Wie könnte Türkgücü spielen?

Unter Alexander Schmidt war Türkgücü lange Zeit in einem 4-3-1-2-System unterwegs. Die beiden Spitzen Sararer und Sliskovic erhielten dabei alle Freiheiten, der Rest der Mannschaft hatte zu verteidigen und beide Spieler in Szene zu setzen. Dieser Ansatz hat sich mittlerweile geändert und München läuft unter dem neuen Trainer vornehmlich in einem 4-2-3-1-System auf. Stammtorwart ist der erfahrene René Vollath. Er hat ist zuletzt als Kapitän aufgelaufen und hat in dieser Saison noch kein Spiel verpasst. Zudem hat er schon einige Drittligajahre auf dem Buckel (fast 180 Einsätze in der 3.Liga, dazu rund 40 Einsätze in der 2.Bundesliga). Die Nummer 2 ist meist Maxi Engl. Er erfüllt die U23-Regel und saß in den letzten drei Spielen auf der Bank. Zuvor hatte man für einige Wochen den erfahreneren Franco Flückiger (30) auf der Bank.


Bis Ende Januar nahm Aaron Berzel eine zentrale Rolle in der Defensive der Münchner ein. Lange Zeit in der Innenverteidigung, später dann auch im zentralen Mittelfeld. Nach einer Innenbandverletzung feierte er gegen Duisburg sein Comeback, wurde auch in beiden Pokalspielen eingesetzt und stand dann gegen Meppen nicht im Kader. Eine feste Größe in der Innenverteidigung ist indes Alexander Sorge. Der 27-Jährige ist seit Monaten gesetzt und hat kaum eine Spielminute verpasst. Sein Partner ist meist Filip Kusic (auch als Außenverteidiger eine Option). Neben einer Rückkehr von Berzel kann auch Awoudja nach innen rücken. Furkan Zorba (23) war zeitweise Stammspieler, kam seit Ende Januar jedoch nicht mehr zum Einsatz. Eine der vielen Leihgaben im Kader, Yi-young Park, war meist in dieser Saison der Stammspieler auf der Position des rechten Verteidigers. Bis zur Länderspielpause war er gesetzt, hat in den letzten drei Pflichtspielen jedoch seinen Platz an Kilian Fischer verloren. Gegen Meppen stand er nicht einmal im Kader. Der 20-Jährige ist eigentlich Mittelfeldspieler, wurde aber schon in der letzten Saison auch als Außenverteidiger eingesetzt und kann mittlerweile fest auf dieser Position gesehen werden. Als Linksverteidiger kam in den letzten Wochen Awoudja zum Einsatz. Der Winterneuzugang spielt am liebsten zentral, kann aber auch auf der Außenbahn agieren und ist dann ein offensiv ausgerichteter Verteidiger. Der erfahrene Stefan Stangl spielt kaum eine Rolle, Leihgabe Kilian Jakob ist eine weitere Option. Ebenso hat Boubacar Barry seinen Platz verloren. Eigentlich auf der offensive Außenbahn beheimatet, wurde er in dieser Saison regelmäßig als Außenverteidiger eingesetzt und kam in den letzten drei Spielen nur noch von der Bank.


Im defensiven Mittelfeld ist Philipp Erhardt ein entscheidender Mann. Der Österreicher bringt mit seinen 27 Jahren viel Erfahrung mit und ist eine der Schlüsselfiguren. Er fehlte im Januar/Februar verletzungsbedingt und München tat sich ohne ihn schwer. Einmal ist er der zweikampfstarke Abräumer vor der Abwehr, zugleich aber auch ein guter Fußballer und im Aufbauspiel von Türkgücü beteiligt. Die zweite Position ging in den letzten Wochen stets an Ünal Tosun. Auch er ist ein gestandener Spieler und nimmt den offensiveren Part auf der Doppelsechs ein. Optionen sind Benedikt Kirsch und Nico Gorzel. Kirsch ist als Stammspieler gestartet und stand gegen Meppen erstmalig seit Monaten wieder im Kader. Nico Gorzel war in diesem Jahr die erste Wechseloption. Der offensive Part im zentralen Mittelfeld wird seit seiner Verpflichtung von Sebastian Maier eingenommen. Er kam von Zweitligist Bochum und hat die Qualität in der Offensive noch mal klar erhöht. Er ist ein typischer Kreativer Kopf und kann seine Mitspieler sehr gut einsetzen. In dem Jahr hat er schon vier Tore direkt vorbereitet. Alternativ kann Sararer die Rolle einnehmen.


Sararer ist auch nach der Systemumstellung die zentrale Figur im Spiel von Türkgücü. Er ist qualitativ mit der beste Spieler in dieser Liga und immer für Überraschungen und Einzelaktionen gut. Zuletzt hat er nominell auf dem rechten Flügel gespielt. Er besitzt aber fast alle Freiheiten und geht gerne mit in die Spitze, zieht ins Zentrum oder auch mal auf linke Seite. Eine Alternative ist Boubacar Barry. Die zweite Außenbahn gehört in den letzten Wochen vorwiegend Noel Niemann. Er ist einer der Ausleihen aus dem Winter und bringt viel Tempo, viel Dynamik und auch Zug zum Tor oder zur Grundlinie mit. Kilian Jakob ist eine Option.


Petar Slikovic (12 Saisontore) hat in den letzten Wochen oft gefehlt, so stand er auch gegen Meppen nicht im Aufgebot. In den beiden Pokalspielen kam er dagegen zum Einsatz. Das letzte Ligator erzielte er Mitte Januar. Er ist nicht mehr in der Form von Saisonbeginn, seine Qualitäten vor dem Tor hat er jedoch nicht verloren und sofern er Türkgücü zur Verfügung steht könnte er auch am Samstag von Beginn an spielen. Statt Sliskovic war zuletzt Lucas Röser die erste Wahl im Sturm. Er ist ein etwas anderer Spielertyp als Röser und kann sich auch mal fallen lassen. Auch Sararer hat schon den Stürmer gegeben und kann dann mit noch mehr Freiheiten agieren. Mounir Bouziane spielt aktuell keine Rolle und stand in den letzten Wochen nicht im Kader.



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