Die Lage des FCS vor Homburg

Als höherklassiger Club hat der 1.FCS unvermeidlich die Favoritenrolle in diesem Halbfinale inne. Diese Rolle lässt sich bei einem Vergleich eines Drittligisten gegen einen Regionalligisten nicht abstreiten. In der Praxis macht es aber keinen gewaltigen Unterschied. Es ist ein Derby, es ist ein KO-Spiel und aus FCS-Sicht wird dieses Spiel keinen Deut leichter als ein Spiel in der 3.Liga. Homburg hat vor der Saison in der Breite an Qualität verloren und spielt keine überragende Saison, in der ersten Elf steckt aber ausreichend Qualität und in diesem Bereich ist man sicher ein Spitzenteam der Regionalliga. Gegen Elversberg und Offenbach war man in dieser Spielzeit auch immer auf Augenhöhe. Auch die Malstätter haben dies im vergangenen August erlebt und am Ende das Halbfinale beim FCH mit 0:3 verloren. Diese Niederlage sollte Warnung genug sein. Dazu ist es für Homburg eine sehr große Gelegenheit um die Saison vernünftig zu beenden. Ein Pokalsieg würde die Saison in der Regionalliga ein Stück weit vergessen machen und ein Derbysieg gegen den FCS ist für den FCH auch immer Balsam auf die Seele. Die Homburger können einen gefährlichen Fußball spielen. In der Regionalliga tun sie sich trotz guter Fußballer schwer gegen tiefstehende Mannschaften. Spieler wie Weiss, Hoffmann oder Marceta sind jedoch perfekt für ein schnelles Umschaltspiel und diesen Ansatz fährt Homburg immer wieder. Präzise Bälle der zentralen Mittelfeldspieler hinter die Abwehrkette und dann Tempoläufe sind eine Waffe um mit viel Raum auf den Strafraum zuzugehen. Es ist gut möglich, dass die Homburger diesen Ansatz am Dienstag noch mehr in den Fokus stellen und etwas Defensiver agieren als in den meisten Regionalligaspielen.


Nach dem Sieg über Meppen kann der FCS seinerseits mit einem guten Gefühl in das Halbfinale gehen. Siege sind gut für das Selbstvertrauen und ein Pokalerfolg würde die sehr gute Drittligasaison zu einem gelungenen Abschluss führen. Mit Homburg im Halbfinale und dann Elversberg in einem etwaigen Finale müssen jedoch zuvor zwei gefährliche Gegner aus dem Weg geräumt werden. Man hat sich in den Spielen ohne große Bedeutung ganz achtbar aus der Affäre gezogen, jetzt steht jedoch wieder viel auf dem Spiel und diesen Umschwung gilt es zu bewältigen und eine gute Tagesform für ein Derby und ein Halbfinale zu erreichen. Im letzten August sah es anders aus. Nach dem Sieg am Freitag bleiben dem FC drei spielfreie Tage. An allen Tagen gab es eine Trainingseinheit. Regeneration und der letzte Feinschliff standen auf dem Programm. Am morgigen Dienstag wartet noch ein letztes Anschwitzen vor dem Spiel. Es war für die Mannschaft eine sehr anstrengende Saison. Seit September gab es viele Spiele und weniger Pausen, auch hatte man fast keine Winterpause. Die Strapazen merkt man bei allen Mannschaften. Umso wichtiger ist es nun in den letzten Spielen vor der Sommerpause noch mal alle Reserven zu mobilisieren.


Öffentlich noch nicht kommuniziert wurde die Anzahl der Wechselmöglichkeiten. Letztes Jahr im August waren nur drei Wechsel im Pokal erlaubt. Mittlerweile darf sowohl in der Regionalliga wie auch in der 3.Liga bis zu fünf Mal (in einer Verlängerung beispielsweise im DFB-Pokal ist sogar ein sechster Tausch drin) gewechselt werden. Diese Regeländerung könnte auch am Dienstag greifen.



Personelle Situation

Beim Personal gibt es für Lukas Kwasniok nicht viele Veränderungen im Vergleich zum Spiel gegen Meppen. Man kann bekanntermaßen auf drei Spieler in dieser Spielzeit nicht mehr zurückgreifen. Bjarne Thoelke zog sich im Februar gegen Halle nicht nur das Wadenbein gebrochen, sondern auch die Adduktorensehne gerissen. Nach einer Operation in der Vorwoche muss er im Laufe dieser Woche ein drittes Mal operiert werden. Hoffnungen auf ein Comeback im Profifußball bleiben und sind dem Spiel mehr als zu wünschen. Steven Zellner hat dagegen seine Operation bereits in der letzten Woche hinter sich gebracht. Zudem fehlt auch Sebastian Jacob bis zum Ende der Saison. Ein Spieler ist noch fraglich. Anthony Barylla fehlte in den letzten beiden Wochen durch einen gegen Magdeburg erlittenen Pferdekuss. Samstag und Sonntag war er lediglich im Lauftraining aktiv und die Zeit bis Homburg wird eng. Er müsste am heutigen Montag voll trainieren können, um vielleicht eine Option für den Kader sein zu können. Wahrscheinlich wird es für den Außenverteidiger jedoch nicht reichen. Alle anderen Spieler haben am Sonntag vollständig an der Trainingseinheit teilgenommen und sollten am Dienstag zur Verfügung stehen. Dies bedeutet dann einen Spielerpool aus 19 Feldspielern und den Torhütern. Ein personelles Update seitens des Vereins ist auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Spiel zu erwarten. Sie findet heute Mittag ab 16:00 Uhr statt und wird live vom FCS-TV gestreamt.



Wie könnte der FCS beginnen?

Lukas Kwasniok hat in den letzten Wochen seine Taktik verändert und den FCS regelmäßig mit einer Dreierkette auf das Feld geschickt. Im Vergleich zum lange Zeit festen 4-1-4-1-System bietet dieses System einen defensiveren Ansatz. Auch in der ersten Hälfte gegen Meppen wurde die Dreierkette gespielt, in Halbzeit 2 wechselte man zu einer Viererkette. Wird die Dreierkette nun auch im Pokal zur Wahl? Oder wählt man in diesem Spiel einen anderen Ansatz? In beiden Fällen wird Daniel Batz das Tor des FCS hüten.


Bei einer Dreierkette hat man zuletzt mit Rasim Bulic, Manuel Zeitz und Marin Sverko begonnen. Das Trio könnte auch im Pokal die Chance von Beginn an erhalten. Der Kapitän ist so oder so gesetzt und sollte dies nach den letzten Wochen auch in der Innenverteidigung statt auf der Sechs sein, auch Sverko ist über die Saison gesehen ein Stammspieler und ein gelernter Verteidiger. Bulic hat zwei Mal in Folge über 90 Minuten gespielt. Gerade bei einer Systemumstellung dürfte er jedoch der erste Kandidat für einen Wechsel auf die Bank sein. Boné Uaferro ist die Alternative. Er ist seit Meppen wieder dabei, hat aber zuletzt Mitte April gespielt.


Auch die defensiven Außenbahnen sind stark abhängig vom System. Bei einer Viererkette sucht man zwei eher klassische Außenverteidiger. Auf der rechten Abwehrseite sind dann Breitenbach, Bösel und Perdedaj die Alternativen. Bösel kam nach Verletzungen zuletzt zwei Mal zu Kurzeinsätzen, für einen Startelfeinsatz sollte es jedoch noch zu früh sein. Breitenbach stand gegen Meppen nicht einmal im Kader. Perdedaj dagegen befindet sich in einer guten Form und hat zuletzt im zentralen Mittelfeld überzeugt. Auf der linken Abwehrseite bleibt in diesem System die Wahl zwischen Müller, Sverko (müsste aus der Innenverteidigung nach außen gezogen werden) oder Breitenbach. Müller hat zeitweise von Beginn an gespielt und wurde auch bei der Systemumstellung gegen Meppen eingewechselt. Er sollte auf dieser Position der Favorit sein. Bei einer Dreierkette sind andere Spielertypen gefragt. In den letzten beiden Spielen hat so Markus Mendler diese Rolle gespielt. Er hat seine Schwächen in der Defensive in beiden Spielen gut kompensieren können. Auf der rechten Seite spielte gegen Meppen Shipnoski. In dieser Rolle kommen seine offensiven Qualitäten jedoch nicht wie gewünscht zum Zug. Breitenbach ist als Spielertyp die Alternative.


Im zentralen Mittelfeld stehen wie gewohnt mindestens drei Positionen zur Verfügung. Systemunabhängig ist Luca Kerber. Er hat sich in den vergangenen Monaten fest in die Mannschaft gespielt und sich seinen aktuellen Stellenwert in der Mannschaft verdient. Sein Partner auf der Sechs war zuletzt Fanol Perdedaj. Bei einer Dreierkette sollte er als kampfstarker Spieler im Mittelfeld bleiben, bei einer Viererkette könnte er als Außenverteidiger gebraucht werden. Ein weiterer gesetzter Spieler ist Tobias Jänicke. Der Routinier ist ein wichtiger Spieler im Mannschaftsgefüge des FCS und ein Spieler für den offensiveren Part im Mittelfeld. Den zweiten offensiven Part hat zuletzt Minos Gouras (in einer Zwischenrolle als zweiter Stürmer) gespielt. So wirklich zur Geltung kam Gouras in den letzten Begegnungen jedoch selten. Dazu hat man als Alternative noch Julian Günther-Schmidt. Nach seiner Quarantäne stand er zuletzt zwei Mal nicht in der Startelf, kam gegen Meppen jedoch für 25 Minuten ins Spiel. Seine Qualitäten in der Offensive sind für den FCS wichtig und könnten das eigene Offensivspiel ankurbeln. Die weiteren Alternativen im Zentrum sind Kianz Froese oder Lukas Schleimer.


Bei einer Viererkette braucht es zwei offensive Mittelfeldspieler. Auf der rechten Seite ist hier Nicklas Shipnoski erste Wahl. In dieser offensiveren Rolle ist er gefährlicher und kann seine Stärken anders einbringen. Er muss aber auch bereit sein die Wege zu gehen. Links sollte Minos Gouras die erste Wahl sein. Alternative hat man für beide Seiten Spielertypen wie Markus Mendler, Lukas Schleimer oder Maurice Deville in der Hinterhand. Im Sturm hat man durch den Ausfall von Jacob schon in den letzten Wochen eine Baustelle zu besetzen. Timm Golley war die Wahl und er konnte seine Nominierung immer wieder rechtfertigen. So sollte er auch am Dienstag von Beginn an stürmen. Alternativ ist Minos Gouras eine Option für die Sturmspitze und auf diese Variante hat Kwasniok in der Saison schon einige Male zurückgegriffen. Die dritte Option ist Julian Günther-Schmidt als gelernte Spitze, auch wenn er eher aus dem Rückraum eingesetzt wird.



Mögliche Aufstellung

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Ersatzbank

Ramon Castellucci (ETW)Boné Uaferro
Rasim BulicSebastian Bösel
Kianz FroeseMarkus Mendler
Maurice Deville


Im Saarlandpokal ist der Spieltagskader - wie im saarländischen Amateurfußball - nicht auf 18 Spieler begrenzt.


Nicht im Kader

Jannik TheißenNicht Berücksichtigt
Lukas Schleimer
Nicht Berücksichtigt
Bjarne ThoelkeWadenbeinbruch
Jayson BreitenbachNicht Berücksichtigt
Sebastian Jacob
Achillessehnenreizung
José Pierre Vunguidica
Nicht Berücksichtigt
Steven Zellner
Knieoperation
Anthony BaryllaPferdekuss

Kommentare 4

  • *Gähn*. Hab mir das Video von Wenzel zum Spiel angehesen, da schläft einem das Gesicht ein wenn die so Spielen wie der redet wirds ein Fest.

  • Die Homburger kriegen morgen eine Packung die sich gewaschen hat. Mark my Words.

    Eijo 1
  • Wir müssen da morgen gewinnen, wie ist mir Schnuppe. Auf gehts FCS.

  • Die Homburger haben 22 Punkte(!) weniger als die Elven.Dazu haben sie 52 Gegentore in der Gurkenliga gefangen, wenn die gefählich sind was sind dann die Elven? Unschlagbar? Die sind nur "gefährlich" wenn wir wieder in "Geberlaune" sind!