Die Lage des FCS vor Mannheim

Für die Malstätter geht es nach der Niederlage von Samstag in der Tabelle um nicht mehr wirklich was und die letzten sechs Saisonspiele sind Begegnungen um die sprichwörtliche goldene Ananas. Acht Punkte Rückstand auf 1860 München ist eine zu große Hypothek in dieser Endphase der Saison. Selbst mit der maximalen Ausbeute an Punkten dürfte man die Löwen kaum noch einholen können. Es ist schade um die direkte Qualifikation zum DFB-Pokal, aber für den Verein kein Weltuntergang. 1860 hat schlicht und ergreifend eine andere Kaderqualität, eine andere Konstanz über die Saison gesehen und die Malstätter haben die Chancen in den letzten Wochen verspielt, indem man zu viele Rückschläge erlitten hat. Es hätte eine quasi perfekte Saison gebraucht um bis zum Ende dann mit den besten vier Teams in der Liga mitzuhalten und diese Situation gab es nicht. Den Blick nach unten musste der FCS schon seit einigen Wochen nicht mehr legen und hat damit sein Saisonziel längst erreicht. Bei den Enttäuschungen der letzten Wochen darf dieser Fakt nicht vergessen werden. Man spielt als Aufsteiger nach wie vor eine fantastische Saison und steht in der Tabelle immer noch auf einem guten sechsten Platz. Eine Leistung, die man vor der Saison ohne zu Zögern unterschrieben hätte.


Aus FCS-Sicht ist dieser ausstehende Monat in der 3.Liga jedenfalls eine ungewohnte Situation. Der Verein hatte schon seit einigen Jahren keine solche Phase mehr. Entweder gab Spiele um die goldene Ananas durch einen feststehenden Abstieg aus der 3.Liga oder durch einen feststehenden Nichtaufstieg aus der Regionalliga. Nach enttäuschenden Spielzeiten und mit einem schlechten Gefühl. Dieses Mal kann das Gefühl aus tabellarischer Sicht gut sein und man kann die letzten sechs Spiele genießen während Teams mit viel größeren Ambitionen in dieser Saison noch um den Klassenerhalt in der 3.Liga kämpfen und vor dem Absturz in die Regionalliga stehen. Da ist die Situation des FCS viel angenehmer als die Situation in Magdeburg oder Duisburg.


Die Tabellensituation stellt zugleich aber keinen Freifahrtschein für die letzten Saisonspiele aus. Es geht nicht mehr um einen Auf- oder Abstieg und es ist am Ende auch keine entscheidende Situation, ob man die Saison auf dem fünften oder sechsten Tabellenplatz beendet. Aber es gilt die Saison so erfolgreich wie möglich zu beenden. Es gilt mit einem positiven Gefühl aus dieser guten Saison zu gehen und nicht mit einem negativen Gefühl. Dafür kann die Mannschaft in den letzten Wochen sorgen. Zudem hat man im Saarlandpokal auch noch eine wichtige Herausforderung um über diesen Weg den Einzug in den DFB-Pokal vollziehen zu können.


Speziell für Mittwoch hat man auch - nicht von der Tabellensituation her - einen gewissen Druck. Unabhängig davon, ob man Spiele gegen Waldhof Mannheim als Derbys einordnet oder nicht, so sind es doch stets brisante Spiele und in gewisser Weise muss man auch eine Reaktion auf das Spiel von Samstag erwarten dürfen. Eine Niederlage wäre eine Steighilfe für weitere unruhige Tage, mit einem Sieg kann man wieder in ruhigere Fahrwässer kommen. Zudem warten in den nächsten Wochen auch noch Spiele gegen Teams für die es noch um den Auf- oder den Abstieg geht. Auch in dieser Hinsicht gilt es sich sportlich aus der Saison zu verabschieden. Man spielt Fußball um zu gewinnen. Dafür wird es eine bessere Leistung aller Beteiligten brauchen. Es betrifft das eigene Offensivspiel, insbesondere aber die eigene Defensive. Mit einer offensiveren Ausrichtung darf man sich Gegentore einfangen, aber man darf dem Gegner keine Tore schenken und das hat der FCS in den letzten Wochen viel zu häufig getan.



Personelle Situation

Auch am Mittwoch steht dem FCS der ein oder andere Spieler nicht zur Verfügung. Julian Günther-Schmidt befindet sich nach einem positiven Corona-Test noch in der Zeit der Quarantäne. Seine Quarantäne sollte am Donnerstag enden. Bjarne Thoelke fehlt dem FCS schon seit einigen Monaten und wird auch am Mittwoch fehlen. Ob der Innenverteidiger nach seinem Wadenbeinbruch in dieser Saison noch mal eine Rolle spielen kann bleibt fraglich. Er hat dafür nur noch rund einen Monat Zeit. Sebastian Bösel erlitt in der Vorwoche einen erneuten Rückschlag und plagt sich mal wieder mit muskulären Problemen oder einem Muskelfaserriss. Für Mittwoch kann er so keine Option sein. José Vunguidica hatte sich im März gegen Viktoria Köln einen Muskelfaserriss zugezogen und befand sich vor dem letzten Spiel im Aufbautraining. Der Angreifer dürfte damit für Mittwoch noch keine Alternative sein. Zusätzlich fehlt auch Kapitän Manuel Zeitz. Er sah gegen Kaiserslautern seine fünfte gelbe Karte und muss nun ein Spiel auf der Tribüne sitzen. Bekanntermaßen mit anhaltenden Kniebeschwerden belastet sind Steven Zellner und Sebastian Jacob. Sie stehen nach derzeitigem Stand wohl zur Verfügung, die endgültige Entscheidung fällt jedoch erst nach den letzten Trainingseinheiten.



Wie könnte der FCS beginnen?

Für Lukas Kwasniok gilt es in den letzten Spielen - gerade auch jetzt in der englischen Woche - den richtigen Mix zu finden zwischen der vermeintlich besten Aufstellung und der Option dem ein oder anderen Spielern eine Chance einzuräumen. Allerdings hat sich in den letzten Wochen auch kaum ein Spieler aufgedrängt. Auf taktischer Sicht hat seine Umstellung gegen den FCK nicht umfunktioniert, möglicherweise sieht das am Mittwoch anders aus. Oder aber es erfolgt - wie in der zweiten Hälfte - die Rückkehr zum eigenen 4-1-4-1-System. Im Tor ist jedenfalls Daniel Batz gesetzt und angesichts der Situation muss man hier auch keine anderen Überlegungen anstellen.


In der Innenverteidigung muss man ohne Manuel Zeitz umstellen und braucht einen neuen Partner für Steven Zellner. Zellner ist - sofern fit, ansonsten muss man den kompletten Defensivverbund umbauen - der gesetzte Mann und Abwehrchef. Sein Nebenmann ist schon eine schwierigere Frage. Gegen den FCK wurde Uaferro an seine Seite gespielt, er hatte jedoch keinen gelungenen Auftritt. Wechselhafte Leistungen zeichnen Uaferro in den letzten Wochen aus. Marin Sverko verteidigte zuletzt als Außenverteidiger, ist aber ebenfalls weit von der Form der Hinserie entfernt. Trotzdem könnte er nach den Lehren dieser Saison der Favorit sein. Zumindest sofern man ihn nicht wieder als Außenverteidiger bringen will. Für die Außenverteidigerpositionen hat man ansonsten noch Breitenbach, Perdedaj, Müller und Barylla in der Hinterhand. Breitenbach erwischte beim FCK einen rabenschwarzen Tag, er könnte die Chance auf Rehabilitation bekommen. Auch Perdedaj musste schon zur Pause vom Feld. Als Außenverteidiger bleibt er aber auch in seinen letzten Wochen in Saarbrücken eine gute Option. Mario Müller spielte in den letzten Wochen so gut wie keine Rolle mehr und konnte sich bei den Einwechslungen auch nicht in den Vordergrund spielen. Auch er sollte in der Endphase nun Chancen bekommen. Bleibt Barylla. In den letzten Wochen hat er mit Sicherheit seine schwächste Zeit erlebt. Nachdem nun seine Zukunft geklärt ist kann sich der Spieler hoffentlich in alter Manier vom FCS verabschieden.


Im defensiven Mittelfeld bleibt der junge Luca Kerber die Wahl. Er hat sich in diesen vier Monaten sehr gut in der Mannschaft etabliert und trotzdem darf man nie sein Alter vernachlässigen. Für ihn gilt es in der Saisonendphase weitere Erfahrungen mit Blick auf die neue Saison zu sammeln. Davor dürfte eine Position fest durch Tobias Jänicke besetzt sein. Gerade auch in dieser Phase mit einigen Rückschlägen und ohne Zeitz ist er als erfahrener Spieler ein wichtiger Anker der Mannschaft. Die dritte Position ist offen und das Ausfall von Julian Günther-Schmidt wiegt schwer. Mit Perdedaj, Golley, Froese oder Schleimer hat man einige Möglichkeiten, auch wenn Spieler die Chance nicht nutzen konnten.


Im Angriff sollte die Rückkehr zu Sebastian Jacob sicher sein. Ihn am Samstag auf die Bank zu setzen war aus taktischer Sicht ein offenkundiger Fehler. Trotzdem hat der Angreifer ohne Zweifel auch seine Probleme in den letzten Wochen und die Kniebeschwerden darf man nicht außer Acht lassen. Ein Risiko sollte man bei dem Spieler nicht eingehen. Gerade in den weiteren Begegnungen in der Liga sollte man stattdessen dann auch Pausen für Jacob ausrufen. Mit Günther-Schmidt kommt dann ja auch wieder eine Alternative hinzu. Für Mittwoch fehlt jedoch eine direkte Option und man müsste sich wieder mit einem Mittelfeldspieler (Gouras, Shipnoski, Schleimer) in der Sturmspitze behelfen. Auf den offensiven Außenbahnen sind an sich über die Saison gesehen Nicklas Shipnoski und Minos Gouras die erste Wahl. Auch die beiden Spieler tun sich in den letzten Spielen jedoch schwer. Für Gouras bleibt es trotzdem sehr wichtig weiter regelmäßig eingesetzt werden. Es ist immer noch seine erste Drittligasaison und seine Qualitäten beziehungsweise sein Potenzial sind unbestritten. Bei Shipnoski könnte die vermeintlich offene Zukunft eine Rolle spielen. Dahinter hat man einen Spieler wie Markus Mendler. Auch er sollte in den letzten sechs Spielen noch seine Chancen bekommen. Eventuell kann man auch mal mit allen drei Spielern von Beginn an starten. Schleimer, Golley oder Deville sind weitere Optionen.



Mögliche Aufstellung


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Ersatzbank

Ramon Castellucci (ETW)
Boné Uaferro
Jayson BreitenbachMarkus Mendler
Kianz FroeseTimm Golley
Lukas Schleimer



Nicht im Kader

Jannick TheißenNicht Berücksichtigt
Rasim Bulic
Nicht Berücksichtigt
Bjarne ThoelkeWadenbeinbruch
Sebastian Böselmuskuläre Probleme
Maurice Deville
Nicht Berücksichtigt
José Pierre Vunguidica
angeschlagen
Manuel Zeitz
Sperre
Julian Günther-Schmidt
Quarantäne

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