die Regionalliga Bayern und hatte zum Zeitpunkt des Ligaabbruches bereits neun Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger. Auch in der 3.Liga gehört der Club nicht zu den ärmeren Vereinen und sorgte im vergangenen mit großen Investitionen für eine ereignisreiche Transferperiode. Im Winter gab Kivran seinen Rückzug als Investor bekannt, selbst die Auflösung des Vereins drohte. Nach wenigen Wochen die Kehrtwende und so gab es auch im Winter wieder ordentlich Bewegung auf dem Transfermarkt. Das offene Ziel des Vereins ist die 2.Bundesliga und sich als München Nummers 2 zu etablieren. Im ersten Jahr war das offizielle Saisonziel jedoch der Klassenerhalt. Intern sah es anders aus und Aufstiegstrainer Alexander Schmidt wurde Anfang Februar von seinen Aufgaben entbunden. Der Rückstand auf die Aufstiegsplätze war zu groß geworden. Als sein Nachfolger wurde Serdar Dayat verpflichtet. Der 51-Jährige war zuvor viel in der Türkei und in Schweden unterwegs gewesen und bekam einen Vertrag bis Saisonende.



Transferaktivitäten

Gleich sieben Spieler haben im Winter den Club verlassen. Marco Raimondo-Metzger, Emre Kurt, Erol Alkan (alle IV) sowie die Offensivspieler Daniele Gabriele und Tom Boere waren erst im vergangenen Sommer nach München gekommen und spielten keine oder keine große Rolle. Im Winter folgte die Trennung. Außerdem wurden Rechtsverteidiger Thomas Haas (kein Einsätze) und der ehemalige FCS-Spieler Marco Holz (sechs Einsätze) abgegeben. Dafür kamen fünf neue Spieler hinzu. Für die Abwehr wurden Maxime Awoudja (22/Innenverteidiger) vom VfB Stuttgart und Kilian Jacob (23/Linker Verteidiger) vom FC Augsburg ausgeliehen. Leihgaben sind auch die Offensivspieler Noel Niemann (21/Linkes Mittelfeld) von Arminia Bielefeld und Angreifer Lukas Röser vom 1.FC Kaiserslautern. Sebastian Maier (27/Offensives Mittelfeld) wurde fest vom VfL Bochum verpflichtet.



Bisherige Saison & Tabellensituation

Nach dem Unentschieden im Hinspiel lag Türkgücü im Verfolgerduell und wenige Tage später holte man auch bei 1860 München ein Unentschieden. Zwei Mal kam man nach einem Rückstand zurück. Vor Jahresfrist ging der Mannschaft jedoch leicht die Luft aus. Man verlor bei Hansa Rostock (0:2) und beim KFC Uerdingen (0:1) und musste sich zudem im Heimspiel gegen den Halleschen FC mit 0:3 geschlagen geben. Doch in den letzten beiden Spielen vor Weihnachten berappelte man sich noch mal. Man gewann durch ein Tor von Sararer mit 1:0 in Verl und konnte sich zudem beim SV Meppen mit 4:1 durchsetzen. Das neue Jahr leitete man mit einem Heimsieg über Dynamo Dresden ein. Auch hier erzielte Sararer das einzige Tor des Tages. Am 19.Spieltag gewann man bei Viktoria Köln mit 2:0 (Sararer und Sliskovic) und war voll drin im Aufstiegskampf. Gleich drei Mal in sieben Tagen gab es dann jedoch keine Tore. Die Heimspiele gegen die SpVgg Unterhaching und den FC Bayern München II sowie das Auswärtsspiel beim 1.FC Kaiserslautern endeten Remis und mit den folgenden Niederlagen gegen Waldhof Mannheim (0:2) und beim SV Wehen Wiesbaden (1:3) verlor man leicht den Kontakt nach unten. Trainer Schmidt musste in der Folge gehen. Der 24.Spieltag brachte einen Heimsieg gegen Magdeburg, ein Doppelpack von Winterneuzugang Röser sorgte für den Dreier. Auch aus Lübeck brachte man drei Punkte mit, es trafen Sararer und Niemann. Mit den beiden Siegen unter einem Interimstrainer rückte man noch mal drei Punkte auf Platz 3 ran, der Start von Trainer Dayat ging jedoch in die Hose. Im Heimspiel gegen Zwickau kassierte man spät den Rückstand und gleich noch später durch Sararer aus. Eine 1:2-Niederlage beim FC Ingolstadt folgte eine deutliche 0:3-Heimniederlage gegen Hansa Rostock. Beim MSV Duisburg führte man zur Pause durch Treffer von Röser und Awoudja mit 2:0, am Ende unterlag man jedoch mit 2:3 und verabschiedete sich endgültig aus dem Aufstiegskampf. In der Länderspielpause stand für Türkgücü indes keine Pause an. Zwei Mal war man im Landespokal gefordert und holte sich neues Selbstvertrauen. Zunächst besiegte man die SpVgg Unterhaching mit 2:0. Sararer und Röser trafen. Anschließend behielt man auch im Duell gegen den TSV 1860 München die Oberhand und gewann durch einen Treffer von Erhardt mit 1:0. Neues Selbstvertrauen sorgte auch in der Liga für einen Umschwung und man gewann letzten Sonntag mit 2:0 gegen den SV Meppen. Schlüsselspieler Sararer brachte Türkgücü in Front, Niemann legte noch vor der Pause nach.


In der Tabelle bedeutet dies für Türkgücü aktuell (vor dem Nachholspiel am Mittwoch, Zwickau kann München noch überholen) den achten Platz in der Tabelle. Mit 43 Punkten hat man wie die komplette Saison über keine Notwendigkeit den Blick auf die Abstiegszone zu richten. Zehn Punkte liegt man aktuell vor dem ersten Abstiegsplatz. Zugleich sind auch die Aufstiegsränge weit entfernt. 14 Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz mittlerweile. Auch Platz 4 ist ein gutes Stück entfernt, hat man doch schon acht Zähler Rückstand auf 1860 München. Diese Position ist für Türkgücü aber nicht so entscheidend, da man im Landespokal alle anderen Drittligisten besiegt hat und beste Karten auf den Pokalgewinn besitzt. Ansonsten geht es für den Mitaufsteiger in den letzten Saisonspielen um nicht mehr viel. In der bisherigen Saison hat man elf Spiele gewonnen, zehn Mal Unentschieden gespielt und neun Niederlagen kassiert. Das Torverhältnis ist fast ausgeglichen. 39 Mal netzte man im gegnerischen Tor ein, bekam dafür bisher auch 38 Gegentreffer. Beide Wert finden sich im Mittelfeld der Liga wieder. Bester Torschütze ist Petar Sliskovic mit 12 Treffern, es folgt Serkan Sararer mit zehn Saisontoren. Winterneuzugang Lucas Röser traf bisher drei Mal und ist damit drittgefährlichster Spieler bei Türkgücü. Sararer steht zudem bei 12 Vorlagen und ist bester Scorer der Mannschaft und der kompletten 3.Liga. In der Auswärtstabelle belegt München den zehnten Platz. Fünf Auswärtssiegen stehen sechs Niederlagen gegenüber.




Aufstellung gegen den SV Meppen

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