Weiter Streit um den Mietvertrag

Schon wieder gibt es negative Schlagzeilen rund um den Ludwigspark. Das heutige Streitthema: Der Mietvertrag. Dieser Vertrag ist bereits seit einiger Zeit ein großer Streitpunkt zwischen dem 1.FCS als vermeintlichen Hauptmieter und der Stadt Saarbrücken als Eigentürmer des neuen, aber auch nach über fünf Jahren Bauzeit immer noch nicht fertigen, Ludwigsparkstadions in Saarbrücken. Der saarländische Rundfunk griff dieses Thema nun am Freitag erneut auf. Der Sender startete seine Berichterstattung via Facebook dabei mit dem Slogan "Fliegt der FCS aus dem Park?".


Bereits im Frühjahr 2019 (und damit noch unter der ehemaligen Oberbürgermeisterin Charlotte Britz) wurde von beiden Seiten über den Mietvertrag diskutiert und schon zu diesem Zeitpunkt hielten sich zahlreiche Gerüchte über die "Einbahnstraße" beim Mietvertrag. Demnach sollte der FCS - neben einer großzügig bemessenen Mietzahlung - den größten Teil der Rechte an Heimspielen verlieren und der Verein wurde bei verschiedenen Punkten (wie den Catering-Rechten) vor fast vollendete Tatsachen gestellt. Seither befinden sich Stadt und Verein in einem Austausch über die Mietverhältnisse, konnte sich jedoch auch mit den neuen Verantwortlichen der Stadt nicht einigen. Laut FCS-Vorstandmitglied Seiffert hat man zuletzt nicht mal über die grundsätzliche Miethöhe gesprochen, sondern die angesprochenen Marketingrechte in den Blickpunkt genommen.


In der Übergangszeit wurde eine Nutzung des Vereins ohne vollendeten Mietvertrag beschlossen. Im Winter 2021 stellte die Stadt eine Summe in beträchtlicher Höhe in Rechnung. Zahlen bis zu 20.000 Euro pro Heimspiel sind in der Runde gefallen. Angesichts des Stadionzustandes (nur eine nutzbare Tribüne, ein zerstörter Rasen, keine Rasenheizung, erzwungene Umzüge in andere Stadien, ein Funktionsgebäude im halben Rohbau) eine dreiste Summe. Es lässt jedoch eine vage Vermutung über die Mietvorstellungen seitens der Eigentümers in einem fertigen Stadion zu. Der FCS verweigerte damals den kompletten Betrag zu zahlen und eine dauerhafte Einigung ist nun erst mal in weite Ferne gerückt. Um die verhärteten Fronten wieder zu lockern wurde gar ein Mediator beauftragt. Dieser Mediator (Sportfive) hat die Stadt bereits in der Vergangenheit beraten und soll nun beide Parteien vertreten.


Eine Besinnung hat die Stadt Saarbrücken dringend nötig. Der 1.FC Saarbrücken ist nicht der Auslöser für die konzeptlose, dilettantische und oftmals skandalöse Arbeitsweise des Eigentümers. Der Verein zeichnet sich auch nicht für die stetigen Kostenexplosionen oder die amateurhaften Planungen seit Baubeginn verantwortlich. Millionen hat man durch einen sinnbefreiten und politisch motivierten Baustopp aus dem Fenster geworfen. Nebenbei hat es den Verein in jedem Jahr ordentlich Umsatz gekostet. Der Imageverlust - wie zuletzt mit den Spielverlegungen nach Frankfurt und Völklingen - ist dabei nicht mal berücksichtigt. Im Gegenzug hat man mindestens einen fairen Mietpreis, eine gerechte Aufteilung der Betriebskosten und eine faire Verteilung der Marketing-Rechte verdient.


Oberbürgermeister Conradt verweis am Freitag auf "die Verantwortung beider Seiten für die Stadt, für die Region und für die Fans". Mit einem verantwortungsbewussten Eigentümer stünde man allerdings niemals in dieser Situation. Das Tempo auf der Baustelle ist seit Monaten am Boden, die einst versprochene Fertigstellung im Frühjahr 2021 längst eine Utopie. Die Mängelliste im Stadion sucht ihresgleichen, über eine Rasenheizung verfügt das Stadion ebenfalls noch nicht. Eine Lösung für die Rasenheizung konnte die Stadt auch am Freitag nicht präsentieren. Dem FCS droht - auch bei einer eventuellen Rückkehr von Zuschauern im Laufe des Jahres - noch auf längere Sicht in einer Baustelle spielen zu müssen. Auch muss der Club seiner Verantwortung gegenüber dem DFB und dem Lizenzverfahren gerecht werden. Das Stadion bleibt hier ein Dauerthema. Die Hartnäckigkeit der Stadt in Sachen Miete übertragen auf den Bau würde viele Probleme lösen.

Kommentare 9

  • Kam völlig unerwartet das die Stadt versucht so viel wie möglich wieder reinzuholen.Jetzt sitzt man in der Falle. Nenne mir mal jemand eine echte gangbare Alternative? Es gibt keine!

  • Mir fällt dazu nichts mehr ein...

  • Alles wie gehabt bei dem Thema, wo man hinsieht nur Idioten.

  • Naja. Ich glaube zwar auch das man einen Mietvertrag zustande bringt, allerdings muss man Menschen oder einer Stadt die Jahre und 50 Mio Euro verballert halt unterstellen das da niemand richtig frisch ist. So ganz komfortabel ist die Situation aber auch nicht für den Verein man braucht ja einen Mietvertrag und die Frage die man sich stellt ist, wie man diesen Amateuren von der Stadt überhaupt jemals irgendwas glauben konnte. Okay wahrscheinlich wegen einer fehlenden nachhaltigen Alternative. Beim SR hatte man eine reißerische Überschrift, Seifert aber mal zu Fragen was im "Worst Case" die Alternative wäre dazu war keine Zeit....

    • Man kennt die Zahlen und Forderungen nicht daher schwer was zu sagen. Leuchten sind auch beiden Seiten nicht am Werk und das macht Angst!

  • Eine Einigung wird es auf jeden Fall geben. Fragt sich nur, wer als ,,Gewinner‘‘ aus dieser Farce hervorgehen wird.



    Ein weiteres Kapitel in der unendlichen Geschichte eines Stadions.

    • Als FCS Verantwortlicher würde ich versuchen, mit Holzer in Elversberg einen Deal zu machen. Dann würde

      die Stadt ohne Mieter in die Röhre gucken und schnell von ihren Forderungen abrücken.

    • Das wird wohl ,,Plan B " sein

    • Ich würde bezweifeln das dies ein gangbarer Weg ist. Bei der Bude in Elversberg fehlt es auch an einigem und richtige Freunde wurde man bei den damaligen Verhandlungen auch nicht um es mal vorsichtig zu formulieren und die Masterfrage dürfen die mittlerweile überhaupt Vermieten. Dazu hat der Verein mit dem DFB Pokal viel an Image gewonnen nun die 50 Mio Bude leer stehen zu lassen würde auch dem FCS schaden.